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==== Brief vom 18. und 19. Jänner 1872 von Franz Spängler an Fanny Spängler ====
 
==== Brief vom 18. und 19. Jänner 1872 von Franz Spängler an Fanny Spängler ====
 
Brief von [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] an seine Frau [[Franziska Spängler]]; zwei Bögen<ref>Zwei Bögen etwas unterschiedlicher Größe. Der zweite Bogen undatiert, aber der Zusammenhang ist durch den Anschluss des Textes im Brief gegeben.</ref>; / = Seitenwechsel; [Ergänzung]; [?] = fraglich; XX = unleserlich; // = Absatz:<br />
 
Brief von [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] an seine Frau [[Franziska Spängler]]; zwei Bögen<ref>Zwei Bögen etwas unterschiedlicher Größe. Der zweite Bogen undatiert, aber der Zusammenhang ist durch den Anschluss des Textes im Brief gegeben.</ref>; / = Seitenwechsel; [Ergänzung]; [?] = fraglich; XX = unleserlich; // = Absatz:<br />
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[[Datei:Brief vom 28. Jänner 1872.JPG|thumb|Brief vom 28. Jänner 1872]]
      
''Mödling 18 Jänner 1872 // Meine liebe Fanny! // Indem ich mich an die Beantwortung deines lieben Briefe[s] mache, muß ich dir vor allem die angene[h]me<ref>Dehnungs-h, das damals offenbar nicht geschrieben wurde; zur Deutlichkeit ergänzt. Seine Schrift verbindet oft fließend mehrere Wörter miteinander; das wird nicht übernommen.</ref> Nachricht mitteilen, d[a]ß<ref>geläufige Abkürzung in seinen Briefen</ref> meinem Antrage gemäß das Honorar für die Vorlesungen<ref>Welcher Art die sind, ist unbekannt. Franz Spängler ist ab April 1870 Richter am Bezirksgericht in Mödling.</ref> von 100 fn'' [Florin, Gulden] ''auf 200 fn erhöht wurde, also wieder 100 fn mehr Einna[h]men. Was die Gehaltserhöhung betrifft, so weiß ich dir noch gar nicht verläßliches mitzutheilen; die gerüchteweisen Angaben schwanken zwischen 15 u[nd]<ref>geläufige Abkürzung in seinen Briefen</ref> 30 % des Gehaltes, was also zwischen 120 u 240 fn im Jahr ausmachen würde. Würde eine 25 - 30 % Erhöhung bewilligt, so würden wir auf eine Ja[h]res-Einna[h]me von 2500 fn kommen; hoffentlich kämen wir dann aus! Würde die Gehaltserhöhung in dem gehofften Maße pla[t]zgreifen, so würdest du jedenfalls die ursprünglich besprochenen 80 fn Monatsgeld erhalten. // Um an diese angene[h]me prosaische Angelegenheit die Beantwortng deiner gleichfalls prosaischen / Anfrage wegen des Strohsackfüllens zu machen, theile ich dir mit, dß in dem Gasthause, wo ich zu Mittag speise, frisches Stroh zum Strohsackhüllen zu erhalten ist. In Beantwortung deiner weiteren Frage wegen des Besuches von Bällen, gebe ich dir bekannt, dß ich gestern Abends zu einem Gesangvereinskränzchen für 1 Stunde ging, ­ gerade wie ich über Tag in der Kanzlei angezogen gewesen war, u eine Quadrille mit der Frau des Professor Langer, XXbr[a]v [?] keinen Schritt tanzte. Ich hoffe, du bist mit mir zufrieden. Ich hatte auch wirklich nicht die geringste Lust zu tanzen, im Gegenteile dachte ich gerade dort sehr lebhaft u. sehnsüchtig deiner.''
 
''Mödling 18 Jänner 1872 // Meine liebe Fanny! // Indem ich mich an die Beantwortung deines lieben Briefe[s] mache, muß ich dir vor allem die angene[h]me<ref>Dehnungs-h, das damals offenbar nicht geschrieben wurde; zur Deutlichkeit ergänzt. Seine Schrift verbindet oft fließend mehrere Wörter miteinander; das wird nicht übernommen.</ref> Nachricht mitteilen, d[a]ß<ref>geläufige Abkürzung in seinen Briefen</ref> meinem Antrage gemäß das Honorar für die Vorlesungen<ref>Welcher Art die sind, ist unbekannt. Franz Spängler ist ab April 1870 Richter am Bezirksgericht in Mödling.</ref> von 100 fn'' [Florin, Gulden] ''auf 200 fn erhöht wurde, also wieder 100 fn mehr Einna[h]men. Was die Gehaltserhöhung betrifft, so weiß ich dir noch gar nicht verläßliches mitzutheilen; die gerüchteweisen Angaben schwanken zwischen 15 u[nd]<ref>geläufige Abkürzung in seinen Briefen</ref> 30 % des Gehaltes, was also zwischen 120 u 240 fn im Jahr ausmachen würde. Würde eine 25 - 30 % Erhöhung bewilligt, so würden wir auf eine Ja[h]res-Einna[h]me von 2500 fn kommen; hoffentlich kämen wir dann aus! Würde die Gehaltserhöhung in dem gehofften Maße pla[t]zgreifen, so würdest du jedenfalls die ursprünglich besprochenen 80 fn Monatsgeld erhalten. // Um an diese angene[h]me prosaische Angelegenheit die Beantwortng deiner gleichfalls prosaischen / Anfrage wegen des Strohsackfüllens zu machen, theile ich dir mit, dß in dem Gasthause, wo ich zu Mittag speise, frisches Stroh zum Strohsackhüllen zu erhalten ist. In Beantwortung deiner weiteren Frage wegen des Besuches von Bällen, gebe ich dir bekannt, dß ich gestern Abends zu einem Gesangvereinskränzchen für 1 Stunde ging, ­ gerade wie ich über Tag in der Kanzlei angezogen gewesen war, u eine Quadrille mit der Frau des Professor Langer, XXbr[a]v [?] keinen Schritt tanzte. Ich hoffe, du bist mit mir zufrieden. Ich hatte auch wirklich nicht die geringste Lust zu tanzen, im Gegenteile dachte ich gerade dort sehr lebhaft u. sehnsüchtig deiner.''
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[[Datei:Umschlag vom 28. Jänner 1872 mit Cotillon-Orden.JPG|thumb|Umschlag des Briefes vom 28. Jänner 1872 mit Cotillon-Orden.]]
      
''Das Salzburger Kränzchen<ref>vgl. Briefe vom 13. Februar 1871, vom 16. Jänner 1872 und öfter</ref> werde ich'' [unterstrichen:] ''vielleicht besuchen. // Nicht bloß gestern Abends, sondern auch sonst öfters verweile ich bei dem angene[h]men Gedanken, dß ich'' ["hoffentlich" gestrichen, Anm.] ''eigentlich jetzt erst ein "Daheim" in Mödling finden werde u. mir dort meine Ruhe, auch me[h]r äußere Behaglichkeit an deiner Seite u durch deine Fürsorge zu theil werden wird, als bisher. Dafür blickte / ich aber gestern auch mit einer gewißen Erhabenheit herab auf das Treiben am Kränzchen, wie sie sich da mühen u. erregen - wegen eines doch so momentanen u zwar [?] fe[h]lhaften Vergnügens. Freilich gab es eine Zeit, u. in gewisser Hinsicht'' ["ist sie" gestrichen, Anm.] ''muß ich den vorigen Winter noch dazu rechnen, u wo ich anders dachte u. anders handelte als je[t]zt. Auch Mittags wenn ich mit etwas nicht zufrieden bin, sage ich erst: "Nun ist es hohe Zeit, dß ich aufhöre im Gasthause zu essen!", was dann unwihelich [?] die Bemerkung der andern hervorruft: "Ja Sie haben es leicht! aber wir müßen aushalten." Doch genug für heute; ich komme sonst aus der prosaischen Seite gar nicht hinaus.''
 
''Das Salzburger Kränzchen<ref>vgl. Briefe vom 13. Februar 1871, vom 16. Jänner 1872 und öfter</ref> werde ich'' [unterstrichen:] ''vielleicht besuchen. // Nicht bloß gestern Abends, sondern auch sonst öfters verweile ich bei dem angene[h]men Gedanken, dß ich'' ["hoffentlich" gestrichen, Anm.] ''eigentlich jetzt erst ein "Daheim" in Mödling finden werde u. mir dort meine Ruhe, auch me[h]r äußere Behaglichkeit an deiner Seite u durch deine Fürsorge zu theil werden wird, als bisher. Dafür blickte / ich aber gestern auch mit einer gewißen Erhabenheit herab auf das Treiben am Kränzchen, wie sie sich da mühen u. erregen - wegen eines doch so momentanen u zwar [?] fe[h]lhaften Vergnügens. Freilich gab es eine Zeit, u. in gewisser Hinsicht'' ["ist sie" gestrichen, Anm.] ''muß ich den vorigen Winter noch dazu rechnen, u wo ich anders dachte u. anders handelte als je[t]zt. Auch Mittags wenn ich mit etwas nicht zufrieden bin, sage ich erst: "Nun ist es hohe Zeit, dß ich aufhöre im Gasthause zu essen!", was dann unwihelich [?] die Bemerkung der andern hervorruft: "Ja Sie haben es leicht! aber wir müßen aushalten." Doch genug für heute; ich komme sonst aus der prosaischen Seite gar nicht hinaus.''
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==== Brief vom 28. Jänner 1872 von Franz Spängler an Fanni Schlegel ====
 
==== Brief vom 28. Jänner 1872 von Franz Spängler an Fanni Schlegel ====
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[[Datei:Brief vom 28. Jänner 1872.JPG|thumb|Brief vom 28. Jänner 1872]]
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[[Datei:Umschlag vom 28. Jänner 1872 mit Cotillon-Orden.JPG|thumb|Umschlag des Briefes vom 28. Jänner 1872 mit Cotillon-Orden.]]
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Brief von [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] an [[Franziska Spängler]] mit Umschlag, Marke 5 kr. aufgeklebt; Poststempel "Wien…" [verwischt], rückseitig "Salzburg Stadt 29/1 9-10 Früh 72"; "Frl [unterstrichen:] Fanny Schlegel // [unterstrichen:] Salzburg // Marktpla[t]z 10 2. Sto[c]k". Ein Bogen, nur eine Seite beschrieben:<br />
 
Brief von [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] an [[Franziska Spängler]] mit Umschlag, Marke 5 kr. aufgeklebt; Poststempel "Wien…" [verwischt], rückseitig "Salzburg Stadt 29/1 9-10 Früh 72"; "Frl [unterstrichen:] Fanny Schlegel // [unterstrichen:] Salzburg // Marktpla[t]z 10 2. Sto[c]k". Ein Bogen, nur eine Seite beschrieben:<br />
 
''Mödling 28/I früh // Meine liebe Fanny! // Beiliegend schi[c]ke ich dir vom gestrigen Gesangsvereinsball ein Blümchen aus einem der Bouguets'' [liegt nicht mehr bei, Anm.] '', u. einen Cotillonorden<ref>Cotillon ist ein Figurentanz mit spielerischen Elementen. Dazu wurden Geschenke verteilt, z. B. Cotillon-Orden. Dieser Tanz wird bereits im Brief vom 16. November / 1. Dezember 1846 erwähnt, dann ab 1869 mehrfach.</ref> zum Zeichen freundlicher Erinnerung. // Ich habe außer den Cotillon nur 2 Quadrillen, die eine mit der Frau des Bezirksrichters, die andere mit der des Advokaten getanzt, nach der Raststunde garnichts mehr. Auch beim Cotillon waren das Verhältniß meiner Tänzerin zu ihrem Bräutigam, u. meines zu Dir das hauptsächliche Unterhaltungst[h]ema. Ich hoffe Du bist mit mir zufrieden. // Mit herzlichen Grüßen und Küßen // Dein // treuer Franz''
 
''Mödling 28/I früh // Meine liebe Fanny! // Beiliegend schi[c]ke ich dir vom gestrigen Gesangsvereinsball ein Blümchen aus einem der Bouguets'' [liegt nicht mehr bei, Anm.] '', u. einen Cotillonorden<ref>Cotillon ist ein Figurentanz mit spielerischen Elementen. Dazu wurden Geschenke verteilt, z. B. Cotillon-Orden. Dieser Tanz wird bereits im Brief vom 16. November / 1. Dezember 1846 erwähnt, dann ab 1869 mehrfach.</ref> zum Zeichen freundlicher Erinnerung. // Ich habe außer den Cotillon nur 2 Quadrillen, die eine mit der Frau des Bezirksrichters, die andere mit der des Advokaten getanzt, nach der Raststunde garnichts mehr. Auch beim Cotillon waren das Verhältniß meiner Tänzerin zu ihrem Bräutigam, u. meines zu Dir das hauptsächliche Unterhaltungst[h]ema. Ich hoffe Du bist mit mir zufrieden. // Mit herzlichen Grüßen und Küßen // Dein // treuer Franz''
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''Herrn Doctor Franz Spängler kk. Gerichtsadjunkt in Mödling bei Wien [LXIII erh. u beantw 31/1]: Salzburg, 29 Jänner 1872. 8 Uhr Ab[en]ds: Mein lieber Franz! Dein lieber Brief machte mir große Freude und ich danke dir herzlichst dafür. Daß ich dießmal wieder einen Tag länger auf denselben warten mußte, wirst du bereits durch die Correspondenz-Karte erfahren haben, ebenso wirst hast du vielleicht schon errathen, daß ich zerstreutes, vergeßenes Ding dieselbe aufzugeben unterließ, bis ich Abends vom Eise heimkam, welches dermalen ausgezeichnet ist und auf welchem Lida u. ich heute fast 3 Stunden zubrachten. Für den zweiten Brief danke ich dir ebenfalls, es ist ein Zeichen großer Aufmerksamkeit deinerseits, mir ein Ballandenken zu schicken, die Blumen werde ich sorgfältig aufheben, die kleinen Landleutchen'' <ref>Figuren auf dem Cotillon-Orden, vgl. Brief vom 28. Jänner 1872</ref> ''eben so gut als möglich an den Aufenthalt in der Stadt zu gewöhnen suchen. Ich hoffe dabei um so sicherer auf günstigen Erfolg, als dieselben heiteren Gemütes und frei von jeder Anlage zum Heimweh zu sein scheinen.''
 
''Herrn Doctor Franz Spängler kk. Gerichtsadjunkt in Mödling bei Wien [LXIII erh. u beantw 31/1]: Salzburg, 29 Jänner 1872. 8 Uhr Ab[en]ds: Mein lieber Franz! Dein lieber Brief machte mir große Freude und ich danke dir herzlichst dafür. Daß ich dießmal wieder einen Tag länger auf denselben warten mußte, wirst du bereits durch die Correspondenz-Karte erfahren haben, ebenso wirst hast du vielleicht schon errathen, daß ich zerstreutes, vergeßenes Ding dieselbe aufzugeben unterließ, bis ich Abends vom Eise heimkam, welches dermalen ausgezeichnet ist und auf welchem Lida u. ich heute fast 3 Stunden zubrachten. Für den zweiten Brief danke ich dir ebenfalls, es ist ein Zeichen großer Aufmerksamkeit deinerseits, mir ein Ballandenken zu schicken, die Blumen werde ich sorgfältig aufheben, die kleinen Landleutchen'' <ref>Figuren auf dem Cotillon-Orden, vgl. Brief vom 28. Jänner 1872</ref> ''eben so gut als möglich an den Aufenthalt in der Stadt zu gewöhnen suchen. Ich hoffe dabei um so sicherer auf günstigen Erfolg, als dieselben heiteren Gemütes und frei von jeder Anlage zum Heimweh zu sein scheinen.''
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[[Datei:Brief_vom_29._und_31._Jänner_1872,_1._Bogen,_S._4.JPG|thumb|Brief vom 29. und 31. Jänner 1872, 1. Bogen, Seite 4.</ref>
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[[Datei:Brief_vom_29._und_31._Jänner_1872,_1._Bogen,_S._4.JPG|thumb|Brief vom 29. und 31. Jänner 1872, 1. Bogen, Seite 4.]]
    
''Beim Cotillon unterhieltest du dich gewiß recht gut, Brautpaare sollen denselben jederzeit sehr angenehm finden. Heute über 10 Wochen zu dieser Stunde haben uns die Dampfrosse vielleicht schon an unser erstes Reiseziel geführt, da haben wir, so Gott will noch verschiedene, in Aussicht stehende Fieberanfälle glücklich hinter uns, und freuen uns der Gewißheit, einander für immer anzugehören. Bis dahin aber bitte ich dich innigst, durch trübe Stimmungen dich nicht beherrschen zu laßen oder dich gar mit grundlosen Vorwürfen zu quälen. Fehler haben wir gewiß Beide, und du XX wir sind ja eben Menschen, mit menschlichen Schwachheiten und Irrthümern, und wir thun gewiß Beide gut, in unseren Anforderungen hübsch Maas zu halten. Auch an das Leben wollen wir keine zu großen Ansprüche machen, sondern bescheiden dankbar die frohen und mit Gleichmut und möglichster Seelenruhe die trüben Stunden hinnehmen, und des schönen Wortes gedenken "Getheilte Freud ist doppelt Freude, Getheilter Schmerz ist halber Schmerz." Wann Antonio seine Rolle ausspielen wird, weiß ich noch nicht. Sollte die Antonio-Rolle sich einmal in’s Leben hinüberspielen müßen, so hoffe ich, heiterere Waffen gebrauchen zu können, und hoffe auch, keinen dem wirklichen Leben so hilflos gegenüber stehenden Charakter vor mir zu sehen, wie er im Tasso geschildert ist.''
 
''Beim Cotillon unterhieltest du dich gewiß recht gut, Brautpaare sollen denselben jederzeit sehr angenehm finden. Heute über 10 Wochen zu dieser Stunde haben uns die Dampfrosse vielleicht schon an unser erstes Reiseziel geführt, da haben wir, so Gott will noch verschiedene, in Aussicht stehende Fieberanfälle glücklich hinter uns, und freuen uns der Gewißheit, einander für immer anzugehören. Bis dahin aber bitte ich dich innigst, durch trübe Stimmungen dich nicht beherrschen zu laßen oder dich gar mit grundlosen Vorwürfen zu quälen. Fehler haben wir gewiß Beide, und du XX wir sind ja eben Menschen, mit menschlichen Schwachheiten und Irrthümern, und wir thun gewiß Beide gut, in unseren Anforderungen hübsch Maas zu halten. Auch an das Leben wollen wir keine zu großen Ansprüche machen, sondern bescheiden dankbar die frohen und mit Gleichmut und möglichster Seelenruhe die trüben Stunden hinnehmen, und des schönen Wortes gedenken "Getheilte Freud ist doppelt Freude, Getheilter Schmerz ist halber Schmerz." Wann Antonio seine Rolle ausspielen wird, weiß ich noch nicht. Sollte die Antonio-Rolle sich einmal in’s Leben hinüberspielen müßen, so hoffe ich, heiterere Waffen gebrauchen zu können, und hoffe auch, keinen dem wirklichen Leben so hilflos gegenüber stehenden Charakter vor mir zu sehen, wie er im Tasso geschildert ist.''

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