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'''Parornix carpinella''' (''Ornix carpinella'' Frey, 1863: 21) ist eine Art aus der Ordnung [[Lepidoptera]], Familie [[Gracillariidae]].
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'''Parornix carpinella''' (''Ornix carpinella'' Frey, 1863: 21) ist eine [[Glossar Biologie#A|Art]] aus der [[Glossar Biologie#O|Ordnung]] [[Lepidoptera]] (Schmetterlinge), [[Glossar Biologie#F|Familie]] [[Gracillariidae]] (Miniermotten oder Blatt-Tütenmotten).
    
==Diagnose==
 
==Diagnose==
Während die Fraßspuren an Hainbuche für den faunistischen Nachweis meist unverwechselbar sind, können Imagines, die nicht der Zucht entstammen, nur durch anatomische Untersuchung bestimmt werden.
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Während die Fraßspuren an Hainbuche für den faunistischen Nachweis meist unverwechselbar sind, können [[Glossar Biologie#I|Imag]]ines, die nicht der Zucht entstammen, nur durch anatomische Untersuchung bestimmt werden.
    
==Verbreitung, Lebensraum und Phänologie<ref>siehe [[Glossar Biologie#P|Phänologie]]</ref>==
 
==Verbreitung, Lebensraum und Phänologie<ref>siehe [[Glossar Biologie#P|Phänologie]]</ref>==
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''P. carpinella'' war bis vor kurzem nur durch alte Angaben von Mitterberger (1909) aus der [[Stadt Salzburg]] belegt und konnte 2011 dann durch einen Minenfund am [[Heuberg]] erneut nachgewiesen werden (Embacher et al. 2024). Mittlerweile sind noch weitere Fundorte aus den Zonen I ([[Alpenvorland]] und [[Flyschzone]]) und Ia ([[Stadt Salzburg]]) bekannt geworden, die Art ist insgesamt aber nicht häufig. Die Höhenverbreitung ist von rund 400 bis 720 m dokumentiert ([[Michael Kurz (Wissenschafter)|Kurz]] & [[Marion Kurz|Kurz]] 2025). Lebensraum der Art in Salzburg sind, soweit bisher bekannt, sonnige, abwechslungsreiche Waldränder, aber auch Hecken in Gärten. Die Generationsfolge ist nur unzureichend belegt, doch deuten die bisherigen Funde auf zwei Generationen pro Jahr hin. [[Glossar_Biologie#I|Imagines]] wurden im April, sowie Juli und Anfang August, Minen in der zweiten Augusthälfte und im September gefunden ([[Michael Kurz (Wissenschafter)|Kurz]] & [[Marion Kurz|Kurz]] 2025).
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''P. carpinella'' war bis vor kurzem nur durch alte Angaben von [[Karl Mitterberger|Mitterberger]] (1909) aus der [[Stadt Salzburg]] belegt und konnte dann [[2011]] durch einen Minenfund am [[Heuberg]] erneut nachgewiesen werden (Embacher et al. 2024). Mittlerweile sind noch weitere Fundorte aus den Zonen I ([[Alpenvorland]] und [[Flyschzone]]) und Ia ([[Stadt Salzburg]]) bekannt geworden, die Art ist insgesamt aber nicht häufig. Die Höhenverbreitung ist von rund 400 bis 720&nbsp;[[m ü. A.|m]] dokumentiert (Kurz &amp; Kurz 2025). Lebensraum der Art in [[Salzburg (Bundesland)|Salzburg]] sind, soweit bisher bekannt, sonnige, abwechslungsreiche [[Wald (Pflanzenformation)|Wald]]<nowiki></nowiki>ränder, aber auch [[Hecke]]n in Gärten. Die Generationsfolge ist nur unzureichend belegt, doch deuten die bisherigen Funde auf zwei Generationen pro Jahr hin. [[Glossar_Biologie#I|Imagines]] wurden im April, im Juli und Anfang August, Minen in der zweiten Augusthälfte und im September gefunden (Kurz &amp; Kurz 2025).
    
==Nachbarfaunen==
 
==Nachbarfaunen==
Mit Ausnahme des Burgenlandes meldet Huemer (2013) die Art aus allen österreichischen Bundesländern. ''P. carpinella'' ist auch aus allen Landesteilen von Oberösterreich (Klimesch 1990) und Bayern (Haslberger & Segerer 2016) bekannt, in Bayern rezent aber nur aus dem Tertiär-Hügelland und den voralpinen Schotterplatten.
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Mit Ausnahme des [[Burgenland]]es meldet Huemer (2013) die Art aus allen österreichischen Bundesländern. ''P. carpinella'' ist auch aus allen Landesteilen von [[Oberösterreich]] (Klimesch 1990) und [[Bayern]] (Haslberger & Segerer 2016) bekannt, in Bayern rezent aber nur aus dem Tertiär-Hügelland und den voralpinen Schotterplatten.
    
==Biologie und Gefährdung==
 
==Biologie und Gefährdung==
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''P. carpinella'' wurde zeitweilig als Synonym zu der an Rotbuche lebenden ''[[Parornix fagivora]]'' angesehen, gilt heute aber als eigenständige Art, deren Raupen monophag an den Blättern der Weißbuche (''[[Carpinus betulus]]'') fressen. Sie erzeugen hier zunächst eine rechteckige, kleine Faltenmine, später wechseln sie unter einen umgeschlagenen Blattrand.  An ihrer Nahrungspflanze tritt die Art, soweit bisher dokumentiert, in Konkurrenz durch Ressourcennutzung zu ''[[Phyllonorycter esperella]]'', ''[[Phyllonorycter tenerella]]'', ''[[Stigmella microtheriella]]'', aber auch Raupen der eigenen Art auf. Da sie bisher nicht gezielt gesucht wurde, kann über eine eventuelle Gefährdung keine zuverlässige Aussage getroffen werden. Vermutlich ist ''P. carpinella'' in geeigneten Lebensräumen mit ihrer Nahrungspflanze aber viel weiter verbreitet, als es die bisherigen Funde belegen. Somit wird sie vorerst als potentiell bedroht angesehen (Einstufung NT nach Embacher et al. 2024).
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''P. carpinella'' wurde zeitweilig als Synonym zu der an [[Rotbuche]] lebenden ''[[Parornix fagivora]]'' angesehen, gilt heute aber als eigenständige Art, deren Raupen monophag an den Blättern der Weiß[[buche]] (''[[Carpinus betulus]]'') fressen. Sie erzeugen hier zunächst eine rechteckige, kleine Faltenmine, später wechseln sie unter einen umgeschlagenen Blattrand.  An ihrer Nahrungspflanze tritt die Art, soweit bisher dokumentiert, in Konkurrenz durch Ressourcennutzung zu ''[[Phyllonorycter esperella]]'', ''[[Phyllonorycter tenerella]]'', ''[[Stigmella microtheriella]]'', aber auch Raupen der eigenen Art auf. Da sie bisher nicht gezielt gesucht wurde, kann über eine eventuelle Gefährdung keine zuverlässige Aussage getroffen werden. Vermutlich ist ''P. carpinella'' in geeigneten Lebensräumen mit ihrer Nahrungspflanze aber viel weiter verbreitet, als es die bisherigen Funde belegen. Somit wird sie vorerst als potentiell bedroht angesehen (Einstufung NT nach Embacher et al. 2024).
    
==Weiterführende Informationen==
 
==Weiterführende Informationen==
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*Huemer, P. 2013. Die Schmetterlinge Österreichs (Lepidoptera). Systematische und faunistische Checkliste. Studiohefte 12. Tiroler Landesmuseum Innsbruck: 304 pp.
 
*Huemer, P. 2013. Die Schmetterlinge Österreichs (Lepidoptera). Systematische und faunistische Checkliste. Studiohefte 12. Tiroler Landesmuseum Innsbruck: 304 pp.
 
*Klimesch, J. 1990. Die Schmetterlinge Oberösterreichs, Teil 6. Microlepidoptera I. Ent. Arbeitsgemeinschaft am O.Ö. Landesmuseum Linz: 1–332.
 
*Klimesch, J. 1990. Die Schmetterlinge Oberösterreichs, Teil 6. Microlepidoptera I. Ent. Arbeitsgemeinschaft am O.Ö. Landesmuseum Linz: 1–332.
*Kurz, M. A. & M. E. Kurz 2000–2025. Naturkundliches Informationssystem. URL: http://www.nkis.info [online 2025.05.15].
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*Kurz, M. A. & [[Marion Kurz|M. E. Kurz]] 2000–2025. Naturkundliches Informationssystem. URL: http://www.nkis.info [online 2025.05.15].
*Mitterberger, K. 1909. Verzeichnis der im Kronlande Salzburg bisher beobachteten Mikrolepidopteren (Kleinschmetterlinge). – In: Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde 49: 195-552.
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*[[Karl Mitterberger|Mitterberger, K.]] 1909. Verzeichnis der im [[Kronland Salzburg|Kronlande Salzburg]] bisher beobachteten Mikrolepidopteren (Kleinschmetterlinge). – In: [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]] 49: [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=slk&datum=19090003&zoom=2&seite=00000195 195-552].
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== Einzelnachweis ==
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<references/>
    
[[Kategorie:Wissenschaft]]
 
[[Kategorie:Wissenschaft]]

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