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''Salzburg den 18/12 [18]77. // Meine lieben Theuren! // Recht herzlichen Dank für Euer liebes Schreiben. Viele Freude machte mir die Beschreibung der kleinen Fany, die muß schon recht brav sein wen sie schon allein auf den Boden sietzt, und auf den Töpferl, unsere Pertel'' [Berta] ''müsten wir schon noch halten, auf den Boden zu sitzen ist wohl noch keine Ide[e], im Korb, in Betterl sietzt sie ganz gut, mit Pölsterln umgeben, stehen thut sie, wie, ein Baum, so fest. Das Ihr samt der kleinen Fany alle wohl seit freut mich sehr, der liebe Gott, wolle Euch ferner Gesundheit und alles Glück, und großen Segen verleihen – besonders, an der lieben kleinen Fany! / Ich wünsche Euch ebenfals glückliche Feyertage, und auch zugleich ein glückliches Neujahr, und danke Euch für alles was ich empfangen habe. Für die kleine Fany lege ich einen 1 fl'' [Gulden] ''bey, und bitte ihn darum eine zweckmäßige Spielerey zu kaufen. Dann für dich liebe Fany einen Chockolad, und Franz bitte ich 6 Stück Krägen zu kaufen, damit ihr doch auch von mir ein Lebenszeichen habet. Ich möchte oft ein Vöge[r]l sein, um mitten unter Euch zu sein, um mich an Eurem Glück zu weiden, welches Ihr genießet, mit der lieben kleinen Fany. Wie wird sie schauen wen sie den beleuchteten Christbaum sieht. Eben so wird die kleine Pertal'' [Berta] ''schauen. Nun haben wir hier Schne[e], aber es ist nicht kalt dabey, ich fürchte er hält nicht. /''
 
''Salzburg den 18/12 [18]77. // Meine lieben Theuren! // Recht herzlichen Dank für Euer liebes Schreiben. Viele Freude machte mir die Beschreibung der kleinen Fany, die muß schon recht brav sein wen sie schon allein auf den Boden sietzt, und auf den Töpferl, unsere Pertel'' [Berta] ''müsten wir schon noch halten, auf den Boden zu sitzen ist wohl noch keine Ide[e], im Korb, in Betterl sietzt sie ganz gut, mit Pölsterln umgeben, stehen thut sie, wie, ein Baum, so fest. Das Ihr samt der kleinen Fany alle wohl seit freut mich sehr, der liebe Gott, wolle Euch ferner Gesundheit und alles Glück, und großen Segen verleihen – besonders, an der lieben kleinen Fany! / Ich wünsche Euch ebenfals glückliche Feyertage, und auch zugleich ein glückliches Neujahr, und danke Euch für alles was ich empfangen habe. Für die kleine Fany lege ich einen 1 fl'' [Gulden] ''bey, und bitte ihn darum eine zweckmäßige Spielerey zu kaufen. Dann für dich liebe Fany einen Chockolad, und Franz bitte ich 6 Stück Krägen zu kaufen, damit ihr doch auch von mir ein Lebenszeichen habet. Ich möchte oft ein Vöge[r]l sein, um mitten unter Euch zu sein, um mich an Eurem Glück zu weiden, welches Ihr genießet, mit der lieben kleinen Fany. Wie wird sie schauen wen sie den beleuchteten Christbaum sieht. Eben so wird die kleine Pertal'' [Berta] ''schauen. Nun haben wir hier Schne[e], aber es ist nicht kalt dabey, ich fürchte er hält nicht. /''
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''Die Schantl [?] wie wir hören war gar nicht in Wien, sie war glaube ich bey Linz, und geht erst – wen hier alles in Ordnung gebracht ist nach Wien zu ihren Bruder, und will dan sich um Arbeit umsehen, was recht gescheid ist. Sie ist in dieser Zeit seit sie Braut war und geheurathet hat, um einen zimmlichen Theil armmer geworden, und hat wie ich höre, von seinen Seiner Seite, keinen Ersatz bekommen. Die wird sich nun immer schwerer thun, weil ihre Einnahme immer kleiner werden wird, sie hat wohl sehr hübsche Sachen, an Kleidern, Muff und dergleichen, aber gerade diese Sachen sind es welche immer wieder etwas neues an sich ziehen. Die Großmutter schückt dir beyliegend auch ½ M'' [Pfundzeichen] ''Chockload, nebst herzlichen Gruß. / Sie freut sich unendlich das die kleine so wohl gedei[h]t, sie ist nun Gottlob zimlich wohl, sie kann nun wieder ihre gewohnten Wege gehen, was ihr recht wohl behagt. Die Ida Schiestl ist gestern angekommen sie sieht ganz gut auß. Die alte Ko[c]h ist sehr schwach, erholt sich aber immer wider. Die Natalie wird schon im März entbunden, sie soll sich recht wohl befinden. Ich dancke allen für die herzlichen Grüße und nachfragen, wie ich höre soll es den Fenzl Leuthen beßer gehen, es wäre ihm wohl zu wünschen, ich bitte mich ebenfals freundlichst zu entrichten. // Lebt alle recht wohl seid herzlichst geküßt und gegrüßt von Eurer Euch herzlichliebenden Mutter Spángler // Otto und Louise grüßen Euch herzlich der Rosa viele herzliche grüße.''
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''Die Schantl [?] wie wir hören war gar nicht in Wien, sie war glaube ich bey Linz, und geht erst – wen hier alles in Ordnung gebracht ist nach Wien zu ihren Bruder, und will dan sich um Arbeit umsehen, was recht gescheid ist. Sie ist in dieser Zeit seit sie Braut war und geheurathet hat, um einen zimmlichen Theil armmer geworden, und hat wie ich höre, von seinen Seiner Seite, keinen Ersatz bekommen. Die wird sich nun immer schwerer thun, weil ihre Einnahme immer kleiner werden wird, sie hat wohl sehr hübsche Sachen, an Kleidern, Muff und dergleichen, aber gerade diese Sachen sind es welche immer wieder etwas neues an sich ziehen. Die Großmutter schückt dir beyliegend auch ½ M'' [Pfundzeichen] ''Chockolad, nebst herzlichen Gruß. / Sie freut sich unendlich das die kleine so wohl gedei[h]t, sie ist nun Gottlob zimlich wohl, sie kann nun wieder ihre gewohnten Wege gehen, was ihr recht wohl behagt. Die Ida Schiestl ist gestern angekommen sie sieht ganz gut auß. Die alte Ko[c]h ist sehr schwach, erholt sich aber immer wider. Die Natalie wird schon im März entbunden, sie soll sich recht wohl befinden. Ich dancke allen für die herzlichen Grüße und nachfragen, wie ich höre soll es den Fenzl Leuthen beßer gehen, es wäre ihm wohl zu wünschen, ich bitte mich ebenfals freundlichst zu entrichten. // Lebt alle recht wohl seid herzlichst geküßt und gegrüßt von Eurer Euch herzlichliebenden Mutter Spángler // Otto und Louise grüßen Euch herzlich der Rosa viele herzliche grüße.''
 
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