Änderungen

2.698 Bytes hinzugefügt ,  Samstag um 12:51
keine Bearbeitungszusammenfassung
Zeile 2: Zeile 2:     
== Leben ==
 
== Leben ==
 +
Luise Esshaver wurde am 22. 09. 1851 in Olmütz geboren.482 Ihre Eltern waren Ferdinand
 +
Esshaver und Josefine Esshaver, geborene Katzenberger. Das Ehepaar war seit 1848 verheiratet und hatte bereits eine Tochter namens Emma, geboren 1849.<ref>Leichenpass, ausgestellt 12. Jänner 1903 in Wr. Neustadt. Salzburger Stadtbuchhaltung, Louise
 +
Esshaver´sche Verlassenschaft in: Stadtarchiv Salzburg, NStA 271 Versorgungshaus.</ref>
    +
Von 1853 bis wahrscheinlich 1858 oder 1861, die Angaben sind
 +
unterschiedlich, lebte die Familie in Graz, dann zog sie nach Wien in den Bezirk Wieden.
 +
Ferdinand Esshaver war für die Jahre 1867 und 1868 in der Wildenmanngasse gemeldet. Ab
 +
dem Jahr 1871 scheint in Lehmanns Wohnungsanzeiger nur mehr Josefine Esshaver auf, und
 +
zwar jährlich bis zu ihrem Tod 1897. Ihrem Namen wurde die Bezeichnung „Lieutnantswitwe“
 +
hinzugefügt. Die letzten Jahre verbrachte die Witwe in der Pilgramgasse 15, ebenfalls im Bezirk
 +
Wieden.<ref>Rittinger, Wohltäterinnen, 86.</ref>
 +
 +
Luise nannte sich in späteren Jahren stets „Private“, und gelegentlich wurde sie auch
 +
als Schriftstellerin bezeichnet. Es gibt aber keine Hinweise darauf, dass Luise Esshaver
 +
publizierte, auch nicht, dass sie Mitglied des Wiener Vereins der Schriftstellerinnen und
 +
Künstlerinnen war. Im Nachlass, der zur Versteigerung vorgesehen war, wurden
 +
Manuskripte, Tagebücher und Briefe nicht erwähnt, da sie keinen Verkaufswert besaßen.
 +
Bemerkenswert ist hingegen die Auflistung von 42 Stück Reklamheften und einigen
 +
Literaturbänden.<ref>Rittinger, Wohltäterinnen, 87; Die Hefte sind in der Liste jener Gegenstände mit dem Kaufpreis angeführt, die zu Gunsten des Versorgungshauses
 +
versteigert wurden. Consignation vom 2. Juli 1902. Ebenso in einer Liste, die man als erste Schätzung bezeichnen
 +
kann. Stadtarchiv Salzburg NStA, 270-272 Städtische Buchhaltung, Nachlass Esshaver </ref>
    
Es gibt konkrete Hinweise darauf, dass Luise Esshaver zu Lebzeiten Frauen aus ihrem Umfeld  
 
Es gibt konkrete Hinweise darauf, dass Luise Esshaver zu Lebzeiten Frauen aus ihrem Umfeld  
Zeile 23: Zeile 43:  
einen jährlichen Zinsgewinn von 1860 Kronen erzielt. So müsste Esshaver über ein gut doppelt so hohes  
 
einen jährlichen Zinsgewinn von 1860 Kronen erzielt. So müsste Esshaver über ein gut doppelt so hohes  
 
Einkommen verfügt haben. </ref>
 
Einkommen verfügt haben. </ref>
 +
 +
== Tod und Erbe ==
 +
Am 24. Juni 1902 erschoss sich Luise Esshaver in ihrer Wohnung in Salzburg.
 +
 +
Obwohl Esshaver die Stadt Salzburg zur Universalerbin ernannte, blieb dieser nach Abzug aller
 +
Kosten aus dem in Wertpapieren angelegten Vermögen von 92.307 Kronen lediglich ein Betrag
 +
von 46.560 Kronen. Die Abzüge setzten sich zu 70 Prozent aus Legaten an die Stadt Wien
 +
und private Personen sowie zu 25 Prozent aus Erbschafts- und Fondsgebühren sowie
 +
Notarhonoraren zusammen. Der Testamentsvollstrecker Dr. Max Neuda erhielt ein Honorar von
 +
932 Kronen. Im Testament Esshavers, das im
 +
Stadtarchiv aufbewahrt wird, sind detaillierte Angaben über die Verwendung des Erbes
 +
enthalten.<ref>Rittinger, Wohltäterinnen, 88; Stadtarchiv Salzburg, NStA 270-272 Städtische Buchhaltung, 271.</ref>
 +
    
== Einzelnachweise ==
 
== Einzelnachweise ==