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| | Nach umfassender Ausbildung heiratete Jeanne de Peyrebère einen Vetter, der [[1920]] auf der Reise nach Port-Gentil in Gabun bei einem Schiffsunglück ertrank. Er war in Begleitung seiner Geliebten gewesen, die er als Ehefrau ausgegeben hatte. Deshalb musste seine Witwe "erst mühselig beweisen, daß sie die Gattin des Herrn Peyrebère sei". Möglicherweise verließ sie deshalb ihre Heimat und mietete im "Turmhaus" der [[Benediktinerinnenabtei Nonnberg]] in der [[Stadt Salzburg]] eine Wohnung. | | Nach umfassender Ausbildung heiratete Jeanne de Peyrebère einen Vetter, der [[1920]] auf der Reise nach Port-Gentil in Gabun bei einem Schiffsunglück ertrank. Er war in Begleitung seiner Geliebten gewesen, die er als Ehefrau ausgegeben hatte. Deshalb musste seine Witwe "erst mühselig beweisen, daß sie die Gattin des Herrn Peyrebère sei". Möglicherweise verließ sie deshalb ihre Heimat und mietete im "Turmhaus" der [[Benediktinerinnenabtei Nonnberg]] in der [[Stadt Salzburg]] eine Wohnung. |
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| | + | [[Datei:2025_06_04_Grab_Jeanne_de_Peyrebère_Petersfriedhof.jpg|thumb|Das Grab von Jeanne de Peyrebère, Marquise de Guilloutet, auf dem [[Friedhof von St. Peter]].]] |
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| | Ihren Unterricht belebte die ''Marquise'' mit erlesenen Prunkstücken ihrer Sammlung – darunter ein Schultertuch der Kaiserin Josephine und ein Schrank [[Salzburg unter Napoleon|Napoleons]] aus Schloss Fontainebleau bei Paris, [[Frankreich]]. Kein Wunder, dass sie mit ihren Vortragsabenden im Studiengebäude "eine Elite-Hörerschaft förmlich in Bann" zog. Unermüdlich waren zudem ihre Bemühungen, die Salzburger Festspiele in zahlreichen Zeitungsartikel in ihrem Heimatland bekannt zu machen. Durch ihre hervorragenden Kontakte gelang es ihr, internationale Künstler:innen nach Salzburg zu vermitteln. | | Ihren Unterricht belebte die ''Marquise'' mit erlesenen Prunkstücken ihrer Sammlung – darunter ein Schultertuch der Kaiserin Josephine und ein Schrank [[Salzburg unter Napoleon|Napoleons]] aus Schloss Fontainebleau bei Paris, [[Frankreich]]. Kein Wunder, dass sie mit ihren Vortragsabenden im Studiengebäude "eine Elite-Hörerschaft förmlich in Bann" zog. Unermüdlich waren zudem ihre Bemühungen, die Salzburger Festspiele in zahlreichen Zeitungsartikel in ihrem Heimatland bekannt zu machen. Durch ihre hervorragenden Kontakte gelang es ihr, internationale Künstler:innen nach Salzburg zu vermitteln. |
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| | Nach [[Zweiter Weltkrieg|Kriegsende]] nahm ''Madame'' Peyrebère ihre Lehrtätigkeit an der Theologischen Fakultät wieder auf. Ihre finanziellen Verhältnisse verschleierte sie erfolgreich vor der Salzburger Öffentlichkeit. Groß war daher die Überraschung, als nach ihrem Tod am 9. Dezember 1961 ein Vermögen von 1,5 Millionen [[Schilling]] vorgefunden wurde. Aus diesen Mitteln vergibt die [[Stadtgemeinde Salzburg]] noch heute ein "Interkulturstipendium" für Kunst- und Kulturprojekte. Viele Bücher, die aufgrund handschriftlicher Widmungen besonders wertvoll sind, hatte die ''Marquise'' bereits zu Lebzeiten der Studienbibliothek (heute [[Universitätsbibliothek Salzburg|Universitätsbibliothek]]) vermacht. Begraben wurde Jeanne de Peyrebère auf dem [[Petersfriedhof]]. Auf dem stark verwitterten Grabstein mit schlichtem Kreuz kann man die Worte entziffern: ''Credo in vitam aeternam'' – "Ich glaube an das ewige Leben." (Erdgrab Nr. 56a zwischen [[Margarethenkapelle]] und Gruften an der [[Mönchsberg]]wand). | | Nach [[Zweiter Weltkrieg|Kriegsende]] nahm ''Madame'' Peyrebère ihre Lehrtätigkeit an der Theologischen Fakultät wieder auf. Ihre finanziellen Verhältnisse verschleierte sie erfolgreich vor der Salzburger Öffentlichkeit. Groß war daher die Überraschung, als nach ihrem Tod am 9. Dezember 1961 ein Vermögen von 1,5 Millionen [[Schilling]] vorgefunden wurde. Aus diesen Mitteln vergibt die [[Stadtgemeinde Salzburg]] noch heute ein "Interkulturstipendium" für Kunst- und Kulturprojekte. Viele Bücher, die aufgrund handschriftlicher Widmungen besonders wertvoll sind, hatte die ''Marquise'' bereits zu Lebzeiten der Studienbibliothek (heute [[Universitätsbibliothek Salzburg|Universitätsbibliothek]]) vermacht. Begraben wurde Jeanne de Peyrebère auf dem [[Petersfriedhof]]. Auf dem stark verwitterten Grabstein mit schlichtem Kreuz kann man die Worte entziffern: ''Credo in vitam aeternam'' – "Ich glaube an das ewige Leben." (Erdgrab Nr. 56a zwischen [[Margarethenkapelle]] und Gruften an der [[Mönchsberg]]wand). |
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| | + | '''Bild 1 und 2:''' Vortragsabend am 4. Juni 2025 mit Ausstellung anlässlich des 150. Geburtstages von [[Jeanne de Peyrebère]], Marquise de Guilloutet, in der [[Bibliotheksaula]]. Die Marquise von Salzburg vor dem Globus "[[Der Fürstaller]]" von [[Joseph Jakob Fürstaller]] (* 1730; † 1775), Mesner, Lehrer und Geograf.<br /> |
| | + | '''Bild 3:''' Die Vortragenden von links: Mag. [[Andreas Rotheneder]], Leiter der [[Universitätsbibliothek]], Univ.-Prof. Dr. [[Dietmar Werner Winkler]], [[Rektoren und Dekane der Universität Salzburg|Dekan]] der [[Katholisch-Theologische Fakultät an der Universität Salzburg|Katholisch-Theologischen Fakultät]], Mag.a Dr. [[Michaela Esser]], Provinenzforschung [[Universitätsarchiv]] und Dr. [[Peter Lechenauer (Rechtsanwalt Altstadt)|Peter Lechenauer]], [[Konsularische_Vertretungen_in_Salzburg#Frankreich|Honorarkonsul]] von [[Frankreich]] in Salzburg. Nicht im Bild Dr. [[Christoph Brandhuber]], Leiter Universitätsarchiv und Bibliothekensammlungen.<br /> |
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| | + | 2025_06_04_Marquise_de_Guilloutet_06_.jpg|Vortragsabend am 4. Juni 2025 mit Ausstellung anlässlich des 150. Geburtstages von Jeanne de Peyrebère in der [[Bibliotheksaula]]. Die Marquise von Salzburg vor dem Globus "[[Der Fürstaller]]" von [[Joseph Jakob Fürstaller]] (* 1730; † 1775), Mesner, Lehrer und Geograf. |
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| | + | 2025_06_04_Marquise_de_Guilloutet_die_Vortragenden.jpg|Die Vortragenden von links: Mag. [[Andreas Rotheneder]], Leiter der [[Universitätsbibliothek]], Univ.-Prof. Dr. [[Dietmar Werner Winkler]], [[Rektoren und Dekane der Universität Salzburg|Dekan]] der [[Katholisch-Theologische Fakultät an der Universität Salzburg|Katholisch-Theologischen Fakultät]], Mag.a Dr. [[Michaela Esser]], Provinenzforschung [[Universitätsarchiv Salzburg]] und Dr. [[Peter Lechenauer (Rechtsanwalt Altstadt)|Peter Lechenauer]], [[Konsularische_Vertretungen_in_Salzburg#Frankreich|Honorarkonsul]] von [[Frankreich]] in Salzburg. Nicht im Bild Dr. [[Christoph Brandhuber]], Leiter Universitätsarchiv und Bibliothekensammlungen. |
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| | + | '''Bild 1:''' Jeanne de Peyrebère, undadiert, Universitätsarchiv Salzburg, Album Signatur: II 107497 (ePLUS – Digitale Bestände der Universität Salzburg)<br /> |
| | + | '''Bild 2:''' Jeanne de Peyrebère, undadiert, hier ihr Wohnzimmer in Salzburg, Universitätsarchiv Salzburg, Album Signatur: II 107497 (ePLUS – Digitale Bestände der Universität Salzburg)<br /> |
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| | + | Jeanne de Peyrebère undadiert 01.png|Jeanne de Peyrebère, undadiert, Universitätsarchiv Salzburg, Album Signatur: II 107497 (ePLUS – Digitale Bestände der Universität Salzburg) |
| | + | Jeanne de Peyrebère undadiert 02.png|Jeanne de Peyrebère, undadiert, hier ihr Wohnzimmer in Salzburg, Universitätsarchiv Salzburg, Album Signatur: II 107497 (ePLUS – Digitale Bestände der Universität Salzburg) |
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| | + | ; Entlang des "[[Kulturpfad]]es" |
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| | + | == Weblinks == |
| | + | * [https://eplus.uni-salzburg.at/download/pdf/11948979.pdf eplus.uni-salzburg.at/download/pdf], weitere Bilder |
| | + | * [https://eplus.uni-salzburg.at/search/quick?query=Jeanne+Peyrebere&offset=1 eplus.uni-salzburg.at/search], weitere Schriftstücke von Jeanne de Peyrebère |
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| | + | == Quellen == |
| | * [[Christoph Brandhuber]]: "PLUSpunkte. 400 Jahre Universität Salzburg", Salzburg 2022, in [https://www.facebook.com/photo/?fbid=1361222148003309&set=pcb.1361223281336529 www.facebook.com] | | * [[Christoph Brandhuber]]: "PLUSpunkte. 400 Jahre Universität Salzburg", Salzburg 2022, in [https://www.facebook.com/photo/?fbid=1361222148003309&set=pcb.1361223281336529 www.facebook.com] |
| | + | * Bilder und Bildtexte von [[Peter Krackowizer]] |
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| | {{Frauen in der Geschichte der Salzburger Universität}} | | {{Frauen in der Geschichte der Salzburger Universität}} |