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==== Brief vom 6. März 1871 von Pater Albert Eder und Fanny Spängler an Franz Spängler ====
 
==== Brief vom 6. März 1871 von Pater Albert Eder und Fanny Spängler an Franz Spängler ====
 
Brief von Pater bzw. Abt von St. Peter [[Franz de Paula Albert Eder]] und der Mutter [[Franziska Spängler]] an den Sohn [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] in Wien; ein Bogen mit "englischem" Prägedruck Löwe, Wappen und Einhorn und ein beigelegtes Blatt; ohne Umschlag; / = Seitenwechsel; // = Absatz; Leseabsätze eingefügt; XX = unleserlich; [?] = fragliche Lesung; [Ergänzungen] <ref>Hier und an vielen folgenden Stellen (auch in den Briefen davor) wird von mir [O. H.] ergänzt, was zum Verständnis vielleicht nötig ist, auch einzelne Buchstaben, um anzudeuten, dass es so wirklich steht (vgl. [!], eher selten verwendet). Das gilt z.B. auch für Einzelbuchstaben, die zwar heutiger Rechtschreibung entsprechen, damals aber durchaus korrekt weggelassen werden konnten.</ref>:<br />
 
Brief von Pater bzw. Abt von St. Peter [[Franz de Paula Albert Eder]] und der Mutter [[Franziska Spängler]] an den Sohn [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] in Wien; ein Bogen mit "englischem" Prägedruck Löwe, Wappen und Einhorn und ein beigelegtes Blatt; ohne Umschlag; / = Seitenwechsel; // = Absatz; Leseabsätze eingefügt; XX = unleserlich; [?] = fragliche Lesung; [Ergänzungen] <ref>Hier und an vielen folgenden Stellen (auch in den Briefen davor) wird von mir [O. H.] ergänzt, was zum Verständnis vielleicht nötig ist, auch einzelne Buchstaben, um anzudeuten, dass es so wirklich steht (vgl. [!], eher selten verwendet). Das gilt z.B. auch für Einzelbuchstaben, die zwar heutiger Rechtschreibung entsprechen, damals aber durchaus korrekt weggelassen werden konnten.</ref>:<br />
''Salzburg den 6/3 [1]871 // Hochwo[h]lgeborener Herr Bez. Ger. <ref>Bezirksgerichts-</ref> Adjunkt! // Liebster Franz! // Die sehr erwünschte Gelegenheit bei der Frau Mutter benützend grüsse ich dich herzlichst aus Salzburg nochweils mit Schnee belasteten Bergeskranze. Der heurige Winter ging für mich Gott sei Dank recht gut vorüber, mein Fuß verhielt sich brav. Ende Jänners starb nach kurzem Krankenlager P. Roman, an dessen Stelle in der Kellermeisterei P. Bonifaz trat. In Abtenau starb Schweinersten'' [?] ''an seinem langwierigem Lungenleiden, ein paar Wochen vor seinem Hinscheiden versuchte er noch einmal mit grosser Anstrengung, die hl. Messe zu celebrieren. // Nun wie stehts, darf ich hoffen, daß zu Ostern wir hier die Freude des Wiedersehens haben werden? // Dich Gottes Schutze innigst empfehlend geharre'' [!] ''ich in alter Liebe und Verehrung Dein in Xto'' [Christo] ''ergebenster Freund AX'' [Namenskürzel] //
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''Salzburg den 6/3 [1]871 // Hochwo[h]lgeborener Herr Bez. Ger. <ref>Bezirksgerichts-</ref> Adjunkt! // Liebster Franz! // Die sehr erwünschte Gelegenheit bei der Frau Mutter benützend grüsse ich dich herzlichst aus Salzburg nochweils mit Schnee belasteten Bergeskranze. Der heurige Winter ging für mich Gott sei Dank recht gut vorüber, mein Fuß verhielt sich brav. Ende Jänners starb nach kurzem Krankenlager P. Roman, an dessen Stelle in der Kellermeisterei P. Bonifaz trat. In Abtenau starb Schweinersten'' [?] ''an seinem langwierigem Lungenleiden, ein paar Wochen vor seinem Hinscheiden versuchte er noch einmal mit grosser Anstrengung, die hl. Messe zu celebrieren. // Nun wie stehts, darf ich hoffen, daß zu Ostern wir hier die Freude des Wiedersehens haben werden? // Dich Gottes Schutze innigst empfehlend geharre'' [!] ''ich in alter Liebe und Verehrung Dein in Xto'' [Christo, Anm.] ''ergebenster Freund AX'' [Namenskürzel] //
    
[[Datei:Brief vom 6. März 1871, Seite 1.JPG|thumb|left|Der Brief vom 6. März 1871, Seite 1.]]
 
[[Datei:Brief vom 6. März 1871, Seite 1.JPG|thumb|left|Der Brief vom 6. März 1871, Seite 1.]]
 
[[Datei:Prälat Dr. Albert Eder, Foto zum Brief 6. März 1871.JPG|thumb|Prälat Dr. Albert Eder, Foto zum Brief 6. März 1871]]  
 
[[Datei:Prälat Dr. Albert Eder, Foto zum Brief 6. März 1871.JPG|thumb|Prälat Dr. Albert Eder, Foto zum Brief 6. März 1871]]  
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''Mein in[n]igst geliebter Franz! // Da ich eben hergerichtet habe an dich zu schreiben und Herr Prälat eben bey mir war so schückte er sich sogleich an, an dich zu schreiben. Lieber Franz ich bin heute etwas später daran dir zu schreiben, aber es giebt immer etwas zu thuen – zu gehen, da bald dort bald da jemand krank ist. So ist eben die F[rau] v Toda schon 3 Wochen unwohl, an einen Magen Cartahr'' [Katarrh] '', dan[n] die Alois Spangler ist an einen'' [mehrfach durchgestrichen:] '' GXX Rehmatis'' [Rheuma] ''/ leidend, die Duregger war auch die vorige Woche größtentheils im Bett – die Schmelzingischen sind Gottlob beßer, er geht wieder seine Wege, sie im Hauß herum. Der kleine Otto<ref>Sohn von [[Otto Spängler]]</ref> war auch etwas unwohl, ist aber Gottlob auch wieder beßer. Die Zeller Em[m]a hat dir wie sie mir geßtern sagte, einen 8 Seiten langen Brief geschrieben, da wird sie dir ohnedieß von der Lanser Betti<ref>siehe Beilage</ref> alles geschrieben haben. Sie bekommt die doppelte Caution, und der Vater von ihm giebt ihnen eine Zulage, so mit werden sie recht angenehm leben können er will seinerzeit zum Generalstab kommen, er hat auch Jus studirt.''
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''Mein in[n]igst geliebter Franz! // Da ich eben hergerichtet habe an dich zu schreiben und Herr Prälat eben bey mir war so schückte er sich sogleich an, an dich zu schreiben. Lieber Franz ich bin heute etwas später daran dir zu schreiben, aber es giebt immer etwas zu thuen – zu gehen, da bald dort bald da jemand krank ist. So ist eben die F[rau] v Toda schon 3 Wochen unwohl, an einen Magen Cartahr'' [Katarrh, Anm.] '', dan[n] die Alois Spangler ist an einen'' [mehrfach durchgestrichen:] '' GXX Rehmatis'' [Rheuma, Anm.] ''/ leidend, die Duregger war auch die vorige Woche größtentheils im Bett – die Schmelzingischen sind Gottlob beßer, er geht wieder seine Wege, sie im Hauß herum. Der kleine Otto<ref>Sohn von [[Otto Spängler]]</ref> war auch etwas unwohl, ist aber Gottlob auch wieder beßer. Die Zeller Em[m]a hat dir wie sie mir geßtern sagte, einen 8 Seiten langen Brief geschrieben, da wird sie dir ohnedieß von der Lanser Betti<ref>siehe Beilage</ref> alles geschrieben haben. Sie bekommt die doppelte Caution, und der Vater von ihm giebt ihnen eine Zulage, so mit werden sie recht angenehm leben können er will seinerzeit zum Generalstab kommen, er hat auch Jus studirt.''
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''Das bewußte Paket bekamm am Schitzenball die Fany=Julie. schon am Morgen in einer Schachtel verpackt, ohne Nahmen! / am selben Abend sagte sie gar nichts darüber hörte ich, erst am nächsten Ball wo sie es wider gebrauchte sagte sie zu Zeller Ludwich'' [-wig] '', er mo[ö]chte so freundlich sein den Geber dises so schönen Paket[s] ihren herzlichsten Dank außzudrüken so erza[ä]hlten es die Joseph Spángler, was weiter geschieht weiß ich nicht. Der Seefelner'' [?] ''hat an einen Ort gesagt, es ist erst eine Frage ob sie ihm [!] mag. Die Betti Lanser nebst Frau, sind ganz glücklich über diese Heurath. Ich machte gestern meinen Besuch um sie beide zu beglückwünschen. Ich denke die Betti paßt vieleicht für diesen Besser, als für dich. Ich denke der liebe Gott wird dir schon auch noch ein rechtes Bräutchen schücken, welches imstande ist dich zu beglücken. /''
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''Das bewußte Paket bekamm am Schitzenball die Fany=Julie. schon am Morgen in einer Schachtel verpackt, ohne Nahmen! / am selben Abend sagte sie gar nichts darüber hörte ich, erst am nächsten Ball wo sie es wider gebrauchte sagte sie zu Zeller Ludwich'' [-wig, Anm.] '', er mo[ö]chte so freundlich sein den Geber dises so schönen Paket[s] ihren herzlichsten Dank außzudrüken so erza[ä]hlten es die Joseph Spángler, was weiter geschieht weiß ich nicht. Der Seefelner'' [?] ''hat an einen Ort gesagt, es ist erst eine Frage ob sie ihm [!] mag. Die Betti Lanser nebst Frau, sind ganz glücklich über diese Heurath. Ich machte gestern meinen Besuch um sie beide zu beglückwünschen. Ich denke die Betti paßt vieleicht für diesen Besser, als für dich. Ich denke der liebe Gott wird dir schon auch noch ein rechtes Bräutchen schücken, welches imstande ist dich zu beglücken. /''
 
   
 
   
''Ich bin sehr froh das ich dir diese 2 Paar Sachen senden kon[n]te, ich habe schon wider eine in bereitschaft, ich denke wen[n] nicht andres durch den'' [die] ''Fan[n]y zu denen Sattlers in längstens 10 Tagen. Da kannst du sie bey Gelegenheit hollen. Die Peyer'' [Payr] <ref>vgl. Brief vom 2. Oktober 1870, Hinweise</ref> ''in Inspruck'' [Innsbruck] ''hat einen Knaben, soll aber noch sehr schwach sein, und sich nicht recht erhollen kön[n]en. Die Georg Lanser ist auch in gesegneten Umständen. Wir haben hier auch jetzt sehr warme und sehr schöne Tage. Nur ist es theilweise fast nicht zu gehen vor Schmutz. Bey liegend sende ich dir etwas Zwirn, im nächsten Brief wider etwas, damit es nicht zu dick wird. Lebe recht wohl es küßt dich mit aller Liebe deine treue // Mutter Spángler.''
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''Ich bin sehr froh das ich dir diese 2 Paar Sachen senden kon[n]te, ich habe schon wider eine in bereitschaft, ich denke wen[n] nicht andres durch den'' [die, Anm.] ''Fan[n]y zu denen Sattlers in längstens 10 Tagen. Da kannst du sie bey Gelegenheit hollen. Die Peyer'' [Payr] <ref>vgl. Brief vom 2. Oktober 1870, Hinweise</ref> ''in Inspruck'' [Innsbruck, Anm.] ''hat einen Knaben, soll aber noch sehr schwach sein, und sich nicht recht erhollen kön[n]en. Die Georg Lanser ist auch in gesegneten Umständen. Wir haben hier auch jetzt sehr warme und sehr schöne Tage. Nur ist es theilweise fast nicht zu gehen vor Schmutz. Bey liegend sende ich dir etwas Zwirn, im nächsten Brief wider etwas, damit es nicht zu dick wird. Lebe recht wohl es küßt dich mit aller Liebe deine treue // Mutter Spángler.''
    
[beigelegtes Blatt, gedruckter Text, unterschiedliche Schriftgrößen:] "Frau Hedwig von Lanser // beehrt sich ihren Freunden und Bekannten die Verlobung ihrer Tochter // Betti // mit // Herrn August Ritter von Engerth // k.k. Lieutenant im 59. Linien Infanterie Regiment // anzuzeigen. // Salzburg, den 26. Februar 1871." – [rückseitig handschriftlich:] ''Die Lanser schückte die Verlobungs karte zu Otto ich legte sie diesen Brief bey.''
 
[beigelegtes Blatt, gedruckter Text, unterschiedliche Schriftgrößen:] "Frau Hedwig von Lanser // beehrt sich ihren Freunden und Bekannten die Verlobung ihrer Tochter // Betti // mit // Herrn August Ritter von Engerth // k.k. Lieutenant im 59. Linien Infanterie Regiment // anzuzeigen. // Salzburg, den 26. Februar 1871." – [rückseitig handschriftlich:] ''Die Lanser schückte die Verlobungs karte zu Otto ich legte sie diesen Brief bey.''