| − | ''Salzburg den 27/7 [18]71. Mein liebster theuerster Franz! Dein letzter Brief welchen ich vorgestern erhielt hat mich nicht befriediget; du hast ja kein Wort geschrieben, über alles was ich dir bezüglich der F'' (Fanni [[Franziska Schlegel]]) ''mitgetheilt habe; und überhaupt war es keine Antwort auf meinen Brief – – Ich habe seither wider mit der Senior F'' [ [[Franziska Kobler|Franziska "Fanny" Kobler]], Anm.] ''gesprochen wo sie fürs erste sagte das sie glaube sie werde der F'' [der Enkelin] ''eine Zulage geben für dermalen, nach meinen Tod sagte sie bekömt sie ja ohnehin das Kapital von mir außer einigen Legaten. dan sagte ich, das du, als du hier warst sagtest du wünschest, das die Vermählung / nicht zu lange hinauß geschoben wird, wen einmal sonst alles in Ordnung ist, dann sagte die F mir ist es auch ganz recht, da muß er halt dan gleich um eine Wohnung umsuchen dan gehe ich halt mit F hinunter'' [nach Wien] ''und richten alles ein, die Möbb [Möbel] kaufe ich unten 3 Betten bekömmt die F und eines bekömmst du, die F bekömmt größten theil alles von der Mutter<ref>[[Zäzilia Amalia Kobler]] starb 1848</ref> auch an Leibwasch es wurde alles für sie auf behalten. Die F sagte son[s]t [?] muß die F also etwas früher oder später bleibt sich gleich. Ich sagte ihr daß du auf 1400 fl [Gulden] kämmst dan sagte sie na ja und was die F bekömmt, könen sie schon leben. Wen du nicht abkomen kannst so wirst du doch müßen schriftlich anhalten, sonst geht die ganze Sache ins weite hinauß. | + | ''Salzburg den 27/7 [18]71. Mein liebster theuerster Franz! Dein letzter Brief welchen ich vorgestern erhielt hat mich nicht befriediget; du hast ja kein Wort geschrieben, über alles was ich dir bezüglich der F'' (Fanni [[Franziska Schlegel]]) ''mitgetheilt habe; und überhaupt war es keine Antwort auf meinen Brief – – Ich habe seither wider mit der Senior F'' [ [[Franziska Kobler|Franziska "Fanny" Kobler]], Anm.] ''gesprochen wo sie fürs erste sagte das sie glaube sie werde der F'' [der Enkelin] ''eine Zulage geben für dermalen, nach meinen Tod sagte sie bekömt sie ja ohnehin das Kapital von mir außer einigen Legaten. dan sagte ich, das du, als du hier warst sagtest du wünschest, das die Vermählung / nicht zu lange hinauß geschoben wird, wen einmal sonst alles in Ordnung ist, dann sagte die F mir ist es auch ganz recht, da muß er halt dan gleich um eine Wohnung umsuchen dan gehe ich halt mit F hinunter'' [nach Wien, Anm.] ''und richten alles ein, die Möbb [Möbel, Anm.] kaufe ich unten 3 Betten bekömmt die F und eines bekömmst du, die F bekömmt größten theil alles von der Mutter<ref>[[Zäzilia Amalia Kobler]] starb 1848</ref> auch an Leibwasch es wurde alles für sie auf behalten. Die F sagte son[s]t [?] muß die F also etwas früher oder später bleibt sich gleich. Ich sagte ihr daß du auf 1400 fl [Gulden, Anm.] kämmst dan sagte sie na ja und was die F bekömmt, könen sie schon leben. Wen du nicht abkomen kannst so wirst du doch müßen schriftlich anhalten, sonst geht die ganze Sache ins weite hinauß. |
| − | ''Nun habe ich dir viel geschrieben. / jetzt von etwas andern. fü[r]s erste, darf ich der Louise dieses Blaue Matrosen Joperl oder eigentlich Bluse geben, für den kleinen Otto, sie möchte ihm gerne ein Kleidl davon machen lassen, ich glaube es ist auch beßer wen es in Verwendung kömmt – sonst kommen noch mehr die Schaben darüber. Otto'' [ [[Otto Spängler]], Anm.] ''läßt dir sagen wen es möglich ist, so solst du die Schreiberey die Ham[m]erau'' [ [[Stahlwerk Annahütte]], Anm.] '', mit der Leopoldine ihren Papieren schüken, welche wie wir hoffen bald kommen werden. Herr Kalhofer ist heute hier er läßt dich recht schon grüßen und dir sagen das er am Sammstag nach Hofgastein abreißt, wo er als hülfsküster hinkömmt. er geht nicht sehr gerne. Vorgestern wurde der Verwalter von Versatzhauß in die Fronfeste eingespert, er hat die Bauanstalt bey 4000 fl [Gulden] / betrogen, ein Kontolan'' [Kontrolleur?] ''welcher erst ein ½ Jahr hier ist hat ihn gelangt. Es ist dies wider ein Schaden für die gemeinde. Die neue Bahn nach Hallein ist sehr besucht es fahren oft 1000 in einen Tag hin und zurück. Lebe recht wohl mein lieber Franz schreibe mir recht bald und doch einiges bezüglich der Fani. Wir sind alle wohl Otto der kleine ist sehr lieb, auch die Paula. Der Direktor Hommer [?] ist zum Sterben krank. Heute ist die Vermählung der Maria Hielebrad [?] im Domm um 11 Uhr auf den Hochaltar geweßen wegen den Singacketanien [?]. Es'' [gestrichen] ''Der Leonardi soll durchgegangen sein, sie ist hier. Es küßt dich mit aller Liebe deine treue Mutter Spángler.'' [erste Seite auf dem Kopf:] ''Otto und Louise grüßen dich recht herzlich // Leopoldine ist seit einigen Tagen Unwohl sie liegt im Bett. '' | + | ''Nun habe ich dir viel geschrieben. / jetzt von etwas andern. fü[r]s erste, darf ich der Louise dieses Blaue Matrosen Joperl oder eigentlich Bluse geben, für den kleinen Otto, sie möchte ihm gerne ein Kleidl davon machen lassen, ich glaube es ist auch beßer wen es in Verwendung kömmt – sonst kommen noch mehr die Schaben darüber. Otto'' [ [[Otto Spängler]], Anm.] ''läßt dir sagen wen es möglich ist, so solst du die Schreiberey die Ham[m]erau'' [ [[Stahlwerk Annahütte]], Anm.] '', mit der Leopoldine ihren Papieren schüken, welche wie wir hoffen bald kommen werden. Herr Kalhofer ist heute hier er läßt dich recht schon grüßen und dir sagen das er am Sammstag nach Hofgastein abreißt, wo er als hülfsküster hinkömmt. er geht nicht sehr gerne. Vorgestern wurde der Verwalter von Versatzhauß in die Fronfeste eingespert, er hat die Bauanstalt bey 4000 fl [Gulden] / betrogen, ein Kontolan'' [Kontrolleur? Anm.] ''welcher erst ein ½ Jahr hier ist hat ihn gelangt. Es ist dies wider ein Schaden für die gemeinde. Die neue Bahn nach Hallein ist sehr besucht es fahren oft 1000 in einen Tag hin und zurück. Lebe recht wohl mein lieber Franz schreibe mir recht bald und doch einiges bezüglich der Fani. Wir sind alle wohl Otto der kleine ist sehr lieb, auch die Paula. Der Direktor Hommer [?] ist zum Sterben krank. Heute ist die Vermählung der Maria Hielebrad [?] im Domm um 11 Uhr auf den Hochaltar geweßen wegen den Singacketanien [?]. Es'' [gestrichen, Anm.] ''Der Leonardi soll durchgegangen sein, sie ist hier. Es küßt dich mit aller Liebe deine treue Mutter Spángler.'' [erste Seite auf dem Kopf:] ''Otto und Louise grüßen dich recht herzlich // Leopoldine ist seit einigen Tagen Unwohl sie liegt im Bett. '' |