| Zeile 1: |
Zeile 1: |
| | Der '''Verein Gedenkdienst''' – Verein für historisch-politische Bildungsarbeit und internationalen Dialog – ist einer der drei heute in Österreich bestehenden Gedenkdienst-Organisationen. Er entsendet Freiwillige und Zivilersatzdienstleistende an Forschungsstellen, Gedenkstätten, Opferbetreuungseinrichtungen und pädagogische Institutionen. | | Der '''Verein Gedenkdienst''' – Verein für historisch-politische Bildungsarbeit und internationalen Dialog – ist einer der drei heute in Österreich bestehenden Gedenkdienst-Organisationen. Er entsendet Freiwillige und Zivilersatzdienstleistende an Forschungsstellen, Gedenkstätten, Opferbetreuungseinrichtungen und pädagogische Institutionen. |
| | ==Gründung und Vorgeschichte== | | ==Gründung und Vorgeschichte== |
| − | In den 1980er-Jahren begann sich die sog. >Erinnerungsgeneration< zu Wort zu melden und die Ausblendung des Nationalsozialismus zu kritisieren. [[1991]] hat schließlich Franz Vranitzky als erster österreichischer Bundeskanzler die Mitverantwortung Österreichs an den Verbrechen des [[Nationalsozialismus]] offiziell einbekannt. Es wurde in der Folge auch der [[Österreichischer NationalfondsÖsterreichische Nationalfonds]] eingerichtet, ein allgemeiner Entschädigungsfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus. | + | In den 1980er-Jahren begann sich die sog. >Erinnerungsgeneration< zu Wort zu melden und die Ausblendung des Nationalsozialismus zu kritisieren. [[1991]] hat schließlich Franz Vranitzky als erster österreichischer Bundeskanzler die Mitverantwortung Österreichs an den Verbrechen des [[Nationalsozialismus]] offiziell einbekannt. Es wurde in der Folge auch der [[Österreichischer Nationalfonds|Österreichische Nationalfonds]] eingerichtet, ein allgemeiner Entschädigungsfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus. |
| | | | |
| − |
| |
| | Bis dahin dominierte in der historischen Selbstwahrnehmung häufig unhinterfragt die These, dass Österreich das erste Opfer Hitlers war und daher für die Verbrechen dieser Zeit nicht zur Verantwortung gezogen werden konnte. | | Bis dahin dominierte in der historischen Selbstwahrnehmung häufig unhinterfragt die These, dass Österreich das erste Opfer Hitlers war und daher für die Verbrechen dieser Zeit nicht zur Verantwortung gezogen werden konnte. |
| | Der Verein GEDENKDIENST wurde [[1992]] vom Historiker [[Andreas Maislinger]] gegründet und war damals eine kleine Sensation. Seither folgten zwei weitere Vereinsgründungen, die ähnlichen Zwecken gewidmet sind. | | Der Verein GEDENKDIENST wurde [[1992]] vom Historiker [[Andreas Maislinger]] gegründet und war damals eine kleine Sensation. Seither folgten zwei weitere Vereinsgründungen, die ähnlichen Zwecken gewidmet sind. |
| | + | |
| | ==Allgemeines und Vereinsaktivitäten== | | ==Allgemeines und Vereinsaktivitäten== |
| | Der Verein [[Gedenkdienst]] wird 2012 20 Jahre alt. Er ist laut Eigendefinition eine parteipolitisch wie konfessionell unabhängige Non-Profit-Organisation. Der Verein GEDENKDIENST wird aus staatlichen Mitteln für den Zivilersatzdienst und durch private Spenden finanziert. Er beschäftigt sich im Inland mit historisch-politischer Bildungsarbeit und entsendet Freiwillige und Zivilersatzdienstleistende (Zivildienstpflichtige Männer) an diverse Einsatzplätze im Ausland, die der Forschung, dem Gedenken oder der Betreuung von Opfern dienen oder pädagogische Zwecke verfolgen. | | Der Verein [[Gedenkdienst]] wird 2012 20 Jahre alt. Er ist laut Eigendefinition eine parteipolitisch wie konfessionell unabhängige Non-Profit-Organisation. Der Verein GEDENKDIENST wird aus staatlichen Mitteln für den Zivilersatzdienst und durch private Spenden finanziert. Er beschäftigt sich im Inland mit historisch-politischer Bildungsarbeit und entsendet Freiwillige und Zivilersatzdienstleistende (Zivildienstpflichtige Männer) an diverse Einsatzplätze im Ausland, die der Forschung, dem Gedenken oder der Betreuung von Opfern dienen oder pädagogische Zwecke verfolgen. |