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Jakob Gfrerer war das siebente Kind einer Zederhauser Bergbauernfamilie. Dank seiner älteren Geschwister, die auf dem elterlichen Hof mitarbeiteten, wurde er für die Hofarbeit nicht mehr so dringend gebraucht und durfte eine Bildungslaufbahn einschlagen.
 
Jakob Gfrerer war das siebente Kind einer Zederhauser Bergbauernfamilie. Dank seiner älteren Geschwister, die auf dem elterlichen Hof mitarbeiteten, wurde er für die Hofarbeit nicht mehr so dringend gebraucht und durfte eine Bildungslaufbahn einschlagen.
 
   
 
   
Er besuchte die [[Volksschule Zederhaus]], die [[Hauptschule St. Michael im Lungau]] und die [[Lehrerbildungsanstalt|Bundeslehrerbildungsanstalt]] in Salzburg.
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Er besuchte die [[Volksschule Zederhaus]], die [[Mittelschule St. Michael im Lungau|Hauptschule St. Michael im Lungau]] und die [[Lehrerbildungsanstalt|Bundeslehrerbildungsanstalt]] in Salzburg.
 
   
 
   
 
Dank des Organisationstalents seines um acht Jahre älteren Bruders, der als Spätberufener gemeinsam mit ihm die Lehrerausbildung absolvierte, konnten die beiden 1968/69 ein Jahr lang in den [[USA]] an einer ''Highschool'' unterrichten. Jakob wäre wahrscheinlich dort geblieben, wäre da nicht der Vietnamkrieg gewesen, den er aus innerster Überzeugung ablehnte. Der Einberufung entzog er sich durch die Heimkehr nach Österreich, wo er dankbar und sofort seinen Präsenzdienst leistete.
 
Dank des Organisationstalents seines um acht Jahre älteren Bruders, der als Spätberufener gemeinsam mit ihm die Lehrerausbildung absolvierte, konnten die beiden 1968/69 ein Jahr lang in den [[USA]] an einer ''Highschool'' unterrichten. Jakob wäre wahrscheinlich dort geblieben, wäre da nicht der Vietnamkrieg gewesen, den er aus innerster Überzeugung ablehnte. Der Einberufung entzog er sich durch die Heimkehr nach Österreich, wo er dankbar und sofort seinen Präsenzdienst leistete.
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Anschließend nahm er ein Lehramtsstudium an der [[Universität Salzburg]] auf und wählte neben Englisch eher zufällig als zweites Fach Geschichte. Dieses Fach gewann im Laufe des Studiums für ihn immer größere Bedeutung. In einer Seminararbeit über die Bildungspolitik der Ersten Republik wurde ihm klar, wie elitär und rückwärtsgewandt die Bildungsvorstellungen der damaligen [[CS|Christlichsozialen]] waren. Er forschte sich in die [[SDAP|sozialdemokratischen]] Programme und Konzepte sowie in deren Umsetzung im damals "roten" Wien hinein. Ihn beeindruckte, dass da Bildung auch für die bildungsfernen Schichten großgeschrieben und gefördert wurde. Dies weckte sein Interesse für die programmatischen Aussagen, die die Sozialdemokratie zu allen anderen gesellschaftlichen Bereichen machte, und ließ ihn so zum glühenden Anhänger des sozialdemokratischen Gesellschaftsentwurfes werden.
 
Anschließend nahm er ein Lehramtsstudium an der [[Universität Salzburg]] auf und wählte neben Englisch eher zufällig als zweites Fach Geschichte. Dieses Fach gewann im Laufe des Studiums für ihn immer größere Bedeutung. In einer Seminararbeit über die Bildungspolitik der Ersten Republik wurde ihm klar, wie elitär und rückwärtsgewandt die Bildungsvorstellungen der damaligen [[CS|Christlichsozialen]] waren. Er forschte sich in die [[SDAP|sozialdemokratischen]] Programme und Konzepte sowie in deren Umsetzung im damals "roten" Wien hinein. Ihn beeindruckte, dass da Bildung auch für die bildungsfernen Schichten großgeschrieben und gefördert wurde. Dies weckte sein Interesse für die programmatischen Aussagen, die die Sozialdemokratie zu allen anderen gesellschaftlichen Bereichen machte, und ließ ihn so zum glühenden Anhänger des sozialdemokratischen Gesellschaftsentwurfes werden.
 
   
 
   
Als Lehrer an der Internatsschule [[Werkschulheim Felbertal]] verstand er seine Erziehungsaufgabe auch dahin, die um die Mitte der [[1970er]]-Jahre zunehmende Politisierung der österreichischen Schülerschaft verständnisvoll zu begleiten, und nachdem er anlässlich des [[Staatsbesuche#20._Jahrhundert |Salzburg-Besuches]] des [[USA|US]]-Präsidenten Richard Nixon an einer Anti-Vietnam-Demonstration teilgenommen hatte, beantragte der Schulerhalter der Privatschule seine Suspendierung und die Versetzung zweier weiterer Kollegen (der damalige, von der [[ÖVP]] gestellte [[Landesschulrat]]<nowiki></nowiki>spräsident war Vorstandsmitglied des schulerhaltenden Vereins). Das ([[SPÖ]]-geführte) Ministerium folgte dem aber unter Hinweis auf das verfassungsmäßig garantierte Versammlungs- und Demonstrationsrecht nicht.
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Als Lehrer an der Internatsschule [[Werkschulheim Felbertal]] verstand er seine Erziehungsaufgabe auch dahin, die um die Mitte der [[1970er]]-Jahre zunehmende Politisierung der österreichischen Schülerschaft verständnisvoll zu begleiten, und nachdem er anlässlich des [[Staatsbesuche#20._Jahrhundert |Salzburg-Besuches]] des [[USA|US]]-Präsidenten [[Richard Nixon]] an einer Anti-Vietnam-Demonstration teilgenommen hatte, beantragte der Schulerhalter der Privatschule seine Suspendierung und die Versetzung zweier weiterer Kollegen (der damalige, von der [[ÖVP]] gestellte [[Landesschulrat]]<nowiki></nowiki>spräsident war Vorstandsmitglied des schulerhaltenden Vereins). Das ([[SPÖ]]-geführte) Ministerium folgte dem aber unter Hinweis auf das verfassungsmäßig garantierte Versammlungs- und Demonstrationsrecht nicht.
 
   
 
   
 
In der Folge übersiedelte er mit seiner inzwischen fünfköpfigen Familie nach Puch bei Hallein. Beruflich wechselte er in die Stadt Salzburg an das Bundesgymnasium III, aus dem später das [[Musisches Gymnasium Salzburg|Musische Gymnasium]] wurde. Hier schätzte er die rückhaltlose Unterstützung des Direktors (Dr. [[Erich Weinkamer]]) für die pädagogische Arbeit der Kollegenschaft und die gute Schulgemeinschaft.
 
In der Folge übersiedelte er mit seiner inzwischen fünfköpfigen Familie nach Puch bei Hallein. Beruflich wechselte er in die Stadt Salzburg an das Bundesgymnasium III, aus dem später das [[Musisches Gymnasium Salzburg|Musische Gymnasium]] wurde. Hier schätzte er die rückhaltlose Unterstützung des Direktors (Dr. [[Erich Weinkamer]]) für die pädagogische Arbeit der Kollegenschaft und die gute Schulgemeinschaft.

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