| − | ''Hall 27 ten Februar 1883 Meine Lieben Theuren Franz u Frau Franziska[.] Schon lange wollte ich Euch meine lieben schreiben, zu danken für Eure Briefe u Neujahr wünsche, was mich immer so herzlich freut, doch da ich weis das es dir mehr Vergnigen macht, wen ich selbst schreibe so habe ich es gelassen, den ich hätte müssen schreiben lassen. Ihr seid doch überzeigt, daß ich Euch immer das beste von ganzen [Herzen] wünsche, so wie auch der lieben Fani zum kommenden Namensfest taufe und Glück u Segen, Gott erhalte / Sie gesund u All Ihre lieben Angehörigen. Ich war so Gicht leidend, u dan ist auch immer die rechte Hand sehr unfähig zu schreiben. Nun kommt der Sterbe Tag meiner lieben lieben Schwester Toni<ref>[[Antonia Lürzer von Zechenthal]], Toni, * 1803; † 15. März 1882 in Salzburg, Mutter von [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]]</ref>, die ist mir unvergeslich, ich hatte Sie so herzlich gerne, wir werden uns jenseits wieder sehen was bei mir nicht gar so lange hergehen wird, wen man so alt ist, u doch auch mit ver- / schiedene Leiden hat ist es oft gleich um [einen] ges[ch]ehen, je nun wen es des Höchsten Wille ist. Es würde mich ja ungemein freuen, wen mir das große Vergnügen zutheil würde Euch zu sehen ich sehe wohl ein das es schwer thunlich ist, jedoch freuen würde es mich ungemein. Von den Payerischen [Payr] sehe u höre ich nichts, die komen nicht herab, u ich hinauf nicht, das erlauben meine Gicht leiden nicht, sonst wäre ich lange schon hinauf gefahren, alle zu sehen den die alt bekanten sind alle sind alle gestorben, u auss[er] diese / auch [euch] habe ich niemand, u so gehe ich nirgens hin, auser in die Kirche zu einer Heiligen Messe u am Abend in Rosenkranz, wo ich auch imer für Euch meine lieben bete, doch bei ungünstiger Witterung gehe ich nicht. Es freut mich herzlich das Ihr Euch in Familienkreis so glücklich, fühlt, man lebt ruhig, u kann sein ganzes Augenmerk auf die Kinder haben, die Toni hat auch nur für Ihre Kinder gelebt. Und meine lieben wiederhole ich die besten Wünsche zum neu Jhar [gestrichen] Jahr als auch der lieben Frau Fani, u bitte behaltet immer lieb Eure alte Tante u schreibt mir wieder ein mal. Lebt recht wohl u denkt manchmal an eure Euch liebende Tante Theres v Lürzer.'' | + | ''Hall 27 ten Februar 1883 Meine Lieben Theuren Franz u Frau Franziska[.] Schon lange wollte ich Euch meine lieben schreiben, zu danken für Eure Briefe u Neujahr wünsche, was mich immer so herzlich freut, doch da ich weis das es dir mehr Vergnigen macht, wen ich selbst schreibe so habe ich es gelassen, den ich hätte müssen schreiben lassen. Ihr seid doch überzeigt, daß ich Euch immer das beste von ganzen [Herzen] wünsche, so wie auch der lieben Fani zum kommenden Namensfest taufe und Glück u Segen, Gott erhalte / Sie gesund u All Ihre lieben Angehörigen. Ich war so Gicht leidend, u dan ist auch immer die rechte Hand sehr unfähig zu schreiben. Nun kommt der Sterbe Tag meiner lieben lieben Schwester Toni<ref>[[Antonia Lürzer von Zechenthal]], Toni, * 1803; † 15. März 1882 in Salzburg, Mutter von [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]]</ref>, die ist mir unvergeslich, ich hatte Sie so herzlich gerne, wir werden uns jenseits wieder sehen was bei mir nicht gar so lange hergehen wird, wen man so alt ist, u doch auch mit ver- / schiedene Leiden hat ist es oft gleich um [einen] ges[ch]ehen, je nun wen es des Höchsten Wille ist. Es würde mich ja ungemein freuen, wen mir das große Vergnügen zutheil würde Euch zu sehen ich sehe wohl ein das es schwer thunlich ist, jedoch freuen würde es mich ungemein. Von den Payerischen'' [Payer, Anm.] ''sehe u höre ich nichts, die komen nicht herab, u ich hinauf nicht, das erlauben meine Gicht leiden nicht, sonst wäre ich lange schon hinauf gefahren, alle zu sehen den die alt bekanten sind alle sind alle gestorben, u auss[er] diese / auch [euch] habe ich niemand, u so gehe ich nirgens hin, auser in die Kirche zu einer Heiligen Messe u am Abend in Rosenkranz, wo ich auch imer für Euch meine lieben bete, doch bei ungünstiger Witterung gehe ich nicht. Es freut mich herzlich das Ihr Euch in Familienkreis so glücklich, fühlt, man lebt ruhig, u kann sein ganzes Augenmerk auf die Kinder haben, die Toni hat auch nur für Ihre Kinder gelebt. Und meine lieben wiederhole ich die besten Wünsche zum neu Jhar [gestrichen] Jahr als auch der lieben Frau Fani, u bitte behaltet immer lieb Eure alte Tante u schreibt mir wieder ein mal. Lebt recht wohl u denkt manchmal an eure Euch liebende Tante Theres v Lürzer.'' |