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''Hall am 1 Dezember'' [ohne Jahr; angenommen 1881] ''Mein lieber teuerer Franz recht herzlichen Dank für deine und deiner lieben Frau herzlichen Glückswünsche, und Votoprapien zu meinen Namenstag welche mich ser erfreiten, auch ich Wünsche dir von ganzen Herzen alles gute zu deinen kommenden Namensfest! Gott erhalte dich und all deine lieben recht Gesund und Zufrieden, und ich bitte erhaltet mich in deinen freindlichen Andenken. Es freit mich herzlich das ich aus deinen Brief / sah das ihr euch alle wohl befindet, und auch mir geht es wie es das hohe Alter erlaubt möglichst gut, so lang ich doch ausgehen kan mus ich schon Zufrieden sein mit kleinen Leiden. Recht freien tet es mich wen du einmahl nach Hall komen köntest wenn du Urlaub bekomst jetzt sind auch die Detardori [?] in Hall von Brixen heraus'' [darüber geschrieben:] ''Die Sauter Ludewika'' ''der Herr ist in Brefirn [?] und der Sohn Studirt hir in Ginasium. es ist ein Sohn und 2 Töchter / Ich Wünsche euch auch zum neien Jahr von ganzen Herzen alle gute, Gott erhalte euch alle Gesund und Zufrieden. Das glaub ich gern das die Fani froh ist wen die Kinder in der Schule sind, aber es ist ja doch gut wen sie Gesund und Lebhaft sind. Wie ich hörte von der Payr welche vor kurzen bey mir war, befindet sich der Bamberger möglichst gut, aber die Frau seyso Elend von vielen Anstrengen bereits unkennlich [?], der Herr Erlach von Hall so / unterdessen den Dienst versah und jetzt wieder in Hall ist sagte noch bedenklicher[.] Gott gebe das es sich bald bessert. Ich Danke auch der lieben Fani recht herzlich für ihre lieben Zeilen es macht mir imer ein grosses Fergnigen wen ich von niheten [?] was höre. Ich wiederhole meine herzlichsten Glückswünsche und empfele auch alle in den Schutz Gottes, im täglichen Gebethe und verbleibe euere euch trei liebente Alte Tante Therese v. Lürzer[.] Deinen Wunsch gemeß lieber Franz schick ich dir eine fotogravi von mir ich bin jetzt um zwanzig Jahr älter.''  
 
''Hall am 1 Dezember'' [ohne Jahr; angenommen 1881] ''Mein lieber teuerer Franz recht herzlichen Dank für deine und deiner lieben Frau herzlichen Glückswünsche, und Votoprapien zu meinen Namenstag welche mich ser erfreiten, auch ich Wünsche dir von ganzen Herzen alles gute zu deinen kommenden Namensfest! Gott erhalte dich und all deine lieben recht Gesund und Zufrieden, und ich bitte erhaltet mich in deinen freindlichen Andenken. Es freit mich herzlich das ich aus deinen Brief / sah das ihr euch alle wohl befindet, und auch mir geht es wie es das hohe Alter erlaubt möglichst gut, so lang ich doch ausgehen kan mus ich schon Zufrieden sein mit kleinen Leiden. Recht freien tet es mich wen du einmahl nach Hall komen köntest wenn du Urlaub bekomst jetzt sind auch die Detardori [?] in Hall von Brixen heraus'' [darüber geschrieben:] ''Die Sauter Ludewika'' ''der Herr ist in Brefirn [?] und der Sohn Studirt hir in Ginasium. es ist ein Sohn und 2 Töchter / Ich Wünsche euch auch zum neien Jahr von ganzen Herzen alle gute, Gott erhalte euch alle Gesund und Zufrieden. Das glaub ich gern das die Fani froh ist wen die Kinder in der Schule sind, aber es ist ja doch gut wen sie Gesund und Lebhaft sind. Wie ich hörte von der Payr welche vor kurzen bey mir war, befindet sich der Bamberger möglichst gut, aber die Frau seyso Elend von vielen Anstrengen bereits unkennlich [?], der Herr Erlach von Hall so / unterdessen den Dienst versah und jetzt wieder in Hall ist sagte noch bedenklicher[.] Gott gebe das es sich bald bessert. Ich Danke auch der lieben Fani recht herzlich für ihre lieben Zeilen es macht mir imer ein grosses Fergnigen wen ich von niheten [?] was höre. Ich wiederhole meine herzlichsten Glückswünsche und empfele auch alle in den Schutz Gottes, im täglichen Gebethe und verbleibe euere euch trei liebente Alte Tante Therese v. Lürzer[.] Deinen Wunsch gemeß lieber Franz schick ich dir eine fotogravi von mir ich bin jetzt um zwanzig Jahr älter.''  
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Schluss fehlt offenbar, ebenso die Unterschrift; das erwähnte Foto ist mir unbekannt.
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Schluss fehlt offenbar, ebenso die Unterschrift; das erwähnte Foto ist mir [O.H.] unbekannt.
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==== Brief vom 22. Dezember 1881 von Antonia Spängler an Franz Spängler ====
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Brief von [[Antonia Spängler]] an [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] in Pottenstein; ein Bogen mit farblosem Prägedruck "Salzburg"; / = Seitenwechsel; // = Absatz; [Ergänzung]; Leseabsätze eingefügt; [?] = fraglich:<br />
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''Salzburg den 22/12 [18]81 // Meine lieben Theuren! // Recht herzlichen dank für das so reichliche Christgeschenck. Das Haubchen ist allerliebst, ich werde es am heiligen Tag aufsetzen, die Schürze ist sehr hübsch und von einen sehr guten Zeug, ich danncke für alles herzlich. Den Rehschlegel da habe ich mir ein stückel herunter geschnitten, und gleich den andern Tag eingemacht, und hat mir sehr gut geschmeckt, und den ganzen Schleg[e]l habe ich den Otto zum Geschenck gegeben. Ich hätte allein viel zu lange gebraucht bis ich denselben esse, und nur einen kleinen Theil davon kann man ihm nicht geben, sie hatten eine Freude davon unsere Lina'' [Hausmagd] ''mag das Wildb[p]ret gar nicht, also ich allein könt Euch schon dencken wie lange ich zu essen hätte. / Ich bin zum Rehbrathen speisen oben eingeladen. // ''
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''Die Großmutter läßt Euch dancken für das Weihnachtsgeschenck läßt Euch gute Feyertage wünschen Sie wird das Geld schon senden. Wie gerne hätte ich zur Verschönerung des Christbaum[s] denen Kindern einige kleine Sachen geschückt, so wie ich dieser Tage für Oben und auch für Koch gemacht habe, ich habe dieselben aber selbst erst, vorgestern gelernet [?], und gestern und heute in anwendung gebracht. Wen ich noch lebe, so sollen die Kinder das nächste Jahr verschiedenes bekommen, was Ihnen gewiß eine rechte Freude macht. Vieleicht ist eben jetzt der Christbaum für die armmen [?] Kinder wo die Frau Bezirksrichterin, die Hauptrohle spielen wird. Die 2 größern Kinder wirst du gewiß auch mitnehmen, die werden schauen. / ''
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''Franz hoffe ich wird wohl die 5 fl'' [Gulden] ''erhalten haben, welche ich Otto für Euch zum Weihnachtsgeschenck mitgegeben habe. Rosa hat zum Geburtstag auch etwas einzubringen welches ich den Otto übergeben werde, ich dachte schon am 12 t[en] / 12 daran, und freute mich das sie nun schon ein Jahr alt ist. Der liebe Gott schencke ihr Segen und gedei[h]en. Ich kann schon sagen das ich mich unendlich freue alle wider zu sehen, wie oft ich doch von der kleinen Fan[n]y rede, weil es mir immer noch so lebhaft im gedächtniß ist, wen sie von mir auf die Katze [!] gingen, immer sagte der Soldat hat ein bißerl gelb ein bissel Roth und der 3 t[e] ein bißel grün es ist ihr gar so lieb gestanden. Das Unglück In Wien hat uns alle gar schrecklich ergrieffen. O[b] es wahr / ist das die Bezircksrichters Wittwe Schneider unter den Verbranten steht, es ist schrecklich über 1000 sollen gestorben sein.''<ref>Ringtheaterbrand am 8. Dezember 1881 mit über 386 Toten; vgl. Wien Geschichte Wiki</ref>
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''Vorgeßtern waren im Domm 4 Heil Meßen für den jungen Schattenfroh<ref>offenbar nicht Karl Schattenfroh, der 1883 starb; dem Brief vom 16. Jänner 1882 nach: Julius Schattenfroh [nicht näher identifiziert]</ref>, die sind ganz Trostlos. Hier ist Herr von Plaheka'' [Plachetka]<ref>Die Familie Plachetka wird in den Briefen häufig erwähnt, vgl. zuerst im Brief vom 8. Mai 1859; vgl. Brief vom 7. August 1882. Franz Plachetka war ein Mitschüler von Franz Spängler.</ref> ''zum sterben wen es nicht schon vorbey ist, er war heute früh schon sehr schlecht. In Wien ist Lürzer Max<ref>Vgl. [[Lürzer von Zehendthal]]; "Max" in Wien bisher nicht näher identifiziert.</ref> ebenfals zum sterben wen er nicht schon gestorben ist. Der Fuß mußte ihm 2 mal abgenohmen werden. Seine Famil[ie] verliehrt viel an ihm er hat 4 davon unterstützt Meine lieben ich dannke Euch recht herzlich für alles was Ihr mir in diesen Jahr gutes gethan habt, der liebe Gott möge es Euch segnen. Ich Wünsche Euch ein recht glückliches Neujahr behaltet mich immer lieb, wie Euch von ganzen Herzen liebt Eure treue Mutter // Antonia Spángler.'' [Seite 1 oben, auf dem Kopf:] ''Von Ottoischen'' [der Bruder vom Franz] ''viele herzliche Grüße.''
 
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