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, 16:00, 2. Jun. 2007
'''Annemarie Moser-Pröll''' (* [[27. März]] [[1953]] in [[Kleinarl]], [[Pongau]]) ist eine ehemalige Salzburger Skirennläuferin und Weltwintersportlerin des [[20. Jahrhundert]]s.
Seit [[1974]] ist Annemarie Pröll mit dem ehemaligen [[Atomic]]-Rennbetreuer Herbert Moser verheiratet. Die beiden haben eine Tochter, Marion, geboren im November [[1982]]. In der Weltcuppause [[1976]] gründet die Familie das [[Cafe Annemarie]] in Kleinarl, das wirtschaftliche Standbein seit ihrem Rücktritt vom aktiven Sport.
Ihre jüngste Schwester [[Cornelia Pröll|Cornelia]] war ebenfalls im Weltcup erfolgreich.
==Karriere==
Annemarie (mit Mädchennamen Pröll) war ein echtes Bergbauernkind. Eines von acht am elterlichen Bauernhof in Kleinarl. Angst war für sie ein Fremdwort, die Skier waren ihr liebstes Spielgerät. Zwei Männer entdeckten, was für ein Ski-Juwel hier im Pongau heranwuchs: Trainer-Legende Charly Kahr und "Ski-Papst" Franz Hoppichler. Er schickte am [[17. Jänner]] [[1968]] das 14-jährige Mädchen auf die [[Graukogel]]-Abfahrt in [[Bad Gastein]]. An ihr Weltcup-Debüt erinnert sich Moser, als wäre es gestern gewesen. "Ein paar Mal bin ich in den Schnee geflogen und geheult habe ich im Ziel. Aber aufgegeben hätte ich nie." Der Bibelspruch "die Letzten werden die Ersten sein", erfüllte sich für die Kleinarlerin alsbald.
Platz 2 in der Abfahrt von St. Gervais (FRA) am [[25. Jänner]] [[1969]] bedeutete für die 15-Jährige in ihrer zweiten Weltcupsaison den ersten großen Erfolg. Ein gutes Jahr später erreichte sie im RTL von Marburg (SLO) am [[17. Jänner]] [[1970]] ihren ersten von insgesamt 62 Weltcupsiegen.
Was folgte waren neun Weltcupsaisonen, in denen sie im Gesamtweltcup nie schlechter als auf Rang 2 platziert war. [[1971]] bis zu ihrem zwischenzeitlichen Rücktritt [[1975]] gewann sie den Gesamtweltcup fünfmal hintereinander, nach ihrem Comeback im Herbst 1976 und zwei zweiten Plätzen [[1979]] ein sechstes Mal. Zum Abschluss wurde sie [[1980]] noch einmal Zweite hinter der Liechtensteinerin Hanni Wenzel.
Die Kombination von Arosa am [[16. Jänner]] [[1980]] war ihr letzter Sieg im Weltcup, wenig später stand sie am [[25. Jänner]] [[1980]] letztmalig auf einem Podium, passenderweise als 2. im Slalom von St. Gervais, 11 Jahre nach ihrem ersten zweiten Platz an gleicher Stelle. Beim Saisonfinale 1980 in [[Saalbach-Hinterglemm]] fuhr sie mit Platz sechs im RTL zum letzten Mal in die Punkteränge und erklärte im Anschluss an die Saison 1980 ihren endgültigen Rücktritt vom aktiven Sport.
In den Saisonen 1971, [[1972]] und 1975 überließ sie ihren Konkurrentinnen jeweils nur den Slalomweltcup, alle anderen Einzelwertungen gingen an sie. Sechs Weltcupgesamtsiege und 13 kleine Kristallkugeln (Disziplinenwertungen: 7 x Abfahrt, 3 x Kombination, 3 x Riesentorlauf) bedeuten bis heute Rekord, ebenso wie ihre 62 Siege und ihre 36 Abfahrtssiege. 109 Mal stand die Pongauerin auf dem Podest im Skiweltcup.
==Großereignisse==
Bereits bei ihrer ersten WM 1970 in Gröden holte Annemarie Moser-Pröll die Bronzemedaille in der Abfahrt, die erste Olympiateilnahme 1972 endete, nach dem Drama um Karl Schranz und den daraus resultierenden Behinderungen für Österreichs Sportler, mit Silber statt des programmierten Goldes in der Abfahrt und im RTL, jeweils hinter Marie-Therese Nadig (SWI). Lediglich in der Kombination holte sie Gold, in dieser Disziplin wurden aber keine Olympiamedaillen sondern nur Weltmeistertitel vergeben.
Am [[7. Februar]] [[1974]] holte sie in St. Moritz (SWI) ihren ersten WM Titel in der Abfahrt, den sie am [[1. Februar]] [[1978]] in Garmisch-Partenkirchen (D) verteidigte. Zusätzlich gewann sie in Garmisch auch noch die Kombination und Bronze im RTL.
Die Olympischen Winterspiele von Innsbruck 1976 hatte sie wegen ihrer Weltcuppause versäumt, am [[17. Februar]] [[1980]] konnte sie aber ihren letzten großen sportlichen Traum mit Olympiagold in der Abfahrt von Lake Placid (USA) verwirklichen.
==Vorgestellt==
Dienstag, 9.30 Uhr im Cafe Annemarie: Die Vitrine ist prall gefüllt mit süßen Verführungen. Wie immer handgefertigt von der Chefin höchstpersönlich. Schon um fünf Uhr früh ist Annemarie Moser in der Backstube gestanden und hat, wie jeden Tag, ein Dutzend Torten gebacken, dazu noch Strudel und Obstkuchen. Besonders gefragt in diesen Tagen: Die leckeren Cremeschnitten. Klar, es ist die "Wiener Woche:" Semesterferien in der Bundeshauptstadt. "Die Wiener sind Naschkatzen", verrät Annemaries 24-jährige Tochter Marion, die charmant den Betrieb im Cafe schaukelt.
An der Bar läuft der Fernseher, denn um zehn Uhr beginnt der Super-G der Herren. Die beste Skirennläuferin aller Zeiten und ihr Ehemann Herbert schauen gebannt zu, und die Gäste warten mit ihren Sonderwünschen geduldig, bis Hermann Maier im Ziel ist. Dann geht´s los: "Ein Autogramm aufs rechte Wangerl, bitte", sagte ein etwa 14-jähriger Schüler aus Hartberg.
"Es erstaunt mich immer wieder, wie viele Junge um Autogramme bitten. Die waren noch gar nicht geboren, als ich aufgehört habe", sagte Annemarie Moser, die auch heute noch Fanpost aus aller Welt bekommt. Zum WM-Ort Aare fällt ihr spontan ein Erlebnis ein: "Dort habe ich zum zweiten Mal den Gesamtweltcup gewonnen. König Gustav hat mir die Trophäe überreicht. Und ich habe zu ihm aufgeschaut und mir gedacht: Der hat aber lange Wimpern."
Geehrt wurde das drittletzte von acht Kindern des Hinterstuhlbauern in Kleinarl noch unzählige Male. Doch einen Auftritt wird "La Pröll", wie sie einst in Frankreich respektvoll genannt wurde, nie vergessen: "Als ich zur Weltwintersportlerin des 20. Jahrhunderts gewählt wurde." Salzburgs Skikönigin stand in einer Reihe mit anderen Sportgrößen wie Muhammad Ali, Pele, Carl Lewis, Mark Spitz. "Dass ich das erleben durfte, war für mich ein ganz großer Augenblick."
Die etwas älteren Skifans werden sich noch an den Schock erinnern, den ihnen Annemarie Ende März 1975 mit ihrem Rücktritt versetzt hatte. Die wahren Gründe erfuhr man erst später: Ein Disput mit ihrem Ausrüster [[Alois Rohrmoser]], aber vor allem die Sorge um ihren todkranken Vater. Am [[3. November]] [[1976]] verkündete sie ihr Comeback, das sie 1980 in Lake Placid mit Olympiagold in der Abfahrt krönte.
Beneidet Annemarie Moser die Skistars von heute? "Na ja", sagte sie, "das Geld, das sie verdienen, hätte ich damals auch gerne genommen, so ehrlich bin ich schon. Und das Material ist super. Was haben wir kämpfen müssen, dass wir einen schnellen Schwung zusammen bringen." Schnell ist sie mit ihren Carvern (immer das neueste Atomicmodell) nach wie vor, wenn's sein muss. "Verlernt", meinte sie, "habe ich das Skifahren nicht." Und die stolze Oma freut sich schon auf die ersten Skitage mit Enkerl Elias.
==Ehrungen==
*Sieben Mal wurde Annemarie Moser-Pröll zu Österreichs Sportlerin des Jahres gewählt (1973 bis 1975 sowie 1977 bis 1980).
*[[1999]] wurde sie zu Österreichs Jahrhundert-Sportlerin und zur Jahrhundert-Weltwintersportlerin gewählt (Word Sports Awards)
==Quelle==
*Salzburger Nachrichten (Hans Adrowitzer)
*FIS Homepage
==Weblinks==
{{Homepage|http://www.annemarie-moser-proell.at}}
[[Kategorie:Skisportler alpin|Moser-Pröll, Annemarie]]