| − | 18. März [1882] Franz Spängler an Fanni Spängler:<br /> ''Salzburg, Abends 7 Uhr. - Liebste Fanni! Durch verschiedenes heute in Ansprach genommen, finde ich nicht die Zeit dir einen ordentlichen Brief zu schreiben, u. beschränke mich auf wenige geschäftliche Mittheilungen. Zunächst theile ich dir mit, dß ich die Einkäufe bereits besorgt habe, u. zwar [habe] ich einen Baumwollstoff bekommen, der, wenn mich die Erinnerung nicht trügt, ganz gleich mit deinem bisherigen Hausroke ist, zu dem wir vergeblich einen gleichen Stoff suchten. – Ferner theile ich dir mit, dß ich beinahe entschloßen bin, am Montag noch hier zu bleiben, u. erst Dienstag früh hinab zu kommen, jedoch nur unter Voraussezungen 1) dß du und die Kind wohl bist, u 2). dß Hoffinger, den du darum fragen wollest, dir bestätigt, dß zum Montag 20. Niemand vorgeladen ist, um dessentwillen meine persönliche Anwesenheit nothwendig wäre u. dß auch sonst nichts außergewöhnliches vorgefallen ist. Sei also so gut, u. erkundige dich morgen gleich nach Erhalt dieses Briefes bei Hoffinger; sollte aus häuslichen oder ämtlichen Gründen meine Anwesenheit in Pottenstein schon am Montag erforderlich sein, so bitte ich dir [dieses] sofort zu telefrafiren, u. dann reise ich morgen Abends ab u. komme Montag früh an; anderenfalls aber würde ich erst Montag Abends abreisen, u. am Dienstag früh ankommen. – Bezüglich der Stunde meiner Ankunft bemerke ich noch, dß dieselbe mit dem Frühzuge um ½'' [Zeit fehlt] ''Uhr beabsichtigt ist, u. es würde sich dieselbe auf Mittags 1 ¼ Uhr nur in dem Falle verschieben, wenn der Zug der Westbahn solche Verspätung hätte, dß der Anschluß versäumt würde. Du brauchst dich also nicht zu sorgen, falls ich Montag [respektive] Dienstags nicht mit dem Frühzuge komme. – Ferner bitte ich dich Herrn von Hoffinger einstweilen meinen Dank für seinen freundlichen Brief auszusprechen. – Uebrigens war sein Brief der einzige, den ich heute aus Pottenstein erhielt; leider langte von dir keine Nachricht ein; vielleicht hast du dich mit der Aufgabe verspätet, u. ich erhalte dann wenigstens morgen früh eine Nachricht. – Großmutter, Mutter u. Geschwister Schlegel, Tante Alois, Familie Angermayer, Otto, Louise etc. lassen dich u die Kinder bestens grüßen. Mit herzlichem Gruße u Kuße dein Franz.'' | + | 18. März [1882] Franz Spängler an Fanni Spängler:<br /> ''Salzburg, Abends 7 Uhr. - Liebste Fanni! Durch verschiedenes heute in Ansprach genommen, finde ich nicht die Zeit dir einen ordentlichen Brief zu schreiben, u. beschränke mich auf wenige geschäftliche Mittheilungen. Zunächst theile ich dir mit, dß ich die Einkäufe bereits besorgt habe, u. zwar'' [habe] ''ich einen Baumwollstoff bekommen, der, wenn mich die Erinnerung nicht trügt, ganz gleich mit deinem bisherigen Hausroke ist, zu dem wir vergeblich einen gleichen Stoff suchten. – Ferner theile ich dir mit, dß ich beinahe entschloßen bin, am Montag noch hier zu bleiben, u. erst Dienstag früh hinab zu kommen, jedoch nur unter Vorausse[t]zungen 1) dß du und die Kind wohl bist, u 2). dß Hoffinger, den du darum fragen wollest, dir bestätigt, dß zum Montag 20. Niemand vorgeladen ist, um dessentwillen meine persönliche Anwesenheit nothwendig wäre u. dß auch sonst nichts außergewöhnliches vorgefallen ist. Sei also so gut, u. erkundige dich morgen gleich nach Erhalt dieses Briefes bei Hoffinger; sollte aus häuslichen oder ämtlichen Gründen meine Anwesenheit in Pottenstein schon am Montag erforderlich sein, so bitte ich dir'' [dieses] ''sofort zu telefrafiren, u. dann reise ich morgen Abends ab u. komme Montag früh an; anderenfalls aber würde ich erst Montag Abends abreisen, u. am Dienstag früh ankommen. – Bezüglich der Stunde meiner Ankunft bemerke ich noch, dß dieselbe mit dem Frühzuge um ½'' [Zeit fehlt] ''Uhr beabsichtigt ist, u. es würde sich dieselbe auf Mittags 1 ¼ Uhr nur in dem Falle verschieben, wenn der Zug der Westbahn solche Verspätung hätte, dß der Anschluß versäumt würde. Du brauchst dich also nicht zu sorgen, falls ich Montag'' [respektive] ''Dienstags nicht mit dem Frühzuge komme. – Ferner bitte ich dich Herrn von Hoffinger einstweilen meinen Dank für seinen freundlichen Brief auszusprechen. – Uebrigens war sein Brief der einzige, den ich heute aus Pottenstein erhielt; leider langte von dir keine Nachricht ein; vielleicht hast du dich mit der Aufgabe verspätet, u. ich erhalte dann wenigstens morgen früh eine Nachricht. – Großmutter, Mutter u. Geschwister Schlegel, Tante Alois, Familie Angermayer, Otto, Louise etc. lassen dich u die Kinder bestens grüßen. Mit herzlichem Gruße u Kuße dein Franz.'' |