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Seit Beginn der [[Coronapandemie]] im  Februar [[2020]] führte das Rote Kreuz (Stand: 14. Juli 2021) 194&nbsp;278 PCR-Tests in Salzburg durch, seit dem Start der Massentests im Dezember 2020 gab es knapp vier Millionen Antigen-Schnelltests. 153&nbsp;579 Impfdosen wurden verimpft. Seit Herbst [[2021]] werden die Impf- und Testleistungen nicht mehr vom Roten Kreuz übernommen. "Das [[Land Salzburg (Gebietskörperschaft)|Land]] hat diese ausgeschrieben und das Rote Kreuz hat sich dafür nicht beworben, weil es sich wieder auf seine Kernaufgaben wie den Rettungsdienst fokussieren will", erklärt Pressesprecherin Roberta Thanner. "Wenn das Land aber unsere Hilfe brauchen sollte, sind wir da", betont Thanner.<ref>[[SALZBURG24]] vom [https://www.salzburg24.at/news/salzburg/rotes-kreuz-steigt-aus-salzburgs-impf-und-teststrassen-aus-106576849 14. Juli 2021]</ref>
 
Seit Beginn der [[Coronapandemie]] im  Februar [[2020]] führte das Rote Kreuz (Stand: 14. Juli 2021) 194&nbsp;278 PCR-Tests in Salzburg durch, seit dem Start der Massentests im Dezember 2020 gab es knapp vier Millionen Antigen-Schnelltests. 153&nbsp;579 Impfdosen wurden verimpft. Seit Herbst [[2021]] werden die Impf- und Testleistungen nicht mehr vom Roten Kreuz übernommen. "Das [[Land Salzburg (Gebietskörperschaft)|Land]] hat diese ausgeschrieben und das Rote Kreuz hat sich dafür nicht beworben, weil es sich wieder auf seine Kernaufgaben wie den Rettungsdienst fokussieren will", erklärt Pressesprecherin Roberta Thanner. "Wenn das Land aber unsere Hilfe brauchen sollte, sind wir da", betont Thanner.<ref>[[SALZBURG24]] vom [https://www.salzburg24.at/news/salzburg/rotes-kreuz-steigt-aus-salzburgs-impf-und-teststrassen-aus-106576849 14. Juli 2021]</ref>
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=== Führungskrise im Herbst 2025 ===
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Im Herbst eskalierte ein interner Kampf zwischen der Geschäftsführerin [[Sabine Tischler]] und dem Landeskommandanten [[Stefan Herbst]]. Herbst stellte dem Präsidium Mitte November [[2025]] ein Ultimatum. Das Präsidium unter Präsident [[Werner Aufmesser]] stellte sich hinter ihre Geschäftsführerin. Am Freitag, [[14. November]] 2025, wurde überraschend bekannt, dass der Landesrettungskommandant Stefan Herbst abtritt. Damit war er nicht allein. Immer mehr Hauptberufliche sollen dem Roten Kreuz Salzburg den Rücken kehren. Das betonten mehrere frühere und aktuelle Mitglieder der Rettungsorganisation. Und sie nennen Zahlen: So hätten in den vergangenen sieben bis acht Jahren insgesamt 80 Hauptberufliche das Rote Kreuz verlassen, unter ihnen 20 Führungskräfte. Wie das Rote Kreuz am Freitagvormittag bekannt gab, beendet Herbst seine Tätigkeit bei der Organisation, um sich beruflich neu zu orientieren. Stefan Herbst betonte gegenüber den [[SN]], dass diese Darstellung nicht der Wahrheit entspreche. Er hat sich nun einen Anwalt genommen. Geschäftsführerin Sabine Tischler stand den SN am Freitag für eine Stellungnahme nicht zur Verfügung.
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Herbst bekam Rückendeckung von seinem Vorgänger, [[Anton Holzer (Hallein)|Anton Holzer]]: "Ich bin einfach fassungslos. Ich habe Stefan Herbst damals zum Roten Kreuz geholt. Er war 13 Jahre lang Bezirksgeschäftsführer und einer der zuverlässigsten und loyalsten Mitarbeiter." Er ist überzeugt, dass sich Herbst nichts zuschulden hat kommen lassen, und findet auch kritische Worte. "Wenn so ausgezeichnete Führungskräfte die Organisation Rotes Kreuz verlassen, dann sollte das eigentlich ein Alarmsignal sein. Das Präsidium muss genauer hinschauen."
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Der frühere [[Pongau]]er Bezirksrettungskommandant Franz Weichenberger ist überzeugt, den Grund für den Abgang zu kennen. Er betont die schwierige Zusammenarbeit mit Geschäftsführerin Sabine Tischler. Seit Jahren baue sich der Konflikt auf. Er selbst war 49 Jahre als Freiwilliger beim Roten Kreuz.
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Seitens der Geschäftsführerin sei es auch schon zu Klagsdrohungen gekommen, wie eine ehemalige Mitarbeiterin den SN berichtete. Sie betont, dass sie letztlich aufgrund dauernder verbaler Attacken nicht mehr konnte und kündigte. So sei es vielen ergangen. Eine Führungskraft des Roten Kreuzes Salzburg betonte ebenfalls, dass der Gedanke zu kündigen allzeit präsent sei. Mittlerweile würden die meisten Mitarbeiter ihre Meinung nicht mehr äußern. "Wenn man was Falsches sagt, hat man sofort ein Vier-Augen-Gespräch und wird zurechtgebügelt."<ref>[https://www.sn.at/salzburg/chronik/machtkampf-roten-kreuz-salzburg-praesident-tisch-wogen-187825504 sn.at], 17. November 2025: Machtkampf beim Roten Kreuz Salzburg – Präsident will mit rundem Tisch die Wogen glätten </ref>
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Gänzlich anders sieht die Situation Rotkreuz-Präsident Werner Aufmesser. Er stellt sich hinter Sabine Tischler. "Wir bedauern diesen Schritt. Stefan Herbst hat eine Entscheidung eingefordert. Der erste Schritt für den Abgang ist klar von ihm ausgegangen. Aber wir schätzen seine Arbeit sehr." Aus seiner Sicht sei Tischler kein Vorwurf zu machen. Sie genieße nach wie vor sein volles Vertrauen und leiste seit zwölf Jahren eine ausgezeichnete Arbeit. "Auch das mit den vielen Abgängen von Hauptberuflichen ist absolut unrichtig. Wir haben eine sehr niedrige Fluktuation." Genaue Zahlen nennt er nicht. Insgesamt habe das Rote Kreuz in Salzburg 1&nbsp;000 Hauptberufliche und 4&nbsp;000 freiwillige Mitglieder. Dementsprechend müsse man etwaige Abgänge auch in Relation setzen.
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==== Rotes Kreuz nimmt ein zweites Mal Stellung und widerspricht ====
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Am Freitag um 18:35 Uhr meldete sich das Rote Kreuz mit einer weiteren Stellungnahme "aufgrund der medialen Berichterstattung" zu Wort. Diese enthielt fünf Punkte: Der Wortlaut der Presseaussendung sei mit dem bisherigen Landesrettungskommandanten Stefan Herbst abgestimmt gewesen und dieser habe sie "nachweislich schriftlich freigegeben".
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Herbst habe dem Rot-Kreuz-Präsidium "mehrfach erklärt", mit der Landesgeschäftsführerin nicht mehr zusammenarbeiten zu wollen. "Er hatte dem Präsidium des Roten Kreuzes ein Ultimatum gestellt, wonach er das Rote Kreuz verlassen wird, wenn die Landesgeschäftsführerin nicht ihres Amtes enthoben würde", heißt es. Das Präsidium habe in Folge der Landesgeschäftsführerin "einhellig das Vertrauen ausgesprochen". Am [[11. November]] sei "in einem ausführlichen Gespräch mit dem Landesrettungskommandanten" die einvernehmliche Beendigung des Dienstverhältnisses vereinbart worden: "Sämtliche Schritte waren mit dem Landesrettungskommandanten abgesprochen." Die Darstellung von Herbst, wonach er ohne Angabe von Gründen dienstfrei gestellt worden sei und mit der Presseaussendung zu seiner Ablöse nicht einverstanden gewesen sei, "entspricht nachweislich nicht den Tatsachen. Die schriftliche Zustimmung zum Wortlaut liegt dem Roten Kreuz vor." Darüber hinaus sei "die erfolgreiche Arbeit des Rettungsdienstes" sichergestellt, da die freigewordenen Funktionen von langjährigen, bewährten Mitarbeitern übernommen werden.<ref>[https://www.sn.at/salzburg/chronik/massive-kritik-salzburger-rot-kreuz-chefin-landesrettungskommandant-187661671  www.sn.at], 14. November 2025: Massive Kritik an Salzburger Rot-Kreuz-Chefin – Landesrettungskommandant tritt ab</ref>
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"Die aktuelle Entwicklung – insbesondere die Entscheidung des Präsidiums, Landesrettungskommandant Stefan Herbst abzuberufen – erfüllt uns mit großer Sorge und trifft uns zutiefst", heißt es in einem offenen Brief, der sich an Präsident Werner Aufmesser richtet. 36 aktive und ehemalige Führungskräfte haben das Schreiben unterzeichnet. Hintergrund seien interne Konflikte. Eine Petition, in der sich die Initiator:innen für Herbst als Landesrettungskommandanten aussprechen, erreichte bis Montagnachmittag, [[17. November]], über 1&nbsp;600 Unterschriften.<ref>[[SALZBURG24]] vom [https://www.salzburg24.at/news/salzburg/offener-brief-an-salzburger-rotkreuz-praesidenten-heizt-konflikt-weiter-an-art-308620  17. November 2025]</ref>
    
== Landesrettungskommandant ==
 
== Landesrettungskommandant ==
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=== 2015 ===
 
=== 2015 ===
 
Die Bilanzsumme betrug 60,5 Mill. Euro; 208&nbsp;000 Einsätze gab es, bei denen 5,4 Mill. Kilometer von den Fahrer abgewickelt wurden; 34&nbsp;200 Blutspenden, 216&nbsp;000 zugestellte Essen und 660 betreute Senioren gab es 2015;  
 
Die Bilanzsumme betrug 60,5 Mill. Euro; 208&nbsp;000 Einsätze gab es, bei denen 5,4 Mill. Kilometer von den Fahrer abgewickelt wurden; 34&nbsp;200 Blutspenden, 216&nbsp;000 zugestellte Essen und 660 betreute Senioren gab es 2015;  
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=== 2025 ===
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[[2025]] waren im Bundesland Salzburg 5&nbsp;200 Ehrenamtliche unterwegs. Dazu kommen 1&nbsp;100 Hauptberufliche Rot-Kreuzler, sowie 150 Zivildiener.<ref>[https://www.facebook.com/photo/?fbid=1254842609783433&set=a.168626818405023  www.facebook.com], [[InfoMediaWorx]], 18. November 2025</ref>
    
==== Kosten ====
 
==== Kosten ====

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