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Ein Bogen, "englischer" Prägedruck "Löwe, Wappen und Einhorn"; unsichere [?] Lesung; / = Seitenwechsel:<br />
 
Ein Bogen, "englischer" Prägedruck "Löwe, Wappen und Einhorn"; unsichere [?] Lesung; / = Seitenwechsel:<br />
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''Salzburg den 10/6 [18]71. Mein inigst geliebter theuerster Franz! Recht herzlichen Dank sowohl für das geld, als auch für deinen lieben Brief. Gottlob das du Glücklich in Mödling angekommen bist. Ich dachte wohl Hundertmahl an dich, es waren uns die Tage sehr schnell und angenehm verfloßen. Denke dir ich ging, denselben Tag um 1/2 9 Uhr in die Kirche, und traf auf den Weg in der Pfarrgaße die beiden Fani<ref>Fanny = [[Franziska Kobler]] und Enkelin Fanni = [[Franziska Schlegel]]; Franz Spängler hat dann am 8. April 1872 in Salzburg Franziska Schlegel geheiratet.</ref>, welchen ich /'' [Schrägstrich] ''da wir so nahe waren, und wir ja ohnehin meistens uns ansprechen /'' [Schrägstrich] ''die herzlichsten Grüße von dir entrichtete[n], die ältere fragte mich ob du in der Nacht fort seyst, die junge sagte dan gleich mir er ist heute früh fort, wir gingen dan außeinander, weil wir in die Kirche gingen. / seither sah ich keines mehr bis gestern sprach ich die Sch F''  [&nbsp;[[Franziska Schlegel]], Anm.] ''allein beim herauß gehen von der Kirche um 10 Uhr wir gingen dan in den langen Hofgang wo wir ein wenig stehen blieben da niemand ging ich sagte ihr daß du mir geschrieben und alle herzlichst grüßen laßest, sagte ihr auch das sie gewiß längstens als Heute einen Brief von dir bekommen wird, sie sagte sie freue sich schon darauf ich sagte ihr sie möchte ja niem[an]d etwas davon sagen, ein gleiches hat sie auch mich gebethen, ich sagte ihr das ich denke, das wen auch alles schon richtig ist es niemand zu wissen braucht, bis die Zeit schon nahe ist, den beim schreiben kann so etwas viellänger verschwigen bleiben, sie sagte es sey ihr ganz recht. Sie sagte mir auch, das sie so überrascht von deinen Antrag war, das sie würklich erst zeit brauchte um sich zu sameln, und ich werde schon ein paar Briefe schreiben / müßen um ihm näher kenen zu lernen, bis ich eine bestimmte Antwort geben kann. Sie sagte, er hat es leicht, er hat sich die Sache zuerst außgedacht und überlegt, ich muß aber dieses erst thun. so jung bin ich ja nicht mehr <ref>Sie ist am 1. Juni 1848 geboren, also 23 Jahre alt.</ref> das ich gerade so leicht hinen [?] gehe. Wir gingen dan schnell außeinander weil jemand im gang herein tratt, damit niemand etwas merckt. Ich bethe schon recht fleißig das der liebe gott, dein Unternehmen segnen möge. Der liebe Vater Sel<ref>[[Franz Xaver Gregor Spängler]] starb am 1. März 1852.</ref> möge auch für dich bitten, das alles recht wird. Von Fanny und Zeller habe ich nichts gehört, als, das an keine Annahmung'' [Annäherung?] ''mehr zu denken ist. Für Dienstag Nachmittag bin ich schon bey den Sattler geladen denke dir die Zeller we[r]den sehr in der Stadt herum getragen'' [es wird darüber geredet] ''in dem sie bey Poschinger Hemmten für / Erna anfertigen ließen wofür 14 fl'' [Gulden] ''Arbeitslohn verlangt wurde bey Zeller wurde nach öftren Briefwechsel endlich 5 fl und einige 20 X'' [Kreuzer] ''bezahlt die arbeitende Partei schreit sie nun in der ganzen Stadt auß. Es ist dies zur ersten geschichte, einn sehr unangenehmes Nachspiel. Otto hat deinen Brief nicht gelesen auch den meinen nicht, er fragte mich auch bezüglich deinen nicht, ich kaufte ihm nun ein Gnever'' [? latein. Schrift] ''ab, und ließ mir gleich die Masse schreiben.''
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''Salzburg den 10/6 [18]71. Mein inigst geliebter theuerster Franz! Recht herzlichen Dank sowohl für das geld, als auch für deinen lieben Brief. Gottlob das du Glücklich in Mödling angekommen bist. Ich dachte wohl Hundertmahl an dich, es waren uns die Tage sehr schnell und angenehm verfloßen. Denke dir ich ging, denselben Tag um 1/2 9 Uhr in die Kirche, und traf auf den Weg in der Pfarrgaße die beiden Fani<ref>Fanny = [[Franziska Kobler]] und Enkelin Fanni = [[Franziska Schlegel]]; Franz Spängler hat dann am 8. April 1872 in Salzburg Franziska Schlegel geheiratet.</ref>, welchen ich /'' [Schrägstrich, Anm.] ''da wir so nahe waren, und wir ja ohnehin meistens uns ansprechen /'' [Schrägstrich] ''die herzlichsten Grüße von dir entrichtete[n], die ältere fragte mich ob du in der Nacht fort seyst, die junge sagte dan gleich mir er ist heute früh fort, wir gingen dan außeinander, weil wir in die Kirche gingen. / seither sah ich keines mehr bis gestern sprach ich die Sch F''  [&nbsp;[[Franziska Schlegel]], Anm.] ''allein beim herauß gehen von der Kirche um 10 Uhr wir gingen dan in den langen Hofgang wo wir ein wenig stehen blieben da niemand ging ich sagte ihr daß du mir geschrieben und alle herzlichst grüßen laßest, sagte ihr auch das sie gewiß längstens als Heute einen Brief von dir bekommen wird, sie sagte sie freue sich schon darauf ich sagte ihr sie möchte ja niem[an]d etwas davon sagen, ein gleiches hat sie auch mich gebethen, ich sagte ihr das ich denke, das wen auch alles schon richtig ist es niemand zu wissen braucht, bis die Zeit schon nahe ist, den beim schreiben kann so etwas viellänger verschwigen bleiben, sie sagte es sey ihr ganz recht. Sie sagte mir auch, das sie so überrascht von deinen Antrag war, das sie würklich erst zeit brauchte um sich zu sameln, und ich werde schon ein paar Briefe schreiben / müßen um ihm näher kenen zu lernen, bis ich eine bestimmte Antwort geben kann. Sie sagte, er hat es leicht, er hat sich die Sache zuerst außgedacht und überlegt, ich muß aber dieses erst thun. so jung bin ich ja nicht mehr <ref>Sie ist am 1. Juni 1848 geboren, also 23 Jahre alt.</ref> das ich gerade so leicht hinen [?] gehe. Wir gingen dan schnell außeinander weil jemand im gang herein tratt, damit niemand etwas merckt. Ich bethe schon recht fleißig das der liebe gott, dein Unternehmen segnen möge. Der liebe Vater Sel<ref>[[Franz Xaver Gregor Spängler]] starb am 1. März 1852.</ref> möge auch für dich bitten, das alles recht wird. Von Fanny und Zeller habe ich nichts gehört, als, das an keine Annahmung'' [Annäherung? Anm.] ''mehr zu denken ist. Für Dienstag Nachmittag bin ich schon bey den Sattler geladen denke dir die Zeller we[r]den sehr in der Stadt herum getragen'' [es wird darüber geredet, Anm.] ''in dem sie bey Poschinger Hemmten für / Erna anfertigen ließen wofür 14 fl'' [Gulden, Anm.] ''Arbeitslohn verlangt wurde bey Zeller wurde nach öftren Briefwechsel endlich 5 fl und einige 20 X'' [Kreuzer, Anm.] ''bezahlt die arbeitende Partei schreit sie nun in der ganzen Stadt auß. Es ist dies zur ersten geschichte, einn sehr unangenehmes Nachspiel. Otto hat deinen Brief nicht gelesen auch den meinen nicht, er fragte mich auch bezüglich deinen nicht, ich kaufte ihm nun ein Gnever'' [? latein. Schrift, Anm.] ''ab, und ließ mir gleich die Masse schreiben.''
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''Noch muß ich dir sagen, das man schon die Verlobung, mit Plachetka Ludmilla <ref>Im einem Brief vom 11. September 1875 heißt es u. a.: ''Lida Plachetka ist eine ganz glückliche Braut. Im November ist die Vermählung.'' Besteht hier ein Zusammenhang?</ref> mit die'' [dem?] ''Fegren [?] ließ, ich mußte lachen, und es ist gar nicht so unangenehm das die Leute dieß glauben forderten [?] sie desto weniger an das andere. Lebe nun recht wohl mein lieber Franz sey recht herzlich gegrüßt und geküßt von deiner dich treu lieben[den] Mutter Spángler''
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''Noch muß ich dir sagen, das man schon die Verlobung, mit Plachetka Ludmilla <ref>Im einem Brief vom 11. September 1875 heißt es u. a.: ''Lida Plachetka ist eine ganz glückliche Braut. Im November ist die Vermählung.'' Besteht hier ein Zusammenhang?</ref> mit die'' [dem? Anm.] ''Fegren [?] ließ, ich mußte lachen, und es ist gar nicht so unangenehm das die Leute dieß glauben forderten [?] sie desto weniger an das andere. Lebe nun recht wohl mein lieber Franz sey recht herzlich gegrüßt und geküßt von deiner dich treu lieben[den] Mutter Spángler''
    
[darunter klein:] ''Von der Fa[nni] viele herzliche Grüße. Otto Louise grüßen recht herzlich so auch Sattler.''
 
[darunter klein:] ''Von der Fa[nni] viele herzliche Grüße. Otto Louise grüßen recht herzlich so auch Sattler.''