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[[Datei:Wappen v. EB Schrattenbach.jpg|thumb|Wappen des Fürsterzbischofs Sigismund Christoph Graf Schrattenbach]]
 
[[Datei:Wappen v. EB Schrattenbach.jpg|thumb|Wappen des Fürsterzbischofs Sigismund Christoph Graf Schrattenbach]]
'''Sigismund III. Christoph Graf Schrattenbach''' (* [[28. Februar]] [[1698]] in Graz; † [[16. Dezember]] [[1771]] in der [[Stadt Salzburg]]) war [[1753]] bis [[1771]] [[Fürsterzbischof]] von [[Erzstift Salzburg|Salzburg]] der letzte Fürst des [[Rokoko]].  
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'''Sigismund III. Christoph Graf Schrattenbach''' (* [[28. Februar]] [[1698]] in Graz; † [[16. Dezember]] [[1771]] in der [[Stadt Salzburg]]) war [[1753]] bis [[1771]] als [[Fürsterzbischof von Salzburg]] der letzte Fürst des [[Rokoko]]s.  
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==Leben==
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==Familie ==
Graf [[Schrattenbach]] entstammte einem alten steirischen Adelsgeschlecht. Mit 52 Jahren wurde er zum Vorsitzenden des [[Domkapitel]]s in Salzburg gewählt und bereits drei Jahre später in einer zähen Wahl zum Fürsterzbischof gewählt. Es erforderte 49 Wahlgänge an 13 Tagen, bevor er am [[5. April]] 1753 als neuer Fürsterzbischof feststand. Nach dem 50. ergebnislosen Wahlgang hätte der Papst einen Erzbischof ernennen müssen. Am [[7. Mai]] hielt der neue Erzbischof traditionsgemäß von [[Schloss Freisaal]] aus den feierlichen Einzug in die Stadt und ergriff damit von seiner [[Alte Residenz|Residenz]] Besitz.  
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Graf [[Schrattenbach]] entstammte einem alten steirischen Adelsgeschlecht. Sigismund (auch Siegmund oder Sigmund geschrieben) Christophs Vater Otto Heinrich kam als neuntes Kind am [[6. Jänner]] [[1672]] zur Welt. [[1697]] wurde er [[Republik Österreich#Die Verwendung von k. (u.) k.|k. k.]] [[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#K|Kämmerer]] sowie Land- und Kriegskommissar von Cilli.<ref>Celje ist eine [[Slowenien|slowenische]] Stadt im Nordosten des Landes.</ref> Am [[27. Mai]] [[1697]] heiratete er in Feistritz Maria Theresia Gräfin von Wildenstein (Witwe nach Johann Friedrich Freiherrn Gail von Gallenstein). [[1712]] zog er nach [[Mähren]] und administrierte dem Bistum Olmütz, wo er im selben Jahr das Heimatrecht erhielt. Otto Heinrich starb am [[29. Dezember]] [[1733]] im Bischofshof in Brünn und wurde dort in der Loretokirche bei den Minoriten begraben.
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=== Bautätigkeit ===
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Sigismund Christophs Mutter Maria Theresia, Gräfin von Wildenstein, wurde am [[14. Dezember]] [[1667]] geboren. In erster Ehe heiratete sie Johann Friedrich Freiherrn Gail von Gallenstein. Nach dessen Tod heiratete sie in zweiter Ehe Otto Heinrich Graf von Schrattenbach.
Als Fürsterzbischof ist er uns als eifriger und fleißig arbeitender Fürst überliefert. Am liebsten erledigte er alle Akten selbst. In seine Regierungszeit fallen die Errichtung des Arbeitshauses in [[Rochushof|St. Rochus]] für ''Raufer und Unzüchtige'' in [[Maxglan (Gemeinde)|Maxglan]], das [[Mädchenwaisenhaus|Mädchen]]- und das [[Knabenwaisenhaus in der Stadt Salzburg|Knabenwaisenhaus]] in [[Mülln]], der Bau des [[Sigmundstor]]s durch den [[Mönchsberg]] - einzige Erinnerung heute an ihn, nachdem der [[Sigmundsplatz]] umgetauft wurde, die Errichtung der [[Mariensäule auf dem Domplatz]] sowie die Gründung von weiteren Waisenhäusern. Am [[4. September]] [[1756]] weihte er die Kirche von [[Mayrhofen]] im [[Zillertal]]. In der Bergbaugemeinde [[Leogang]] im [[Pinzgau]] ließ er in den Jahren [[1769]][[1770]] die [[Knappenkapelle St. Anna]] erbauen.
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Die Trauung fand am [[27. Mai]] [[1697]] in Feistritz statt.  Am [[9. Oktober]] [[1737]] starb sie in Brünn und ist dort neben ihrem Gatten in der Loretokirche bei den Minoriten begraben.
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Das Ehepaar hatte zwölf Kinder.
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== Leben ==
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Sigismund Christoph war der Erstgeborene. Am [[1. März]] 1698 wurde er getauft. Bereits im Alten von acht Jahren, [[1706]], schickten ihn seine Eltern als Zögling in die Akademie nach Maria Rast (bei Marburg). [[1711]] lässt sich Sigismund Christoph als erzbischöflicher Page in der Stadt Salzburg nachweisen, wo er sich am [[12. Dezember]] desselben Jahres als Rudimentist (= Primaner) in die Matrikel der Salzburger
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[[Benediktineruniversität]] eintragen ließ. In seiner Salzburger Studentenzeit dürfte in ihm der Plan gereift sein, in den geistlichen Stand zu treten und das Erstgeburtsrecht seinem jüngsten Bruder Franz Anton Xaver abzutreten. Warum gerade der jüngste Bruder dieses Recht erhielt, lässt sich vielleicht daraus erklären, dass wahrscheinlich Sigismund Christophs Brüder Joseph Friedrich und Johann Georg ebenfalls schon die Absicht hatten, eine geistliche Laufbahn einzuschlagen. Beide wurden schließlich auch Domherren. Joseph Friedrich resignierte jedoch wieder sein Olmützer Kanonikat und trat aus dem geistlichen Stande aus. Zwei weitere Brüder starben noch im Kindesalter. Folglich kam der allerdings erst [[1712]] geborene Bruder Franz Anton Xaver zum Zuge. Am [[20. November]] [[1712]] erhielt Sigismund Graf Schrattenbach in Salzburg Tonsur und Minores.
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Sigismund Christoph setzte schließlich sein Studium in Rom fort, wo er sich ebenso wie in Salzburg "den Wissenschaften mit solchem Fortgange gewidmet" haben soll,"daß Er dereinstens ein getreuer Hirt nach dem
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Herzen Gottes" zu werden versprach. Wahrscheinlich dürfte er in Rom eher auf dem ''Collegium Clementinum'' studiert haben, da ihn Steinhuberin seinem Werk über das ''Collegium Germanicum''<ref>Steinhuber, Andreas: "Geschichte des Collegium Germanicum Hungaricum in Rom", 2 Bde., 1895.</ref>  nicht anführt. Sein Studium in Rom scheint ihm - im Gegensatz zu den meisten anderen seiner Kollegen und späterer Bischöfe - eine besondere Verehrung und Zuneigung zum päpstlichen Hof und zur Kurie eingepflanzt zu haben. Als Erzbischof hatte er sich  dann stets romtreu verhalten. Auch seine spätere besondere Vorliebe für italienische Opern scheint eher ihre Wurzel in der Studienzeit in [[Italien]] als allein im Zeitgeschmack zu haben.
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[[1716]] erhielt er zwei Kanonikate, nämlich in [[Augsburg]] und [[Eichstätt]], in welchen Bistümern er in späteren Jahren auch Scholasticus wurde. Mit dieser Funktion wurden meist nur gebildete oder gelehrte Domherren betraut. Überhaupt hielt er mit diesen Bistümern noch lange Beziehungen aufrecht, auch als er schon Erzbischof geworden war und er seine Kanonikate dort nicht mehr unbedingt nötig hatte.
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Im Alter von 25 Jahre wurde am [[19. Dezember]] [[1722]] zum Subdiakon, am [[27. Dezember]] zum Diakon und am [[10. Jänner]] [[1723]] zum Priester geweiht. Die Priesterweihe erfolgte in Eichstätt. Dort wurde er am [[19. Februar]] [[1726]] auch zum Hofrat und Geistlichen Rat ernannt. Kapitular in Eichstätt wurde er am [[29. Juli]] [[1727]]. Sein Salzburger Kanonikat bekam er erst [[1731]]. Am [[19. Mai]] fand
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seine [[Aufschwörung]] statt. Er hatte dieses Kanonikat durch Resignation seines jüngeren Bruders Johann Georg bekommen, der in Salzburg schon seit [[1724]] [[Domherr]] gewesen war. Johann Georg hatte dieses Kanonikat "wegen großer Unpäßlichkeit reßigniret, und sich nacher Ollmitz begeben, allwo er nach Miraculoser weiß erhaltener gesundtheit von dem Ollmützer Capitel nacher brin (= Brünn) ad Conventum publicum deputiret" wurde.
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==== Graf Schrattenbach wird Domherr ====
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Am [[23. September]] [[1733]] erhielt Graf Schrattenbach Sitz und Stimme im [[Salzburger Domkapitel]]. Nachdem Fürsterzbischof [[Jakob Ernst Graf von Liechtenstein-Kastelkorn|Liechtenstein]] im Jahre [[1747]] gestorben war, wurde Graf Schrattenbach in der folgenden Sedisvakanz vom Domkapitel mit der Aufgabe eines Gubernators der [[Festung Hohenwerfen]] betraut. Nachdem er die Festung visitiert und wieder verlassen hatte, referierte er dem Domkapitel am [[11. Juli]] 1747 und legte auch ein genaues Verzeichnis über den Zustand dieser Festung vor. Mayrhofer, die die Sedisvakanzen des [[Erzstift]]s genau untersucht hat, schreibt darüber, dass er auch eine Beschwerde gegen den Zeugwart eingebracht hatte, der "dem trunke sehr ergeben" war.<ref>Mayrhofer, Emma W.: "Die Sedisvakanzen im Erzstift Salzburg". Phil. Diss. - Salz
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burg 1969, S. 114, aus: SLA, DKP 1747, 11. VII., S. 767/768.</ref> In späteren Jahren widerfährt ihm selbst von einem Grafen [[Karl von Zinzendorf|Zinzendorf]] der Vorwurf der Trunksucht, der aber etwas übertrieben sein dürfte.
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Der seit längerer Zeit kränkelnde Domdechant [[Leopold Ansgar Graf von Starhemberg|Leopold Anschario Graf von Starhemberg]] resignierte dieses Amt gegen Ende des Jahres 1750, weshalb am [[14. Dezember]] [[1750]] eine Neuwahl ausgeschrieben wurde, in der Graf Schrattenbach bereits im 2. Scrutinium - noch dazu in seiner Abwesenheit - zum Domdechant gewählt wurde. Von 15 gerade in Salzburg anwesenden Domherren hatte er acht Stimmen erhalten. Nach der Rückkehr von seiner Reise wurde er am [[12. Jänner]] [[1751]] in seine neue Würde eingesetzt. Darüber schreibt Graf Kuenburg in seinem Hofmarschallsdiarium, dass bei [[Salzburger Fürstenhof|Hof]] im [[Prunkräume der Alten Residenz#Kaisersaal|Kaisersaal]] gespeist wurde. Es war eine große Tafel mit 50 Personen, für welche die Edelknaben aufwarteten. Am nächsten Tag, [[13. Jänner]], wurde der gerade installierte Domdechant auch zum Geheimrat ernannt.
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==== Daten über sein Mobiliar ====
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Bald darauf zog er aus seinem [[Kanonikalhaus|Kanonikalhof]] aus und übersiedelte in die [[Domdechantei]] (heute [[Kaigasse 12]]). Über sein dortiges Mobiliar und seine Gemälde existiert ein genaues Inventar, das einige interessante Aufschlüsse über seinen Geschmack und die Ausstattung seiner Wohnung ermöglicht.
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Dies Inventar (vom [[21. November]] [[1753]]) verdankt seine Aufzeichnung dem Umstand, dass Graf Schrattenbach, nachdem er zum Erzbischof gewählt worden war, sein gesamtes Mobiliar versteigern ließ undden Erlös dem [[Domkapitlisches Spital St. Erhard|domkapitlischen Spital St. Erhard]] "als ein ewig fructificirendes Capital" unter der Bedingung vermachte, das in der [[Stadtpfarrkirche St. Erhard|Spitalskirche]] alle Jahre am [[1. Mai]] sechs hl. Messen zu seinen "Leb-Zeiten um eine glickliche Sterb-Stund, nach dem Todt aber zum Trost unserer armen Seele geleßen" werden sollten. Die Messen sollten aus den Zinsen bezahlt werden. Ebenso sollten die 25 Pfründner etwas erhalten, wenn sie am selben Tag beichten und kommunizieren gehen, nämlich die Männer 45 kr. und die Frauen "nur" 30 kr. Der restliche Zinsenbetrag sollte für den Untermeister und sonstige Ausgaben verwendet werden.
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An der [[Radstädter Tauernstraße]] ließ der die Poststation [[Untertauern]] errichten und vermehrte die Postfahrten auf nun zweimal wöchentlich.
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Die Schätzung im Inventar ergab für das Mobiliar einen Wert von 777 [[Gulden|fl.]] und für die Gemälde 766 fl. Der Erlös aus der Versteigerung war natürlich höher. Der neugewählte Domdechant Graf [[Ferdinand Christoph von Waldburg-Zeil|Waldburg-Zeil]] bot 600 fl. für die Übernahme der Spaliere (Stofftapeten?) und "mauerfester" Dinge, und der Hofkammer-Direktor [[Johann Nepomuk Josef von Rehlingen|Johann von Rehlinge]] kaufte das ganze Mobiliar um 1.300 fl.32. Ob dieser wirklich alles brauchen konnte, oder ob es eher eine Art diplomatischer Ergebenheitsgeste vor dem neuen Erzbischof war, ist unbekannt.
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Am [[1. Mai]] [[1765]] konsekrierte er die [[Wallfahrtskirche Maria Königin des Rosenkranzes]] in [[Burghausen]].
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Aus dem Inventar geht zunächst hervor, das Domdechant Schrattenbach zehn Zimmer und eine [[Sala Terrena]] zur Verfügung standen. Bei ihm logierte auch ein Neffe namens Bernhard Peterswaldsky. Den besten Aufschluss für Schrattenbachs persönlichen Geschmack bietet seine Gemäldesammlung mit einer Gesamtzahl von 231 Bildern, die im ganzen Haus verteilt waren. Der Anzahl und dem Wert nach stellt diese Sammlung einen guten Durchschnitt - im Vergleich zu seinen geistlichen Kollegen - dar.  
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=== Förderer von Mozart ===
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=== Seine Wahl nach 49 Wahlgängen zum Erzbischof ===
Privat gab es keine Aufsehen erregenden Erlebnisse. Er liebte Hunde und konnte Gnadengesuchen in Versform nicht widerstehen. Nur mit dem [[Domkapitel]] verstand er sich nicht so gut. Denn er beharrte auf seinen Meinungen, die, wie er sagte, ''Eingebungen des Heiligen Geistes'' seien. Aber auch umgekehrt versuchten Mitglieder des Domkapitels immer wieder zu intrigieren.
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Er bleibt der Nachwelt vor allem als Förderer der Familie [[Mozart]] in Erinnerung. In seinem Gefolge soll [[Leopold Mozart]], der Vater von [[Wolfgang Amadé Mozart|Wolfgang Amadé]] zum [[Hofkapellmeister]] und Hofkomponisten aufgestiegen sein. Auch sein Sohn, Wolfgang Amadé Mozart, wurde vom Fürsterzbischof bereits im Alter von 14 Jahren zum Hofkapellmeister bestellt.  
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Mit 52 Jahren wurde er zum Vorsitzenden des [[Domkapitel]]s in Salzburg und bereits drei Jahre später in einer zähen Wahl zum Fürsterzbischof gewählt. Es erforderte 49 Wahlgänge an 13 Tagen, bevor er am [[5. April]] 1753 als neuer Fürsterzbischof feststand. Nach dem 50. ergebnislosen Wahlgang hätte der Papst einen Erzbischof ernennen müssen. Am [[7. Mai]] hielt der neue Erzbischof traditionsgemäß von [[Schloss Freisaal]] aus den feierlichen Einzug in die Stadt und ergriff damit von seiner [[Residenz]] Besitz.  
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Die Freigiebigkeit, die Graf Schrattenbach nicht nur den Mozarts gegenüber an den Tag legte, führte dazu, dass das Land am Ende seiner Herrschaftszeit hoch verschuldet war. Dafür fand man in den fürsterzbischöflichen Gemächern, an allen möglichen Orten verstreut, mehr als 200.000 [[Gulden]], die sich der Fürsterzbischof zur Seite gelegt hatte. Wie [[Franz Martin]] über ihn schrieb, ''war er kein großer Fürst, aber ein echter Vertreter der [[Rokoko]]zeit, kleinlich, spielerisch und mit lockerer Hand in der Wirtschaft, aber liebenswürdig, ein Förderer der Künste, ein Menschenfreund''<ref>Quelle [[Salzburger Nachrichten]] 7. Juli 2010</ref>. Von ihm wird erzählt, dass er die Kinder liebte, sich an lustigen Gebärden und Ausdrücken erfreuen konnte und Leute gerne beschenkte.
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Im Detail.
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[[1757]] beauftragte er den Maler [[Benedikt Werkstätter]] mit der Ausgestaltung von drei Zimmern der [[Fürstenzimmer (Hallein)|Fürstenzimmer]] im [[Pfleghaus der Saline Hallein]] mit Ölgemälden<ref>Quelle [[Keltenmuseum]]</ref>.
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Am [[5. Jänner]] 1753 war Fürsterzbischof[[Andreas I. Jakob Graf Dietrichstein| Dietrichstein]] gestorben. Am [[12. März]] begann das Domkapitel mit der Wahl eines neuen Erzbischofs. Zuvor begaben sich die Domherren zur Messe und kommunizierten. Hernach gingen sie ins [[Kapitelhaus in der Salzburger Altstadt|Kapitelhaus]], wobei die Bürger und Soldaten eine militärische Parade abhielten. Es wurde die schwierigste und hartnäckigste Wahl im Erzstift überhaupt. Maria Theresia verhielt sich in dieser Wahl neutral, indem sie dem österreichischen Wahlkommissär Karl Johann Philipp Graf von Kobenzl in einer Instruktion empfahl: "Den würdigsten werden Wir jederzeit als den angenehmsten ansehen."
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Der Fürsterzbischof schenkte z. B. den ''[[Atlas Salisburgensis]]'' von [[Joseph Jakob Fürstaller]] seinem Weg- und Baukommissär [[Johann Elias von Geyer]] und den [[Der Fürstaller|Globus]] der [[Benediktineruniversität]]. Dieser wurde bald mit Staub und Moder bedeckt, der Atlas nach dem Tode Geyers am [[28. April]] [[1791]] öffentlich versteigert, [[Joachim Ferdinand von Schidenhofen|Hofrath von Schidenhofen]] erstand ihn um 7 [[Florin|fl]] 80 kr.
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Am [[4. April]] wurde bereits die 12. Wahlversammlung abgehalten, in der wieder - nämlich dreimal - ergebnislos gewählt wurde. Man hatte nun schon 27 erfolglose Wahlgänge hinter sich, da mehrere Parteien bestanden und man sich einfach nicht auf zwei Fraktionen einigen konnte. Die größten Chancen hatte zunächst der [[Bischof von Gurk]], [[Joseph Maria Graf von Thun und Hohenstein]], gehabt. Eine andere Partei votierte für den [[Bischof von Seckau]], [[Leopold Ernst Graf von Firmian]]. Schließlich gab es noch eine Partei für Domdechant Schrattenbach, ebenso eine für Johann Franz Anton Graf von Khevenhüller und eine fünfte für [[Joseph Gottfried Graf von Saurau]], der jedoch noch nicht Priester war, aber schon in der ersten Zusammenkunft vier Stimmen erhalten hatte.
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Doch nicht nur ein Loch im Geldbeutel des Landes, auch eines im [[Mönchsberg]] war Schrattenbach zu verdanken. Während seiner Amtszeit wurde es ''Neutor'', später Sigmundstor und jetzt doch wieder Neutor benannt, errichtet und damit der Weg in den Stadtteil [[Riedenburg]] und den damaligen Vorort [[Maxglan (Gemeinde)|Maxglan]] wesentlich verkürzt. Er war auch der einzige Fürsterzbischof, der sich auf einem öffentlichen Gebäude in der [[Innenstadt]] darstellen ließ. Über dem Ostportal des Sigmundstors an hochöberster Stelle ließ er sein Abbild anbringen und darüber einmeißeln: ''Te saxa loquuntur'' (''Von dir sprechen die Steine'').  
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Am 5. April - dem allerletzten Wahltag - musste man zu einer Entscheidung kommen. Es war die 13. Wahlversammlung. Man kam im Dom um 9 Uhr vormittags zusammen und wählte nahezu bis halb 5 Uhr nachmittags. Man hatte sich zuvor schon Gedanken gemacht, ob man nicht einen Kanonisten zu Rate ziehen sollte, doch war man davon wieder abgekommen. Endlich erreichte man eine kanonische Wahl - nämlich im 50. ''Scrutinium''. Wäre dieses 50. Scrutinium ergebnislos verlaufen, hätte der Papst den Erzbischof nominieren müssen. Von den 20 Stimmen erhielt der Domdechant elf und hatte somit die kanonische Mehrheit. Der Benediktiner [[Otto Gutrath]] von [[St. Peter]] berichtet in seinem Tagebuch, dass an diesem Tag allein 23 ''Scrutinia'' gehalten wurden - das ist somit beinahe die Hälfte aller Wahlgänge. Für die andere Hälfte hatte man zwölf Tage gebraucht. Man kann sich also vorstellen, mit welchem Ingrimm man an diesem letzten Tag gewählt haben mag.
    
Am [[14. April]] [[1762]] weihte er den späteren Fürsterzbischof [[Hieronymus Graf Colloredo]] in Salzburg zum [[Bischof von Gurk]].
 
Am [[14. April]] [[1762]] weihte er den späteren Fürsterzbischof [[Hieronymus Graf Colloredo]] in Salzburg zum [[Bischof von Gurk]].
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Der Fürsterzbischof schenkte den ''[[Atlas Salisburgensis]]'' von [[Joseph Jakob Fürstaller]] seinem Weg- und Baukommissär [[Johann Elias von Geyer]] und den [[Der Fürstaller|Globus]] von Fürstaller der [[Benediktineruniversität]]. Dieser wurde bald mit Staub und Moder bedeckt, der Atlas nach dem Tode Geyers am [[28. April]] [[1791]] öffentlich versteigert, [[Joachim Ferdinand von Schidenhofen|Hofrath von Schidenhofen]] erstand ihn um 7 [[Florin|fl]] 80 kr.
    
Fürsterzbischof Sigismund starb nach langem Gallen- und Nierenleiden am 16. Dezember 1771.
 
Fürsterzbischof Sigismund starb nach langem Gallen- und Nierenleiden am 16. Dezember 1771.
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=== Bautätigkeit ===
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Als Fürsterzbischof ist er uns als eifriger und fleißig arbeitender Fürst überliefert. Am liebsten erledigte er alle Akten selbst. In seine Regierungszeit fallen die Errichtung des Arbeitshauses in [[Seuchenspital St. Rochus|St. Rochus]] für ''Raufer und Unzüchtige'' in [[Maxglan (Gemeinde)|Maxglan]], der Bau des [[Sigmundstor]]s durch den [[Mönchsberg]] - einzige Erinnerung heute an ihn, nachdem der Sigmundsplatz in [[Herbert-von-Karajan-Platz]] umgetauft wurde -, die Errichtung der [[Mariensäule auf dem Domplatz]], das [[Mädchenwaisenhaus|Mädchen]]- und das [[Knabenwaisenhaus in der Stadt Salzburg|Knabenwaisenhaus]] in [[Mülln]] sowie die Gründung von weiteren Waisenhäusern.
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Am [[4. September]] [[1756]] weihte er die Kirche von [[Mayrhofen]] im [[Zillertal]].  [[1757]] beauftragte er den Maler [[Benedikt Werkstätter]] mit der Ausgestaltung von drei Zimmern der [[Fürstenzimmer (Hallein)|Fürstenzimmer]] im [[Pfleghaus der Saline Hallein]] mit Ölgemälden<ref>Quelle [[Keltenmuseum]]</ref>. Am [[1. Mai]] [[1765]] konsekrierte er die [[Wallfahrtskirche Maria Königin des Rosenkranzes]] in [[Burghausen]]. In der Bergbaugemeinde [[Leogang]] im [[Pinzgau]] ließ er in den Jahren [[1769]]–[[1770]] die [[Knappenkapelle St. Anna]] erbauen.
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An der [[Radstädter Tauernstraße]] ließ der die Poststation [[Untertauern]] errichten und vermehrte die [[Geschichte der Post im Land Salzburg|Postfahrten]] auf nun zweimal wöchentlich.
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Doch nicht nur ein Loch im Geldbeutel des Landes, auch eines im Mönchsberg war Schrattenbach zu verdanken. Während seiner Amtszeit wurde es ''Neutor'', später Sigmundstor und dann doch wieder Neutor benannt, errichtet und damit der Weg aus der [[Altstadt]] in den Stadtteil [[Riedenburg]] und den damaligen Vorort [[Maxglan (Gemeinde)|Maxglan]] wesentlich verkürzt. Er war auch der einzige Fürsterzbischof, der sich auf einem öffentlichen Gebäude in der [[Innenstadt]] darstellen ließ. Über dem Ostportal des Sigmundstors an der oberster Stelle ließ er sein Abbild anbringen und darüber einmeißeln: ''Te saxa loquuntur'' (''Von dir sprechen die Steine'').
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=== Förderer von Mozart ===
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Privat gab es keine Aufsehen erregenden Erlebnisse. Er liebte Hunde und konnte Gnadengesuchen in Versform nicht widerstehen. Nur mit dem [[Domkapitel]] verstand er sich nicht so gut. Denn er beharrte auf seinen Meinungen, die, wie er sagte, ''Eingebungen des Heiligen Geistes'' seien. Aber auch umgekehrt versuchten Mitglieder des Domkapitels immer wieder zu intrigieren.
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Er bleibt der Nachwelt vor allem als Förderer der Familie [[Mozart]] in Erinnerung. In seinem Gefolge soll [[Leopold Mozart]], der Vater von [[Wolfgang Amadé Mozart|Wolfgang Amadé]] zum [[Hofkapellmeister]] und Hofkomponisten aufgestiegen sein. Auch sein Sohn, Wolfgang Amadé Mozart, wurde vom Fürsterzbischof bereits im Alter von 14 Jahren zum Hofkapellmeister bestellt.
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Die Freigiebigkeit, die Graf Schrattenbach nicht nur den Mozarts gegenüber an den Tag legte, führte dazu, dass das Land am Ende seiner Herrschaftszeit hoch verschuldet war. Dafür fand man in den fürsterzbischöflichen Gemächern, an allen möglichen Orten verstreut, mehr als 200.000 [[Gulden]], die sich der Fürsterzbischof zur Seite gelegt hatte. Wie [[Franz Martin]] über ihn schrieb, ''war er kein großer Fürst, aber ein echter Vertreter der [[Rokoko]]zeit, kleinlich, spielerisch und mit lockerer Hand in der Wirtschaft, aber liebenswürdig, ein Förderer der Künste, ein Menschenfreund''<ref>Quelle [[Salzburger Nachrichten]] 7. Juli 2010</ref>. Von ihm wird erzählt, dass er die Kinder liebte, sich an lustigen Gebärden und Ausdrücken erfreuen konnte und Leute gerne beschenkte.
    
== Quellen ==
 
== Quellen ==