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| | [[Datei:Neumarkt sieghartstein, schafberg 098.jpg|thumb|Blick vom Tannberg: Neumarkt, Schloss Sighartstein, Schafberg im Hintergrund]] | | [[Datei:Neumarkt sieghartstein, schafberg 098.jpg|thumb|Blick vom Tannberg: Neumarkt, Schloss Sighartstein, Schafberg im Hintergrund]] |
| − | '''Schloss Sighartstein''' ist ein unter [[Denkmalschutz]] stehhendes Schloss im gleichnamigen [[Sighartstein|Stadtteil]] der [[Flachgau]]er Stadt [[Neumarkt am Wallersee]]. | + | '''Schloss Sighartstein''' ist ein unter [[Denkmalschutz]] stehendes Schloss im gleichnamigen [[Sighartstein|Stadtteil]] der [[Flachgau]]er Stadt [[Neumarkt am Wallersee]]. |
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| | ==Geschichte== | | ==Geschichte== |
| | Das Schloss wurde [[1297]] erstmals urkundlich erwähnt, als [[Eckart von Tann]] das Gebäude dem [[Raitenhaslach|Stift Raitenhaslach]] übergab. [[1372]] erwarb der Salzburger [[Erzbischof]] [[Pilgrim II. von Puchheim|Pilgrim II.]] den Hof. Ab Mitte des [[15. Jahrhundert]]s war das Schloss an die [[Innviertel|Innviertler]] Familie [[Überacker|Uiberacker]] verliehen. [[1452]] wurde die Schlosskapelle eingeweiht, die Uiberackers stiegen bis [[1688]] in den Stand der Grafen auf. | | Das Schloss wurde [[1297]] erstmals urkundlich erwähnt, als [[Eckart von Tann]] das Gebäude dem [[Raitenhaslach|Stift Raitenhaslach]] übergab. [[1372]] erwarb der Salzburger [[Erzbischof]] [[Pilgrim II. von Puchheim|Pilgrim II.]] den Hof. Ab Mitte des [[15. Jahrhundert]]s war das Schloss an die [[Innviertel|Innviertler]] Familie [[Überacker|Uiberacker]] verliehen. [[1452]] wurde die Schlosskapelle eingeweiht, die Uiberackers stiegen bis [[1688]] in den Stand der Grafen auf. |
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| − | Sein jetziges Aussehen als Barockschloss mit Zugbrücke erhielt das Schloss [[1714]] durch den Grafen [[Wolf Max Graf Uiberacker|Wolf Max Uiberacker]], der Generalfeldmeister im Spanischen Erbfolgekrieg war. Die Familie besaß das Schloss bis zu ihrem Aussterben im Jahr [[1964]]. Damit waren Sie das älteste Landadelsgeschlecht Salzburgs. | + | Sein jetziges Aussehen als Barockschloss mit Zugbrücke erhielt das Schloss [[1714]] durch den Grafen [[Wolf Max Graf Uiberacker|Wolf Max Uiberacker]], der Generalfeldmeister im Spanischen Erbfolgekrieg war. Die Familie besaß das Schloss bis zu ihrem Aussterben im Jahr [[1964]]. Damit waren sie das älteste Landadelsgeschlecht Salzburgs. |
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| | Auf Schloss Sighartstein waren im Laufe der Jahre zahlreiche historische Persönlichkeiten wie Königin [[Maria Theresia]], [[Wolfgang Amadeus Mozart]], [[Napoleon Bonaparte]], [[Arturo Toscanini]] oder die Opernsängerin Maria Callas zu Gast. | | Auf Schloss Sighartstein waren im Laufe der Jahre zahlreiche historische Persönlichkeiten wie Königin [[Maria Theresia]], [[Wolfgang Amadeus Mozart]], [[Napoleon Bonaparte]], [[Arturo Toscanini]] oder die Opernsängerin Maria Callas zu Gast. |
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| | ==Bau== | | ==Bau== |
| − | Der kastenförmige Bau liegt auf einer kleinen Erhöhung östlich von Neumarkt nahe der [[Wiener Straße|Wiener Bundesstraße]] (B 1). Die Anlage ist von einem Parkgelände umgeben. Das Hauptgebäude ist dreistöckig und nach außen hin [[Barock|Spätbarock]], im Kern jedoch [[Gotik|spätgotisch]]. Um die West- und Nordseite des Schlosses verläuft eine Ringmauer. Der oberste Stock des Schlosses war früher dem Personal vorbehalten und ist daher schlicht gebaut. In den Zimmern der unteren Geschoße hängen zahlreiche Porträts der Familie Uiberacker und der Salzburger Erzbischöfe. | + | Der kastenförmige Bau liegt auf einer kleinen Erhöhung östlich von Neumarkt nahe der [[Wiener Straße|Wiener Bundesstraße]] (B 1). Die Anlage ist von einem Parkgelände umgeben. Das Hauptgebäude ist dreistöckig und nach außen hin [[Barock|Spätbarock]], im Kern jedoch [[Gotik|spätgotisch]]. Um die West- und Nordseite des Schlosses verläuft eine Ringmauer. Der oberste Stock des Schlosses war früher dem Personal vorbehalten und ist daher schlicht gebaut. In den Zimmern der unteren Geschoße hängen zahlreiche Porträts der Familie Uiberacker und der Salzburger Erzbischöfe. |
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| | Gegen Ende des [[20. Jahrhundert]]s gehörte das Schloss dem ehemaligen Besitzer der [[Messezentrum Salzburg|Messe Salzburg]], [[Arnold Henhapl]], der es [[1992]] aufwändig sanieren ließ und seit Ende der [[1990er]] Jahre zum Verkauf angeboten hatte. | | Gegen Ende des [[20. Jahrhundert]]s gehörte das Schloss dem ehemaligen Besitzer der [[Messezentrum Salzburg|Messe Salzburg]], [[Arnold Henhapl]], der es [[1992]] aufwändig sanieren ließ und seit Ende der [[1990er]] Jahre zum Verkauf angeboten hatte. |
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| | == 21. Jahrhundert == | | == 21. Jahrhundert == |
| − | Am [[27. Juni]] [[2012]] wird das Schloss am [[Bezirksgericht Neumarkt]] zwangsversteigert. Der Schätzwert des unter Denkmalschutz stehenden Schlosses beträgt 7,5 Millionen Euro. Das geringste Gebot wurde mit 3,75 Mio. Euro und das Vadium mit 750.000 Euro beziffert. Die Liegenschaft stand zuletzt im Eigentum des ehemaligen "Messe-Zaren" Arnold Henhapl. Er hatte 1992 die [[Salzburg Messe AG]] an die britische Reed-Gruppe verkauft und danach das [[Barock]]-Schloss mit [[Gotik|spätgotischen]] Elementen erworben. 15 Jahre lang hatte er versucht, das erwähnte Bauwerk samt dem 72 089 Quadratmeter großen Grundstück zu verkaufen. | + | Am [[27. Juni]] [[2012]] wird das Schloss am [[Bezirksgericht Neumarkt]] zwangsversteigert. Der Schätzwert des unter Denkmalschutz stehenden Schlosses beträgt 7,5 Millionen Euro. Das geringste Gebot wurde mit 3,75 Mio. Euro und das Vadium mit 750.000 Euro beziffert. Die Liegenschaft stand zuletzt im Eigentum des ehemaligen "Messe-Zaren" Arnold Henhapl. Er hatte 1992 die [[Salzburg Messe AG]] an die britische Reed-Gruppe verkauft und danach das [[Barock]]-Schloss mit [[Gotik|spätgotischen]] Elementen erworben. 15 Jahre lang hatte er versucht, das erwähnte Bauwerk samt dem 72 089 Quadratmeter großen Grundstück zu verkaufen. |
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| − | Der Unternehmer schlitterte [[2009]] Jahren in die Pleite. Am [[16. September]] 2009 wurde am [[Landesgericht Salzburg]] über das Vermögen Henhapls und der [[Henhapl Holding GmbH]] das Konkursverfahren eröffnet. Der Kommerzialrat steckte mit über 9,6 Millionen Euro in der Kreide, seine Gesellschaft hatte weitere Schulden in der Höhe von rund 4,7 Mio. Euro. Das Konkursverfahren ist noch anhängig. | + | Der Unternehmer schlitterte [[2009]] Jahren in die Pleite. Am [[16. September]] 2009 wurde am [[Landesgericht Salzburg]] über das Vermögen Henhapls und der [[Henhapl Holding GmbH]] das Konkursverfahren eröffnet. Der Kommerzialrat steckte mit über 9,6 Millionen Euro in der Kreide, seine Gesellschaft hatte weitere Schulden in der Höhe von rund 4,7 Mio. Euro. Das Konkursverfahren ist noch anhängig. |
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| − | Henhapls Bemühungen, das Schloss international zu verwerten, sind gescheitert. Masseverwalter [[Wolfgang Lirk ]] hatte die Versteigerung beantragt. Angeschlossen an das Verfahren haben sich die betreibenden Parteien [[Salzburger Sparkasse Bank AG]], die Burgenländische Landesholding GmbH und das Reisebüro Kuoni GmbH. Bezirksrichterin Doris Franzmair wird die Zwangsversteigerung am 27. Juni leiten. | + | Henhapls Bemühungen, das Schloss international zu verwerten, sind gescheitert. Masseverwalter [[Wolfgang Lirk]] hatte die Versteigerung beantragt. Angeschlossen an das Verfahren haben sich die betreibenden Parteien [[Salzburger Sparkasse Bank AG]], die Burgenländische Landesholding GmbH und das Reisebüro Kuoni GmbH. Bezirksrichterin Doris Franzmair wird die Zwangsversteigerung am 27. Juni 2012 leiten. |
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| − | Die betroffenen Grundstücke sind mit dem Schloss samt Kapelle und Mausoleum, Nebentrakt, Ateliershaus, Wirtschafts-, Lager- und Futteraufbewahrungsgebäude bebaut. Das Inventar der Gebäude hat einen Wert von rund 800.000 Euro. Teile davon stehen unter Denkmalschutz, wie die historischen Kachelöfen, zwei Altäre und eine Orgel. Diese sind an das Objekt gebunden und müssen mitversteigert werden. | + | Die betroffenen Grundstücke sind mit dem Schloss samt Kapelle und Mausoleum, Nebentrakt, Ateliershaus, Wirtschafts-, Lager- und Futteraufbewahrungsgebäude bebaut. Das Inventar der Gebäude hat einen Wert von rund 800.000 Euro. Teile davon stehen unter Denkmalschutz, wie die historischen Kachelöfen, zwei Altäre und eine Orgel. Diese sind an das Objekt gebunden und müssen mitversteigert werden. |
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| | ==Quellen== | | ==Quellen== |