| − | Wie vielerorts in Österreich war die Zeit des [[Ersten Weltkrieg]]es und die [[Zwischenkriegszeit]] auch im Pinzgau von großen Gegensätzen in den Meinungen zu Monarchie, Republik und autoritären Regierungsformen geprägt. Im Pinzgau lag bei der [[Landtagswahl 1932|Landtagswahl im April 1932]] der Stimmenanteil der [[Nationalsozialisten]] bei 25,3%.<ref>[[Rudolf Leo|Leo, Rudolf ]] (2013): Der Pinzgau unterm Hakenkreuz. Diktatur in der Provinz. Otto Müller Verlag: Salzburg/Wien; S. 18.</ref> In zahlreichen Gemeinden des Pinzgaus war die politische Lage von einer außergewöhnlichen Dramatik gekennzeichnet. So musste die junge Stadt Zell am See unter die Aufsicht von Kommissären gestellt und Militär für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung eingesetzt werden.<ref>Hochhold, Rainer (2013): Cella in Bisontio – Zell im Pinzgau – Zell am See. Eine historische Zeitreise. Hg. von der Stadtgemeinde Zell am See: Zell am See; Kapitel: Zell unter fremder Verwaltung. Oder: Kommissäre statt Bürgermeister; S. 300 f.</ref> Zahlreiche Pinzgauer Gemeinden deklarierten sich zu arischen Sommerfrischen, jüdischer Besitz wurde enteignet.<ref>[[Albert Lichtblau|Lichtblau, Albert]] (2004): "[[Arisierungen im Bundesland Salzburg|Arisierungen]]", beschlagnahmte Vermögen, Rückstellungen und Entschädigungen in Salzburg. (Veröffentlichungen der Österreichischen Historikerkommission, Bd. 17/2.) Verlag Oldenbourg: Wien/München.</ref> | + | Wie vielerorts in Österreich war die Zeit des [[Ersten Weltkrieg]]es und die [[Zwischenkriegszeit]] auch im Pinzgau von großen Gegensätzen in den Meinungen zu Monarchie, Republik und autoritären Regierungsformen geprägt. Im Pinzgau lag bei der [[Landtagswahl 1932|Landtagswahl im April 1932]] der Stimmenanteil der [[Nationalsozialisten]] bei 25,3%.<ref>[[Rudolf Leo|Leo, Rudolf]] (2013): Der Pinzgau unterm Hakenkreuz. Diktatur in der Provinz. Otto Müller Verlag: Salzburg/Wien; S. 18.</ref> In zahlreichen Gemeinden des Pinzgaus war die politische Lage von einer außergewöhnlichen Dramatik gekennzeichnet. So musste die junge Stadt Zell am See unter die Aufsicht von Kommissären gestellt und Militär für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung eingesetzt werden.<ref>Hochhold, Rainer (2013): Cella in Bisontio – Zell im Pinzgau – Zell am See. Eine historische Zeitreise. Hg. von der Stadtgemeinde Zell am See: Zell am See; Kapitel: Zell unter fremder Verwaltung. Oder: Kommissäre statt Bürgermeister; S. 300 f.</ref> Zahlreiche Pinzgauer Gemeinden deklarierten sich zu arischen Sommerfrischen, jüdischer Besitz wurde enteignet.<ref>[[Albert Lichtblau|Lichtblau, Albert]] (2004): "[[Arisierungen im Bundesland Salzburg|Arisierungen]]", beschlagnahmte Vermögen, Rückstellungen und Entschädigungen in Salzburg. (Veröffentlichungen der Österreichischen Historikerkommission, Bd. 17/2.) Verlag Oldenbourg: Wien/München.</ref> |
| | So geriet zuweilen auch in Vergessenheit, dass in den Jahren des [[Zweiten Weltkrieg]]es im Pinzgau drei [[KZ-Nebenlager im Pinzgau<KZ‑Außenlager]] ([[KZ-Außenlager Fischhorn|Fischhorn]], [[KZ-Nebenlager Uttendorf-Weißsee|Weißsee]], Mittersill) eingerichtet worden waren. In den letzten Kriegsmonaten hielten sich zahlreiche hochrangige Nationalsozialisten, darunter das Oberkommando der [[Wehrmacht]] und der Luftwaffe, im Pinzgau auf bzw. versuchten, hier unterzutauchen. Die von der NS-Führung propagierte "Alpenfestung" erwies sich bei Kriegsende dagegen als Trugbild. Nur selten fanden die Radikalisierung und die Verbrechen der [[NS-Zeit]] Eingang in die Heimatbücher und Gemeindechroniken der [[Nachkriegszeit]].<ref>Hochhold, Rainer (2023): Geschichte des Pinzgaus. eigenständig eigentümlich eigenwillig. Verlag Anton Pustet; Salzburg. Kapitel: Der Weg in die Diktatur, der alltägliche Terror und das Trugbild Alpenfestung; 224-235.</ref> | | So geriet zuweilen auch in Vergessenheit, dass in den Jahren des [[Zweiten Weltkrieg]]es im Pinzgau drei [[KZ-Nebenlager im Pinzgau<KZ‑Außenlager]] ([[KZ-Außenlager Fischhorn|Fischhorn]], [[KZ-Nebenlager Uttendorf-Weißsee|Weißsee]], Mittersill) eingerichtet worden waren. In den letzten Kriegsmonaten hielten sich zahlreiche hochrangige Nationalsozialisten, darunter das Oberkommando der [[Wehrmacht]] und der Luftwaffe, im Pinzgau auf bzw. versuchten, hier unterzutauchen. Die von der NS-Führung propagierte "Alpenfestung" erwies sich bei Kriegsende dagegen als Trugbild. Nur selten fanden die Radikalisierung und die Verbrechen der [[NS-Zeit]] Eingang in die Heimatbücher und Gemeindechroniken der [[Nachkriegszeit]].<ref>Hochhold, Rainer (2023): Geschichte des Pinzgaus. eigenständig eigentümlich eigenwillig. Verlag Anton Pustet; Salzburg. Kapitel: Der Weg in die Diktatur, der alltägliche Terror und das Trugbild Alpenfestung; 224-235.</ref> |