| Zeile 2: |
Zeile 2: |
| | | | |
| | == Leben == | | == Leben == |
| − | Jakob Flori (auch Jacob, Jacobus [Florii] oder Jean genannt) stammte aus einer weit verzweigten niederländischen Musikerfamilie, deren Mitglieder in Deutschland und Italien tätig waren. Sein Vater war möglicherweise der sich zeitweise in München, Innsbruck und Wien aufhaltenden Sänger Francesco Flori (I.). | + | Jakob Flori (auch Jacob, Jacobus [Florii] oder Jean genannt) stammte aus einer weit verzweigten [[Niederlande#Salzburgbezug|niederländischen]] Musikerfamilie, deren Mitglieder in [[Deutschland]] und [[Italien]] tätig waren. Sein Vater war möglicherweise der sich zeitweise in München, Innsbruck und Wien aufhaltenden Sänger Francesco Flori (I.). |
| | | | |
| | Jakob Flori wird erstmals [[1571]] in Stuttgart erwähnt. [[1573]] trat er in die Hofmusikkapelle in Innsbruck ein, wurde jedoch ein Jahr später wieder entlassen. Seine Bewerbung [[1574]] um eine Stellung an der kaiserlichen Hofmusikkapelle in Wien hatte keinen Erfolg. [[1575]] ging er mit einem Stipendium in die [[Niederlande]] und kehrte im Jahr [[1581]] nach Innsbruck zurück. | | Jakob Flori wird erstmals [[1571]] in Stuttgart erwähnt. [[1573]] trat er in die Hofmusikkapelle in Innsbruck ein, wurde jedoch ein Jahr später wieder entlassen. Seine Bewerbung [[1574]] um eine Stellung an der kaiserlichen Hofmusikkapelle in Wien hatte keinen Erfolg. [[1575]] ging er mit einem Stipendium in die [[Niederlande]] und kehrte im Jahr [[1581]] nach Innsbruck zurück. |
| | | | |
| − | [[1596]] oder [[1597]] wurde Jakob Flori Hofkapellmeister in [[Salzburg]] unter [[Erzbischof]] [[Wolf Dietrich von Raitenau]]. Sein Verhältnis zu seinem Dienstgeber dürfte schwierig gewesen sein. [[1599]] bat er den Erzbischof "''um eine bessere Abfertigung und um einen Paßport''", erhielt als Antwort jedoch nur die Auskunft: "''Da er besser gedient hätt, wär er besser abgefertigt worden''". Mit der Widmung seiner ''Cantiones sacrae quinque vocum quas vulgo motectas'' (im Druck erschienen im gleichen Jahr bei Berg in München) versuchte Jakob Flori nochmals die Gunst des Erzbischofs zurückzugewinnen. Die Widmung wurde jedoch am [[21. Oktober]] [[1599]] mit dem Vermerk ''ihm solle 10 Gulden verehrt, ihm seine Gesang aber wiederum zugestellt werden und daneben angezeigt werden, daß man seine Dienst nit bedürfe'' zurückgewiesen. | + | [[1596]] oder [[1597]] wurde Jakob Flori Hofkapellmeister in [[Salzburg]] unter [[Erzbischof]] [[Wolf Dietrich von Raitenau]]. Sein Verhältnis zu seinem Dienstgeber dürfte schwierig gewesen sein. [[1599]] bat er den Erzbischof "''um eine bessere Abfertigung und um einen Paßport''", erhielt als Antwort jedoch nur die Auskunft: "''Da er besser gedient hätt, wär er besser abgefertigt worden''". Mit der Widmung seiner ''Cantiones sacrae quinque vocum quas vulgo motectas'' (im Druck erschienen im gleichen Jahr bei Berg in München) versuchte Jakob Flori nochmals die Gunst des Erzbischofs zurückzugewinnen. Die Widmung wurde jedoch am [[21. Oktober]] [[1599]] mit dem Vermerk, ''ihm solle 10 Gulden verehrt, ihm seine Gesang aber wiederum zugestellt werden und daneben angezeigt werden, daß man seine Dienst nit bedürfe'', zurückgewiesen. |
| | | | |
| | Nach diesem unrühmlichen Abgang kehrte Jakob Flori in die Niederlande zurück, wo sich seine Spur verliert. | | Nach diesem unrühmlichen Abgang kehrte Jakob Flori in die Niederlande zurück, wo sich seine Spur verliert. |
| Zeile 15: |
Zeile 15: |
| | | | |
| | == Literatur und Quellen== | | == Literatur und Quellen== |
| − | * Salzburger Musikgeschichte, [[Verlag Anton Pustet]], Salzburg 2005 | + | * [[Jürg Stenzl]], [[Ernst Hintermaier]], [[Gerhard Walterskirchen]] (Hg.): ''Salzburger Musikgeschichte. Vom Mittelalter bis ins 21. Jahrhundert'', [[Verlag Anton Pustet]], Salzburg - München 2005. |
| | * Österreichisches Musiklexikon Band 1, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2002 | | * Österreichisches Musiklexikon Band 1, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2002 |
| | * [[Heinz Dopsch]], [[Hans Spatzenegger]], ''Geschichte Salzburgs, Stadt und Land'', Band II, Neuzeit und Zeitgeschichte, 3. Teil, [[Verlag Anton Pustet]], Salzburg 1991/1994 | | * [[Heinz Dopsch]], [[Hans Spatzenegger]], ''Geschichte Salzburgs, Stadt und Land'', Band II, Neuzeit und Zeitgeschichte, 3. Teil, [[Verlag Anton Pustet]], Salzburg 1991/1994 |
| Zeile 25: |
Zeile 25: |
| | *[http://nl.wikipedia.org/wiki/Jacobus_Florii Artikel „Jacobus Florii“ in der niederländischen Wikipedia] | | *[http://nl.wikipedia.org/wiki/Jacobus_Florii Artikel „Jacobus Florii“ in der niederländischen Wikipedia] |
| | *[http://de.wikipedia.org/wiki/Zeitalter_der_Franko-Flamen Artikel „Zeitalter der Franko-Flamen“ in der deutschen Wikipedia] | | *[http://de.wikipedia.org/wiki/Zeitalter_der_Franko-Flamen Artikel „Zeitalter der Franko-Flamen“ in der deutschen Wikipedia] |
| − | | + | {{Zeitfolge |
| | + | |AMT= [[Hofkapellmeister|Salzburger Hofkapellmeister]] |
| | + | |ZEIT= [[1597]] - [[1599]] |
| | + | |VORGÄNGER=[[Liberale Zanchi]]<br/> |
| | + | |NACHFOLGER=[[Johann Stadlmeyr]]<br/> |
| | + | }} |
| | [[Kategorie:Künstler|Flori, Jakob]] | | [[Kategorie:Künstler|Flori, Jakob]] |
| | [[Kategorie:Musik|Flori, Jakob]] | | [[Kategorie:Musik|Flori, Jakob]] |