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In der Chronik der Marktgemeinde Saalfelden aus dem Jahr [[1992]] wird berichtet, dass die Gemeindevorstehung von [[Lofer]] das alte Projekt einer Bahnverbindung zwischen der [[Stadt Salzburg]] und [[St. Johann in Tirol]] mit einer Abzweigung von Lofer nach Saalfelden nach dem [[Ersten Weltkrieg]] initiieren wollte.<ref>Zwanowetz, Georg (1992): "Zur Geschichte des Bahnhofs Saalfelden, der Strecke Zell am See – Kitzbühel und des Bahnprojektes Saalfelden–Lofer–Reichenhall–Salzburg." – In: Marktgemeinde Saalfelden (Hrsg.): "Chronik Saalfelden." Band I. Saalfelden: Eigenverlag, S. 291–303</ref> Dabei bezog sich die Marktgemeinde auf ein Projekt, über das bereits im Jahr 1885 in der "Wiener Zeitung" erstmals berichtet wurde.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?apm=0&aid=wrz&datum=18850314&seite=07 ANNO], "Wiener Zeitung", Nr. 60/1885, 14. März 1885, S. 7, Mitte oben</ref> Dort steht zu lesen, dass der Wiener Zivilingenieur Karl Smetana und der Fabriksbesitzer Nikolaus Lauer aus St. Johann in Tirol um die Bewilligung zur Vornahme technischer Vorarbeiten für eine normalspurige Lokalbahn zwischen Saalfelden über [[Weißbach bei Lofer|Weißbach]] nach Lofer angesucht haben, um diese Strecke an die bereits projektierte Bahn zwischen St. Johann in Tirol und [[Reichenhall]] anzubinden. Dabei handelt es sich um drei verschiedene Projekte, wie einer anonymen Veröffentlichung aus dem Jahr [[1912]] entnommen werden kann.<ref>Anonymus (1912): "Das Saalachtalbahn-Projekt. Juni 1912." Wien: K. K. Hof- und Staatsdruckerei, 8 S. + Kartenbeilage</ref> Nach dem [[Zweiten Weltkrieg]] kam es darüber hinaus zu weiteren zwei Projekten, über die hier berichtet werden wird.
 
In der Chronik der Marktgemeinde Saalfelden aus dem Jahr [[1992]] wird berichtet, dass die Gemeindevorstehung von [[Lofer]] das alte Projekt einer Bahnverbindung zwischen der [[Stadt Salzburg]] und [[St. Johann in Tirol]] mit einer Abzweigung von Lofer nach Saalfelden nach dem [[Ersten Weltkrieg]] initiieren wollte.<ref>Zwanowetz, Georg (1992): "Zur Geschichte des Bahnhofs Saalfelden, der Strecke Zell am See – Kitzbühel und des Bahnprojektes Saalfelden–Lofer–Reichenhall–Salzburg." – In: Marktgemeinde Saalfelden (Hrsg.): "Chronik Saalfelden." Band I. Saalfelden: Eigenverlag, S. 291–303</ref> Dabei bezog sich die Marktgemeinde auf ein Projekt, über das bereits im Jahr 1885 in der "Wiener Zeitung" erstmals berichtet wurde.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?apm=0&aid=wrz&datum=18850314&seite=07 ANNO], "Wiener Zeitung", Nr. 60/1885, 14. März 1885, S. 7, Mitte oben</ref> Dort steht zu lesen, dass der Wiener Zivilingenieur Karl Smetana und der Fabriksbesitzer Nikolaus Lauer aus St. Johann in Tirol um die Bewilligung zur Vornahme technischer Vorarbeiten für eine normalspurige Lokalbahn zwischen Saalfelden über [[Weißbach bei Lofer|Weißbach]] nach Lofer angesucht haben, um diese Strecke an die bereits projektierte Bahn zwischen St. Johann in Tirol und [[Reichenhall]] anzubinden. Dabei handelt es sich um drei verschiedene Projekte, wie einer anonymen Veröffentlichung aus dem Jahr [[1912]] entnommen werden kann.<ref>Anonymus (1912): "Das Saalachtalbahn-Projekt. Juni 1912." Wien: K. K. Hof- und Staatsdruckerei, 8 S. + Kartenbeilage</ref> Nach dem [[Zweiten Weltkrieg]] kam es darüber hinaus zu weiteren zwei Projekten, über die hier berichtet werden wird.
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Zum Verständnis der Geschichte der letztlich gescheiterten Bahnverbindung ist es erforderlich, die Ausgangssituation an der Wende vom [[19. Jahrhundert|19.]] zum [[20. Jahrhundert]] kurz darzustellen. Die im Jahr [[1875]] eröffnete [[Erzherzogin-Giselabahn]], das ist die Bahnverbindung von der [[Stadt Salzburg]] über [[Bischofshofen]], [[Schwarzach im Pongau]], [[St. Veit im Pongau]], [[Zell am See]], Saalfelden, [[Hochfilzen]] nach St. Johann in Tirol, war zur Jahrhundertwende eine eingleisige und noch nicht elektrifizierte innerösterreichische Hauptverbindung zwischen Salzburg und Tirol. Die [[Tauernbahn]] vom [[Bahnhof Schwarzach-St. Veit]] durch das [[Gasteinertal]] und den [[Tauerntunnel (Bahn)|Tauerntunnel]] nach [[Kärnten]] war noch im Bau und der erste Abschnitt bei [[Bad Gastein]] wurde [[1905]] in Betrieb genommen. Zusätzlich zur Kaiserin-Elisabeth-Bahn (heutige [[Westbahnstrecke]]) von [[Wien]] nach Salzburg bestand eine zweite innerösterreichische und eingleisige West-Ost-Verbindung von Amstetten über den <span style="color:green">Bahnhof Selzthal</span><ref>siehe Ennstalwiki → [[enns:Bahnhof Selzthal]]</ref><ref>{{ennswiki}}</ref> durch das [[Ennstal]] nach Bischofshofen, über welche der innerösterreichische Schnellzugverkehr von Wien nach Tirol und [[Vorarlberg]] und in die [[Schweiz]] und nach [[Frankreich]] geleitet wurde.<ref>Anonymus 1912, S. 3</ref> Der Schnellzugverkehr von Wien nach [[München]] führte über die Kaiserin-Elisabeth-Bahn über Salzburg und galt als innerösterreichische Hauptstrecke, die ebenfalls damals nur eingleisig war. Diese innerösterreichischen Hauptverbindung wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts zweigleisig ausgebaut. Zusätzlich war zur Jahrhundertwende in [[Bayern]] eine Bahnverbindung von [[Freilassing]] über [[Mühldorf am Inn]] nach [[Regensburg]] projektiert, die bei ihrer Fertigstellung zusammen mit der Tauernbahn eine weitere Nord-Süd-Verbindung erwarten ließ.
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Zum Verständnis der Geschichte der letztlich gescheiterten Bahnverbindung ist es erforderlich, die Ausgangssituation an der Wende vom [[19. Jahrhundert|19.]] zum [[20. Jahrhundert]] kurz darzustellen. Die im Jahr [[1875]] eröffnete [[Erzherzogin-Giselabahn]], das ist die Bahnverbindung von der [[Stadt Salzburg]] über [[Bischofshofen]], [[Schwarzach im Pongau]], [[St. Veit im Pongau]], [[Zell am See]], Saalfelden, [[Hochfilzen]] nach St. Johann in Tirol, war zur Jahrhundertwende eine eingleisige und noch nicht elektrifizierte innerösterreichische Hauptverbindung zwischen Salzburg und Tirol. Die [[Tauernbahn]] vom [[Bahnhof Schwarzach-St. Veit]] durch das [[Gasteinertal]] und den [[Tauerntunnel (Bahn)|Tauerntunnel]] nach [[Kärnten]] war noch im Bau und der erste Abschnitt bei [[Bad Gastein]] wurde [[1905]] in Betrieb genommen. Zusätzlich zur Kaiserin-Elisabeth-Bahn (heutige [[Westbahnstrecke]]) von [[Wien]] nach Salzburg bestand eine zweite innerösterreichische und eingleisige West-Ost-Verbindung von Amstetten über den <span style="color:green">Bahnhof Selzthal</span><ref>siehe EnnstalWiki → [[enns:Bahnhof Selzthal]]</ref><ref>{{ennswiki}}</ref> durch das [[Ennstal]] nach Bischofshofen, über welche der innerösterreichische Schnellzugverkehr von Wien nach Tirol und [[Vorarlberg]] und in die [[Schweiz]] und nach [[Frankreich]] geleitet wurde.<ref>Anonymus 1912, S. 3</ref> Der Schnellzugverkehr von Wien nach [[München]] führte über die Kaiserin-Elisabeth-Bahn über Salzburg und galt als innerösterreichische Hauptstrecke, die ebenfalls damals nur eingleisig war. Diese innerösterreichischen Hauptverbindung wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts zweigleisig ausgebaut. Zusätzlich war zur Jahrhundertwende in [[Bayern]] eine Bahnverbindung von [[Freilassing]] über [[Mühldorf am Inn]] nach [[Regensburg]] projektiert, die bei ihrer Fertigstellung zusammen mit der Tauernbahn eine weitere Nord-Süd-Verbindung erwarten ließ.
    
== Wie der Mythos "Saalachtalbahn" entstand ==
 
== Wie der Mythos "Saalachtalbahn" entstand ==