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[[File:Romania Regions Transylvania.jpg|thumb|Romania Regions Transylvania]]
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[[File:Romania Regions Transylvania.jpg|thumb|Historische Regionen in Rumänien, in der Mitte Siebenbürgen]]
 
[[Datei:Coa-transylvania-history-big.svg|mini|Wappen des Großfürstentums Siebenbürgen von 1765 bis 1867]]
 
[[Datei:Coa-transylvania-history-big.svg|mini|Wappen des Großfürstentums Siebenbürgen von 1765 bis 1867]]
 
'''Siebenbürgen''', auch Transsilvanien oder Transsylvanien, ist ein historisches Gebiet im südöstlichen Karpatenraum im nördlichen Zentrum des heutigen [[Rumänien]]s.
 
'''Siebenbürgen''', auch Transsilvanien oder Transsylvanien, ist ein historisches Gebiet im südöstlichen Karpatenraum im nördlichen Zentrum des heutigen [[Rumänien]]s.
    
== Überblick Geschichte ==
 
== Überblick Geschichte ==
Das auch unter dem Namen Transsilvanien bekannte Gebiet im südlichen Karpatenraum wurde im [[12. Jahrhundert|12.]] und [[13. Jahrhundert]] von Siedler aus deutschen Gebieten kolonisiert. Die Bezeichnung [[Siebenbürger Sachsen]] entstammt vermutlich dem lateinischen Stereotyp jener Zeit ''Saxones'' für westliche, überwiegend deutsche Siedler. Diese übernahmen diese rechtliche Eigenbezeichnung danach selbst. Die deutschen Bauern und Handwerker genossen dann verschiedene Privilegien. Weitere Einwanderungswellen fanden nach der Gegenreformation statt, da zu dieser Zeit in Siebenbürgen aufgrund der Zugehörigkeit zum [[Türkei|Osmanischen Reich]] Glaubensfreiheit galt. Durch die sogenannte Transmigration kamen [[Protestanten]] aus verschiedenen Teilen des damaligen Erzherzogtums Österreich nach Siebenbürgen, die dort als Landler angesiedelt wurden. [[1699]] wurde Siebenbürgen als Teil [[Ungarn]]s auch Teil der österreichisch-ungarischen Monarchie der [[Habsburger]].
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:''Hauptartikel "[[Siebenbürger Sachsen]]"
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Das auch unter dem Namen "Transsilvanien" bekannte Gebiet im südöstlichen Karpatenraum wurde im [[12. Jahrhundert|12.]] und [[13. Jahrhundert]] von Siedlern aus deutschen Gebieten kolonisiert. Die Bezeichnung "Siebenbürger Sachsen" entstammt vermutlich dem lateinischen Stereotyp jener Zeit ''Saxones'' für westliche, überwiegend deutsche Siedler. Diese übernahmen diese rechtliche Eigenbezeichnung danach selbst. Die deutschen Bauern und Handwerker genossen dann verschiedene Privilegien. Weitere Einwanderungswellen fanden aufgrund der Gegenreformation statt, da zu dieser Zeit in Siebenbürgen aufgrund der Zugehörigkeit zum [[Türkei|Osmanischen Reich]] Glaubensfreiheit galt. Durch die sogenannte Transmigration kamen [[Protestanten]] aus verschiedenen Teilen Österreichs − dem [[oberösterreich]]ischen "Landl", aber auch aus [[Kärnten]] und der [[Steiermark]] − nach Siebenbürgen, die dort als Landler angesiedelt wurden. [[1699]] wurde Siebenbürgen als Teil [[Ungarn]]s auch Teil der [[Habsburger]]monarchie (und später Österreich-Ungarns).
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Nach der Übernahme Siebenbürgens durch Rumänien im Jahr [[1920]] verloren die deutschen und ungarischen Volksgruppen, die jahrhundertelang politisch, wirtschaftlich und kulturell dominiert hatten, nun zugunsten der rumänischen Mehrheitsbevölkerung ihre historische Vormachtstellung. Nach dem [[Zweiten Weltkrieg]] wanderte die große Mehrheit der Siebenbürger Sachsen seit den [[1970er]] Jahren und in einem großen Schub ab 1990 vor allem in die [[Bundesrepublik Deutschland]] aus, aber auch nach [[Österreich]]. Auch die meisten [[Donauschwaben]] wanderten seit den 1970er Jahren nach Deutschland aus.
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Nach der Übernahme Siebenbürgens durch Rumänien im Jahr [[1920]] verloren die deutschen und ungarischen Volksgruppen, die jahrhundertelang politisch, wirtschaftlich und kulturell dominiert hatten, zugunsten der rumänischen Mehrheitsbevölkerung ihre historische Vormachtstellung. Gegen Ende des [[Zweiten Weltkrieg]]s (Flucht vor der Roten Armee) und in den nachfolgenden Jahrzehnten − seit den [[1970er]]-Jahren und in einem großen Schub ab 1990 − wanderte die große Mehrheit der Siebenbürger Sachsen vor allem nach [[Deutschland]] aus<--1944 gab es noch keine Bundesrepublik--> , aber auch nach [[Österreich]].<!-- Auch die meisten [[Donauschwaben]] wanderten seit den 1970er Jahren nach Deutschland aus. Das ist bestenfalls ungenau, weil es die Flucht vor der Roten Armee und die Vertreibung der Übrigen durch Jugoslawien vernachlässigt. Gehört aber sowieso nicht hierher-->
    
== Siebenbürgen und Salzburg ==
 
== Siebenbürgen und Salzburg ==
Ausgewanderte Siebenbürger Sachsen fand in der Siedlung [[Sachsenheim]] in der [[Flachgau]]er Gemeinde Elixhausen eine neue Heimat. Ihre Volkskultur pflegen sie [[Verein der Siebenbürger Sachsen]].
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:''Hauptartikel "Siebenbürger Sachsen"
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Ausgewanderte Siebenbürger Sachsen fanden in der Siedlung [[Sachsenheim]] in der [[Flachgau]]er Gemeinde [[Elixhausen]] eine neue Heimat. Ihre Volkskultur pflegen sie im [[Verein der Siebenbürger Sachsen]].
    
=== Salzburg in Siebenbürgen ===
 
=== Salzburg in Siebenbürgen ===
[[File:Ocna veche 6.jpg|thumb|Ocna Sibiului (alt Vizocna; deutsch Salzburg, siebenbürgisch-sächsisch Salzbrich, ungarisch Vízakna) ist eine Kleinstadt im Kreis Sibiu in Siebenbürgen (Rumänien). Sie war im 19. Jahrhunderts der Kurort Salzburg.]]
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[[File:Ocna veche 6.jpg|thumb|Ocna Sibiului ist eine Kleinstadt im Kreis Sibiu in Siebenbürgen. Sie war im [[19. Jahrhundert]] der Kurort Salzburg.]]
''Ocna Sibiuli'' (alt Vizocna; deutsch Salzburg, siebenbürgisch-sächsisch Salzbrich, ungarisch Vízakna), zu Deutsch "Salzburg in Siebenbürgen" ist ein [[Kurort]] im rumänischen Kreis Sibiu (Hermannstadt). Der Ort wurde [[1263]] erstmals urkundlich erwähnt wird seit Jahrhunderten von [[Siebenbürger Sachsen]] besiedelt. Die Geschichte des Ortes ist eng mit jener der [[Salz]]<nowiki>gewinnung</nowiki> verbunden, die hier erst [[1931]] endgültig eingestellt wurde. Mit der Eröffnung des ersten Bades im Jahr [[1845]] entwickelte sich Salzburg immer mehr zu einem Kurort. In der Nähe von Salzburg fand im Februar [[1849]] die "Schlacht von Vizakna" statt. Vizakna war der ungarische und damals offizielle Ortsname von Ocna Sibiuli-Salzburg.
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''Ocna Sibiului'' (alt Vizocna; deutsch Salzburg, siebenbürgisch-sächsisch Salzbrich, ungarisch Vízakna), zu Deutsch "Salzburg in Siebenbürgen" ist ein [[Kurort]] im rumänischen Kreis Sibiu (Hermannstadt). Der Ort wurde [[1263]] erstmals urkundlich erwähnt und ist seit Jahrhunderten von [[Siebenbürger Sachsen]] besiedelt. Die Geschichte des Ortes ist eng mit jener der [[Salz]]<nowiki>gewinnung</nowiki> verbunden, die hier erst [[1931]] endgültig eingestellt wurde. Mit der Eröffnung des ersten Bades im Jahr [[1845]] entwickelte sich Salzburg immer mehr zu einem Kurort. In der Nähe von Salzburg fand im Februar [[1849]] die "Schlacht von Vízakna" statt. "Vízakna" war der ungarische und damals offizielle Ortsname von Ocna Sibiului/Salzburg.
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Heute leben in der Kleinstadt "Salzburg" etwa 3&nbsp;500 Einwohner. Sehenswert sind die zahlreichen Hotels und Pavillons aus der Gründerzeit des Kurbetriebes zur Mitte des [[19. Jahrhundert]]s sowie mehrere Salzseen.  
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Heute leben in der Kleinstadt Ocna Sibiului/Salzburg etwa 3&nbsp;500 Einwohner. Sehenswert sind die zahlreichen Hotels und Pavillons aus der Gründerzeit des Kurbetriebes zur Mitte des 19. Jahrhunderts sowie mehrere Salzseen.  
    
* Siehe auch [[Salzburg (Begriff)]].
 
* Siehe auch [[Salzburg (Begriff)]].
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* [[Max Mann]] (* 27. Juni 1899 in Hermannstadt [Sibiu], Siebenbürgen; † 29. November 1971 in Salzburg), Fotograf in Salzburg; er war der Sohn des
 
* [[Max Mann]] (* 27. Juni 1899 in Hermannstadt [Sibiu], Siebenbürgen; † 29. November 1971 in Salzburg), Fotograf in Salzburg; er war der Sohn des
 
*  [[Wilhelm Mann senior|Wilhelm Mann]] (* 22. Dezember 1866 in Karlsburg [Alba Iulia], Siebenbürgen; † 20. April 1927), ebenfalls Fotograf in Salzburg.
 
*  [[Wilhelm Mann senior|Wilhelm Mann]] (* 22. Dezember 1866 in Karlsburg [Alba Iulia], Siebenbürgen; † 20. April 1927), ebenfalls Fotograf in Salzburg.
* [[Dietmar-Hans Orendi]] (* 1962 in Semlak im  rumänischen [[Donauschwaben|Banat]]) ist Pfarrer der [[Evangelische Pfarrgemeinde A.B. Salzburg-Nördlicher Flachgau|Evangelischen Pfarrgemeinde Salzburg-Nördlicher Flachgau]] in [[Elixhausen]]. Er war auch sieben Jahre Pfarrer in Siebenbürgen.
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* [[Dietmar-Hans Orendi]] (* 1962 in Semlak im  rumänischen [[Donauschwaben|Banat]]) ist Pfarrer der [[Evangelische Pfarrgemeinde A.u.H.B. Salzburg-Nördlicher Flachgau|Evangelischen Pfarrgemeinde Salzburg-Nördlicher Flachgau]] in Elixhausen. Er war auch sieben Jahre Pfarrer in Siebenbürgen.
 
* [[Joseph Anton Graf Plaz]]  (* 23. Oktober 1677 auf Schloss Schrattenberg, Steiermark; † 27. Juli 1767 in [[St. Jakob am Thurn]]), zunächst kommandierender General und später zum Gouverneur von Siebenbürgen ernannt.
 
* [[Joseph Anton Graf Plaz]]  (* 23. Oktober 1677 auf Schloss Schrattenberg, Steiermark; † 27. Juli 1767 in [[St. Jakob am Thurn]]), zunächst kommandierender General und später zum Gouverneur von Siebenbürgen ernannt.
* [[Wolfgang Rehner]] (* [[1962]] in Hermannstadt, rumänisch ''Sibiu'', [[Siebenbürgen]]) war zehn Jahre [[Evangelische Kirche (Gemeinschaft)|evangelisch-lutherischer]] Pfarrer in [[Siebenbürgen]], von [[2014]] bis [[2018]] Pfarrer der [[Evangelische Pfarrgemeinde A.B. Salzburg-Nördlicher Flachgau|Pfarrgemeinde Salzburg-Nördlicher Flachgau]] und ist seit [[1. September]] [[2018]] [[Superintendent]] der [[Evangelische Diözese Steiermark|Evangelischen Diözese A.B. Steiermark]].
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* [[Wolfgang Rehner]] (* [[1962]] in Hermannstadt, rumänisch ''Sibiu'', [[Siebenbürgen]]) war zehn Jahre [[Evangelische Kirche (Gemeinschaft)|evangelisch-lutherischer]] Pfarrer in Siebenbürgen, von [[2014]] bis [[2018]] Pfarrer der Evangelischen Pfarrgemeinde Salzburg-Nördlicher Flachgau und ist seit [[1. September]] [[2018]] [[Superintendent]] der Evangelischen Diözese A.B. Steiermark.
* [[Heinrich Schönfeld]] (* um 1900 in Siebenbürgen) war im [[Hallein]]er Lager [[Beth Israel]] für sogenannte [[Displaced Persons]] nach dem [[Zweiter  Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] Trainer des Fußballverein [[SC Hakoah Hallein]].
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* [[Heinrich Schönfeld]] (* um 1900 in Siebenbürgen) war nach dem [[Zweiter  Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] im [[Hallein]]er Lager [[Beth Israel]] für sogenannte [[Displaced Persons]] Trainer des Fußballvereins [[SC Hakoah Hallein]].
    
=== Urkundliche Erwähnungen ===
 
=== Urkundliche Erwähnungen ===
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=== Sonstiges ===
 
=== Sonstiges ===
* Die [[Siebenbürgerstraße]] ist eine Straße im [[Salzburger Stadtteil]] [[Liefering]]. Sie erinnert an die Siebenbürger Sachsen aus Siebenbürgen.
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* Die [[Siebenbürgerstraße]] ist eine Straße im [[Salzburger Stadtteil]] [[Liefering]]. Sie erinnert an die Siebenbürger Sachsen.
 
* In Salzburg erinnert die [[Carl-Maager-Straße]] an den große evangelische Persönlichkeit Josef Carl Maager.  
 
* In Salzburg erinnert die [[Carl-Maager-Straße]] an den große evangelische Persönlichkeit Josef Carl Maager.  
 
* Die [[Rumänisch-Orthodoxe Kirche Salzburg (Gebäude)|Rumänisch-Orthodoxe Kirche]] in der Stadt Salzburg wurde von Architekt Eugen Dumitru nach dem Muster einer 800 Jahre alten Dorfkirche aus Siebenbürgen geplant.
 
* Die [[Rumänisch-Orthodoxe Kirche Salzburg (Gebäude)|Rumänisch-Orthodoxe Kirche]] in der Stadt Salzburg wurde von Architekt Eugen Dumitru nach dem Muster einer 800 Jahre alten Dorfkirche aus Siebenbürgen geplant.
* Der [[Bandltanz (Brauch)|Bandltanz]] ist bereits im [[19. Jahrhundert]] in Siebenbürgen belegt.
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* Der [[Bandltanz (Brauch)|Bandltanz]] ist bereits im 19. Jahrhundert in Siebenbürgen belegt.
    
== Quellen ==
 
== Quellen ==

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