| | "Lida" [verheiratet] Guttenberg, enge Freundin von Fanni, auch Spängler-Bekanntschaft, häufig genannt in den Briefen seit 1860. | | "Lida" [verheiratet] Guttenberg, enge Freundin von Fanni, auch Spängler-Bekanntschaft, häufig genannt in den Briefen seit 1860. |
| | + | Brief von [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] an [[Franziska Spängler]] mit Umschlag, aufgedruckte Marke 5 kr.; rückseitig kleines rotes Lacksiegel "F. Sp."; Poststempel verwischt, rückseitig Stempel "Salzburg Stadt 7/1 9-10 Früh 72"; ''Frl'' [unterstrichen:] "Fanny Schlegel // [unterstrichen:] Salzburg // Marktpla[t]z 10 II. Sto[c]k". Zwei Bögen; / = Seitenwechsel; // = Absatz; [Ergänzung]:<br /> |
| | + | ''Mödling 6/I 1872 // Meine liebe Fanny! // Für Deinen lieben Brief sage ich dir meinen herzlichen Dank; ich entne[h]me daraus auch mit Befriedig[un]g, daß die Correspondenzkarte in deine Hände kam; denn Du hättest fast am Ende glauben können, ich hätte darauf vergeßen. // Du hast wo[h]l recht, wenn Du sagst daß diese Tage schön waren, die wir zusammen verlebt! Aber sie waren leider so rasch vorbei! Und wie ganz anders ist es je[t]zt wieder! Doch, ich hoffe u Gott gebe es, es wird diese so schöne Zeit wieder kommen. / Dauernd wieder kommen! u. ich stimme aus vollem Herzen ein in den von Dir in Deinem Briefe ausgesprochenen Wunsch: "Gott segne unsern Bund." // Du schreibst ich werde recht oft mit Dir Geduld haben müßen! Ich glaube nicht, dß du mir sonst wirst Anlaß geben, meine Geduld zu üben, denn wenn wir uns wirklich lieb haben, so wird ja jedes gerne das zu erwide[r]n suchen, was dem andern nicht angene[h]m ist, u. kommt doch öfters etwas vor, so wird die Liebe auch die Geduld u. Nachsicht erleichtern. Weiterhin fürchte ich, werde ich Dir / dazu Anlaß geben, drum rüste Du Dich mit Geduld, wenn mitunter die Pedanterie, wenn Grillen mich erfaßen u. mich dir vielleicht unangene[h]m erscheinen lassen sollten. Ich will mich wa[h]rlich bemühen dieselben zu bekämpfen, u. ich hoffe, dß Deine Nähe, Deine Liebe mich hiebei unterstü[t]zen wird.'' |
| | + | [Zusammenfassung:] Als er in ihren Armen ruhte, war ihm der Gedanke des gemeinsamen Glückes bewusst. // Sein Bruder war in Wien, / er auch, zusammen haben sie ein Ballet angesehen, voller Pracht in der Ausstattung und mit einer vernünftigen Handlung. / [zweiter Bogen:] Es gab bei einer Feier ''Cherry, Rheinwein'' und ''Champagner''; sie stießen auf das Wohl von Fanni an. // Er will ihr von Wien aus ein Buch senden und einige Zeilen beischließen. / ''Für heute schließe ich, da ich vor meiner Fahrt nach Wien noch einiges zu tun habe. // Grüße mir die Großmutter u deine Eltern, sowie meine Mutter; diese möge entschuldigen, dß ich ihr noch nicht schrieb, es wird aber im Laufe der nächsten Tage geschehen. Mit den Arbeiten die mir während meiner Abwesenheit zurü[c]kgeblieben waren, habe ich bereits wieder aufgeräumt. Nun lebe recht wo[h]l, u erfreue bald wieder mit einem – mit dem neuen Siegel versehenen / Briefe – // Deinen // treuen Franz'' |