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| | === Die Jahre vor und während des Zweiten Weltkriegs === | | === Die Jahre vor und während des Zweiten Weltkriegs === |
| − | Die von [[Adolf Hitler]] verhängte "[[1000-Mark-Sperre]]" (jeder, der aus dem Deutschen Reich nach Österreich reisen wollte, musste für das "Visum" 1.000 Mark zahlen) ließ die Zahl der deutsche Festspielbesucher auf 874 gegenüber 15.681 im Vorjahr schrumpfen. In den Jahren [[1934]] bis [[1936]] dirigierte dann [[Arturo Toscanini]] bei den Festspielen, [[Wilhelm Furtwängler]] erstmals [[1937]]. | + | Die von [[Adolf Hitler]] verhängte "[[1000-Mark-Sperre]]" (jeder, der aus dem Deutschen Reich nach Österreich reisen wollte, musste für das "Visum" 1.000 Mark zahlen) ließ die Zahl der deutsche Festspielbesucher auf 874 gegenüber 15 681 im Vorjahr schrumpfen. In den Jahren [[1934]] bis [[1936]] dirigierte dann [[Arturo Toscanini]] bei den Festspielen, [[Wilhelm Furtwängler]] erstmals [[1937]]. |
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| | Das Jahr des Anschlusses [[1938]] zeigte auch Auswirkungen auf die Festspiele in Salzburg: "Jedermann" und "Faust" wurden abgesetzt und Toscanini sagte sein Kommen aus politischen Gründen ab. [[1943]] erfolgte die Umbenennung der Festspiele in ''Salzburger Theater- und Musiksommer'' und im gleichen Jahr starb am [[31. Oktober]] Max Reinhardt in New York, USA. | | Das Jahr des Anschlusses [[1938]] zeigte auch Auswirkungen auf die Festspiele in Salzburg: "Jedermann" und "Faust" wurden abgesetzt und Toscanini sagte sein Kommen aus politischen Gründen ab. [[1943]] erfolgte die Umbenennung der Festspiele in ''Salzburger Theater- und Musiksommer'' und im gleichen Jahr starb am [[31. Oktober]] Max Reinhardt in New York, USA. |
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| | Am [[9. Jänner]] schlagen dann die Mitglieder des Direktoriums der Salzburger Festspiele, Präsident Heinrich Puthon, [[Bernhard Paumgartner]], [[Egon Hilbert]] und [[Josef Kaut]] dem Kuratorium die Rückberufung von [[Gottfried von Einem]] in das Führungsorgan der Salzburger Festspiele vor. | | Am [[9. Jänner]] schlagen dann die Mitglieder des Direktoriums der Salzburger Festspiele, Präsident Heinrich Puthon, [[Bernhard Paumgartner]], [[Egon Hilbert]] und [[Josef Kaut]] dem Kuratorium die Rückberufung von [[Gottfried von Einem]] in das Führungsorgan der Salzburger Festspiele vor. |
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| − | Erstmals findet am Vortag der Eröffnung der Festspiele, am [[25. Juli]] das [[Fest zur Festspieleröffnung]] statt. Am [[26. Juli]] werden dann Salzburger Festspiele 1952 eröffnet. Zur Eröffnung wird Mozarts „Figaro“ aufgeführt. Auf dem Spielplan der Festspiele 1952 stehen 23 Opern- und 18 Schauspielaufführungen sowie 20 Konzerte. Die Gesamtausgaben sind mit 11,35 Millionen, die Einnahmen mit 6,15 Millionen Schilling präliminiert. Die Eintrittspreise für die teuersten Plätze für die Opern wurden von 180 auf 200 Schilling, für Orchesterkonzerte von 150 auf 170 Schilling erhöht. Die Titelrolle in der Neuinszenierung des „Jedermann“ durch Ernst Lothar ist mit Will Quadflieg, jene der „Buhlschaft“ mit Lola Müthel neu besetzt. Für die Rolle des Teufels ist kurzfristig Peer Schmidt verpflichtet worden, weil das Unterrichtsministerium gegen das Engagement des prominenten, kommunistisch gesinnten Schauspielers Karl Paryla ein Veto eingelegt hatte. Die Uraufführung der Richard Strauss-Oper „Die Liebe der Danae“, dirigiert von Clemens Krauss, bildet den musikalischen Höhepunkt der Festspiele. | + | Erstmals findet am Vortag der Eröffnung der Festspiele, am [[25. Juli]] das [[Fest zur Festspieleröffnung]] statt. Am [[26. Juli]] werden dann Salzburger Festspiele 1952 eröffnet. Zur Eröffnung wird Mozarts „Figaro“ aufgeführt. Auf dem Spielplan der Festspiele 1952 stehen 23 Opern- und 18 Schauspielaufführungen sowie 20 Konzerte. Die Gesamtausgaben sind mit 11,35 Millionen, die Einnahmen mit 6,15 Millionen Schilling präliminiert. Die Eintrittspreise für die teuersten Plätze für die Opern wurden von 180 auf 200 Schilling, für Orchesterkonzerte von 150 auf 170 [[Schilling]] erhöht. Die Titelrolle in der Neuinszenierung des „Jedermann“ durch Ernst Lothar ist mit Will Quadflieg, jene der „Buhlschaft“ mit Lola Müthel neu besetzt. Für die Rolle des Teufels ist kurzfristig Peer Schmidt verpflichtet worden, weil das Unterrichtsministerium gegen das Engagement des prominenten, kommunistisch gesinnten Schauspielers Karl Paryla ein Veto eingelegt hatte. Die Uraufführung der Richard Strauss-Oper „Die Liebe der Danae“, dirigiert von Clemens Krauss, bildet den musikalischen Höhepunkt der Festspiele. |
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| | === 1953 === | | === 1953 === |
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| | === 1954 === | | === 1954 === |
| | Am [[25. Juli]] werden die diesjährigen Salzburger Festspiele mit dem [[Fackeltanz]] und [[Hugo von Hofmannsthal|Hofmannsthals]] „[[Jedermann]]“ eröffnet. Auf dem Opernprogramm stehen Carl Maria von Webers „Freischütz“ in einer Inszenierung von Günther Rennert mit [[Wilhelm Furtwängler]] als Dirigenten, Mozarts „Così fan tutte“ in einer Inszenierung von Oscar Fritz Schuh unter der Stabführung von [[Karl Böhm]], Mozarts „Don Giovanni“ ebenfalls mit Furtwängler als Dirigenten in einer Inszenierung von Herbert Graf und dem Bühnenbild von [[Clemens Holzmeister]]. Karl Böhm dirigiert „Ariadne auf Naxos“ von Richard Strauss in der Inszenierung von Josef Gielen. Rolf Liebermanns „Penelope“ wird uraufgeführt. Als österreichische Erstaufführung wird das szenische Oratorium „Danse des morts (Der Totentanz)“ von Paul Claudel mit der Musik von Arthur Honegger aufgeführt. Insgesamt besuchen 89.000 Personen die siebzig Aufführungen der Festspiele. | | Am [[25. Juli]] werden die diesjährigen Salzburger Festspiele mit dem [[Fackeltanz]] und [[Hugo von Hofmannsthal|Hofmannsthals]] „[[Jedermann]]“ eröffnet. Auf dem Opernprogramm stehen Carl Maria von Webers „Freischütz“ in einer Inszenierung von Günther Rennert mit [[Wilhelm Furtwängler]] als Dirigenten, Mozarts „Così fan tutte“ in einer Inszenierung von Oscar Fritz Schuh unter der Stabführung von [[Karl Böhm]], Mozarts „Don Giovanni“ ebenfalls mit Furtwängler als Dirigenten in einer Inszenierung von Herbert Graf und dem Bühnenbild von [[Clemens Holzmeister]]. Karl Böhm dirigiert „Ariadne auf Naxos“ von Richard Strauss in der Inszenierung von Josef Gielen. Rolf Liebermanns „Penelope“ wird uraufgeführt. Als österreichische Erstaufführung wird das szenische Oratorium „Danse des morts (Der Totentanz)“ von Paul Claudel mit der Musik von Arthur Honegger aufgeführt. Insgesamt besuchen 89.000 Personen die siebzig Aufführungen der Festspiele. |
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| | + | === 2012 === |
| | + | Am [[27. Juli]] [[2012]] wurden die in ihrer Geschichte am längsten dauernden Salzburger Festspiele offiziell eröffnet. Insgesamt standen in diesem Sommer 248 Veranstaltungen auf dem Spielplan, der in diesem Jahr um zehn Tage länger dauert als je zuvor. An den 45 Festspieltagen wurden 265 000 Karten aufgelegt. |
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| | == Intendanten == | | == Intendanten == |
| | ''Hauptartikel: [[Intendanten der Salzburger Festspiele]]'' | | ''Hauptartikel: [[Intendanten der Salzburger Festspiele]]'' |
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| − | Der Intendant bildet gemeinsam mit dem [[Präsidenten der Salzburger Festspiele|Präsidenten]] und dem kaufmännischen Leiter das Direktorium der Salzburger Festspiele. Am [[19. Mai]] [[2009]] wurde der Österreicher [[Alexander Pereira]] als Nachfolger von [[Jürgen Flimm]] zum Intendanten ab [[2011]] gewählt. Er ist der "Künstlerische Leiter" der Festspiele, der in dieser Aufgabe auch noch vom [[Schauspielleiter der Salzburger Festspiele|Schauspielleiter]] und vom [[Konzertchef der Salzburger Festspiele|Konzertchef]] unterstützt wird. | + | Der Intendant bildet gemeinsam mit dem [[Präsidenten der Salzburger Festspiele|Präsidenten]] und dem kaufmännischen Leiter das Direktorium der Salzburger Festspiele. Am [[19. Mai]] [[2009]] wurde der Österreicher [[Alexander Pereira]] als Nachfolger von [[Jürgen Flimm]] zum Intendanten ab [[2012]] gewählt. Er ist der "Künstlerische Leiter" der Festspiele, der in dieser Aufgabe auch noch vom [[Schauspielleiter der Salzburger Festspiele|Schauspielleiter]] und vom [[Konzertchef der Salzburger Festspiele|Konzertchef]] unterstützt wird. |
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| | == Präsidenten == | | == Präsidenten == |
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| | Eine Erhebung der [[Wirtschaftskammer Salzburg]] aus 2009 über die Daten der Festspiele 2008 ist zu entnehmen<ref>Quelle [[Salzburger Wirtschaft]], 24. Juli 2009</ref>: | | Eine Erhebung der [[Wirtschaftskammer Salzburg]] aus 2009 über die Daten der Festspiele 2008 ist zu entnehmen<ref>Quelle [[Salzburger Wirtschaft]], 24. Juli 2009</ref>: |
| | * 49 Millionen Euro beträgt das Budget, davon werden 74 % durch Kartenverkäufe, Sponsorengelder und Einnahmen aus Rundfunkrechten eingenommen; der Rest muss von subventioniert werden: Bund 40 Prozent, Stadt, Land und Tourismusfonds je 20 Prozent<ref name="Fenster">Quelle dieser Daten: [[Salzburger Fenster]], 29. Juli 2009</ref> | | * 49 Millionen Euro beträgt das Budget, davon werden 74 % durch Kartenverkäufe, Sponsorengelder und Einnahmen aus Rundfunkrechten eingenommen; der Rest muss von subventioniert werden: Bund 40 Prozent, Stadt, Land und Tourismusfonds je 20 Prozent<ref name="Fenster">Quelle dieser Daten: [[Salzburger Fenster]], 29. Juli 2009</ref> |
| − | * Neben 3.145 saisonal angestellten Mitarbeitern sind 200 das ganze Jahr über fest angestellt | + | * Neben 3 145 saisonal angestellten Mitarbeitern sind 200 das ganze Jahr über fest angestellt |
| − | * 2008 besuchten 254.000 Personen aus 68 Nationen die Festspiele | + | * 2008 besuchten 254 000 Personen aus 68 Nationen die Festspiele |
| | * Der Kartenverkauf lag bei 93 % für sieben Opern, 10 Schauspielaufführungen und 60 Konzerten mit insgesamt 186 Vorstellungen | | * Der Kartenverkauf lag bei 93 % für sieben Opern, 10 Schauspielaufführungen und 60 Konzerten mit insgesamt 186 Vorstellungen |
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| | Finanzierung: Kartenfinanzierung 50 %, Sponsoren 10 %, Subventionen 25 %, TV-Rechte und sonstige Einnahmen 15 %<br /> | | Finanzierung: Kartenfinanzierung 50 %, Sponsoren 10 %, Subventionen 25 %, TV-Rechte und sonstige Einnahmen 15 %<br /> |
| | Auslastung 2010: 95 % <br /> | | Auslastung 2010: 95 % <br /> |
| − | Besucher 2010: rund 250.000 Gäste aus 72 Nationen<br /> | + | Besucher 2010: rund 250 000 Gäste aus 72 Nationen<br /> |
| − | Personal: 200 fest und 3 145 saisonal angestellte Mitarbeiter<br /> | + | Personal: 200 fest und 3 145 saisonal angestellte Mitarbeiter<br /> |
| | Produktionen 2011: 190 Aufführungen an 35 Tagen an 14 Spielorten in den Sparten Oper, Konzert und Schauspiel | | Produktionen 2011: 190 Aufführungen an 35 Tagen an 14 Spielorten in den Sparten Oper, Konzert und Schauspiel |
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| | Präsidentin [[Helga Rabl-Stadler]] sieht die Freikarten nicht als Freikarten, sondern bezeichnet sie als ''Repräsentationskarten'' für Presse und als ''Marketinginstrument''. Potentielle mögliche Sponsoren erhalten diese oder auch Reisebürochefs, z. B. einer aus Südamerika, sowie ''branchenübliche'' Einladungen für führende Mitarbeiter aus der Theater- oder Musikbranche. Als Beispiele führt sie an: 73 Karten (0,5 %) bei der stark nachgefragten Aufführung von "Romeó et Juliette" oder bei der nur zu 54 % verkauften Aufführung von "Dionysos" hingegen 272 Karten<ref>{{Quelle SN|26. Februar 2011}}.</ref>. | | Präsidentin [[Helga Rabl-Stadler]] sieht die Freikarten nicht als Freikarten, sondern bezeichnet sie als ''Repräsentationskarten'' für Presse und als ''Marketinginstrument''. Potentielle mögliche Sponsoren erhalten diese oder auch Reisebürochefs, z. B. einer aus Südamerika, sowie ''branchenübliche'' Einladungen für führende Mitarbeiter aus der Theater- oder Musikbranche. Als Beispiele führt sie an: 73 Karten (0,5 %) bei der stark nachgefragten Aufführung von "Romeó et Juliette" oder bei der nur zu 54 % verkauften Aufführung von "Dionysos" hingegen 272 Karten<ref>{{Quelle SN|26. Februar 2011}}.</ref>. |
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| | + | == Budget-Streitereien mit Pereira noch vor seinem offiziellem Antritt als Intendant == |
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| | + | : ''Hauptartikel: [[Pereira droht mit Rücktritt]]'' |
| | + | Das [[Kuratorium der Salzburger Festspiele]] hatte in seiner Sitzung am Donnerstag, den [[26. Juli]] 2012, einen Tag vor der offiziellen Eröffnung der Salzburger Festspiele 2012, das Budget von Intendant Alexander Pereira in der Höhe von 60 Mio. Euro für 2013 einstimmig genehmigt. |
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| | + | Durch den Trick, das 2,6 Mio. Euro teure musikalisch-soziale Sonderprojekt "El Sistema" aus Venezuela aus dem regulären Budget auszugliedern, sowie den Ball der Salzburger Festspiele 2013 beim [[Verein der Freunde der Salzburger Festspiele]] anzusiedeln, konnte die vom Kuratorium gesetzte 60-Mio.-Euro-Budgetobergrenze von Pereira gehalten werden. |
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| | + | Geeinigt hatten sich das Kuratorium (politisch besetztes Aufsichtsgremium mit Vertretern der öffentlichen Geldgeber Bund, Land, Stadt und Fremdenverkehr, Anm.) und das Direktorium (Präsidentin und Intendant, Anm.) auch darauf, dass die Salzburger Festspiele keinesfalls - so wie von 2011 auf 2012 - weiter wachsen sollen. Im Gegenteil: Die Zahl der Veranstaltungen soll von 248 auf 200 und die Zahl der aufgelegten Karten von 265 000 auf 256 000 heruntergefahren werden. Und zwar inklusive der Veranstaltungen des Sonderprojektes "El Sistema", dessen Kosten zu Gänze durch Sponsoren wie der Liechtensteiner Hilti-Stiftung finanziert werden. |
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| | + | Deutlich erweitert werden soll das Kartenangebot hingegen bei den [[Pfingstfestspielen]] 2013. Wegen Cecilia Bartolis enormen Erfolges 2012 wird es 2013 statt 9 700 exakt 13 150 Karten geben. |
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| | == Weblink == | | == Weblink == |
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| | * [http://www.holiday-news.at holiday new print medium Ausgabe 2004 - 2005] | | * [http://www.holiday-news.at holiday new print medium Ausgabe 2004 - 2005] |
| | * [http://www.stadt-salzburg.at/internet/themen/bildung_forschung/t2_89747/t2_166675/t2_166678/t2_166140/t2_158813/t2_158863/p2_158937.htm Salzburg online] | | * [http://www.stadt-salzburg.at/internet/themen/bildung_forschung/t2_89747/t2_166675/t2_166678/t2_166140/t2_158813/t2_158863/p2_158937.htm Salzburg online] |
| | + | * {{Quelle SN|27. Juli 2012 Einigung über Budget 2013}} |
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| | [[Kategorie:Tourismus]] | | [[Kategorie:Tourismus]] |