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=== November: Die Nonnen wollen über den Verbleib ihrer Ersparnisse nachforschen ===
 
=== November: Die Nonnen wollen über den Verbleib ihrer Ersparnisse nachforschen ===
 
Anfang November wollen die drei Nonnen bei einer Privatbank in der Salzburger Altstadt die Vollmacht für ein Konto zurück. „Diese wird nur dann abgegeben, wenn die drei Schwestern nicht mehr geschäftsfähig sind, so wurde es vereinbart“, sagt Christina Wirtenberger, die für die Nonnen spricht und diese für geschäftsfähig hält. 95.000 Euro sollen auf dem Konto liegen. Darüber hinaus sollen die Nonnen auf 400.000 Euro an Ersparnissen sitzen – wo das Geld ist, wüssten die Nonnen nicht.<ref>[https://www.sn.at/salzburg/chronik/aufstaendische-nonnen-salzburg-euro-ersparnissen-186956116 sn.at] 3. November 2025: Aufständische Nonnen in Salzburg ringen um 495.000 Euro an Ersparnissen </ref>
 
Anfang November wollen die drei Nonnen bei einer Privatbank in der Salzburger Altstadt die Vollmacht für ein Konto zurück. „Diese wird nur dann abgegeben, wenn die drei Schwestern nicht mehr geschäftsfähig sind, so wurde es vereinbart“, sagt Christina Wirtenberger, die für die Nonnen spricht und diese für geschäftsfähig hält. 95.000 Euro sollen auf dem Konto liegen. Darüber hinaus sollen die Nonnen auf 400.000 Euro an Ersparnissen sitzen – wo das Geld ist, wüssten die Nonnen nicht.<ref>[https://www.sn.at/salzburg/chronik/aufstaendische-nonnen-salzburg-euro-ersparnissen-186956116 sn.at] 3. November 2025: Aufständische Nonnen in Salzburg ringen um 495.000 Euro an Ersparnissen </ref>
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==== Ein Schreiben der Erzdiözese Salzburg für Aufsehen ====
    
Um den [[20. November]] sorgte ein Schreiben der Erzdiözese Salzburg für Aufsehen: Einem renommierten Kirchentheologen und Mitglied im Betroffenenbeirat der Deutschen Bischofskonferenz wurde untersagt, in der Kapelle von Schloss Goldenstein eine Messe zu zelebrieren. Hintergrund ist eine Veranstaltung am [[8. Dezember]], zu der die Nonnen ehemalige Schülerinnen zu einem kleinen Fest einladen. Im Rahmen dieser Feier war auch ein Dankgottesdienst geplant, den der Münchner Theologe Wolfgang F. Rothe leiten sollte. Rothe hatte zuvor sowohl die Schwestern als auch die Journalistin Edith Meinhart in kirchenrechtlichen Fragen beraten. Im Gegensatz zum mittlerweile pensionierten Pfarrer [[Johann Ebster]] (90), der die Messen für die Schwestern und Gläubigen üblicherweise unkompliziert übernimmt, legte Rothe Wert darauf, die offizielle Zustimmung der Eigentümer – sprich der Kirche – einzuholen. Obwohl die Erzdiözese zunächst ihre Genehmigung erteilt hatte, erfolgte heute überraschend sowohl aus Salzburg als auch aus Oberösterreich eine Absage. Generalvikar Harald Mattel teilte dem Münchner Theologen schriftlich mit: "Nach gemeinsamer Beratung der aktuellen Situation mit dem Stift Reichersberg muss ich Ihnen leider mitteilen, dass bis zur Klärung der Situation der Schwestern und der Klostergemeinschaft keine Gottesdienste von unserer Seite erlaubt sind." Die Erzdiözese und das Stift Reichersberg betonten, dass es ihnen wichtig sei, zunächst offene Fragen zu klären und eine geordnete Struktur herzustellen.<ref>[https://www.facebook.com/photo/?fbid=1257459122855115&set=a.168626818405023 facebook.com], 21. November 2025 [[InfoMediaWorx]]</ref>
 
Um den [[20. November]] sorgte ein Schreiben der Erzdiözese Salzburg für Aufsehen: Einem renommierten Kirchentheologen und Mitglied im Betroffenenbeirat der Deutschen Bischofskonferenz wurde untersagt, in der Kapelle von Schloss Goldenstein eine Messe zu zelebrieren. Hintergrund ist eine Veranstaltung am [[8. Dezember]], zu der die Nonnen ehemalige Schülerinnen zu einem kleinen Fest einladen. Im Rahmen dieser Feier war auch ein Dankgottesdienst geplant, den der Münchner Theologe Wolfgang F. Rothe leiten sollte. Rothe hatte zuvor sowohl die Schwestern als auch die Journalistin Edith Meinhart in kirchenrechtlichen Fragen beraten. Im Gegensatz zum mittlerweile pensionierten Pfarrer [[Johann Ebster]] (90), der die Messen für die Schwestern und Gläubigen üblicherweise unkompliziert übernimmt, legte Rothe Wert darauf, die offizielle Zustimmung der Eigentümer – sprich der Kirche – einzuholen. Obwohl die Erzdiözese zunächst ihre Genehmigung erteilt hatte, erfolgte heute überraschend sowohl aus Salzburg als auch aus Oberösterreich eine Absage. Generalvikar Harald Mattel teilte dem Münchner Theologen schriftlich mit: "Nach gemeinsamer Beratung der aktuellen Situation mit dem Stift Reichersberg muss ich Ihnen leider mitteilen, dass bis zur Klärung der Situation der Schwestern und der Klostergemeinschaft keine Gottesdienste von unserer Seite erlaubt sind." Die Erzdiözese und das Stift Reichersberg betonten, dass es ihnen wichtig sei, zunächst offene Fragen zu klären und eine geordnete Struktur herzustellen.<ref>[https://www.facebook.com/photo/?fbid=1257459122855115&set=a.168626818405023 facebook.com], 21. November 2025 [[InfoMediaWorx]]</ref>
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==== 26. November: Überraschende Wendung ====
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Am Mittwoch, den [[26. November]], hatte der Propst, vertreten durch Sprecher und Krisenkommunikator Harald Schiffl, den Schwestern einen Lösungsvorschlag unterbreitet, der "bis auf Weiteres" den Verbleib ermöglicht. Das Treffen fand in der Gemeinde Elsbethen statt. Die Schwestern nahmen nicht persönlich teil. Mit am Tisch saßen [[Bürgermeister der Gemeinde Elsbethen|Bürgermeister]] [[Matthias Herbst]] ([[ÖVP]]), der stets seine Rolle als Vermittler angeboten hatte, sowie als Vertreterin der Nonnen ihre ehemalige Schülerin Christina Wirtenberger und einer der Unterstützer.
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Vorgesehen ist das in adaptierten Zimmern innerhalb der Klausur, jenes Bereichs im Kloster, der primär nur den Nonnen dient und daher für andere Personen abgeschlossen ist. Die Nonnen verpflichten sich mit der Vereinbarung, dass diese Klausur des Klosters wiederhergestellt und kenntlich gemacht wird. "Ordensfremde Personen dürfen keinen Zutritt zu diesen Räumlichkeiten haben", ist in der Vereinbarung festgehalten. Wer außer den drei Schwestern in den Bereich darf, entscheidet der Propst. Besucherinnen und Helferinnen sind willkommen, erhalten aber nur Zutritt zum Gästebereich des Klosters.
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Für die Kosten, die im Zusammenhang mit der Unterkunft stehen, kommen die Augustiner-Chorfrauen als Orden auf. Das Vermögen des Ordens setzt sich aus den Ersparnissen der Nonnen, Zuwendungen und Pensionsansprüchen der Schwestern zusammen. Rund 460.000 Euro sollen das sein. Verwaltet werden die Gelder von Propst Markus Grasl. Diese müssen auch künftig wieder auf das Klosterkonto fließen.
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Die Schwestern erhalten bei Unterzeichnung der Vereinbarung zudem eine Heimhilfe beziehungsweise maximal zwei Pflegekräfte. Zudem soll eine Kassenärztin, die im Schloss Goldenstein eingemietet ist, tägliche Hausbesuche absolvieren. Größere Umbauten im Kloster werden vom Propst, dem Kloster Goldenstein und den Liegenschaftseigentümern (Erzdiözese Salzburg und Stift Reichersberg) "organisiert und finanziert". Die Helferinnen haben schon vor geraumer Zeit eine 24-Stunden-Pflege organisiert.
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Für die "geistliche Begleitung" schickt Propst Grasl ein Mitglied des Konvents der Augustiner-Chorherren Reichersberg ins Kloster Goldenstein. Dieses wird, soweit erforderlich auch im Kloster wohnen, heißt es in der Vereinbarung.
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Als Bedingung für den Verbleib im Kloster nennt Propst Grasl die Einstellung sämtlicher Social-Media-Aktivitäten.
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Damit die drei Nonnen vorerst im Kloster bleiben dürfen, müssen sämtliche rechtlichen Schritte mit sofortiger Wirkung eingestellt werden.
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Die mediale und internationale Berichterstattung über die Nonnen veranlasste viele zum Spenden für die Schwestern. Der Propst regt an, die Geldspenden zur Gänze an ein über Missio abgewickeltes Schulprojekt zur Mädchenbildung zu überweisen. "Damit würde einem großen Wunsch der Schwestern entsprochen, jungen Mädchen und Frauen Bildung zu ermöglichen", heißt es in der Vereinbarung.
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Demnächst erscheint im neu gegründeten Verlag Edition Lauter das Buch "Nicht mit uns!" von Autorin Edith Meinhart über die Geschichte der Nonnen von Goldenstein. Auch ein Euro pro verkauftem Buch (Stückpreis 28 Euro) soll an die Schwestern gespendet werden. Der Propst schlägt vor, auch diese Spenden einem Schulprojekt zu geben.
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Sollten Pflege und Betreuung im Kloster nicht mehr möglich sein, müssen die Schwestern wieder in ein Pflegeheim. Damit das auch möglich ist, werden die Schwestern auf die Warteliste im Pflegeheim Elsbethen gesetzt. "Der Propst wird nach Möglichkeit dafür sorgen, dass auch im Pflegeheim in Elsbethen ein klösterliches Leben möglich ist", heißt es in der Vereinbarung.
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Nun obliegt es den Schwestern, ob die Vereinbarung mit dem Propst unterzeichnet wird. Auch für vier Helferinnen sind Unterschriftenfelder vorgesehen.<ref>[https://www.sn.at/salzburg/chronik/nonnen-goldenstein-propst-schwestern-188419225 sn.at], 27. November 2025</ref>
    
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