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== Anstellung in Abtenau ==
 
== Anstellung in Abtenau ==
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Seine erste Stelle erhielt er [[1815]] im Zuge der Organisierung des Gesundheitswesens als bayerischer Landgerichtsarzt in [[Abtenau]], wo zuvor keinen eigener Physiker angestellt gewesen war. Maffeis Ziel war aber eine Stelle in Hallein, wofür er auch [[1816]] den Medizinalrat [[Joseph von Barisani]] mit 100 Gulden zu bestechen versuchte. Dr. [[Wolfgang Oberlechner]] schrieb im August [[1816]] − nach dem Ende der bayerischen Herrschaft − einen ausführlichen Beschwerdebrief über Dr. Barisani, in welchem er auch diese Affäre anführte. Darin klagt er, dass Dr. Barisani "laut Ackten zuerst zur Bestechung reizt und dann wegen Bestechung denunzirt" und dass dieser "den Landgerichtsarzt Maffai unschuldig zu martern, leidenschaftlich zu necken und um Ehre und guten Nahmen zu bringen" versucht habe.<ref>Oberösterreichisches Landesarchiv, Landesregierungsarchiv 1787–1849, Allgemeine Reihe, Schachtel 149.]</ref> Der Kriminalakt zu dieser Angelegenheit ist im [[Salzburger Landesarchiv]] zwar verzeichnet, aber verschollen.
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Seine erste Stelle erhielt er [[1815]] im Zuge der Organisierung des Gesundheitswesens als bayerischer Landgerichtsarzt in [[Abtenau]], wo zuvor keinen eigener Physiker angestellt gewesen war. Maffeis Ziel war aber eine Stelle in Hallein, wofür er auch [[1816]] den Medizinalrat [[Joseph von Barisani]] mit 100 Gulden zu bestechen versuchte. Dr. [[Wolfgang Oberlechner]] schrieb im August [[1816]] − nach dem Ende der bayerischen Herrschaft − einen ausführlichen Beschwerdebrief über Dr. Barisani, in welchem er auch diese Affäre anführte. Darin klagt er, dass Dr. Barisani "laut Ackten zuerst zur Bestechung reizt und dann wegen Bestechung denunzirt" und dass dieser "den Landgerichtsarzt Maffai unschuldig zu martern, leidenschaftlich zu necken und um Ehre und guten Nahmen zu bringen" versucht habe.<ref>Oberösterreichisches Landesarchiv, Landesregierungsarchiv 1787–1849, Allgemeine Reihe, Schachtel 149.]</ref> Der Kriminalakt zu dieser Angelegenheit ist im [[Salzburger Landesarchiv]] erhalten.
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Am 8. April 1816 wurde Maffei per Dekret zum Landgerichtsarzt von Hallein bestellt, am 1. Mai wurde Salzburg an Österreich übergeben und am 4. Mai schrieb er an seinen Vorgesetzten den Kreis-Medizinalrat Dr. [[Joseph von Barisani]: "mein erstes freudigstes Geschäft als solcher, wird seyn, Euer Hochwohlgeborn zu bitten, als einstweiligen kleinen Beweis meine gränzenlosen Dankbarkeit ein Geschenk von 100 Dukaten freundlichst anzunehmen, bis ich im Stande sein werde, würdiger Ihnen meine Ergebenheit zu beweisen."<ref>SLA STGSBG Krim. 1595 Carl Maffei.</ref>
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Die Sache wurde bekannt und eine Untersuchung wegen des Vergehens der Bestechung wurde vom k.k. österreichischen Appellationsgericht durchgeführt. Am 12. Juli kam es zu einem Unschuldserkenntnis, da Dr. v. Barisani den Karl Maffei – laut Verteidigungsschrift – schon von Jugend an "bis zu seinem jetzigen männlichen Alter" unterstützt hatte und das Geschenkversprechen nicht auf das "Maffeische Anstellungsgeschäft" bezogen war, hatte doch die Anstellung auch bereits vor der Verfassung des Briefes stattgefunden.<ref>SLA STGSBG Krim. 1595 Carl Maffei.</ref>
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[[Datei:Forstamtsgasse 2 Tamsweg.jpg|mini|Forstamtsgasse 2 [[Tamsweg]], hier befand sich das Physikat: die Dienststelle und Wohnung Karl Maffeis.]] Am [[29. Oktober]] [[1827]] heiratete Karl Maffei  36-jährig die gleichaltrige aus Brannenburg in Bayern stammende [[Anastasia Maffei|Anastasia Bloner]].  
 
[[Datei:Forstamtsgasse 2 Tamsweg.jpg|mini|Forstamtsgasse 2 [[Tamsweg]], hier befand sich das Physikat: die Dienststelle und Wohnung Karl Maffeis.]] Am [[29. Oktober]] [[1827]] heiratete Karl Maffei  36-jährig die gleichaltrige aus Brannenburg in Bayern stammende [[Anastasia Maffei|Anastasia Bloner]].  
 
Bis zur Organisation des Sanitätswesens unter der österreichischen Herrschaft blieb er als "quieszierter Landgerichtsarzt" in Abtenau.
 
Bis zur Organisation des Sanitätswesens unter der österreichischen Herrschaft blieb er als "quieszierter Landgerichtsarzt" in Abtenau.