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| − | '''Phyllonorycter spinicolella''' (''Lithocolletis spinicolella'' Zeller, 1846: 203-204) ist eine [[Glossar Biologie#A|Art]] aus der [[Glossar Biologie#O|Ordnung]] [[Lepidoptera]], [[Glossar Biologie#F|Familie]] [[Gracillariidae]] (Miniermotten oder Blatt-Tütenmotten). | + | '''Phyllonorycter spinicolella''' (''Lithocolletis spinicolella'' Zeller, 1846: 203-204) ist eine [[Glossar Biologie#A|Art]] aus der [[Glossar Biologie#O|Ordnung]] [[Lepidoptera]] (Schmetterlinge), [[Glossar Biologie#F|Familie]] [[Gracillariidae]] (Miniermotten oder Blatt-Tütenmotten). |
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| | ==Diagnose== | | ==Diagnose== |
| − | ''P. spinicolella'' ist weder nach dem Habitus der Falter, noch nach der Mine eindeutig zu bestimmen. Lediglich eine Genitaluntersuchung erlaubt eine sichere Zuordnung. | + | ''P. spinicolella'' ist weder nach dem Habitus der Falter noch nach der Mine eindeutig zu bestimmen. Lediglich eine Genitaluntersuchung erlaubt eine sichere Zuordnung. |
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| | ==Verbreitung, Lebensraum und Phänologie<ref>siehe [[Glossar Biologie#P|Phänologie]]</ref>== | | ==Verbreitung, Lebensraum und Phänologie<ref>siehe [[Glossar Biologie#P|Phänologie]]</ref>== |
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| − | ''P. spinicolella'' ist in [[Salzburg (Bundesland)|Salzburg]] bisher erst ein einziges Mal mit Sicherheit nachgewiesen worden. Am 9.10.1994 wurde in [[Thalgau]] an der [[Fuschler Ache]] (Zone I, [[Alpenvorland]] und [[Flyschzone]], nach Embacher et al. 2024) eine Raupe gefunden, die sich bald darauf verpuppt haben dürfte. Nach der Überwinterung schlüpfte im März 1995 ein Weibchen, das nach anatomischer Untersuchung schließlich eindeutig ''P. spinicolella'' zugeordnet werden konnte (Kurz & Embacher 2019). Lebensraum an der Fuschler Ache ist ein kleiner Schlehenbestand im Gehölzstreifen entlang des Baches, der Fundort liegt in 545 m Höhe ([[Michael Kurz (Wissenschafter)|Kurz]] & [[Marion Kurz|Kurz]] 2025). | + | ''P. spinicolella'' ist in [[Salzburg (Bundesland)|Salzburg]] bisher erst ein einziges Mal mit Sicherheit nachgewiesen worden. Am 9.10.1994 wurde in [[Thalgau]] an der [[Fuschler Ache]] (Zone I, [[Alpenvorland]] und [[Flyschzone]], nach Embacher et al. 2024) eine Raupe gefunden, die sich bald darauf verpuppt haben dürfte. Nach der Überwinterung schlüpfte im März [[1995]] ein Weibchen, das nach anatomischer Untersuchung schließlich eindeutig ''P. spinicolella'' zugeordnet werden konnte (Kurz & Embacher 2019). Lebensraum an der Fuschler Ache ist ein kleiner Schlehenbestand im Gehölzstreifen entlang des Baches, der Fundort liegt in 545 m Höhe (Kurz & Kurz 2025). |
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| | ==Nachbarfaunen== | | ==Nachbarfaunen== |
| − | Bei Huemer (2013) wird ''P. spinicolella'' aus allen österreichischen Bundesländern angegeben. Klimesch (1990) meldet die Art für Oberösterreich (als ''P. pomonella'') lediglich für das Mühlviertel und das Alpenvorland, nicht aber für das Alpengebiet. Auf GBIF (2025) finden sich allerdings auch mehrere Datensätze aus dem Alpengebiet von Oberösterreich. Auch in Bayern gibt es keine Angaben für den Naturraum "voralpines Hügel- und Moorland (Alpenvorland) und Alpengebiet" und aus dem ostbayrischen Grundgebirge sind nur Meldungen vor dem Jahr 2000 bekannt (Haslberger & Segerer 2016). | + | Bei Huemer (2013) wird ''P. spinicolella'' aus allen österreichischen Bundesländern angegeben. Klimesch (1990) meldet die Art für [[Oberösterreich]] (als ''P. pomonella'') lediglich für das [[Mühlviertel]] und das [[Alpenvorland]], nicht aber für das [[Alpen]]gebiet. Auf GBIF (2025) finden sich allerdings auch mehrere Datensätze aus dem Alpengebiet von Oberösterreich. Auch in [[Bayern]] gibt es keine Angaben für den Naturraum "voralpines Hügel- und Moorland (Alpenvorland) und Alpengebiet" und aus dem ostbayrischen Grundgebirge sind nur Meldungen vor dem Jahr 2000 bekannt (Haslberger & Segerer 2016). |
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| | ==Biologie und Gefährdung== | | ==Biologie und Gefährdung== |
| − | | + | Über die Biologie der [[Glossar Biologie#I|Imag]]ines ist aus Salzburg nichts bekannt. Die oben erwähnte Raupe lebte in einer unterseitigen Blattmine an ''[[Prunus spinosa]]'' (Schlehe), in der sie sich auch verpuppte. In der Literatur werden darüber hinaus noch weitere ''Prunus''-Arten als Nahrungspflanzen genannt. Da die Schlehe in Salzburg nur in niedrigen Lagen – meist an abwechslungsreich strukturierten [[Wald (Ökosystem)|Wald]]<nowiki></nowiki>rändern – vorkommt und von ''P. spinicolella'' bisher keine weiteren Funde bekannt geworden sind, wird die Art vorerst als bedroht eingestuft (Einstufung VU nach Embacher et al. 2024). |
| − | Über die Biologie der [[Glossar Biologie#I|Imag]]ines ist aus Salzburg nichts bekannt. Die oben erwähnte Raupe lebte in einer unterseitigen Blattmine an ''[[Prunus spinosa]]'' (Schlehe), in der sie sich auch verpuppte. In der Literatur werden darüber hinaus noch weitere ''Prunus''-Arten als Nahrungspflanzen genannt. Da die Schlehe in Salzburg nur in niedrigen Lagen, meist an abwechslungsreich strukturierten [[Wald (Ökosystem)|Wald]]<nowiki></nowiki>rändern vorkommt und von ''P. spinicolella'' bisher keine weiteren Funde bekannt geworden sind, wird die Art vorerst als bedroht eingestuft (Einstufung VU nach Embacher et al. 2024). | |
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| | ==Weiterführende Informationen== | | ==Weiterführende Informationen== |
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| | {{NKIS | taxonid=164249}} | | {{NKIS | taxonid=164249}} |
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| | *Haslberger, A. & A.H. Segerer 2016. Systematische, revidierte und kommentierte Checkliste der Schmetterlinge Bayerns (Insecta: Lepidoptera). Mitteilungen der Münchner Entomologischen Gesellschaft 106. Supplement: 336 pp. | | *Haslberger, A. & A.H. Segerer 2016. Systematische, revidierte und kommentierte Checkliste der Schmetterlinge Bayerns (Insecta: Lepidoptera). Mitteilungen der Münchner Entomologischen Gesellschaft 106. Supplement: 336 pp. |
| | *Huemer, P. 2013. Die Schmetterlinge Österreichs (Lepidoptera). Systematische und faunistische Checkliste. Studiohefte 12. Tiroler Landesmuseum Innsbruck: 304 pp. | | *Huemer, P. 2013. Die Schmetterlinge Österreichs (Lepidoptera). Systematische und faunistische Checkliste. Studiohefte 12. Tiroler Landesmuseum Innsbruck: 304 pp. |
| − | *Klimesch, J. 1990. Die Schmetterlinge Oberösterreichs, Teil 6. Microlepidoptera I. Ent. Arbeitsgemeinschaft am O.Ö. Landesmuseum Linz: 1–332. | + | *Klimesch, J. 1990. Die Schmetterlinge Oberösterreichs, Teil 6. Microlepidoptera I. Entomologische Arbeitsgemeinschaft am O.Ö. Landesmuseum Linz: 1–332. |
| | *Kurz, M. A. & G. Embacher 2019. Die Lithocolletinae (Lepidoptera: Gracillariidae) des Bundeslandes Salzburg, Österreich. Beiträge zur Entomofaunistik 20: 93-104. | | *Kurz, M. A. & G. Embacher 2019. Die Lithocolletinae (Lepidoptera: Gracillariidae) des Bundeslandes Salzburg, Österreich. Beiträge zur Entomofaunistik 20: 93-104. |
| − | *Kurz, M. A. & M. E. Kurz 2000–2025. Naturkundliches Informationssystem. URL: http://www.nkis.info [online 2025.06.28]. | + | *Kurz, M. A. & [[Marion Kurz|M. E. Kurz]] 2000–2025. Naturkundliches Informationssystem. URL: http://www.nkis.info [online 2025.06.28]. |
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| | + | == Einzelnachweis == |
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| | [[Kategorie:Wissenschaft]] | | [[Kategorie:Wissenschaft]] |