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| | [[Datei:ÖBB-Hochleistungsstrecke im Flachgau.jpg|thumb|Verlauf der Hochleistungsstrecke]] | | [[Datei:ÖBB-Hochleistungsstrecke im Flachgau.jpg|thumb|Verlauf der Hochleistungsstrecke]] |
| − | [[Datei:Gegen-den-deponiestandort-karlsreith-neben-dem-naturschutzgebiet-wenger-moor.jpg|thumb|Plan des Deponiestandorts des Aushubs für den Tunnel.]]
| + | Die '''ÖBB-Hochleistungsstrecke im Flachgau''' ist ein Bahnprojekt im nördlichen [[Flachgau]] zwischen Salzburg-[[Kasern]] und [[Köstendorf]]. |
| − | Die '''ÖBB-Hochleistungsstrecke im Flachgau''' ist ein Bahnprojekt zwischen Salzburg-[[Kasern]] und [[Köstendorf]]. | |
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| | == Planung == | | == Planung == |
| − | Im Jänner [[2013]] wurde der Verlauf der Trasse der Hochleistungsbahn durch den [[Flachgau]] fixiert. Mit 250 km/h sollten die Züge ab dem Jahr [[2032]] durch den Flachgau fahren und eine Zeitersparnis von fünf Minuten (!) bringen. Die Reduktion der angepeilten Fahrzeit zwischen Linz und Salzburg auf 56 Minuten zwischen Linz und Salzburg ist deshalb notwendig, um sowohl in Linz als auch in Salzburg einen symetrischen Taktknoten realisieren zu können und die Voraussetzungen zu schaffen, um die gewünschten Kapazitätserhöhungen für die S-Bahn umsetzen zu können. Dazu müssen auf einer Länge von 20 Kilometer zwei neue Gleise, größtenteils in Tunnels, errichtet werden. Die Kostenplanung betrug 1,65 Milliarden Euro (Stand 2013). Um 2020 betrug die Kostenschätzung dann schon etwa 2,3 Milliarden Euro. Der ÖBB-Rahmenplan [[2018]] bis [[2023]] enthielt bereits rund 36 Millionen Euro an Planungskosten und Aufwendungen für Grundablösen, die Baukosten bedurften aber noch der Aufnahme in den Rahmenplan durch den Bund sowie der Beschlüsse in den ÖBB-Gremien. Der Beginn der Ausschreibungen soll [[2025]] erfolgen. Die geplante ÖBB-Hochleistungsstrecke im Flachgau wurde 2018 zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) eingereicht. | + | Im Jänner [[2013]] wurde der Verlauf der Trasse der Hochleistungsbahn durch den Flachgau fixiert. Mit 250 km/h sollten die Züge ab dem Jahr [[2032]] durch den Flachgau fahren und eine Zeitersparnis von fünf Minuten bringen. Die Reduktion der angepeilten Fahrzeit zwischen Linz und Salzburg auf 56 Minuten zwischen Linz und Salzburg ist deshalb notwendig, um sowohl in Linz als auch in Salzburg einen symetrischen Taktknoten realisieren zu können und die Voraussetzungen zu schaffen, um die gewünschten Kapazitätserhöhungen für die S-Bahn umsetzen zu können. Dazu müssen auf einer Länge 21,5 Kilometer neue Gleise durch den Flachgau, 16,2 Kilometer davon in zwei einröhrigen Tunneln, errichtet werden. Die Kostenplanung betrug 1,65 Milliarden Euro (Stand 2013). Um [[2020]] betrug die Kostenschätzung dann schon etwa 2,3 Milliarden Euro. Der ÖBB-Rahmenplan [[2018]] bis [[2023]] enthielt bereits rund 36 Millionen Euro an Planungskosten und Aufwendungen für Grundablösen, die Baukosten bedurften aber noch der Aufnahme in den Rahmenplan durch den Bund sowie der Beschlüsse in den ÖBB-Gremien. Der Beginn der Ausschreibungen sollte [[2025]] erfolgen. Die geplante ÖBB-Hochleistungsstrecke im Flachgau wurde 2018 zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) eingereicht. |
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| | + | Kernstück des Projekt soll der 14 Kilometer lange Seekirchner Tunnel werden. Ein zweiter Tunnel, der Leitnerbauer Tunnel, ist mit einer Länge von zwei Kilometer geplant. Die Trasse soll bis zu 120 Meter unter der Erdoberfläche geführt werden, um Anrainerprotesten aus dem Weg zu gehen. Jedoch blieb über Jahre die Tunnelausfahrt im Gemeindegebiet von [[Köstendorf]] an der [[L 238 Seekirchener Landesstraße]] nahe dem Werk der Firma [[Palfinger AG]] ein Knackpunkt. |
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| | + | Dezember [[2023]]: Neuer Anlauf für den Flachgau-Tunnel: ÖBB hat Unterlagen eingereicht - Baustart [[2027]] geplant - Fertigstellung [[2040]]. |
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| − | Kernstück des Projekt soll der 14 Kilometer lange Seekirchner Tunnel werden. Ein zweiter Tunnel, der Leitnerbauer Tunnel, ist mit einer Länge von zwei Kilometer geplant. Die Trasse soll bis zu 120 Meter unter der Erdoberfläche geführt werden, um Anrainerprotesten aus dem Weg zu gehen. Jedoch blieb über Jahre die Tunnelausfahrt im Gemeindegebiet von [[Köstendorf]] an der [[L 238 Seekirchener Landesstraße]] nahe dem Werk der Firma [[Palfinger AG]] ein Knackpunkt (ungelöst Stand Februar [[2021]]).
| + | Mai [[2025]]: Der mögliche Baubeginn verschiebt sich von 2027 auf [[2029]]. Grund dafür ist der Sparkurs der Bundesregierung. Auch die veranschlagten Kosten stiegen von 3,7 auf 4,6 Milliarden Euro. Aus der Sicht 2025 ist mit der Fertigstellung erst [[2044]] zu rechnen.<ref>{{Quelle FN|22. Mai 2025, Seite 6}}</ref> |
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| | + | Nach jahrelangen Debatten bescheinigte Anfang November 2025 die verantwortliche Behörde, das Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur, der Neubaustrecke Köstendorf–Salzburg mit einem positiven Bescheid die Umweltverträglichkeit. Gleichzeitig erteilte der Bund damit auch die eisenbahnrechtliche Genehmigung. Die Bundesbahnen haben das Projekt Hochleistungsbahn durch den Flachgau zwar aus finanziellen Gründen zurückgestellt, das Behördenverfahren geht aber weiter. Die ÖBB konnten am Dienstag, [[4. November]] 2025, berichten, dass das Vorhaben als umweltverträglich eingestuft wurde. Nun könne im nächsten Schritt die detaillierte Ausschreibungs- und Ausführungsplanung starten. Parallel gehe auch die Grundeinlöse weiter. Aus heutiger Sicht (2025) ist laut ÖBB ein Baubeginn Ende dieses Jahrzehntes möglich, angepeilt wird das Jahr [[2027]].<ref>[https://www.sn.at/salzburg/politik/gruenes-licht-hochleistungsbahn-koestendorf-salzburg-187058041 sn.at], 4. November 2025: Grünes Licht für umstrittene Hochleistungsbahn zwischen Köstendorf und Salzburg</ref> |
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| | == Trassenverlauf == | | == Trassenverlauf == |
| − | Die Neubaustrecke soll bei Salzburg-Kasern im Bereich der [[Westautobahn]]<nowiki>brücke</nowiki> beginnen. Nach Querung der [[Söllheimerstraße]] taucht die neue Trasse in den Untergrund ab. Der ca. zwei Kilometer lange "Leitnerbauerntunnel" führt unter dem Grafenholz hindurch. Anschließend an diesen Tunnel führt die Trasse auf eine [[Fischach (Fluss)|Fischach]]<nowiki>brücke</nowiki> und mündet in den zweiröhrigen Seekirchnertunnel mit einer Länge von 14,3 Kilometern. Der Seekirchnertunnel verläuft in einer Tiefe von bis zu 120 Meter unter dem Gelände über die Ortsgebiete von [[Katzmoos (Elixhausen)|Katzmoos]], Midering, Gschaid, [[Mayerlehen (Seekirchen am Wallersee)|Mayerlehen]] weiter nach [[Schöngumprechting (Seekirchen am Wallersee)|Schöngumprechting]] und [[Kothgumprechting (Seekirchen am Wallersee)|Kothgumprechting]]. Vorbei an Reith, Oberried und Nothwinkl endet die Tunnelstrecke kurz vor der Seekirchner Landesstraße zwischen Reischberg und der Waldsiedlung in [[Weng (Köstendorf)|Weng]] in der Nähe des Betriebsgeländes der Firma Palfinger in Köstendorf. Beim Gehöft Gerperding nähert sich die Trasse an die Bestandsstrecke an und wird westlich von [[Kleinköstendorf]] mit der bestehenden Bahnstrecke zusammengeführt. | + | Die Neubaustrecke soll bei Salzburg-Kasern auf Höhe des [[Talübergang Söllheim|Talübergangs Söllheim]] der [[A 1 West Autobahn]] beginnen. Nach Querung der [[Söllheimerstraße]] taucht die neue Trasse in den Untergrund ab. Der ca. zwei Kilometer lange "Leitnerbauerntunnel" führt unter dem Grafenholz hindurch. Anschließend an diesen Tunnel führt die Trasse auf eine [[Fischach (Fluss)|Fischach]]<nowiki>brücke</nowiki> und mündet in den zweiröhrigen Seekirchner Tunnel mit einer Länge von 14,3 Kilometern. Der Seekirchner Tunnel verläuft in einer Tiefe von bis zu 120 Meter unter dem Gelände über die Ortsgebiete von [[Katzmoos (Elixhausen)|Katzmoos]], Midering, Gschaid, [[Mayerlehen (Seekirchen am Wallersee)|Mayerlehen]] weiter nach [[Schöngumprechting (Seekirchen am Wallersee)|Schöngumprechting]] und [[Kothgumprechting (Seekirchen am Wallersee)|Kothgumprechting]]. Vorbei an Reith, Oberried und Nothwinkl endet die Tunnelstrecke kurz vor der [[L 238 Seekirchener Landesstraße]] zwischen Reischberg und der Waldsiedlung in [[Weng (Köstendorf)|Weng]] in der Nähe des Betriebsgeländes der Firma [[Palfinger Europe GmbH Köstendorf|Palfinger]] in Köstendorf. Beim Gehöft Gerperding nähert sich die Trasse an die Bestandsstrecke an und wird westlich von [[Kleinköstendorf]] mit der bestehenden Bahnstrecke zusammengeführt. |
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| | == 16,5 Kilometer langer Tunnel von Köstendorf bis Kasern == | | == 16,5 Kilometer langer Tunnel von Köstendorf bis Kasern == |
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| | Die Neubaustrecke soll mit den zwei zusätzlichen Gleisen größere Kapazitäten im Personen- und Güterverkehr schaffen. Während die über 150 Jahre alte Strecke nur relativ geringe Geschwindigkeiten zulässt, sollen die Züge in Zukunft mit bis zu 250 km/h unterwegs sein. Der Bau würde die Fahrzeit zwischen Salzburg und [[Wien]] um rund fünf Minuten verkürzen, vor allem aber Platz für mehr Nahverkehr auf der Bestandsstrecke schaffen. | | Die Neubaustrecke soll mit den zwei zusätzlichen Gleisen größere Kapazitäten im Personen- und Güterverkehr schaffen. Während die über 150 Jahre alte Strecke nur relativ geringe Geschwindigkeiten zulässt, sollen die Züge in Zukunft mit bis zu 250 km/h unterwegs sein. Der Bau würde die Fahrzeit zwischen Salzburg und [[Wien]] um rund fünf Minuten verkürzen, vor allem aber Platz für mehr Nahverkehr auf der Bestandsstrecke schaffen. |
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| − | == Seltene Tierarten gestalten die Findung eines Standorts des Abraums schwierig == | + | [[Datei:Gegen-den-deponiestandort-karlsreith-neben-dem-naturschutzgebiet-wenger-moor.jpg|thumb|Plan des Deponiestandorts des Aushubs für den Tunnel.]] |
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| | + | == Probleme während der Planungsphase == |
| | + | === Seltene Tierarten gestalten die Findung eines Standorts des Abraums schwierig === |
| | Ein Knackpunkt war von Beginn an die Lagerung von zwei Millionen Kubikmeter Ausbruch. Ursprünglich war der Steinbachgraben im Gemeindegebiet von [[Lochen am See]] ([[Bezirk Braunau am Inn]], [[OÖ]].) vorgesehen gesehen. Dort leben vom Aussterben bedrohte Tierarten, wie der geschützte [[Schwarzer Grubenlaufkäfer|Grubenlaufkäfer]], und so musste dieser Deponiestandort fallengelassen werden. Außerdem wollten die ÖBB das Ausbruchmaterial über eine [[Materialseilbahn]] über den [[Tannberg]] transportieren, was ebenfalls auf Widerstand stieß. Dann zwang der Nachweis einer geschützten [[Steinkrebs]]art zur Umplanung des Lagerungsorts im Flachgau. | | Ein Knackpunkt war von Beginn an die Lagerung von zwei Millionen Kubikmeter Ausbruch. Ursprünglich war der Steinbachgraben im Gemeindegebiet von [[Lochen am See]] ([[Bezirk Braunau am Inn]], [[OÖ]].) vorgesehen gesehen. Dort leben vom Aussterben bedrohte Tierarten, wie der geschützte [[Schwarzer Grubenlaufkäfer|Grubenlaufkäfer]], und so musste dieser Deponiestandort fallengelassen werden. Außerdem wollten die ÖBB das Ausbruchmaterial über eine [[Materialseilbahn]] über den [[Tannberg]] transportieren, was ebenfalls auf Widerstand stieß. Dann zwang der Nachweis einer geschützten [[Steinkrebs]]art zur Umplanung des Lagerungsorts im Flachgau. |
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| | Seit Februar [[2020]] prüften die ÖBB mehrere Möglichkeiten, darunter zwei Deponiestandorte. Eine Variante am Tannberg war schon als Alternative eingereicht worden. Zudem erwogen die Planer, bei der als Zwischenlager vorgesehenen Fläche in [[Karlsreith]] im Grenzgebiet von Köstendorf und Seekirchen das Material abzulagern. Neben den Deponien standen vier Standorte für eine Bahnverladeanlage auf dem Prüfstand, von der aus das Ausbruchmaterial auf Waggons abtransportiert werden soll. Nachteil: Für eine solche Variante müsste ein neuer, weiter entfernter Deponiestandort gefunden werden. | | Seit Februar [[2020]] prüften die ÖBB mehrere Möglichkeiten, darunter zwei Deponiestandorte. Eine Variante am Tannberg war schon als Alternative eingereicht worden. Zudem erwogen die Planer, bei der als Zwischenlager vorgesehenen Fläche in [[Karlsreith]] im Grenzgebiet von Köstendorf und Seekirchen das Material abzulagern. Neben den Deponien standen vier Standorte für eine Bahnverladeanlage auf dem Prüfstand, von der aus das Ausbruchmaterial auf Waggons abtransportiert werden soll. Nachteil: Für eine solche Variante müsste ein neuer, weiter entfernter Deponiestandort gefunden werden. |
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| − | Im Juni 2020 legten die ÖBB eine erste Bewertung aus insgesamt 29 Kriterien vor. Zusammengefasst: Die beiden Deponien schneiden in den Bereichen Verkehr und Technik sowie Kosten deutlich besser ab als die Bahnverfuhr. Im Bereich Raum und Umwelt, wo zum Beispiel Tiervorkommen wie der geschützte Grubenlaufkäfer, Auswirkungen auf Gewässer und die Lärmbelastung berücksichtigt werden, wurden vorwiegend die Varianten für den Abtransport über die Schiene besser bewertet. ÖBB-Projektleiter Christian Höss sagt, dass ÖBB nun zwei Varianten konkret verfolgt. Und zwar die Deponie Karlsreith, die deutlich besser abschneidet als jene am Tannberg, und die aussichtsreichste Bahnverfuhr-Variante. | + | Im Juni 2020 legten die ÖBB eine erste Bewertung aus insgesamt 29 Kriterien vor. Zusammengefasst: Die beiden Deponien schnitteen in den Bereichen Verkehr und Technik sowie Kosten deutlich besser ab als die Bahnverfuhr. Im Bereich Raum und Umwelt, wo zum Beispiel Tiervorkommen wie der geschützte Grubenlaufkäfer, Auswirkungen auf Gewässer und die Lärmbelastung berücksichtigt werden, wurden vorwiegend die Varianten für den Abtransport über die Schiene besser bewertet. ÖBB-Projektleiter Christian Höss sagt, dass ÖBB nun zwei Varianten konkret verfolgt. Und zwar die Deponie Karlsreith, die deutlich besser abschneidet als jene am Tannberg, und die aussichtsreichste Bahnverfuhr-Variante. |
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| − | Aber am [[10. September]] 2020 präsentierte das ÖBB-Projektteam um Leiter Christian Höss die Entscheidung, wonach der Großteil des Ausbruchmaterials, das beim Bau des 16,5 Kilometer langen Tunnels für die Hochleistungsstrecke zwischen Köstendorf und der Stadt Salzburg endgelagert werden soll. Nachdem die Deponie im Steinbachgraben (Gemeinde Lochen) wegen einer großen Steinkrebspopulation als nicht umweltverträglich eingestuft wurde, sollen die mehr als zwei Millionen Kubikmeter Material nun im | + | Aber am [[10. September]] 2020 präsentierte das ÖBB-Projektteam um Leiter Christian Höss die Entscheidung, wonach der Großteil des Ausbruchmaterials, das beim Bau des 16,5 Kilometer langen Tunnels für die Hochleistungsstrecke zwischen Köstendorf und der Stadt Salzburg endgelagert werden soll. Nachdem die Deponie im Steinbachgraben (Gemeinde Lochen) wegen einer großen Steinkrebspopulation als nicht umweltverträglich eingestuft wurde, sollen die mehr als zwei Millionen Kubikmeter Material nun im Bereich Karlsreith im Grenzgebiet zwischen Köstendorf und Seekirchen aufgeschüttet werden. |
| − | Bereich Karlsreith im Grenzgebiet zwischen Köstendorf und Seekirchen aufgeschüttet werden. Kommen dem Projekt keine weiteren Hindernisse in die Quere, peilen die | |
| − | ÖBB für [[2026]] den Baustart an. Die Fertigstellung ist [[2040]] geplant.
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| − | Es wurde zu einer Petition im Internet aufgerufen, die diese Deponie verhindern will.<ref>[https://www.openpetition.eu/at/petition/online/gegen-den-deponiestandort-karlsreith-neben-dem-naturschutzgebiet-wenger-moor https://www.openpetition.eu]</ref> | + | Es wurde zu einer Petition im Internet aufgerufen, die diese Deponie verhindern wollte.<ref>[https://www.openpetition.eu/at/petition/online/gegen-den-deponiestandort-karlsreith-neben-dem-naturschutzgebiet-wenger-moor https://www.openpetition.eu]</ref> |
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| − | === Auch hier lebt der streng geschützte Schwarze Grubenlaufkäfer === | + | === Auch in Köstendorf lebt der streng geschützte Schwarze Grubenlaufkäfer === |
| − | Ende September 2020 wurde bekannt, dass die Bürgerinitiative "Aktion lebenswerter Flachgau" in Zusammenarbeit mit Naturwissenschaftern eine Population von "mehreren hundert" den streng geschützten Schwarzen Grubenlaufkäfer auch beim geplanten Ostportal des Tunnels nahe Köstendorf nachgewiesen hat.<ref>[https://www.sn.at/salzburg/wirtschaft/sensationsfund-ein-kaefer-wird-zur-neuen-huerde-fuer-den-bahntunnel-im-flachgau-93284413 www.sn.at], 25. September 2020</ref> | + | Ende September 2020 wurde bekannt, dass die Bürgerinitiative "Aktion lebenswerter Flachgau" in Zusammenarbeit mit Naturwissenschaftern eine Population von "mehreren hundert" den streng geschützten [[Schwarzer Grubenlaufkäfer|Schwarzen Grubenlaufkäfer]] auch beim geplanten Ostportal des Tunnels nahe Köstendorf nachgewiesen hat.<ref>[https://www.sn.at/salzburg/wirtschaft/sensationsfund-ein-kaefer-wird-zur-neuen-huerde-fuer-den-bahntunnel-im-flachgau-93284413 www.sn.at], 25. September 2020</ref> |
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| − | === Der vom Aussterben bedrohte Rotmilan könnte hier brüten === | + | === Auch der vom Aussterben bedrohte Rotmilan könnte hier brüten === |
| | Im März [[2021]] sickerte durch, dass das Verkehrsministerium wegen des Vorkommens einer von einer Bürgerinitiative nachgewiesenen Grubenlaufkäfer-Population einen Verbesserungsauftrag vorbereitete. Die ÖBB kündigten daraufhin an, das Gebiet der geplanten Deponie neuerlich von einem Experten untersuchen lassen zu wollen. Diese sollten während der Vegetationsperiode durchgeführt werden und im Spätherbst abgeschlossen sein. | | Im März [[2021]] sickerte durch, dass das Verkehrsministerium wegen des Vorkommens einer von einer Bürgerinitiative nachgewiesenen Grubenlaufkäfer-Population einen Verbesserungsauftrag vorbereitete. Die ÖBB kündigten daraufhin an, das Gebiet der geplanten Deponie neuerlich von einem Experten untersuchen lassen zu wollen. Diese sollten während der Vegetationsperiode durchgeführt werden und im Spätherbst abgeschlossen sein. |
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| | Dabei wurden dem Vernehmen nach nicht nur deutlich mehr Exemplare des streng geschützten Käfers gefunden als erwartet. Auch eine weitere vom Aussterben bedrohte Tierart soll entdeckt worden sein: Nämlich der [[Rotmilan]], der in dem Gebiet sogar brüten dürfte. Karlsreith soll bei den ÖBB deswegen als Deponiestandort jedenfalls zur Disposition stehen, wenn nicht sogar als undenkbar gelten, wie aus gut informierten Kreisen zu hören ist. Es werde über ein neues Logistikkonzept nachgedacht, wie die mehr als zwei Millionen Kubikmeter an Ausbruchmaterial alternativ abtransportiert und endgelagert werden könnten.<ref>[https://www.sn.at/salzburg/politik/seltener-vogel-nistet-in-koestendorf-oebb-muessen-plaene-fuer-deponie-erneut-pruefen-107475496?utm_campaign=crossdomain-traffic&utm_source=salzburg24-at&utm_medium=referral&utm_content=teaser www.sn.at], 3. August 2021</ref> | | Dabei wurden dem Vernehmen nach nicht nur deutlich mehr Exemplare des streng geschützten Käfers gefunden als erwartet. Auch eine weitere vom Aussterben bedrohte Tierart soll entdeckt worden sein: Nämlich der [[Rotmilan]], der in dem Gebiet sogar brüten dürfte. Karlsreith soll bei den ÖBB deswegen als Deponiestandort jedenfalls zur Disposition stehen, wenn nicht sogar als undenkbar gelten, wie aus gut informierten Kreisen zu hören ist. Es werde über ein neues Logistikkonzept nachgedacht, wie die mehr als zwei Millionen Kubikmeter an Ausbruchmaterial alternativ abtransportiert und endgelagert werden könnten.<ref>[https://www.sn.at/salzburg/politik/seltener-vogel-nistet-in-koestendorf-oebb-muessen-plaene-fuer-deponie-erneut-pruefen-107475496?utm_campaign=crossdomain-traffic&utm_source=salzburg24-at&utm_medium=referral&utm_content=teaser www.sn.at], 3. August 2021</ref> |
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| − | == Weitere Chronologie ==
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| − | * Dezember [[2023]]: Neuer Anlauf für den Flachgau-Tunnel: ÖBB hat Unterlagen eingereicht - Baustart 2027 geplant - Fertigstellung 2040.
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| − | * Mai [[2025]]: Der mögliche Baubeginn verschiebt sich von [[2027]] auf [[2029]]. Grund dafür ist der Sparkurs der Bundesregierung. Auch die veranschlagten Kosten stiegen von 3,7 auf 4,6 Milliarden Euro. Aus der Sicht 2025 ist mit der Fertigstellung erst [[2044]] zu rechnen.<ref>{{Quelle FN|22. Mai 2025, Seite 6}}</ref>
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| | == Quellen == | | == Quellen == |