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'''Caloptilia populetorum''' (''Gracilaria populetorum'' Zeller, 1839: 209) ist eine [[Glossar Biologie#A|Art]] aus der [[Glossar Biologie#O|Ordnung]] [[Lepidoptera]], [[Glossar Biologie#F|Familie]] [[Gracillariidae]] (Miniermotten oder Blatt-Tütenmotten).
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'''Caloptilia populetorum''' (''Gracilaria populetorum'' Zeller, 1839: 209) ist eine [[Glossar Biologie#A|Art]] aus der [[Glossar Biologie#O|Ordnung]] [[Lepidoptera]] (Schmetterlinge), [[Glossar Biologie#F|Familie]] [[Gracillariidae]] (Miniermotten oder Blatt-Tütenmotten).
    
==Diagnose==
 
==Diagnose==
Durch die hell cremefarbene Grundfarbe mit verschwommener dunkler Zeichnung ist die Art recht gut charakterisiert, besonders gegenüber der ebenfalls an Birken lebenden, rotbraunen ''[[Caloptilia betulicola]]''. Die Fraßspuren beider Arten sind allerdings nicht zuverlässig voneinander zu unterscheiden, obwohl ''C. populetorum'' die Blattrollen überwiegend in Längsrichtung des Blattes, ''C. betulicola'' aber überwiegend in Querrichtung anfertigt.
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Durch die hell cremefarbene Grundfarbe mit verschwommener dunkler Zeichnung ist die Art recht gut charakterisiert, besonders gegenüber der ebenfalls an [[Birke]]n lebenden, rotbraunen ''[[Caloptilia betulicola]]''. Die Fraßspuren beider Arten sind allerdings nicht zuverlässig voneinander zu unterscheiden, obwohl ''C. populetorum'' die Blattrollen überwiegend in Längsrichtung des Blattes, ''C. betulicola'' aber überwiegend in Querrichtung anfertigt.
    
==Verbreitung, Lebensraum und Phänologie<ref>siehe [[Glossar Biologie#P|Phänologie]]</ref>==
 
==Verbreitung, Lebensraum und Phänologie<ref>siehe [[Glossar Biologie#P|Phänologie]]</ref>==
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''C. populetorum'' wurde bis vor kurzem erst ein einziges Mal aus [[Salzburg (Bundesland)|Salzburg]] gemeldet. Josef Klimesch fand ein Tier am 20.5.1947 in Neggerndorf bei [[Unternberg]] im [[Lungau]] (Zone V nach Embacher et al. 2024). Der Fundort liegt in rund 1030 m Höhe. Trotz gezielter Nachsuche konnte lange kein weiterer Nachweis erbracht werden. Am 21.8.2021 gelang dann im [[Wenger Moor]] der Fund einer Blattrolle an ''[[Betula pubescens]]'' in charkteristischer Längsrichtung, welcher vermutlich den Wiederfund der Art im Land nach über 70 Jahren bedeutete (Zone I, [[Alpenvorland]] und [[Flyschzone]], nach Embacher et al. 2024 in rund 510 m Höhe). Lebensraum der Art sind demnach Hoch[[moor]]e bzw. deren verbuschte Ränder mit Beständen von Moorbirken ([[Michael Kurz (Wissenschafter)|Kurz]] & [[Marion Kurz|Kurz]] 2025). Die Generationsfolge der Art in Salzburg ist weiterhin unbekannt.
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''C. populetorum'' wurde bis vor kurzem erst ein einziges Mal aus [[Salzburg (Bundesland)|Salzburg]] gemeldet. Josef Klimesch fand ein Tier am 20.5.1947 in Neggerndorf bei [[Unternberg]] im [[Lungau]] (Zone V nach Embacher et al. 2024). Der Fundort liegt in rund 1030&nbsp;[[m&nbsp;ü.&nbsp;A.|m]] Höhe. Trotz gezielter Nachsuche konnte lange kein weiterer Nachweis erbracht werden. Am 21.8.2021 gelang dann im [[Wenger Moor]] der Fund einer Blattrolle an ''[[Betula pubescens]]'' (Moor[[birke]]) in charakteristischer Längsrichtung, welcher vermutlich den Wiederfund der Art im Land nach über 70 Jahren bedeutete (Zone I, [[Alpenvorland]] und [[Flyschzone]], nach Embacher et al. 2024 in rund 510&nbsp;[[m&nbsp;ü.&nbsp;A.|m]] Höhe). Lebensraum der Art sind demnach Hoch[[moor]]e bzw. deren verbuschte Ränder mit Beständen von Moorbirken ([[Michael Kurz (Wissenschafter)|Kurz]] & [[Marion Kurz|Kurz]] 2025). Die Generationsfolge der Art in Salzburg ist weiterhin unbekannt.
    
==Nachbarfaunen==
 
==Nachbarfaunen==
Nach Huemer (2013) fehlt ''C. populetorum'' in Vorarlberg, Nord- und Osttirol, sowie dem Burgenland. Nach Klimesch (1990) sind in Oberösterreich nur ältere Funde aus dem Mühlviertel und dem Alpenvorland bekannt. In Bayern fehlt die Art im voralpinen Hügel- und Moorland (Alpenvorland) und den Alpen, ist in den übrigen drei Landesteilen aber rezent nachgewiesen (Haslberger & Segerer 2016).
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Nach Huemer (2013) fehlt ''C. populetorum'' in [[Vorarlberg]], [[Nordtirol|Nord-]] und [[Osttirol]] sowie dem [[Burgenland]]. Nach Klimesch (1990) sind in [[Oberösterreich]] nur ältere Funde aus dem [[Mühlviertel]] und dem [[Alpenvorland]] bekannt. In [[Bayern]] fehlt die Art im voralpinen Hügel- und Moorland ([[Alpenvorland]]) und den [[Alpen]], ist in den übrigen drei Landesteilen aber rezent nachgewiesen (Haslberger & Segerer 2016).
    
==Biologie und Gefährdung==
 
==Biologie und Gefährdung==
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Die Lebensweise der [[Glossar Biologie#I|Imag]]ines ist in Salzburg unbekannt. Die Raupen fressen an [[Birke]]n-Arten (''Betula'' sp.) und erzeugen eine Blattrolle, die meist in Längsrichtung des Blattes angefertigt wird (Heath & Emmet 1985). In Salzburg ist bisher in einem Fall der Fund einer solchen Blattrolle an der Moorbirke, ''[[Betula pubescens]]'' dokumentiert ([[Michael Kurz (Wissenschafter)|Kurz]] &amp; [[Marion Kurz|Kurz]] 2025), wobei ''C. populetorum'' hierbei die gleichen Ressourcen in räumlicher Nähe nutzt wie ''[[Caloptilia betulicola]]'', ''[[Phyllonorycter cavella]]'' oder ''[[Bucculatrix demaryella]]''. Nach Lepiforum (2025) wird allerdings die Hängebirke (''[[Betula pendula]]'') als Nahrungspflanze bevorzugt. Da trotz gezielter Nachsuche bisher keine weiteren Funde der Art in Salzburg bekannt geworden sind, wird ''C. populetorum'' vorläufig als gefährdet eingestuft (Einstufung EN nach Embacher et al. 2024).
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Die Lebensweise der [[Glossar Biologie#I|Imag]]ines ist in Salzburg unbekannt. Die Raupen fressen an [[Birke]]n-Arten (''Betula'' sp.) und erzeugen eine Blattrolle, die meist in Längsrichtung des Blattes angefertigt wird (Heath & Emmet 1985). In Salzburg ist bisher in einem Fall der Fund einer solchen Blattrolle an der Moorbirke, ''Betula pubescens'', dokumentiert ([[Michael Kurz (Wissenschafter)|Kurz]] &amp; [[Marion Kurz|Kurz]] 2025), wobei ''C. populetorum'' hierbei die gleichen Ressourcen in räumlicher Nähe nutzt wie ''[[Caloptilia betulicola]]'', ''[[Phyllonorycter cavella]]'' oder ''[[Bucculatrix demaryella]]''. Nach Lepiforum (2025) wird allerdings die Hängebirke (''[[Betula pendula]]'') als Nahrungspflanze bevorzugt. Da trotz gezielter Nachsuche bisher keine weiteren Funde der Art in Salzburg bekannt geworden sind, wird ''C. populetorum'' vorläufig als gefährdet eingestuft (Einstufung EN nach Embacher et al. 2024).
    
==Weiterführende Informationen==
 
==Weiterführende Informationen==
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*Huemer, P. 2013. Die Schmetterlinge Österreichs (Lepidoptera). Systematische und faunistische Checkliste. Studiohefte 12. Tiroler Landesmuseum Innsbruck: 304 pp.
 
*Huemer, P. 2013. Die Schmetterlinge Österreichs (Lepidoptera). Systematische und faunistische Checkliste. Studiohefte 12. Tiroler Landesmuseum Innsbruck: 304 pp.
 
*Klimesch, J. 1990. Die Schmetterlinge Oberösterreichs, Teil 6. Microlepidoptera I. Ent. Arbeitsgemeinschaft am O.Ö. Landesmuseum Linz: 1–332.
 
*Klimesch, J. 1990. Die Schmetterlinge Oberösterreichs, Teil 6. Microlepidoptera I. Ent. Arbeitsgemeinschaft am O.Ö. Landesmuseum Linz: 1–332.
*Kurz, M. A. & M. E. Kurz 2000–2025. Naturkundliches Informationssystem. URL: http://www.nkis.info [online 2025.04.24].
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*Kurz, M. A. &amp; [[Marion Kurz|M. E. Kurz]] 2000–2025. Naturkundliches Informationssystem. URL: http://www.nkis.info [online 2025.04.24].
 
*Lepiforum e.V. [Hrsg.] 2008-2025: <i>Caloptilia populetorum</i> (Zeller, 1839). URL: https://lepiforum.org/wiki/ [online 2025.04.24].
 
*Lepiforum e.V. [Hrsg.] 2008-2025: <i>Caloptilia populetorum</i> (Zeller, 1839). URL: https://lepiforum.org/wiki/ [online 2025.04.24].
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== Einzelnachweis ==
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<references/>
    
[[Kategorie:Wissenschaft]]
 
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