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| | Im Norden grenz Südtirol an [[Nordtirol]]; im Nordosten an das [[Salzburg (Bundesland)|Bundesland Salzburg]]; im Osten an [[Osttirol]]; im Südosten an die italienische Region Veneto (Venezien); im Süden an die italienische Provinz Trient ([[Trentino]]), die zusammen mit Südtirol die Region ''Trentino-Südtirol'' (Trentino-Alto Adige) bildet, sowie an die italienische Region Lombardei und im Westen an die [[Schweiz]] ([[Schweiz#Graubünden|Graubünden]]); | | Im Norden grenz Südtirol an [[Nordtirol]]; im Nordosten an das [[Salzburg (Bundesland)|Bundesland Salzburg]]; im Osten an [[Osttirol]]; im Südosten an die italienische Region Veneto (Venezien); im Süden an die italienische Provinz Trient ([[Trentino]]), die zusammen mit Südtirol die Region ''Trentino-Südtirol'' (Trentino-Alto Adige) bildet, sowie an die italienische Region Lombardei und im Westen an die [[Schweiz]] ([[Schweiz#Graubünden|Graubünden]]); |
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| − | Die wichtigsten Flüssen sind: | + | Die wichtigsten Flüsse sind: |
| − | * Die ''Etsch'', die mit 415 Kilometer der zweitlängste Fluss in Itaien ist. Sie entspringt in den Ötztaler Alpen auf dem Sattel des Reschenscheideck (1.525 m ü. A.). Die ''Eisack'' ist mit etwa 96 Kilometern der zweitlängste Fluss in Südtirol. Sie entspringt am Brenner in einer Höhe von 1.990 m ü. A. und mündet südlich von Bozen in die Etsch. | + | * Die ''Etsch'', die mit 415 Kilometer der zweitlängste Fluss in Itaien ist. Sie entspringt in den Ötztaler Alpen auf dem Sattel des Reschenscheideck (1.525 m ü. A.). *Der ''Eisack'' ist mit etwa 96 Kilometern der zweitlängste Fluss in Südtirol. Er entspringt am Brenner in einer Höhe von 1.990 m ü. A. und mündet südlich von Bozen in die Etsch. |
| | * Die ''Rienz'' fließt durch das Pustertal im Nordosten der Provinz und mündet nördlich von Brixen in den Eisack. | | * Die ''Rienz'' fließt durch das Pustertal im Nordosten der Provinz und mündet nördlich von Brixen in den Eisack. |
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| | Südtirol ist das Kernland Tirols – das namengebende Schloss Tirol erhebt sich bei Meran. | | Südtirol ist das Kernland Tirols – das namengebende Schloss Tirol erhebt sich bei Meran. |
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| − | Nach dem [[Erster Weltkrieg|Erste Weltkrieg]] wurde Südtirol von Tirol und Östrreich abgetrennt und Italien zugeschlagen, das damit eine "natürliche" geographische Grenze am [[Alpen]]<nowiki>hauptkamm</nowiki> erhielt. Damals wohnten in Südtirol noch keine Italiener. In der Folge ging die Politik des italienischen Staates dahin, Südtirol zu italianisieren und die deutsche Sprache auszumerzen. Deren Gebrauch wurde verboten, alle Orte erhielten italienische Namen. | + | Nach dem [[Erster Weltkrieg|Erste Weltkrieg]] wurde Südtirol von Tirol und Österreich abgetrennt und Italien zugeschlagen, das damit eine "natürliche" geographische Grenze am [[Alpen]]<nowiki>hauptkamm</nowiki> erhielt. Damals wohnten in Südtirol noch keine Italiener. In der Folge ging die Politik des italienischen Staates dahin, Südtirol zu italianisieren und die deutsche Sprache auszumerzen. Deren Gebrauch wurde verboten, alle Orte erhielten italienische Namen. |
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| | Im Jahr [[1939]] – Österreich war [[1938]] an das Deutsche Reich [[Anschluss|angeschlossen]] worden – schlossen die Diktatoren [[Adolf Hitler]] und Benito Mussolini das sogenannte Hitler-Mussolini-Abkommen: Dieses zwang die Südtiroler, sich zu entscheiden, ob sie in ihrer Heimat bleiben (und sich damit einer verschärften Italianisierung, womöglich sogar einer Umsiedlung nach Sizilien, aussetzen) oder ob sie für die Umsiedlung in das Deutsche Reich optieren wollten. | | Im Jahr [[1939]] – Österreich war [[1938]] an das Deutsche Reich [[Anschluss|angeschlossen]] worden – schlossen die Diktatoren [[Adolf Hitler]] und Benito Mussolini das sogenannte Hitler-Mussolini-Abkommen: Dieses zwang die Südtiroler, sich zu entscheiden, ob sie in ihrer Heimat bleiben (und sich damit einer verschärften Italianisierung, womöglich sogar einer Umsiedlung nach Sizilien, aussetzen) oder ob sie für die Umsiedlung in das Deutsche Reich optieren wollten. |
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| | ===Fremdenverkehr=== | | ===Fremdenverkehr=== |
| − | Der Fremdenverkehr gehört neben der Landwirtschaft, dem Handel und dem Handwerk zu den wichtigsten Wirtschaftsbereichen in Südtirol. Der Fremdenverkehr hat seinen Ursprung im Raum Meran um das Jahr 1830, als Kuraufenthalte für den damaligen Adel des [[Habsburger]]-Reiches aufkamen. Bald kam Gries bei Bozen als weiteres Kurzentrum dazu. Weitere Kurorte mit Heilbädern entstanden. Dann brachen für den Fremdenverkehr aber ungünstige Zeiten herein: zunächst der Erste Weltkrieg, dann die Entstehung des Faschismus und schließlich der [[Zweiter Weltkrieg|Zweite Weltkrieg]]. | + | Der Fremdenverkehr gehört neben der Landwirtschaft, dem Handel und dem Handwerk zu den wichtigsten Wirtschaftsbereichen in Südtirol. Der Fremdenverkehr hat seinen Ursprung im Raum Meran um das Jahr 1830, als Kuraufenthalte für den damaligen Adel des [[Habsburger]]-Reiches aufkamen. Bald kam Gries bei Bozen als weiteres Kurzentrum dazu. Weitere Kurorte mit Heilbädern entstanden. Dann brachen für den Fremdenverkehr aber ungünstige Zeiten herein: zunächst der Erste Weltkrieg, danach die Entstehung des Faschismus und schließlich der [[Zweiter Weltkrieg|Zweite Weltkrieg]]. |
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| − | Im allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwung in Europa erholte sich auch der Fremdenverkehr in Südtirol wieder. Der Höhenflug des Fremdenverkehrs in den 1970er-Jahren trug wesentlich zur allgemeinen Wohlstandssteigerung in Südtirol bei. Anfang der 1980er-Jahre wurde dem Fremdenverkehr Südtirols durch raumordnerische Beschränkungen de facto ein Bettenstop auferlegt, was zu einer Stagnation des Angebotes (Betten) führte, andererseits auch die Provinz vor Bausünden und Betondörfern bewahrte. | + | Im allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwung Europas erholte sich auch der Südtiroler Fremdenverkehr wieder. Der Höhenflug des Fremdenverkehrs in den 1970er-Jahren trug wesentlich zur allgemeinen Wohlstandssteigerung in Südtirol bei. Anfang der 1980er-Jahre wurde dem Fremdenverkehr Südtirols durch raumordnerische Beschränkungen de facto ein Bettenstop auferlegt, was zu einer Stagnation des Angebotes (Betten) führte, andererseits auch die Provinz vor Bausünden und Betondörfern bewahrte. |
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| − | 1995 zählte Südtirol insgesamt 26 Mio. Nächtigungen. Seither gab es einen leichten Rückgang, bis 2005 die Zahl der Nächtigungen wieder auf etwas über 26 Mio. geklettert ist. Im Fremdenverkehr sind ca. 30.000 Personen beschäftigt, dies entspricht 12% aller Beschäftigten. 58% der Beschäftigten im Gastgewerbe sind Frauen. | + | 1995 zählte Südtirol insgesamt 26 Mio. Nächtigungen. Seither gab es einen leichten Rückgang, bis 2005 die Zahl der Nächtigungen wieder auf etwas über 26 Mio. geklettert ist. Im Fremdenverkehr sind ca. 30.000 Personen beschäftigt, dies entspricht 12% aller Beschäftigten. 58% der Beschäftigten im Gastgewerbe sind Frauen. |
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| | Insgesamt gibt es in Südtirol 10.041 Beherbergungsbetriebe, 4.359 gehören zu den gastgewerblichen und 5.682 zu den nichtgastgewerblichen Betrieben. Die Beherbergungsbetriebe bieten den Touristen insgesamt über 214.000 Betten an. | | Insgesamt gibt es in Südtirol 10.041 Beherbergungsbetriebe, 4.359 gehören zu den gastgewerblichen und 5.682 zu den nichtgastgewerblichen Betrieben. Die Beherbergungsbetriebe bieten den Touristen insgesamt über 214.000 Betten an. |
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| | :: Ridaun: Landsbergbaumuseum Schneeberg | | :: Ridaun: Landsbergbaumuseum Schneeberg |
| | :: Neustift: Augustinerchorherrenstift Neustift | | :: Neustift: Augustinerchorherrenstift Neustift |
| − | :: Brixen: Bischofsstadt, Domkirche Maria Himmelfahrt in seiner heutigen barocken Form geht auf Umbauarbeiten aus den Jahren 1745 – 1754 zurück (mit Fresken von Paul Troger) | + | :: [[Brixen]]: Bischofsstadt, Domkirche Maria Himmelfahrt in seiner heutigen barocken Form geht auf Umbauarbeiten aus den Jahren 1745 – 1754 zurück (mit Fresken von Paul Troger) |
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| | *Im Etschtal: | | *Im Etschtal: |
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| | :: Meran: Die Gärten von Schloss Trauttmansdorff | | :: Meran: Die Gärten von Schloss Trauttmansdorff |
| | :: Bozen: „Ötzimuseum“ – das Südtiroler Archäologiemuseum | | :: Bozen: „Ötzimuseum“ – das Südtiroler Archäologiemuseum |
| − | :: „Schloss Runkelstein – die Bilderburg“ – eine besondere Kostbarkeit unter den Burgen und Schlössern in Südtirol: in seinen wertvollen profanen Freskenzyklen spiegelt sich die Welt des Mittelalters sowie die Liebesgeschichte von Tristan und Isolde wieder. | + | :: „Schloss Runkelstein – die Bilderburg“ – eine besondere Kostbarkeit unter den Burgen und Schlössern in Südtirol: in seinen wertvollen profanen Freskenzyklen spiegelt sich die Welt des [[Mittelalter]]s sowie die Liebesgeschichte von Tristan und Isolde wieder. |
| − | :: Die Rittner Erdpyramiden: im Finsterbachgraben zwischen Lengmoos und Mittelberg, im Katzenbach unterhalb von Oberbozen, im Gasterer Graben in der Nähe von Unterinn und in der schwer zugänglichen Gasserlahn bei Oberinn. Die Erdpyramiden sind Erdsäulen mit einer Höhe von 10 bis 15 Metern, mit einem Deckstein auf der Spitze, der den darunter liegenden Lehm vor Feuchtigkeit schützt und ihn hart hält. | + | :: Die Rittner Erdpyramiden: im Finsterbachgraben zwischen Lengmoos und Mittelberg, im Katzenbach unterhalb von Oberbozen, im Gasterer Graben in der Nähe von Unterinn und in der schwer zugänglichen Gasserlahn bei Oberinn. Die Erdpyramiden sind Erdsäulen mit einer Höhe von 10 bis 15 Metern, mit einem Deckstein auf der Spitze, der den darunter liegenden Lehm vor Feuchtigkeit schützt und ihn hart hält. |
| − | :: Die Rittner Seilbahn, mit ihren 4566 Metern Länge laut "Guinessbuch der Rekorde" die längste Seilschwebebahn der Welt, | + | :: Die Rittner Seilbahn, mit ihren 4566 Metern Länge laut "Guiness - Buch der Rekorde" die längste Seilschwebebahn der Welt, |
| | :: Die Rittner Bahn, im Volksmund liebevoll "Bahnl" genannt, ist seit dem 13. August 1907 in Betrieb. | | :: Die Rittner Bahn, im Volksmund liebevoll "Bahnl" genannt, ist seit dem 13. August 1907 in Betrieb. |
| | :: Plattner Bienenmuseum im Plattnerhof, einem malerischer alten [[Bauernhof]] in der Nähe von Oberbozen | | :: Plattner Bienenmuseum im Plattnerhof, einem malerischer alten [[Bauernhof]] in der Nähe von Oberbozen |
| − | :: Schloss Sigmundskron: Reinhold Messner Mountain Museum | + | :: Schloss Sigmundskron: ''Reinhold Messner Mountain Museum'' |
| | :: Kalterer See: Südtiroler Weinmuseum auf Schloss Ringberg | | :: Kalterer See: Südtiroler Weinmuseum auf Schloss Ringberg |
| | :: Wallfahrtsort Maria Weißenstein: südöstlich von Bozen auf 1.520 m Höhe im Leiferer Tal in der Nähe von Petersberg, Gemeinde Deutschnofen und Aldein | | :: Wallfahrtsort Maria Weißenstein: südöstlich von Bozen auf 1.520 m Höhe im Leiferer Tal in der Nähe von Petersberg, Gemeinde Deutschnofen und Aldein |
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| | ==Salzburg-Bezug== | | ==Salzburg-Bezug== |
| − | * Über die Jahrhunderte gab es Zuwanderung von Südtirol nach Salzburg, etwa von Kaufleuten und [[Salzburger Domherren|Domherren]] | + | * Über die Jahrhunderte gab es Zuwanderung von Südtirol nach Salzburg, etwa von Kaufleuten und [[Salzburger Domherren|Domherren]] |
| | * [[Michael Pacher]] aus Bruneck war ein bedeutender Künstler der österreichischen [[Gotik|Spätgotik]], bereits mit Einflüssen der Renaissance. Seine Tätigkeit in Salzburg ist von [[1496]] bis [[1498]] nachweisbar. | | * [[Michael Pacher]] aus Bruneck war ein bedeutender Künstler der österreichischen [[Gotik|Spätgotik]], bereits mit Einflüssen der Renaissance. Seine Tätigkeit in Salzburg ist von [[1496]] bis [[1498]] nachweisbar. |
| − | * Das Südtiroler Bistum [[Brixen]] war mehr als neun Jahrhunderte lang Suffraganbistum des Erzbistums Salzburg. | + | * Das Südtiroler Bistum [[Brixen]] war mehr als neun Jahrhunderte lang Suffraganbistum des [[Erzbistum Salzburg|Erzbistums Salzburg]]. |
| | * Ab 1940 wurden [[Südtiroler]] auch in Salzburg angesiedelt, besonders in eigenen [[Südtirol-Siedlung]]en | | * Ab 1940 wurden [[Südtiroler]] auch in Salzburg angesiedelt, besonders in eigenen [[Südtirol-Siedlung]]en |
| | * Über den [[Krimmler Tauern]] und die [[Birnlücke]] erfolgte nach dem Zweiten Weltkrieg die [[Krimmler Judenflucht]] ins [[Ahrntal]]. | | * Über den [[Krimmler Tauern]] und die [[Birnlücke]] erfolgte nach dem Zweiten Weltkrieg die [[Krimmler Judenflucht]] ins [[Ahrntal]]. |
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| | * [http://www.camcom.bz.it/5365.pdf Fremdenverkehr in Südtirol] | | * [http://www.camcom.bz.it/5365.pdf Fremdenverkehr in Südtirol] |
| | * Eigenartikel [[Benutzer:Mosaico|Peter Krackowizer]] | | * Eigenartikel [[Benutzer:Mosaico|Peter Krackowizer]] |
| − | * Geschichte: Eigenartikel [[Benutzer:Karl Irresberger|Karl Irresberger]] | + | * Geschichte: Eigenartikelabschnitt [[Benutzer:Karl Irresberger|Karl Irresberger]] |
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| | [[Kategorie:Südtirol|!]] | | [[Kategorie:Südtirol|!]] |
| | [[Kategorie:Grenzregion]] | | [[Kategorie:Grenzregion]] |
| | [[Kategorie:Geografie]] | | [[Kategorie:Geografie]] |