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==== Brief vom 26. Oktober 1881 von Fanni Spängler an Fanny Kobler ====
 
==== Brief vom 26. Oktober 1881 von Fanni Spängler an Fanny Kobler ====
 
[Nr. 19] Fanni Spängler an [Nr. 79] Fanny Kobler: Brief aus Pottenstein 26. 10. 1881:<br /> ''Liebe Großmutter! Ich habe hiermit die Ehre, mich dir als ungewählte Vorsteherstellvertreterin des Pottensteiner Frauenwolthätigkeitsvereines aufzuführen und in dieser, meiner neuen Würde erlaube ich mir, dich recht schön zu bitten, du mögest mir die Freude machen, und diesem Verein als Mitglied beitreten. Der Jahresbeitrag ist 2 fl und die Eintrittstaxe beträgt 1 fl, doch werden Überzahlungen dankbarst angenommen. Solltest du geneigt sein, meine Bitte zu gewähren, so werde ich dir sofort die Statuten schicken, und falls du gleich beitreten und den oben genannten Betrag /: oder mehr:/ widern wolltest, auch sofort die Mitgliedskarte.'' [...weiter mit Spaß über den Familienverein] für Toni und Franzi Wintermäntel genäht, für Roserl ein weißes Winterhäubel gehäkelt; Ausbesserung der Bettwäsche, dazu Wollleinen in Wien gekauft. Dr.Lorinser mit der Franzi sehr zufrieden, "doch muß sie noch die Maschine [Schiene] fort tragen". Im Sitzzimmer und Schlafzimmer eigenhändig Böden lackiert. "Mein Mann ist fleißig in der Kanzlei. [...] deine Enkelin kk. XXX Betteldirndl."
 
[Nr. 19] Fanni Spängler an [Nr. 79] Fanny Kobler: Brief aus Pottenstein 26. 10. 1881:<br /> ''Liebe Großmutter! Ich habe hiermit die Ehre, mich dir als ungewählte Vorsteherstellvertreterin des Pottensteiner Frauenwolthätigkeitsvereines aufzuführen und in dieser, meiner neuen Würde erlaube ich mir, dich recht schön zu bitten, du mögest mir die Freude machen, und diesem Verein als Mitglied beitreten. Der Jahresbeitrag ist 2 fl und die Eintrittstaxe beträgt 1 fl, doch werden Überzahlungen dankbarst angenommen. Solltest du geneigt sein, meine Bitte zu gewähren, so werde ich dir sofort die Statuten schicken, und falls du gleich beitreten und den oben genannten Betrag /: oder mehr:/ widern wolltest, auch sofort die Mitgliedskarte.'' [...weiter mit Spaß über den Familienverein] für Toni und Franzi Wintermäntel genäht, für Roserl ein weißes Winterhäubel gehäkelt; Ausbesserung der Bettwäsche, dazu Wollleinen in Wien gekauft. Dr.Lorinser mit der Franzi sehr zufrieden, "doch muß sie noch die Maschine [Schiene] fort tragen". Im Sitzzimmer und Schlafzimmer eigenhändig Böden lackiert. "Mein Mann ist fleißig in der Kanzlei. [...] deine Enkelin kk. XXX Betteldirndl."
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==== Brief vom 16. November 1881 von Antonia Spängler an Franz Spängler ====
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Brief von [[Antonia Spängler]] an [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] in Pottenstein; ein Bogen mit farblosem Prägedruck "Salzburg"; / = Seitenwechsel; // = Absatz; [Ergänzung]; Leseabsatz eingefügt:<br />
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''Salzburg den 16/11 [1881]<ref>Der Brief ist ohne Jahreszahl, war aber im Bündel hier eingeordnet; gleiches gilt für den folgenden Brief vom 30. November. Das Briefpapier mit diesem Prägedruck wird hier zuerst verwendet und taucht vorher in ihren Briefen nicht auf. Auch inhaltlich passt der Brief hierher.</ref> // Meine inigst geliebten // Theuren! // Da Morgen Otto nach Wien geht, so kan ich nicht unterlassen Euch zu schreiben. Die Großmutter hat mir den Brief zum lesen geschückt, und es hat mich sehr gefreut zu hören das Ihr gottlob alle gesund, und heiter seid. Fan[n]y hat ja die Kindlein wunderschön zusammen gesetzt, da werden die Kindlein eine große Freude haben, der ganze Anzug wird ihnen gewiß recht gut stehen, ich möchte sie gerne damit sehen. Mir scheint mit den kommen des Franz, schaut nicht viel herauß. so sehr es mich freuen würde ihm [!] zu sehen – so muß / ich doch wen dann Franz, im nächsten Jahr, wan Fan[n]y mit den Kindern kömmt nicht kommen könte, so will ich lieber jetzt verzie[c]ht leisten, den dieß ist mir gar so gemüthlich, wen alle bey mir sind, ich freue mich jetzt schon wider auf diese Zeit. Ich meine, wen es jetzt wider schlecht wird, so wird es gewiß recht ungemütlich kalt werden, und was hat dann Franz hier, für einige Tage ist die Reise zu theuer, und länger wird er sich in dieser schlechten Jahreszeit, nicht unterhalten. im Sommer kann man Partien'' [Ausflüge] ''machen, wo alle froh sind wen jemmand sich darum annimt. / ''
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''Thue wie du willst. Bey Euch ist es jetzt gewiß auch recht schön Wetter, bey uns ist es schön, und warmm, ich bin sehr froh besonders für meinen Fuß, ich bin sehr begierig ob der Fuß bis im Sommer wider so gut ist, das ich wider Spatzieren gehen kann, was ich sehr froh wäre, wenigstens kann ich wider so gehen das niemmand kennt das ich einen leidenden Fuß habe. Auch kann ich wen es noth thäte sogar wider laufen, auch über die Stiege wider gehen wie andere Leute Gott seys gedannckt, was ich jetzt selbst gebraucht hat mir am beßten von allen gethan, und ich habe gar keine Mühe mehr mit dem Fuß. / '' [Seite 2 oben, auf dem Kopf:] ''Die Angermeyer'' [Angermayer] ''läßt Euch recht herzlich grüßen, und danncken für die vielen Briefe mit welchen ihr sie erfreut. Er und einmal sie waren da zu fragen ob Franz noch nicht kömmt. F Rosalie läßt auch schon grüß[en]''
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==== Brief vom 30. November 1881 von Antonia Spängler an Franz Spängler ====
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Brief von [[Antonia Spängler]] an [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] in Pottenstein; ein Bogen mit farblosem Prägedruck "Salzburg"; / = Seitenwechsel; // = Absatz; [Ergänzung]; [?] = fraglich; Leseabsatz eingefügt:<br />
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''Salzburg den 30/11 [1881]<ref>Der Brief ist ohne Jahreszahl, war aber im Bündel hier eingeordnet. Gleiches gilt für den vorangehenden Brief vom 16. November. Inhaltlich passen sie zu den vorangehenden Briefen.</ref> // Meine lieben // Theuren! // Einen lieben, aber ganz verzwickten Brief, habe ich richtig erhalten, und viel gelacht, und darauß gesehen das es Euch in Pottenstein nicht schlecht geht, da der Muthwillen der Fan[n]y so sehr überhand nimmt. Ich möchte schon die Fan[n]y als das'' [unterstrichen:] ''Fanckerl [?] bezeichnen, und den Franz so, das er ein gutes Gesicht dazu macht. No – No [?] seid nur lustig es ist schon recht, und freut mich. Der Großmutter welch[e] Franz zum Nammenstag alles erdenckliche gute wünschen läßt, hat herzlich über diesen Brief gelacht, aber auch gefreut weil sie darauß sieht, das Es [!] Euch  gut / [geht]. Lieber Franz Tausend Glück und Segen zu deinem kommenden Nammensfeste, mögest du alles erreichen was dich, und die Deinen, beglücken kann, vor allen, eine recht dauerhafte Gesundheit, weil man dan alle Stürmme des Lebens, leichter erträgt. Behalte mir deine fürsorgliche Liebe. Ich danncke dir recht schön für den Nammensfest Beytrag, fürs ganze Jahr. Mit deinen komen für das Jahr 81 wird’s wohl gar sein, ich meine schon es wäre beßer geschwind das nächste Jahr wen die Fan[n]y mit den Kindern kömt, es ist gewiß dort viel lußtiger auch für die Fan[n]y. Ich befürchte[te], du würdest vieleicht im nächsten Jahr dann keinen Urlaub bekommen und ich freue mich jetzt schon darauf.''
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''Otto hat dich recht gut außsehen gefunden, da möchte ich schon immer mitfliegen könen, um dich zu sehen. Das Ihr alle gesund seit [!] bin ich schon recht herzlich froh, nun wird die kleine Rosa schon bald laufen, da sie amm 12 Dezemmber 1 Jahr alt wird<ref>Das stützt die Datierung, vgl. die vorige Fußnote. Rosa Spängler wird 1880 in Wien geboren, allerdings am 11. Dezember.</ref>, da wird es dann auch schon wider leichter die kleine Elsa ist auch ein sehr liebes Kind, sie kent schon recht gut ihren Nammen und wen sie fragen wo ist den die Großmutter so schaut sie mich an und lacht.<ref>Elisabeth (Elsa) Spängler, Tochter von [[Otto Spängler]] (* 22. Mai 1881 in der Stadt Salzburg)</ref> / bey Spángler ist alles Glücklich vorbey gegangen, sie ist froh das es vorbey ist. Aber es ist schön, das sie es erkenen was sie leistet. <ref>Es ist mir [O. H.] unklar, was hier angedeutet wird. Elsa wurde im Mai 1881 geboren, Maria Spängler am 11. Januar 1883.</ref> Auf Morgen habe ich alle Spángler auf Nachimmttag [!] zu mir geladen. da werden wir wohl Abends [auf] deine, und der deinen Gesundheit trüncken. // ''
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''Die F Rosalie Hemmf'' [Hempf] ''läßt dir nebst vielen Grüßen auch herzlich zum Nammensfest Glück wünschen. Am Freitag ist um ½ 9 die Heil Meße für den Vater, in Domm Lebt nun alle recht wohl seid alle herzlich gegrüßt und geküßt von Eurer // Euch // treu liebenden // Mutter Spángler. // Von denen Hofrichter Spángler herzliche Glückwünsche nebst Gruß.'' [Seite 1 oben, auf dem Kopf:] ''Von Schwester Therese herzliche glückwünsche und grüße.''
 
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