| Zeile 59: |
Zeile 59: |
| | *Braunfuchstiger | | *Braunfuchstiger |
| | *Achattiger | | *Achattiger |
| − |
| |
| − |
| |
| | == Entstehungs- und Zuchtgeschichte== | | == Entstehungs- und Zuchtgeschichte== |
| | Wie oben erwähnt nimmt man an, dass die Rasse einer Kreuzung einheimischer und römischer Arbeitspferde in der Provinz Norikum entspringt. Bereits im Jahr [[1565]] hat [[Erzbischof]] [[Johann Jakob von Kuen-Belasy]] in [[Spital im Felbertal]] ein erstes Gestüt errichtet. Nach wenigen Jahren wurde dieses wegen der zentraleren Lage in das [[Blühnbachtal]] verlegt. Ab diesem Zeitpunkt gab es stets ein erzbischöfliches Gestüt und bald mehrere. | | Wie oben erwähnt nimmt man an, dass die Rasse einer Kreuzung einheimischer und römischer Arbeitspferde in der Provinz Norikum entspringt. Bereits im Jahr [[1565]] hat [[Erzbischof]] [[Johann Jakob von Kuen-Belasy]] in [[Spital im Felbertal]] ein erstes Gestüt errichtet. Nach wenigen Jahren wurde dieses wegen der zentraleren Lage in das [[Blühnbachtal]] verlegt. Ab diesem Zeitpunkt gab es stets ein erzbischöfliches Gestüt und bald mehrere. |
| Zeile 72: |
Zeile 70: |
| | Im [[20. Jahrhundert]] hat man erfolgreich versucht, durch Zuchtwahl die ursprünglich schweren Pferde in mittelschwere zu verändern und dabei die guten Eigenschaften zu erhalten. [[1928]] wurde der [[Stoißenhof]] in den Hohlwegen zwischen [[Saalfelden]] und [[Weißbach bei Lofer]] vom Land Salzburg erworben und als Fohlenhof für die Aufzucht der Hengstfohlen eingerichtet. Das große Gestütbuch von Karl Schoßleitner, das [[1903]] herausgegeben wurde, enthielt bereits 1000 Stuten und 435 Hengste. [[1925]] schlossen sich die Pferdezuchtgenossenschaften zu einem Verband zusammen. Seither ist die ganze Zucht registriert. Den Sommer verbringen die Pferde auf der [[Grieswiesalm]]. | | Im [[20. Jahrhundert]] hat man erfolgreich versucht, durch Zuchtwahl die ursprünglich schweren Pferde in mittelschwere zu verändern und dabei die guten Eigenschaften zu erhalten. [[1928]] wurde der [[Stoißenhof]] in den Hohlwegen zwischen [[Saalfelden]] und [[Weißbach bei Lofer]] vom Land Salzburg erworben und als Fohlenhof für die Aufzucht der Hengstfohlen eingerichtet. Das große Gestütbuch von Karl Schoßleitner, das [[1903]] herausgegeben wurde, enthielt bereits 1000 Stuten und 435 Hengste. [[1925]] schlossen sich die Pferdezuchtgenossenschaften zu einem Verband zusammen. Seither ist die ganze Zucht registriert. Den Sommer verbringen die Pferde auf der [[Grieswiesalm]]. |
| | | | |
| | + | ==Die Hengstlinien in der Noriker Zucht im Überblick== |
| | + | =====Die Hengstlinie Diamant===== |
| | + | Sie lässt sich bis in das Jahr [[1877]] auf den Hengst 367 Bravo zurückverfolgen, dessen Urenkel, der [[1903]] geborene Hengst 216 Diamant zum Linienbegründer wurde. Alle heute geborenen Diamant Hengste gehen auf dessen Enkel, den Hengst 292 Opus Diamant II, zurück, der auch als 292 Max Diamant II bezeichnet wird. Er war ein großer, rotbrauner, für damalige Verhältnisse schwerer Hengst. |
| | + | =====Die Hengstlinie Elmar===== |
| | + | Diese Hengstlinie zählt zu den schwächsten der Noriker Zuchtlinien. Die Elmar-Linie wird heute mit der in der Noriker Zucht typischen Tigerfarbe gleichgesetzt und geht auf den [[1896]] in Tirol geborenen Privathengst 458 Elmar liz. zurück, der jedoch einfärbig war und dessen drei Söhne ebenfalls Braun waren. Die Tigerfärbung kam mit den Nachkommen des 200 Elmar I/494 über die Mutterseite in die Linie Elmar. Durch verschiedene Umstände verengte sich diese Linie und erst in den späten 50er-Jahren des [[20. Jahrhundert]]s konnte mit Hengst 785 Lerch Elmar IX ein Neuanfang gesetzt werden. |
| | + | =====Die NeroLinie===== |
| | + | An ihrem Beginn steht der [[1906]] geborene Hengst 554 liz. Nero. Sie blieb bis in die 20er-Jahre klein und erst mit dem Hengst 1088 Stoffen Nero IV – auf ihn gehen alle heute geborenen Hengste der Nero Linie zurück – trat eine Änderung ein. Einer seiner Nachkommen, der 1378 Stoissen Nero V, wurde zum bekanntesten und berühmtesten Noriker Hengst bisher. Er verkörperte den Idealtyp des Noriker Pferdes. Dennoch gehen die heutigen Hengste der Nero Linie vorwiegend nicht auf ihn sondern auf den Hengst Hauser Nero VII zurück. |
| | + | =====Die Hengstlinie Schaunitz===== |
| | + | Sie war früher für ihre Eigenschaften lebhaftes Temperament und Gängigkeit bekannt und kam vorwiegend im Bundesland [[Kärnten]] vor. Doch genau diese Eigenschaften wurden der Schaunitz Linie beinahe zum Verhängnis: die Absicherung dieser Noriker Linie, der von Beginn an klein war, führte in den [[1980]]er-Jahren nur mehr über drei Hengste. Heute jedoch sind Temperament und Erscheinungsbild der Schaunitz Linie wieder begehrt und scheint dadurch deren Fortbestand gesichert. Sie geht auf den braunen Hengst 255 Schaunitz zurück und unterteilt sich heute in die Zweige Brillant Linie, Dietrich Linie und Samson Linie. |
| | + | =====Die Vulkan Linie===== |
| | + | Sie ist seit Beginn der Noriker Zuchtgeschichte die zahlenmäßig am stärksten vertretenen Linie. Ihr Begründer war der im [[Pinzgau]] geborene Hengst 13 Vulkan 63. Die heutigen Zweige der Vulkan Linie gehen auf die Urenkel des Linienbegründers zurück. Es sind dies der Hengst 284 Gothe Vulkan V, geb. [[1920]], und dessen Bruder, 1014 Michl Vulkan V, geb. [[1928]]. |
| | + | |
| | ==Einsatz und Verwendung== | | ==Einsatz und Verwendung== |
| | Die Pferde waren bis zur Mechanisierung der Land- und Forstwirtschaft als Zug- und Tragtiere unverzichtbar. Alle Lasten – wie Holz, Getreide, Heu, Baumaterialien, Einkäufe etc. – wurden von Pferden (manchmal auch von Eseln, Maultieren, Kühen oder Ochsen) transportiert. Im Sommer wurden die Fuhren je nach Bedarf auf unterschiedlich großen Wägen, im Winter auf Schlitten geladen. Kleinere Lasten wurden von den Pferden auf dem Rücken getragen, so wie früher im [[Samer|Saumhandel]] über den [[Tauern]], oder auf einer so genannten ''„Schloapf“'', eine Art Schlitten ohne Räder, gezogen. Auch für den Personentransport waren die Pferde vonnöten. Dafür waren ebenfalls unterschiedliche Gefährte, vom zweirädrigen Wagen bis zur mehrspännigen Kutsche im Gebrauch. | | Die Pferde waren bis zur Mechanisierung der Land- und Forstwirtschaft als Zug- und Tragtiere unverzichtbar. Alle Lasten – wie Holz, Getreide, Heu, Baumaterialien, Einkäufe etc. – wurden von Pferden (manchmal auch von Eseln, Maultieren, Kühen oder Ochsen) transportiert. Im Sommer wurden die Fuhren je nach Bedarf auf unterschiedlich großen Wägen, im Winter auf Schlitten geladen. Kleinere Lasten wurden von den Pferden auf dem Rücken getragen, so wie früher im [[Samer|Saumhandel]] über den [[Tauern]], oder auf einer so genannten ''„Schloapf“'', eine Art Schlitten ohne Räder, gezogen. Auch für den Personentransport waren die Pferde vonnöten. Dafür waren ebenfalls unterschiedliche Gefährte, vom zweirädrigen Wagen bis zur mehrspännigen Kutsche im Gebrauch. |