| − | [[Peter Grillinger]], [[Pfarrer von Mariapfarr|Pfarrer]] von [[Mariapfarr]] im Lungau, [[Domherr]] in der [[Stadt Salzburg]] und Kammermeister des [[Erzbistum Salzburg]], hatte derart Überragendes geschaffen, dass dies heute noch den Ruhm Salzburgs mehrt. Dabei war der im Lungau markant wirksame Mann offenbar nicht vom Minderwertigkeitskomplex gepeinigt. "''Dass sich überhaupt einer so groß darstellen hat lassen!''" erstaunt Karl Georg Pfändtner von der Handschriftenabteilung der Bayerischen Staatsbibliothek, wenn er auf das Widmungsblatt der von Peter Grillinger in Auftrag gegebenen Bibel blickt: Der Mariapfarrer Pfarrer, dessen ''Cape'' aus Nerz sein könnte, kniet da zwar beim heiligen [[Rupert von Worms|Rupert]], doch schaut er diesem freimütig ins Gesicht. Wenn damals, Anfang des [[15. Jahrhundert]]s ein Stifter schon so dreist war, sich in eine himmlische Szene malen zu lassen, dann beschied er sich üblicherweise mit unterproportionaler Winzigkeit. Nicht so Peter Grillinger! | + | [[Peter Grillinger]], [[Pfarrer von Mariapfarr|Pfarrer]] von [[Mariapfarr]] im Lungau, [[Domherr]] in der [[Stadt Salzburg]] und Kammermeister des [[Erzbistum Salzburg]], hatte derart Überragendes geschaffen, dass dies heute noch den Ruhm Salzburgs mehrt. Dabei war der im Lungau markant wirksame Mann offenbar nicht vom Minderwertigkeitskomplex gepeinigt. "''Dass sich überhaupt einer so groß darstellen hat lassen!''" erstaunt Karl Georg Pfändtner von der Handschriftenabteilung der Bayerischen Staatsbibliothek, wenn er auf das Widmungsblatt der von Peter Grillinger in Auftrag gegebenen Bibel blickt: Der Mariapfarrer Pfarrer, dessen ''Cape'' aus Nerz sein könnte, kniet da zwar beim heiligen [[Rupert von Salzburg|Rupert]], doch schaut er diesem freimütig ins Gesicht. Wenn damals, Anfang des [[15. Jahrhundert]]s ein Stifter schon so dreist war, sich in eine himmlische Szene malen zu lassen, dann beschied er sich üblicherweise mit unterproportionaler Winzigkeit. Nicht so Peter Grillinger! |
| | Noch dazu hat der Salzburger sein Abbild zwei Mal vor den Anfang der Heiligen Schrift gesetzt – erst mit Rupert auf dem Widmungsblatt und gleich darauf neben dem Stammbaum Jesu. Wer an der Wurzel Jesse steht, ist wie ein Tausendsassa bei den wichtigsten Ereignissen dabei: als Gott Eva erschuf, als der Dornbusch brannte und bei Christi Geburt. Freilich wäre all das einem Landpfarrer nicht möglich. Peter Grillinger war auch Domherr in Salzburg und Chorherr von St. Bartholomäus in der Silberbergbaustadt [[Friesach]]. Er hatte also drei Pfründen. Allein Domherr in Salzburg zu sein "''war sicher lukrativ''", erläutert Karl-Georg Pfändtner. | | Noch dazu hat der Salzburger sein Abbild zwei Mal vor den Anfang der Heiligen Schrift gesetzt – erst mit Rupert auf dem Widmungsblatt und gleich darauf neben dem Stammbaum Jesu. Wer an der Wurzel Jesse steht, ist wie ein Tausendsassa bei den wichtigsten Ereignissen dabei: als Gott Eva erschuf, als der Dornbusch brannte und bei Christi Geburt. Freilich wäre all das einem Landpfarrer nicht möglich. Peter Grillinger war auch Domherr in Salzburg und Chorherr von St. Bartholomäus in der Silberbergbaustadt [[Friesach]]. Er hatte also drei Pfründen. Allein Domherr in Salzburg zu sein "''war sicher lukrativ''", erläutert Karl-Georg Pfändtner. |