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| | [[Datei:Salzburger Stadtfest 2025 04.jpg|thumb|Auf der [[Staatsbrücke]].]] | | [[Datei:Salzburger Stadtfest 2025 04.jpg|thumb|Auf der [[Staatsbrücke]].]] |
| | + | Das '''Salzburger Stadtfest''' war eine Veranstaltung in der [[Stadt Salzburg]], die von [[27. Juni|27.]] bis [[29. Juni]] [[2025]] stattfand. |
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| − | Das '''Salzburger Stadtfest''' war eine Veranstaltung in der [[Stadt Salzburg]], die von [[27. Juni|27.]] bis [[29. Juni]] [[2025]] stattand. | + | == Über die Veranstaltung == |
| | + | Drei Tage lang wurde die [[Salzburger Innenstadt]] Ende Juni 2025 zur verkehrsfreien Festmeile. Das Stadtfest war ein ambitioniertes Projekt mit einem umfangreichen Verkehrs- und Sicherheitskonzept. Und mit einer besonderen Rolle für die [[Staatsbrücke]]. Denn drei Tage lang konnten Bewohner und Gäste von Salzburg diesen [[Salzach]]-Übergang nur zu Fuß nutzen. Denn die Staatsbrücke wurde zu einer "Festtafel der Gemütlichkeit" mit ''Foodtrucks'', Tischen und Bänken (eine Notfallspur für Einsatzfahrzeuge bleibt aber). Es gab Sitzplätze für angeblich<ref>Auf Bildern der Veranstaltung waren deutlich weniger Sitzplätze zu sehen</ref>bis zu 500 Menschen gleichzeitig. |
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| | + | Die Sperre für den Individualverkehr trat am Freitag, 27. Juni, um 08 Uhr in Kraft, die letzten öffentlichen Verkehrsmittel fuhren über die Staatsbrücke an diesem Tag um 10 Uhr. Die Sperre dauerte bis Sonntag, 29. Juni, um Mitternacht. Während dieser drei Tage konnten die öffentlichen Verkehrsmittel in der Stadt Salzburg kostenlos benutzt werden. Rund 65 000 Besucher lockte das Fest in die Salzburger Innenstadt. Zeitweise waren 25 000 Menschen gleichzeitig in der Stadt.<ref name="SN06Okt2025">[https://www.sn.at/salzburg/politik/salzburger-stadtfest-nur-bummelzug-kosten-185563102 www.sn.at], 6. Oktober 2025: Salzburger Stadtfest: Nur beim Bummelzug hielten die Kosten</ref> |
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| | + | Zeitgleich fanden am Samstag die ''United Parade'' in der Stadt Salzburg<ref>der Konvoi startet in der [[Münchner Bundesstraße]] in [[Liefering]] und erreicht gegen 18 Uhr den [[Mirabellplatz]] für die Abschlusskundgebung. Im vergangenen Jahr haben rund 10 000 Menschen daran teilgenommen</ref> sowie das [[Halleiner Stadtfest]] statt. |
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| | + | == Explodierende Kosten von 500.000 und in der Endabrechnung auf 880.000 Euro == |
| | + | Der [[Salzburger Gemeinderat]] genehmigte im Rahmen des Budgetvoranschlags für das Jahr 2025 350.000 Euro für das Stadtfest. Rund 150.000 Euro kamen als Sponsorengelder und Standgebühren in Form von Drittmitteln hinzu. Was ein Gesamtbudget von rund 500.000 Euro ergab.<ref name="SN06Okt2025" /> |
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| − | == Über die Veranstaltung ==
| + | Im September 2025 wurde dann aber bekannt, dass dieses Stadtfest 880.000 Euro gekostet hatte. "Die Mehrkosten von 380.000 Euro sind intern bedeckt", sagte [[Bürgermeister der Stadt Salzburg|Bürgermeister]] [[Bernhard Auinger (Politiker)|Bernhard Auinger]] ([[SPÖ]]).<ref>[https://www.sn.at/salzburg/politik/hunderttausende-euro-salzburger-stadtfest-ruder-184845106 www.sn.at], 22. September 2025: Salzburger Stadtfest lief kostenmäßig aus dem Ruder</ref> |
| − | Drei Tage lang wurde die [[Salzburger Innenstadt]] Ende Juni 2025 zur verkehrsfreien Festmeile. Das Stadtfest ist ein ambitioniertes Projekt mit einem umfangreichen Verkehrs- und Sicherheitskonzept. Und mit einer besonderen Rolle für die [[Staatsbrücke]]. Denn drei Tage lang konnten Bewohner und Gäste von Salzburg diesen [[Salzach]]-Übergang nur zu Fuß nutzen. Denn die Staatsbrücke wurde zu einer "Festtafel der Gemütlichkeit" mit ''Foodtrucks'', Tischen und Bänken (eine Notfallspur für Einsatzfahrzeuge bleibt aber). Es gab Sitzplätze für bis zu 500 Menschen gleichzeitig.
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| | + | Das Stadtfest war von Anfang an zu gering budgetiert. Auinger spricht vor allem im Sicherheitsbereich von massiven Mehrkosten. "Nach dem Amoklauf in Graz musste die Anzahl an Securitykräften erhöht werden." 100.000 Euro an Mehrkosten seien daher allein auf diesen Bereich zurückzuführen. Man habe mit 35 000 Besuchern kalkuliert - auch diese Zahl sei deutlich höher ausgefallen. Die [[Landespolizeidirektion Salzburg]] stellte dazu aber am Dienstag, den [[23. September]], in einer Aussendung fest: "Die Salzburger Polizei stellt klar, dass es aufgrund des Amoklaufs in Graz oder sonstiger Vorfälle zu keinen Erhöhungen der vorgegebenen Sicherheitsmaßnahmen beim Salzburger Stadtfest kam", heißt es in der Aussendung. Die Ausarbeitung des Sicherheitskonzeptes sei im Vorfeld passiert. Daher sei keine "Erhöhung der eigenen sowie externen Sicherheitskräfte erforderlich" gewesen. Eine Anordnung oder Vorschreibung der Landespolizeidirektion Salzburg zur Aufstockung des privaten Sicherheitspersonals sei daher zu keinem Zeitpunkt erfolgt, heißt es weiter.<ref>[https://www.sn.at/salzburg/politik/nach-kritik-kostensteigerung-salzburger-stadtfest-polizei-mehraufwand-sicherheit-184905430 www.sn.at], 23. September 2025</ref> |
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| − | Die Sperre für den Individualverkehr trat am Freitag, 27. Juni, um 08 Uhr in Kraft, die letzten öffentlichen Verkehrsmittel fuhren über die Staatsbrücke an diesem Tag um 10 Uhr. Die Sperre dauerte dann bis Sonntag, 29. Juni, um Mitternacht. Während dieser drei Tage konnten die öffentlichen Verkehrsmittel in der Stadt Salzburg kostenlos benutzt werden. Zwischen 55 000 und 60 000 Besucher lockte das Fest in die Salzburger Innenstadt.
| + | Zudem habe sich die Veranstaltungsfläche des Stadtfestes im Vergleich zu den Planungen deutlich vergrößert sagt Auinger. Mehrkosten habe auch die Stromversorgung mit sich gebracht. Während des Stadtfestes herrschte nämlich Strommangel. Daher mussten mehr Elektriker beschäftigt werden und zusätzliche Aggregate aufgestellt werden. Zu den besagten Kosten kämen noch Personalkosten der Stadt Salzburg in Form von Überstunden, wofür 90.000 Euro angefallen waren. 120 Mitarbeiter der Stadt seien im Dienst gewesen, die sich auch schon für das nächste Jahr gemeldet haben. Dieses soll im Juni [[2026]] wiederholt werden. 450.000 Euro seien dafür budgetiert. Auinger steht weiterhin hinter dem Stadtfest. Er vergleicht die Kosten für dieses mit den Subventionen für die [[Salzburger Festspiele]]: "Das Stadtfest kostet die Stadt pro Besucher 11,50 Euro - die Salzburger Festspiele 16 Euro." |
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| − | Die Veranstaltung ist Teil des dreitägigen Salzburger Stadtfests, das zeitgleich mit jenem in [[Hallein]] stattfindet. Zunächst war ein Budget von rund 350.000 Euro vorgesehen, das später auf 500.000 Euro erhöht und letztlich um 76 Prozent überschritten wurde, wie im September 2025 bekannt wurde. 880.000 Euro hatte dieses Stadtfest gekostet. 150.000 Euro wurden durch Sponsorengelder in Form von Drittmitteln für das Stadtfest aufgebracht. 350.000 Euro wurden im städtischen Haushalt für das Fest budgetiert. "Die Mehrkosten von 380.000 Euro sind intern bedeckt", sagt [[Bürgermeister der Stadt Salzburg|Bürgermeister]] [[Bernhard Auinger (Politiker)|Bernhard Auinger]] ([[SPÖ]]).
| + | Das Budget wurde also um 76 Prozent überzogen. 293.000 Euro pro Stadtfesttag fielen an. Hinzu kamen Personalkosten für 120 Mitarbeiter des Magistrats und wohl noch weitere Kosten für Gerätschaften, Fahrzeuge und Co., die sich im städtischen Haushalt zu Buche schlagen. Wenn der Bürgermeister dann Ende September 2025 das Stadtfest gegen die [[Salzburger Festspiele]] ausspielte, die von der Stadt mit vier Millionen Euro gefördert werden, muss man klar sagen: Der Vergleich hinkt - gewaltig. Schließlich stehen dem dreitägigen Stadtfest 44 Festspieltage und eine Wertschöpfung von 250 Millionen Euro gegenüber.<ref>[https://www.sn.at/salzburg/politik/bis-abrechnung-stadtfest-185061982 www.sn.at], 27. September 2025: Bis zur Abrechnung war es ein euphorisches Stadtfest in Salzburg</ref> |
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| − | Das Stadtfest war von Anfang an zu gering budgetiert. Auinger spricht vor allem im Sicherheitsbereich von massiven Mehrkosten. "Nach dem Amoklauf in Graz musste die Anzahl an Securitykräften erhöht werden." Die [[Landespolizeidirektion Salzburg]] stellte dazu aber am Dienstag, den [[23. September]], in einer Aussendung fest: "Die Salzburger Polizei stellt klar, dass es aufgrund des Amoklaufs in Graz oder sonstiger Vorfälle zu keinen Erhöhungen der vorgegebenen Sicherheitsmaßnahmen beim Salzburger Stadtfest kam", heißt es in der Aussendung. Die Ausarbeitung des Sicherheitskonzeptes sei im Vorfeld passiert. Daher sei keine "Erhöhung der eigenen sowie externen Sicherheitskräfte erforderlich" gewesen. Eine Anordnung oder Vorschreibung der Landespolizeidirektion Salzburg zur Aufstockung des privaten Sicherheitspersonals sei daher zu keinem Zeitpunkt erfolgt, heißt es weiter.<ref>[https://www.sn.at/salzburg/politik/nach-kritik-kostensteigerung-salzburger-stadtfest-polizei-mehraufwand-sicherheit-184905430 www.sn.at], 23. September 2025</ref>
| + | == Die Endabrechnung Anfang Oktober == |
| | + | Die Endabrechnung Anfang Oktober besagte dann Gesamtkosten von 854.500 Euro.<ref name="SN06Okt2025"> |
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| − | 100.000 Euro an Mehrkosten seien daher allein auf diesen Bereich zurückzuführen. Man habe mit 35 000 Besuchern kalkuliert - auch diese Zahl sei deutlich höher ausgefallen. Zudem habe sich die Veranstaltungsfläche des Stadtfestes im Vergleich zu den Planungen deutlich vergrößert. Mehrkosten habe auch die Stromversorgung mit sich gebracht. Während des Stadtfestes herrschte nämlich Strommangel. Daher mussten mehr Elektriker beschäftigt werden und zusätzliche Aggregate aufgestellt werden.
| + | Was wie viel gekostet hat, geht aus dem Amtsbericht samt Beilage hervor. Dieser liegt den "[[Salzburger Nachrichten]]" vor. Als Einmalkosten seien 50.000 Euro für ein Sicherheitsgutachten angefallen. "Diese Aufwendungen fallen in den Folgejahren nicht mehr an", ist notiert. Quer durch alle Bereiche sind die Kosten gestiegen, das zeigt die Detailaufschlüsselung. Rund 141.000 Euro an Mehrkosten fielen für die Technik und Infrastruktur an. Die Kosten für die Sicherheit sind um rund 92.000 Euro gestiegen. Darin inkludiert sind Mehrkosten für die [[Polizei]] Salzburg in der Höhe von 28.000 Euro und ein Security-Unternehmen, ebenfalls 28.000 Euro. Das Künstlerprogramm kostete rund 79.000 Euro mehr und schlug mit Gesamtkosten von rund 188.000 Euro zu Buche. 40.000 Euro mehr wurden für den Bereich Marketing und Kommunikation ausgegeben. |
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| − | Zu den besagten Kosten kämen noch Personalkosten der Stadt Salzburg in Form von Überstunden, wofür 90.000 Euro angefallen waren. 120 Mitarbeiter der Stadt seien im Dienst gewesen, die sich auch schon für das nächste Jahr gemeldet haben. Dieses soll im Juni [[2026]] wiederholt werden. 450.000 Euro seien dafür budgetiert. Auinger steht weiterhin hinter dem Stadtfest. Er vergleicht die Kosten für dieses mit den Subventionen für die [[Salzburger Festspiele]]: "Das Stadtfest kostet die Stadt pro Besucher 11,50 Euro - die Salzburger Festspiele 16 Euro."
| + | n der Auflistung der Stadt findet sich auch so manches Kuriosum: So fielen für die Mitarbeiterverpflegung beim Stadtfest statt 4.000 Euro rund 13.000 Euro an. Eingehalten wurden die Kosten beim Bummelzug. Diese blieben bei den budgetierten 7.000 Euro. Das war nur noch bei zwei behördlichen Dokumenten der Fall, die mit gesamt 121 Euro eine untergeordnete Rolle spielen. |
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| − | == United Parade ==
| + | Bleibt die Frage, warum das städtische Controlling beim Stadtfest nicht funktioniert hat? "Es gibt ein internes Kontrollsystem. Immer wenn man Aufträge erteilt, müssen entsprechende Budgetmittel reserviert werden", sagt [[Magistratsdirektor]] [[Maximilian Tischler junior|Max Tischler]] und führt weiter aus: "Das ist beim Stadtfest nicht erfolgt, da Aufträge offenbar mündlich erteilt wurden beziehungsweise keine Mittelreservierungen gemacht wurden." Den genauen Sachverhalt müsse der [[Stadtrechnungshof der Stadt Salzburg|Stadtrechnungshof]] aufklären, betont Tischler. Ob es dienstrechtliche Konsequenzen für involvierte Personen gebe, werde sich daraus ableiten. |
| − | Am Stadtfestwochenende findet auch gleichzeitig am Samstag die ''United Parade'' statt. Der Konvoi startet in der [[Münchner Bundesstraße]] in [[Liefering]] und erreicht gegen 18 Uhr den [[Mirabellplatz]] für die Abschlusskundgebung. Im vergangenen Jahr haben rund 10 000 Menschen daran teilgenommen.
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| | == Bildergalerie == | | == Bildergalerie == |
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| | * [https://www.sn.at/salzburg/politik/stadtfest-salzburg-warum-staatsbruecke-rolle-173860447 www.sn.at] | | * [https://www.sn.at/salzburg/politik/stadtfest-salzburg-warum-staatsbruecke-rolle-173860447 www.sn.at] |
| | * [https://www.sn.at/salzburg/politik/zum-salzburger-stadtfest-unite-parade-grossveranstaltung-175820482 www.sn.at], 26. März 2025: "Zum Salzburger Stadtfest 2025 gesellt sich die Unite Parade als zweite Großveranstaltung" | | * [https://www.sn.at/salzburg/politik/zum-salzburger-stadtfest-unite-parade-grossveranstaltung-175820482 www.sn.at], 26. März 2025: "Zum Salzburger Stadtfest 2025 gesellt sich die Unite Parade als zweite Großveranstaltung" |
| − | * [https://www.sn.at/salzburg/politik/hunderttausende-euro-salzburger-stadtfest-ruder-184845106 www.sn.at], 22. September 2025: Salzburger Stadtfest lief kostenmäßig aus dem Ruder
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| − | * [https://www.sn.at/salzburg/politik/bis-abrechnung-stadtfest-185061982 www.sn.at], 27. September 2025: Bis zur Abrechnung war es ein euphorisches Stadtfest in Salzburg
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| − | == Einzelnachweis == | + | == Einzelnachweise == |
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