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'''19. Jahrhundert'''
 
'''19. Jahrhundert'''
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Im Zuge der Säkularisation von 1803 erfolgte die Aufhebung des Augustiner-Chorherrenstifts St. Zeno. Tiroler Aufständische belagerten unter ihrem Anführer Josef Speckbacher 1809 für mehrere Wochen die Stadt. Im Jahre 1810 fiel das Land Salzburg (und Berchtesgaden) an Bayern. Für die Stadt Reichenhall und ihre Umgebung erwies sich der Wegfall der Grenze an der Saalach als sehr vorteilhaft. Zum einen konnte die Stadt jetzt mit Lebensmitteln aus dem salzburgischen „Flachen Land“ versorgt werden, ohne eine Grenze überschreiten zu müssen und zum anderen verlief die Straße über Traunstein nach München nun über ausschließlich bayerisches Gebiet. Im Jahre 1816 fiel das Land Salzburg zum zweiten Mal an Österreich, das Gebiet des so genannten „Rupertiwinkels“ westlich von Saalach und Salzach blieb aber bei Bayern. Aus dem ebenfalls bayerisch gebliebenen Berchtesgaden führte ab 1817 eine Soleleitung über die Schwarzbachwacht zur Reichenhaller Saline. In den folgenden Jahren bis 1822 wurden die Diözesangrenzen an die Staatsgrenzen angeglichen. Der Rupertiwinkel und das bayerische Gebiet östlich des Inn, die seit jeher kirchlich zur Erzdiözese Salzburg gehört hatten,  fielen nun in die Zuständigkeit des Erzbistums München und Freising. Im Jahre 1834 fielen etwa drei Viertel der Stadt einer Brandkatastrophe zum Opfer. Vor allem aus der Stadt Salzburg trafen ganze Wagenladungen mit Hilfsgütern, wie Lebensmittel, Kleidung und Hausrat ein. Der Aufbau der Salinenanlagen hatte für König Ludwig I. oberste Priorität: Bis 1851 wurden die Gebäude der heutigen „Alten Saline“ fertig gestellt.  
 
Im Zuge der Säkularisation von 1803 erfolgte die Aufhebung des Augustiner-Chorherrenstifts St. Zeno. Tiroler Aufständische belagerten unter ihrem Anführer Josef Speckbacher 1809 für mehrere Wochen die Stadt. Im Jahre 1810 fiel das Land Salzburg (und Berchtesgaden) an Bayern. Für die Stadt Reichenhall und ihre Umgebung erwies sich der Wegfall der Grenze an der Saalach als sehr vorteilhaft. Zum einen konnte die Stadt jetzt mit Lebensmitteln aus dem salzburgischen „Flachen Land“ versorgt werden, ohne eine Grenze überschreiten zu müssen und zum anderen verlief die Straße über Traunstein nach München nun über ausschließlich bayerisches Gebiet. Im Jahre 1816 fiel das Land Salzburg zum zweiten Mal an Österreich, das Gebiet des so genannten „Rupertiwinkels“ westlich von Saalach und Salzach blieb aber bei Bayern. Aus dem ebenfalls bayerisch gebliebenen Berchtesgaden führte ab 1817 eine Soleleitung über die Schwarzbachwacht zur Reichenhaller Saline. In den folgenden Jahren bis 1822 wurden die Diözesangrenzen an die Staatsgrenzen angeglichen. Der Rupertiwinkel und das bayerische Gebiet östlich des Inn, die seit jeher kirchlich zur Erzdiözese Salzburg gehört hatten,  fielen nun in die Zuständigkeit des Erzbistums München und Freising. Im Jahre 1834 fielen etwa drei Viertel der Stadt einer Brandkatastrophe zum Opfer. Vor allem aus der Stadt Salzburg trafen ganze Wagenladungen mit Hilfsgütern, wie Lebensmittel, Kleidung und Hausrat ein. Der Aufbau der Salinenanlagen hatte für König Ludwig I. oberste Priorität: Bis 1851 wurden die Gebäude der heutigen „Alten Saline“ fertig gestellt.  
    
   
 
   
 
'''Die Kurstadt'''
 
'''Die Kurstadt'''
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Das „Bauernbad“ Kirchberg bei Reichenhall hatte seinen Gästen ab 1786 Bäder in Sole aus der Reichenhaller Saline angeboten. Aber erst nach dem Stadtbrand von 1834 machte man sich verstärkt Gedanken über die Errichtung eines regelrechten Heilbades. So wurde 1846 die „Sole- und Molken-Kuranstalt Achselmannstein“ eröffnet. Nach dem Kuraufenthalt von König Maximilian II. im Sommer 1848 stiegen die Gästezahlen immer weiter an. Positiv wirkte sich unter anderem auch die 1866 eröffnete Eisenbahnlinie Freilassing-Reichenhall aus. Ab 1868 sorgte ein Kurorchester für die „Badmusik“ im neu angelegten Kurpark an den Gradierhäusern. Seit 1890 durfte sich die Stadt „Bad Reichenhall“ und seit 1899 „königlich bayerisches Staatsbad“ nennen. Das „königliche Kurhaus“ konnte 1900, das neue Gradierhaus 1910, und die Wandelhalle mit Soletrinkbrunnen und Konzertrotunde 1912 eröffnet werden.  
 
Das „Bauernbad“ Kirchberg bei Reichenhall hatte seinen Gästen ab 1786 Bäder in Sole aus der Reichenhaller Saline angeboten. Aber erst nach dem Stadtbrand von 1834 machte man sich verstärkt Gedanken über die Errichtung eines regelrechten Heilbades. So wurde 1846 die „Sole- und Molken-Kuranstalt Achselmannstein“ eröffnet. Nach dem Kuraufenthalt von König Maximilian II. im Sommer 1848 stiegen die Gästezahlen immer weiter an. Positiv wirkte sich unter anderem auch die 1866 eröffnete Eisenbahnlinie Freilassing-Reichenhall aus. Ab 1868 sorgte ein Kurorchester für die „Badmusik“ im neu angelegten Kurpark an den Gradierhäusern. Seit 1890 durfte sich die Stadt „Bad Reichenhall“ und seit 1899 „königlich bayerisches Staatsbad“ nennen. Das „königliche Kurhaus“ konnte 1900, das neue Gradierhaus 1910, und die Wandelhalle mit Soletrinkbrunnen und Konzertrotunde 1912 eröffnet werden.  
 
Mit dem Beginn des Ersten Weltkriegs brach jedoch der internationale Kurtourismus zusammen. In den 1920-er Jahren verstärkten sich die Bemühungen, an den Erfolg des Kurwesens vor 1914 anzuknüpfen. So wurde 1925 der Linienflughafen „Mayerhof“ für regelmäßigen Flugverkehr nach München eröffnet. Im Jahre 1926 begann die Salzproduktion in der „Neuen Saline“ am Stadtrand. Seit 1928 konnte man mit der Seilschwebebahn auf den Predigtstuhl fahren und Kuranwendungen im neu erbauten Staatlich-Städtischen Kurmittelhaus in Anspruch nehmen.  
 
Mit dem Beginn des Ersten Weltkriegs brach jedoch der internationale Kurtourismus zusammen. In den 1920-er Jahren verstärkten sich die Bemühungen, an den Erfolg des Kurwesens vor 1914 anzuknüpfen. So wurde 1925 der Linienflughafen „Mayerhof“ für regelmäßigen Flugverkehr nach München eröffnet. Im Jahre 1926 begann die Salzproduktion in der „Neuen Saline“ am Stadtrand. Seit 1928 konnte man mit der Seilschwebebahn auf den Predigtstuhl fahren und Kuranwendungen im neu erbauten Staatlich-Städtischen Kurmittelhaus in Anspruch nehmen.  

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