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| | [[File:E-MK-6-5487a.jpg|thumb|Salzburg, [[Flachgau]], [[Thalgau]], 1995.10.02]] | | [[File:E-MK-6-5487a.jpg|thumb|Salzburg, [[Flachgau]], [[Thalgau]], 1995.10.02]] |
| − | [[File:bE-MK-4207a.jpg|thumb|Blattrolle an Salweide: Salzburg, Flachgau, Eugendorf, Pebering, 2003.08.07]] | + | [[File:bE-MK-4207a.jpg|thumb|Blattrolle an Salweide: Salzburg, Flachgau, [[Eugendorf]], [[Pebering]], 2003.08.07]] |
| − | '''Caloptilia stigmatella''' (''Tinea stigmatella'' Fabricius, 1781: 295-296) ist eine Art aus der Ordnung [[Lepidoptera]], Familie [[Gracillariidae]]. | + | '''Caloptilia stigmatella''' (''Tinea stigmatella'' Fabricius, 1781: 295-296) ist eine [[Glossar Biologie#A|Art]] aus der [[Glossar Biologie#O|Ordnung]] [[Lepidoptera]] (Schmetterlinge), [[Glossar Biologie#F|Familie]] [[Gracillariidae]] (Miniermotten oder Blatt-Tütenmotten). |
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| | ==Diagnose== | | ==Diagnose== |
| | ''C. stigmatella'' ist eine der wenigen ''Caloptilia''-Arten, die auch nach äußeren Merkmalen meist gut bestimmt werden können. Charakteristisch ist der große, weiße, deutlich begrenzte Dreiecksfleck am Vorderrand der Vorderflügel, der am Hinterrand einen kleine Zahn nach außen aufweist. Dieser fehlt bei der sonst ähnlichen ''Caloptilia hauderi'', bei der der Fleck auch mehr gelb ist. Die Minen und Blattrollen an Weiden-Arten sind ebenfalls unverwechselbar, da ''C. sigmatella'' die einzige ''Caloptilia''-Art an Weiden bei uns ist. | | ''C. stigmatella'' ist eine der wenigen ''Caloptilia''-Arten, die auch nach äußeren Merkmalen meist gut bestimmt werden können. Charakteristisch ist der große, weiße, deutlich begrenzte Dreiecksfleck am Vorderrand der Vorderflügel, der am Hinterrand einen kleine Zahn nach außen aufweist. Dieser fehlt bei der sonst ähnlichen ''Caloptilia hauderi'', bei der der Fleck auch mehr gelb ist. Die Minen und Blattrollen an Weiden-Arten sind ebenfalls unverwechselbar, da ''C. sigmatella'' die einzige ''Caloptilia''-Art an Weiden bei uns ist. |
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| | ==Verbreitung, Lebensraum und Phänologie<ref>siehe [[Glossar Biologie#P|Phänologie]]</ref>== | | ==Verbreitung, Lebensraum und Phänologie<ref>siehe [[Glossar Biologie#P|Phänologie]]</ref>== |
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| − | ''C. stigmatella'' ist in Salzburg weit verbreitet und aus den Zonen I ([[Alpenvorland]] und [[Flyschzone]]), Ia ([[Stadt Salzburg]]), II ([[Nördliche Kalkalpen]]), III ([[Salzburger Schieferalpen|Schieferalpen]]) und IV ([[Zentralalpen]]) bekannt. Lediglich aus der Zone V ([[Lungau]]) liegen (noch) keine Sichtungen vor (Zoneneinteilung nach Embacher et al. 2024). Die Höhenverbreitung erstreckt sich, soweit bisher bekannt, zumindest von 400 bis 1 150 [[m ü. A.|m Höhe]] ([[Michael Kurz (Wissenschafter)|Kurz]] & [[Marion Kurz|Kurz]] 2025). Über den Lebensraum liegen nur wenige Angaben vor, doch dürfte die Art generell an Rändern von Wäldern und Gebüschen zu finden sein, an denen auch die Futterpflanzen der Raupen vorkommen. Aber auch im Siedlungsgebiet in Gärten tritt die Art auf. Raupen wurden im Juli gefunden, [[Glossar_Biologie#I|Imagines]] sind von Mai bis August und Oktober, überwinternd, bis April bekannt. | + | ''C. stigmatella'' ist in [[Salzburg (Bundesland)|Salzburg]] weit verbreitet und aus den Zonen I ([[Alpenvorland]] und [[Flyschzone]]), Ia ([[Stadt Salzburg]]), II ([[Nördliche Kalkalpen]]), III ([[Salzburger Schieferalpen|Schieferalpen]]) und IV ([[Zentralalpen]]) bekannt. Lediglich aus der Zone V ([[Lungau]]) liegen (noch) keine Sichtungen vor (Zoneneinteilung nach Embacher et al. 2024). Die Höhenverbreitung erstreckt sich, soweit bisher bekannt, zumindest von 400 bis 1 150 [[m ü. A.|m Höhe]] ([[Michael Kurz (Wissenschafter)|Kurz]] & [[Marion Kurz|Kurz]] 2025). Über den Lebensraum liegen nur wenige Angaben vor, doch dürfte die Art generell an Rändern von Wäldern und Gebüschen zu finden sein, an denen auch die Futterpflanzen der Raupen vorkommen. Aber auch im Siedlungsgebiet in Gärten tritt die Art auf. Raupen wurden im Juli gefunden, [[Glossar_Biologie#I|Imagines]] sind von Mai bis August und Oktober, überwinternd, bis April bekannt. |
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| | ==Nachbarfaunen== | | ==Nachbarfaunen== |
| − | ''C. stigmatella'' kommt nach Huemer (2013) in allen österreichischen Bundesländern vor. Die Art ist auch in Oberösterreich in allen drei Landesteilen verbreitet (Klimesch 1990). Dasselbe gilt für Bayern, wo sie rezent aus allen vier Naturräumen nachgewiesen ist (Haslberger & Segerer 2016). | + | ''C. stigmatella'' kommt nach Huemer (2013) in allen österreichischen Bundesländern vor. Die Art ist auch in [[Oberösterreich]] in allen drei Landesteilen verbreitet (Klimesch 1990). Dasselbe gilt für [[Bayern]], wo sie rezent aus allen vier Naturräumen nachgewiesen ist (Haslberger & Segerer 2016). |
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| | ==Biologie und Gefährdung== | | ==Biologie und Gefährdung== |
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| − | Über die Biologie der [[Glossar_Biologie#I|Imagines]] ist nur wenig bekannt. Die Tiere fliegen gegen Abend und in der Dämmerung (dokumentiert von 18 bis 19 und 20 bis 21 Uhr MEZ nach [[Michael Kurz (Wissenschafter)|Kurz]] & [[Marion Kurz|Kurz]] 2025). Die Raupen erzeugen jung zunächst einen epidermalen, silbrigweißen Gang im Blatt, der zu einem Platz am BLattrand führt. Später fressen sie meist in einem eingerollten Blattzipfel. Futterpflanzen sind besonders Weiden- (''Salix''-) Arten, die Art wird gelegentlich aber auch an Pappeln gefunden. In Salzburg wurden als Futterpflanzen bisher die Salweide (''[[Salix caprea]]''), die großblättrige Weide (''[[Salix appendiculata]]''), die Schwarz-Weide (''[[Salix myrsinifolia]]''), die Purpur-Weide (''[[Salix purpurea]]'') und die Silber-Weide (''[[Salix alba]]'') dokumentiert, doch dürften auch hier, bei entsprechender Nachsuche, noch weitere Weidenarten festzustellen sein. Am selben Fundort werden dabei von der Art gleichzeitig auch verschiedene Weiden-Arten genutzt (Neutralismus durch Nutzung unterschiedlicher Ressourcen). Die Art tritt aber in Konkurrenz zu anderen Blattminieren, wie z.B. ''[[Phyllocnistis saligna]]'' an ''S. alba''. Da ''C. stigmatella'' euryök ist, also keine besondere Bindung an einen bestimmten Lebensraum erkennen lässt und zudem weit verbreitet ist, kann sie in Salzburg als ungefährdet angesehen werden (Einstufung LC nach Embacher et al. 2024). | + | Über die Biologie der Imagines ist nur wenig bekannt. Die Tiere fliegen gegen Abend und in der Dämmerung (dokumentiert von 18 bis 19 und 20 bis 21 Uhr MEZ nach [[Michael Kurz (Wissenschafter)|Kurz]] & [[Marion Kurz|Kurz]] 2025). Die Raupen erzeugen jung zunächst einen epidermalen, silbrigweißen Gang im Blatt, der zu einem Platz am BLattrand führt. Später fressen sie meist in einem eingerollten Blattzipfel. Futterpflanzen sind besonders Weiden- (''Salix''-) Arten, die Art wird gelegentlich aber auch an Pappeln gefunden. In Salzburg wurden als Futterpflanzen bisher die Salweide (''[[Salix caprea]]''), die großblättrige Weide (''[[Salix appendiculata]]''), die Schwarz-Weide (''[[Salix myrsinifolia]]''), die Purpur-Weide (''[[Salix purpurea]]'') und die Silber-Weide (''[[Salix alba]]'') dokumentiert, doch dürften auch hier, bei entsprechender Nachsuche, noch weitere Weidenarten festzustellen sein. Am selben Fundort werden dabei von der Art gleichzeitig auch verschiedene Weiden-Arten genutzt (Neutralismus durch Nutzung unterschiedlicher Ressourcen). Die Art tritt aber in Konkurrenz zu anderen Blattminieren, wie z.B. ''[[Phyllocnistis saligna]]'' an ''S. alba''. Da ''C. stigmatella'' euryök ist, also keine besondere Bindung an einen bestimmten Lebensraum erkennen lässt und zudem weit verbreitet ist, kann sie in Salzburg als ungefährdet angesehen werden (Einstufung LC nach Embacher et al. 2024). |
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| | ==Weiterführende Informationen== | | ==Weiterführende Informationen== |
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| | *Huemer, P. 2013. Die Schmetterlinge Österreichs (Lepidoptera). Systematische und faunistische Checkliste. Studiohefte 12. Tiroler Landesmuseum Innsbruck: 304 pp. | | *Huemer, P. 2013. Die Schmetterlinge Österreichs (Lepidoptera). Systematische und faunistische Checkliste. Studiohefte 12. Tiroler Landesmuseum Innsbruck: 304 pp. |
| | *Klimesch, J. 1990. Die Schmetterlinge Oberösterreichs, Teil 6. Microlepidoptera I. Ent. Arbeitsgemeinschaft am O.Ö. Landesmuseum Linz: 1–332. | | *Klimesch, J. 1990. Die Schmetterlinge Oberösterreichs, Teil 6. Microlepidoptera I. Ent. Arbeitsgemeinschaft am O.Ö. Landesmuseum Linz: 1–332. |
| − | *Kurz, M. A. & M. E. Kurz 2000–2025. Naturkundliches Informationssystem. URL: http://www.nkis.info [online 2025.04.14]. | + | *Kurz, M. A. & [[Marion Kurz|M. E. Kurz]] 2000–2025. Naturkundliches Informationssystem. URL: http://www.nkis.info [online 2025.04.14]. |
| | * Aktualisierung 2022 von [[Benutzer:Pinzgauer5760]] siehe [[Benutzer Diskussion:Pinzgauer5760#Inhaltliche Änderungen von Artikeln mit oder ohne Quellenangabe|Benutzer Diskussion:Pinzgauer5760]] | | * Aktualisierung 2022 von [[Benutzer:Pinzgauer5760]] siehe [[Benutzer Diskussion:Pinzgauer5760#Inhaltliche Änderungen von Artikeln mit oder ohne Quellenangabe|Benutzer Diskussion:Pinzgauer5760]] |
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