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==== Brief vom 4. Februar 1872 von Franz Spängler an Fanni Schlegel ====
 
==== Brief vom 4. Februar 1872 von Franz Spängler an Fanni Schlegel ====
 
Brief von [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] an [[Franziska Spängler]] mit Umschlag, aufgedruckte Marke 5 kr.; Umschlagklappe mit schwachem Prägedruck „Blume", kleines rotes Lacksiegel "F. Sp."; Poststempel "Wien…" [verwischt], rückseitig "Salzburg St…" [verwischt]; Frl [unterstrichen:] "Fanny Schlegel // [unterstrichen:] Salzburg // Marktpla[t]z N 10 II Sto[c]k". Ein Bogen; / = Seitenwechsel; // = Absatz; [Ergänzung]; [?] = fraglich:<br />
 
Brief von [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] an [[Franziska Spängler]] mit Umschlag, aufgedruckte Marke 5 kr.; Umschlagklappe mit schwachem Prägedruck „Blume", kleines rotes Lacksiegel "F. Sp."; Poststempel "Wien…" [verwischt], rückseitig "Salzburg St…" [verwischt]; Frl [unterstrichen:] "Fanny Schlegel // [unterstrichen:] Salzburg // Marktpla[t]z N 10 II Sto[c]k". Ein Bogen; / = Seitenwechsel; // = Absatz; [Ergänzung]; [?] = fraglich:<br />
''Wien 4. Febr 1872 // Meine liebe Fanny! // Gestern fand ich nicht mehr Zeit um Deinen Brief, für den ich Dir herzlichst danke, zu beantworten, u mache mich nun in einer frühen Vormittagsstunde hier in der Angermay[e]r’schen Behausung an die Beantwortung Deines lieben Briefes; ich bitte daher auch um Entschuldigung, wenn derselbe kürzer als sonst wird, obwo[h]l eigentlich Dein le[t]zter Brief, der sich durch größeren Umfang in erfreulicher Weise hervorthat, mich zu einer längeren Antwort auffordern würde. // Zunächst nun der Bericht dß ich am Freitag 2 Febr den Wo[h]nungsZins für das erste Vierteljahr bereits geza[h]lt habe, dß wir also die Stätte / bereits gesichert haben u. in gewissem Sinn mein nennen kann, wo wir dann nach der Hochzeit[s]reise unser Haupt niederlegen können, u unser daheim etablieren werden Die Adresse unter'' [der] ''die Betten zu schi[c]ken sind, ist meine ganze gewöhnliche Adresse; ich erhalte ja ohnehin das Aviso von der Bahn, u muß dann die Ueberfü[h]rung vom Bahnhofe in die Wo[h]nung selbst besorgen lassen. Die künftige Adresse ist übrigens Hauptstraße N 29.<ref>heute Neubau der Raiffeisen Bank</ref> Die ebenerdige Wo[h]nung im gleichen Hause, (dieselbe die ich ursprünglich vorgeschlagen) nunt'' [nutzt?] ''wahrscheinlich jener Bekannte von mir, der kürzlich Bräutigam wurde, u. auch bereits im Mai heuratet. //''
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''Wien 4. Febr 1872 // Meine liebe Fanny! // Gestern fand ich nicht mehr Zeit um Deinen Brief, für den ich Dir herzlichst danke, zu beantworten, u mache mich nun in einer frühen Vormittagsstunde hier in der Angermay[e]r’schen Behausung an die Beantwortung Deines lieben Briefes; ich bitte daher auch um Entschuldigung, wenn derselbe kürzer als sonst wird, obwo[h]l eigentlich Dein le[t]zter Brief, der sich durch größeren Umfang in erfreulicher Weise hervorthat, mich zu einer längeren Antwort auffordern würde. // Zunächst nun der Bericht dß ich am Freitag 2 Febr den Wo[h]nungsZins für das erste Vierteljahr bereits geza[h]lt habe, dß wir also die Stätte / bereits gesichert haben u. in gewissem Sinn mein nennen kann, wo wir dann nach der Hochzeit[s]reise unser Haupt niederlegen können, u unser daheim etablieren werden Die Adresse unter'' [der] ''die Betten zu schi[c]ken sind, ist meine ganze gewöhnliche Adresse; ich erhalte ja ohnehin das Aviso von der Bahn, u muß dann die Ueberfü[h]rung vom Bahnhofe in die Wo[h]nung selbst besorgen lassen. Die künftige Adresse ist übrigens Hauptstraße N 29.<ref>heute Neubau der Raiffeisen Bank</ref> Die ebenerdige Wo[h]nung im gleichen Hause, (dieselbe die ich ursprünglich vorgeschlagen) nunt'' [nutzt? Anm.] ''wahrscheinlich jener Bekannte von mir, der kürzlich Bräutigam wurde, u. auch bereits im Mai heuratet. //''
    
''Weiters bitte ich Dich mir nötichen [!]-falls umgehend bekannt zu geben, ob Dein Vater seinen Namenstag am 7 Febr. od erst am 3 April / hat, da an beiden Tagen "Richard" im Kalender steht. // Das sich wegen Emmas Hochzeit alles so hinauszieht, ist mir gar nicht angene[h]m, da ich so gerne bald bestimmtes wüßte hinsichtlich Eures Hieherkommens. Es wäre schon fast notwendig, dß ich hinaufkäme u. Euch hole! Gese[t]zt ich käme auch ungeladen, od über eigene Einladung zu Emmas Hochzeit, könnte ich dann darauf rechnen, dß Ihr gleich mit mir herabreist? // Was das neue Feld meiner Tätigkeit betrifft, so weiß ich wo[h]l noch nicht, ob ich es regelmäßig bebauen werde. Uebrigens zu denen "von der Feder" gehörte ich ja schon längst, insoferne doch mein Beruf an sich es mit sich bringt, dß die Feder mein hauptsächliches Handwerkszeug ist, u. insoferne ja auch, wie ich Dir seinerzeit ohnehin berichtete, / auch die Salzburger Zeitung schon seinerzeit manches aus meiner Feder brachte. Wir reichen uns also auch in dieser Hinsicht die Hand, da auch von Dir schon einiges gedru[c]kt wurde. Was Deine Anstellung als Schreiber betrifft, so könnte dir eine solche gelegentlich schon zu Theil werden. // Gestern war ich wieder beim Salzburger Abend, u. unterhielt mich ziemlich gut – u. ging direkt, ohne den Umweg über das Cafehaus nach Hause. Ich schließe für heute, diesen etwas oberflächlichen Brief u hoffe nächstens wieder eingehender Dir zu schreiben. An die Großmutter meine Grüße, ebenso an Deine Eltern. Mit der Bitte, dß Du meiner freundlich – auch im Gebete – gedenkest u. mich lieb behaltest verbleibe ich // Dein treuer Franz.''  
 
''Weiters bitte ich Dich mir nötichen [!]-falls umgehend bekannt zu geben, ob Dein Vater seinen Namenstag am 7 Febr. od erst am 3 April / hat, da an beiden Tagen "Richard" im Kalender steht. // Das sich wegen Emmas Hochzeit alles so hinauszieht, ist mir gar nicht angene[h]m, da ich so gerne bald bestimmtes wüßte hinsichtlich Eures Hieherkommens. Es wäre schon fast notwendig, dß ich hinaufkäme u. Euch hole! Gese[t]zt ich käme auch ungeladen, od über eigene Einladung zu Emmas Hochzeit, könnte ich dann darauf rechnen, dß Ihr gleich mit mir herabreist? // Was das neue Feld meiner Tätigkeit betrifft, so weiß ich wo[h]l noch nicht, ob ich es regelmäßig bebauen werde. Uebrigens zu denen "von der Feder" gehörte ich ja schon längst, insoferne doch mein Beruf an sich es mit sich bringt, dß die Feder mein hauptsächliches Handwerkszeug ist, u. insoferne ja auch, wie ich Dir seinerzeit ohnehin berichtete, / auch die Salzburger Zeitung schon seinerzeit manches aus meiner Feder brachte. Wir reichen uns also auch in dieser Hinsicht die Hand, da auch von Dir schon einiges gedru[c]kt wurde. Was Deine Anstellung als Schreiber betrifft, so könnte dir eine solche gelegentlich schon zu Theil werden. // Gestern war ich wieder beim Salzburger Abend, u. unterhielt mich ziemlich gut – u. ging direkt, ohne den Umweg über das Cafehaus nach Hause. Ich schließe für heute, diesen etwas oberflächlichen Brief u hoffe nächstens wieder eingehender Dir zu schreiben. An die Großmutter meine Grüße, ebenso an Deine Eltern. Mit der Bitte, dß Du meiner freundlich – auch im Gebete – gedenkest u. mich lieb behaltest verbleibe ich // Dein treuer Franz.''