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| | == Geschichte == | | == Geschichte == |
| | :''siehe auch [[Historische Krankenakten der Christian-Doppler-Klinik von 1850 bis 1969]]'' | | :''siehe auch [[Historische Krankenakten der Christian-Doppler-Klinik von 1850 bis 1969]]'' |
| − | In den Jahren [[1896]] bis [[1898]] wurde vom [[Land Salzburg (Gebietskörperschaft)|Land Salzburg]] eine "Salzburger Landesheilanstalt für Geisteskranke" als Sonderkrankenanstalt errichtet. In den [[1970er]] wurde die Einrichtung um eine Neurologie und Gerichtsmedizin und Ausbildungseinrichtungen ergänzt und in "Landesnervenklinik" umbenannt. [[1997]] erfolgte die Umbenennung in "Christian-Doppler-Klinik". | + | === Die Landesheilanstalt für Geisteskranke 1898–1938 === |
| | + | Versuche zur Schaffung einer allgemeinen Anstalt für psychisch Kranke und geistig Behinderte gehen bis [[1778]] zurück. Einer der ersten Vertreter des modernen Nervenheilwesen war der Salzburger Nervenarzt [[Franz Valentin Zillner]].<ref name="LiEFERing">Artikel "[[Liefering]]" und Wikipedia-Artikel "[https://de.wikipedia.org/wiki/Liefering Liefering]", Abschnitt "[https://de.wikipedia.org/wiki/Liefering#Christian-Doppler-Klinik Christian-Doppler-Klinik]" (abgerufen am 7. August 2025)</ref> |
| | + | In den Jahren [[1896]] bis [[1898]] wurde vom [[Land Salzburg (Gebietskörperschaft)|Land Salzburg]] eine ''Heilanstalt für Gemüts- und Nervenkranke'' errichtet. Sie wurde im Jahr 1898 eröffnet und war damals eine der fortschrittlichsten Nervenheilanstalten Österreichs.<ref name="LiEFERing"/> |
| | + | Die Anstalt entstand auf den Grundstücken zweier Bauerngüter, des [[Gierlinggut]]es und des [[Langwallnergut]]es in [[Maxglan]],<ref name="LiEFERing"/> und wird wie weite Teile [[Altmaxglan]]s und [[Maxglan]]-[[Lehen (Stadt Salzburg)|Lehen]]s durch geschickte Stadtteilpolitik erst neuerdings dem [[Salzburger Stadtteile|Stadtteil]] Liefering zugeordnet, obwohl das Gebiet selbst heute noch offiziell in der [[Maxglan#Katastralgemeinde Maxglan|Katastralgemeinde Maxglan]] liegt.<ref>Artikel "Liefering" in der [https://www.sn.at/wiki/index.php?title=Liefering&type=revision&diff=32226&oldid=32220, Version der Ergänzung durch [[Benutzer:TriQ|Benutzer TriQ]] vom 17. August 2007]</ref> |
| | + | Von [[1906]] bis [[1934]] war [[Josef Böhm]] (* 1871; † 1939) zuerst im Jahr 1906 Verwalter des [[Landeskrankenhaus Salzburg|Johannis-Spitals Salzburg]] und ab dann Oberverwalter der Landesheilanstalt für Geistes- und Gemütskranke in Maxglan. Regierungsrat Böhm beendete seine Tätigkeit zum [[1. Februar]] 1934.<ref>[[Benutzer:Matt Kessler|Benutzer:Matt Kessler]], Änderung vom 12. Oktober 2017; siehe auch den Artikel "[[Josef Böhm]]"</ref> |
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| − | Bis [[31. Dezember]] [[1997]] war die Christian-Doppler-Klinik ein Regiebetrieb des [[Land Salzburg (Gebietskörperschaft)|Landes Salzburg]], der im Wege der [[Amt der Salzburger Landesregierung, Abteilung 9 - Gesundheit und Sport#Geschichte|Anstaltenverwaltung]] geführt wurde. Mit Wirkung vom [[1. Jänner]] [[1998]] wurde die Betriebsführung an die [[Gemeinnützige Salzburger Landeskliniken Betriebsgesellschaft mbH#Geschichte|Holding der Landeskliniken (LKS)]] übertragen. Mit Wirkung vom [[1. Jänner]] [[2004]] sind Rechtsträgerschaft und Betriebsführung der Christian-Doppler-Klinik an die Gemeinnützige Salzburger Landeskliniken Betriebsgesellschaft mbH - [[SALK]] übertragen worden.
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| − | Die ''Christian-Doppler-Klinik'' entstand auf den Grundstücken zweier Bauerngüter, des [[Gierlinggut]]es und des [[Langwallnergut]]es in [[Maxglan]] und wird wie weite Teile [[Altmaxglan]]s und [[Maxglan]] - [[Lehen (Stadt Salzburg)|Lehen]]s durch geschickte Stadtteilpolitik erst neuerdings dem Stadtteil Liefering zugeordnet, obwohl das Gebiet selbst heute noch offiziell in der Katastralgemeinde Maxglan liegt. Versuche zur Schaffung einer allgemeinen Anstalt für psychisch Kranke und geistig Behinderte gehen bis [[1778]] zurück. Einer der ersten Vertreter des modernen Nervenheilwesen war der Salzburger Nervenarzt [[Franz Valentin Zillner]]. 1898 konnte dann die ''Heilanstalt für Gemüts- und Nervenkranke'' eröffnet werden. Sie war damals eine der fortschrittlichsten Nervenheilanstalten Österreichs.
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| − | Von 1906 bis 1934 war [[Josef Böhm]] (* 1871; † 1939), zuerst im Jahr 1906 Verwalter des Johannis Spital Salzburg und ab dann Oberverwalter der Landesheilanstalt für Geistes-und Gemütskranke in Maxglan. Regierungsrath Böhm beendete seine Tätigkeit zum 1. Februar 1934.
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| − | Die heutige ''Christian-Doppler-Klinik'' besitzt die Abteilungen Neurologie, Neurochirurgie, Geriatrie, Psychiatrie und Psychotherapie ergänzt durch Aufgaben der klinischen Psychologie und der Neuroanästhesie. Durch modernste Einrichtungen wird eine rasche und genaue Diagnose ermöglicht und die Behandlungen soweit möglich ständig nach neuestem Stand von Wissen und Technik angepasst, wobei auch die optimale Pflege der Patienten durch hohe menschliche und fachliche Kompetenz gewährleistet wird.
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| − | An der Christian-Doppler-Klinik vollendete [[Werner Pritz|Werner F. Pritz]] [[1973]] seine Facharztausbildung.
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| − | === Die Klinik in der Zeit des Nationalsozialismus ===
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| − | Unter der Leitung von Klinik-Direktor Dr. [[Leo Wolfer]] war dessen Sohn Dr. [[Heinrich Wolfer]] als Psychiater und >Erbarzt< tätig. Während man Leo Wolfer Distanz zu den Euthanasieplänen nachsagte und ihm nur die Geheimhaltung wichtig war, war dessen Sohn ein fanatischer Befürworter der [[NS-Euthanasie]]. Am 16., 17. und 18. April, sowie am 21. Mai 1941 gingen Transporte mit insgesamt 263 Patienten und Patientinnen von der Landesheilanstalt in die Tötungsanstalt im [[Schloss Hartheim]] in der Gemeinde Alkoven in [[Oberösterreich]], wo alle vergast wurden.
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| | + | === Die Klinik in der Zeit des Nationalsozialismus (1938–1945) === |
| | + | Unter der Leitung von Klinik-Direktor Dr. [[Leo Wolfer]] war dessen Sohn Dr. [[Heinrich Wolfer]] als Psychiater und "Erbarzt" tätig. Während man Leo Wolfer Distanz zu den Euthanasieplänen nachsagte und ihm nur die Geheimhaltung wichtig war, war dessen Sohn ein fanatischer Befürworter der [[NS-Euthanasie]]. Am 16., 17. und 18. April sowie am 21. Mai 1941 gingen Transporte mit insgesamt 263 Patienten von der Landesheilanstalt in die Tötungsanstalt im [[Schloss Hartheim]] in der Gemeinde Alkoven in [[Oberösterreich]], wo alle vergast wurden.<ref>Artikel "[[NS-Euthanasie]]", "[[Leo Wolfer]]", "[[Heinrich Wolfer]]"</ref> |
| | + | === Die Nachkriegsjahrzehnte (nach 1945) === |
| | + | An der Christian-Doppler-Klinik vollendete [[Werner Pritz|Werner F. Pritz]] [[1973]] seine Facharztausbildung.<ref>Artikel "[[Werner Pritz]]"</ref> |
| | + | In den [[1970er]]-Jahren wurde die Einrichtung um eine Neurologie und Gerichtsmedizin und Ausbildungseinrichtungen ergänzt und in "Landesnervenklinik" umbenannt. [[1997]] erfolgte die Umbenennung in "Christian-Doppler-Klinik". |
| | + | Bis [[31. Dezember]] [[1997]] war die Christian-Doppler-Klinik ein Regiebetrieb des [[Land Salzburg (Gebietskörperschaft)|Landes Salzburg]], der im Wege der [[Amt der Salzburger Landesregierung, Abteilung 9 - Gesundheit und Sport#Geschichte|Anstaltenverwaltung des Landes]] geführt wurde. Mit Wirkung vom [[1. Jänner]] [[1998]] wurde die Betriebsführung an die [[Gemeinnützige Salzburger Landeskliniken Betriebsgesellschaft mbH#Geschichte|Holding der Landeskliniken (LKS)]] übertragen. Mit Wirkung vom [[1. Jänner]] [[2004]] wurden Rechtsträgerschaft und Betriebsführung der Christian-Doppler-Klinik an die Gemeinnützige Salzburger Landeskliniken Betriebsgesellschaft mbH - [[SALK]] übertragen.<ref name="LKH">Artikel "[[Landeskrankenhaus Salzburg]]"</ref> |
| | === Personen im Zusammenhang mit der Geschichte === | | === Personen im Zusammenhang mit der Geschichte === |
| | * [[Heimo Gastager]] | | * [[Heimo Gastager]] |
| | * [[Gerhart Harrer]] | | * [[Gerhart Harrer]] |
| | * [[Gunther Ladurner]] | | * [[Gunther Ladurner]] |
| − | | + | == Die Klinik heute == |
| − | === Gebäude auf dem Gelände der Krankenanstalt === | + | Die heutige ''Christian-Doppler-Klinik'' besitzt die Abteilungen Neurologie, Neurochirurgie, Geriatrie sowie Psychiatrie und Psychotherapie, ergänzt durch Aufgaben der klinischen Psychologie und der Neuroanästhesie. Durch modernste Einrichtungen wird eine rasche und genaue Diagnose ermöglicht und die Behandlungen soweit möglich ständig nach neuestem Stand von Wissen und Technik angepasst, wobei auch die optimale Pflege der Patienten durch hohe menschliche und fachliche Kompetenz gewährleistet wird. |
| − | :''Hauptartikel [[Gebäude auf dem Gelände der Christian-Doppler-Klinik]]''
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| | == Krankenanstalt im Profil == | | == Krankenanstalt im Profil == |
| | In der Christian-Doppler-Klinik stehen 601 Betten sowie 1 113 Mitarbeiter zur Verfügung. In 5 Fachabteilungen und zwei Instituten werden jährlich rund 16 500 Patienten in stationäre Pflege aufgenommen und eine noch wesentlich größere Anzahl ambulant versorgt. Die Auslastung beträgt 88 Prozent (2014)<ref> {{Quelle SN|2. Juli 2015}}</ref>. | | In der Christian-Doppler-Klinik stehen 601 Betten sowie 1 113 Mitarbeiter zur Verfügung. In 5 Fachabteilungen und zwei Instituten werden jährlich rund 16 500 Patienten in stationäre Pflege aufgenommen und eine noch wesentlich größere Anzahl ambulant versorgt. Die Auslastung beträgt 88 Prozent (2014)<ref> {{Quelle SN|2. Juli 2015}}</ref>. |
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| | * Universitätsklinik für Neurologie | | * Universitätsklinik für Neurologie |
| | * Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie | | * Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie |
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| | === Fachinstitute === | | === Fachinstitute === |
| | * Universitätsinstitut für Klinische Psychologie | | * Universitätsinstitut für Klinische Psychologie |
| − | | + | == Gebäude auf dem Gelände der Krankenanstalt == |
| − | Daneben befindet sich noch das ''Institut für Gerichtsmedizin'' auf dem Gelände, welches insbesondere in Forschung und Lehre eng mit der [[Rechtswissenschaftliche Fakultät an der Universität Salzburg]] kooperiert.
| + | :''Hauptartikel [[Gebäude auf dem Gelände der Christian-Doppler-Klinik]]'' |
| | + | Neben den Fachabteilungen und Fachinstituten befindet sich noch das ''Institut für Gerichtsmedizin'' auf dem Gelände, welches insbesondere in Forschung und Lehre eng mit der [[Rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität Salzburg]] kooperiert. |
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| | == Daten & Fakten == | | == Daten & Fakten == |
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| | == Literatur == | | == Literatur == |
| − | * [[Harald Waitzbauer]]: ''Vom Irrenhaus zur Christian-Doppler-Klinik. 100 Jahre Landesnervenklinik Salzburg - [[1898]] - [[1998]]'', Otto Müller Verlag, Salzburg, 1998, 144 Seiten, ISBN 3-7013-0988-4 | + | * [[Harald Waitzbauer|Waitzbauer, Harald]]: ''Vom Irrenhaus zur Christian-Doppler-Klinik. 100 Jahre Landesnervenklinik Salzburg - [[1898]] - [[1998]]'', Otto Müller Verlag, Salzburg, 1998, 144 Seiten, ISBN 3-7013-0988-4 |
| − | * Harald Waitzbauer: ''Im Dienst der Menschlichkeit. Die Tradition der Medizinischen Lehre und Forschung in Salzburg.'' [[Schriftenreihe des Landespressebüros]] - Sonderpublikationen Nr. 166. Salzburg 2000 | + | * Waitzbauer, Harald: ''Im Dienst der Menschlichkeit. Die Tradition der Medizinischen Lehre und Forschung in Salzburg.'' [[Schriftenreihe des Landespressebüros]] - Sonderpublikationen Nr. 166. Salzburg 2000 |
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| | == Weblink == | | == Weblink == |
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| | == Quellen == | | == Quellen == |
| | {{homepage|http://www.christian-doppler-klinik.at}} | | {{homepage|http://www.christian-doppler-klinik.at}} |
| − | * SALZBURGWIKI-Beitrag [[Liefering]]
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| | * Salzburger Nachrichten | | * Salzburger Nachrichten |
| | * [[NS-Euthanasie]] | | * [[NS-Euthanasie]] |