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[[File:Kramsach, Pfarrkirche hl. Dominikus.JPG|thumb|Die Pfarr- und Wallfahrtskirche Mariathal.]]
Die '''Pfarr- und Wallfahrtskirche Mariathal''' im Ort Mariathal am Eingang in das Brandenberger Tal ist eine römisch-katholische Pfarrkirche in der Gemeinde [[Kramsach]] im [[Bezirk Kufstein]] in [[Tirol]].
== Allgemeines ==
Die dem heiligen Dominikus geweihte Kirche gehört zur [[Erzdiözese Salzburg]]. Die Kirche wurde [[2008]] von Papst Benedikt XVI. zur ''Basilica minor'' erhoben. Das Kirchengebäude mitsamt dem anschließenden Friedhof steht unter [[Denkmalschutz]].
== Gründungslegende ==
Die Gründungslegende erzählt, dass ein Ritter Berthold von Fruntsprung mit seinem Bruder auf die Jagd gehen wollte, seinen Bogen spannte und auf die Läden des Schlafzimmerfensters seines Bruders zielte, um ihn zu wecken. Im gleichen Augenblick öffnete dieser sein Fenster, wurde er vom Pfeil tödlich getroffen und stürzte hinunter. Berthold irrte in den Wäldern des Brandenberger Tales umher und fand am Ausgang des Tales in einem Baum das Bild der schmerzhaften Muttergottes. An dieser Stelle ließ er ein Kloster errichten. Das Marienbild wird noch heute verehrt und befindet sich in der Gnadenkapelle.
== Geschichte ==
[[File:Wallfahrtskirche Mariathal 1.jpg|thumb|In der Pfarr- und Wallfahrtskirche Mariathal.]]
Die Brüder Friedrich und Chunrad von [[Freundsberg]] gründeten [[1267]] die Kirche mit einem [[Kloster Mariathal|Kloster]], gewidmet als Begräbnisstätte ihres Geschlechts. Mit dem Machtverlust der Familie verloren auch Kirche und Kloster an Renommée. Das Kloster ging in der Mitte des [[15. Jahrhundert]]s in den Besitz der Dominikanerinnen. Nach einem Brand wurde die Kirche von [[1680]] bis [[1682]] unter Verwendung des spätgotischen Mauerwerks im Sinne des Barock neu aufgebaut. Im Innenraum dominieren die Farben gold und schwarz, eine Vorgabe der Dominikanerinnen. Papst Innozenz XI. (1676–1689) stiftete der Kirche die Reliquien der hl. Privata, einer Katakombenheiliger. Dies führte zu einem Aufschwung als Wallfahrtsort.
Das Kloster wurde [[1782]] vom Kaiser [[Joseph II.]] aufgehoben, die Kirche wurde von der Pfarrkirche hl. Petrus in [[Breitenbach am Inn]] als Kaplanei übernommen. [[1863]] kehrten Ordensschwestern in die klösterlichen Gemäuer zurück, diesmal die [[Barmherzige Schwestern vom hl. Vinzenz von Paul|Barmherzigen Schwestern vom hl. Vinzenz von Paul]]. Vier Jahre später eröffneten sie eine Volksschule für verwaiste Mädchen. Die Kirche wurde [[1891]] zur Pfarrkirche erhoben.
Die [[NS]]-Behörden ließen [[1938]] die Volksschule schließen und verfügten [[1939]], dass die Schwestern geistig schwerstbehinderte Kinder und Erwachsene aufnehmen und pflegen müssen. [[1941]] wurden die Pfleglinge im Rahmen der Aktion T4 abtransportiert und ermordet. Das Kloster wurde beschlagnahmt und als Gau-eigenes Erziehungsheim für Mädchen genutzt. Nach dem Untergang des NS-Regimes und der Rückstellung des Klosters an den Orden kaufte das Land Tirol im Jahr [[1950]] das Heim und führte es bis 1971 weiter. Seither fungiert das frühere Kloster als Landessonderschule Mariatal mit Internat.
== Orgel ==
Die Orgel wurde [[1736]] vom Salzburger Orgelbauer [[Johann Christoph Egedacher]] eingebaut, angeblich als Mitgift einer Tochter, welche bei den Dominikanerinnen eintrat.
== Quelle ==
* {{wikipedia-de|Wallfahrtskirche Mariathal|Wallfahrtskirche Mariathal}}
{{SORTIERUNG: Mariathal, Pfarr- und Wallfahrtskirche}}
[[Kategorie:Tirol]]
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