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| − | [[Datei:Hagengebirge in Richtung Hochkönig.jpg|thumb|Hagengebirge in Richtung [[Hochkönig]]; Flugaufnahme von [[Heli-Sky]]]] | + | [[Datei:Hagengebirge in Richtung Hochkönig.jpg|thumb|Hagengebirge in Richtung [[Hochkönig]]; Flugaufnahme von [[Heli-Sky]].]] |
| − | [[Datei:Hagengebirge.jpg|thumb|Zwischen [[Hochkönig]] und [[Steinernem Meer]], der Blick über die Weiten des Hagengebirges. Nebel kommt vom [[Blühnbachtal]] herauf]]
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| − | [[Datei:Salzachtal (bei Werfen) 21.07.2007.JPG|thumb|Das [[Salzachtal]] gegen Norden von der [[Festung Hohenwerfen]] aus gesehen, links das Hagengebirge]]
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| − | [[Datei:Hagengebirge, davor die Burg Hohenwerfen.JPG|thumb|Hagengebirge, davor die [[Burg Hohenwerfen]]]]
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| − | [[Datei:Hagengebirge, Ansicht von Pfarrwerfen aus.jpg|thumb|Hagengebirge, Ansicht von Pfarrwerfen aus]]
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| | Das '''Hagengebirge''' ist Teil der [[Nördliche Kalkalpen|Nördlichen Kalkalpen]] und wird innerhalb derselben zur Gruppe der [[Salzburger Kalkalpen]] im allgemeinen wie der [[Berchtesgadener Alpen]] im besonderen gerechnet. | | Das '''Hagengebirge''' ist Teil der [[Nördliche Kalkalpen|Nördlichen Kalkalpen]] und wird innerhalb derselben zur Gruppe der [[Salzburger Kalkalpen]] im allgemeinen wie der [[Berchtesgadener Alpen]] im besonderen gerechnet. |
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| | ==Allgemeines== | | ==Allgemeines== |
| | Es befindet sich etwa zu gleichen Teilen im [[Tennengau]] und im [[Pongau]]. Es ist Teil vom [[Naturschutzgebiet Kalkhochalpen]] und [[Landschaftsschutzgebiet]]. Es wird zu den [[Salzburger Kalkhochalpen]] gezählt. | | Es befindet sich etwa zu gleichen Teilen im [[Tennengau]] und im [[Pongau]]. Es ist Teil vom [[Naturschutzgebiet Kalkhochalpen]] und [[Landschaftsschutzgebiet]]. Es wird zu den [[Salzburger Kalkhochalpen]] gezählt. |
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| | + | [[Datei:Hagengebirge_westlicher_Teil_2025.jpg|thumb|Der westliche Teil des Hagengebirges. Der weiße Hang im Vordergrund fällt zum [[Königssee]] ab. Ganz links hinten der [[Dachstein]].]] |
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| | == Charakteristik und Geografie == | | == Charakteristik und Geografie == |
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| | === Berggipfel === | | === Berggipfel === |
| | :''Hauptartikel [[Berge des Hagengebirges]] | | :''Hauptartikel [[Berge des Hagengebirges]] |
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| | + | [[Datei:Salzachtal (bei Werfen) 21.07.2007.JPG|thumb|Das [[Salzachtal]] gegen Norden von der [[Festung Hohenwerfen]] aus gesehen, links das Hagengebirge.]] |
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| | == Geologie == | | == Geologie == |
| | Wie alle Kalkberge ist das Hagengebirge aus abgelagerten Sedimentschichten, abgestorbenen Muschelkalken und mächtigen Korallenriffen ursprünglich im Meer entstanden. Ungeheuren Auffaltungsprozessen während des Erdmittelalters vor etwa 165 Mio. Jahren sowie den Vorgängen während der Glazialzeiten verdankt es seine heutige Gestalt. Das Gebirge besteht in seinem Kern aus zwar harten, gleichwohl oftmals fragilen [[Dolomit]]gesteinen (Ramsaudolomit) und wird von stark gebankten Dachsteinkalken überlagert. Ein häufiges Charakteristikum der berchtesgadnischen Plateaugebirge findet in den steilen Südabstürzen, wo der erosions- und korrosionsfähige Dachsteinriffkalk jenen kühnen und schroffen Formenreichtum ausbildet, der uns an den Kalkalpen vorzüglich charakteristisch erscheint, seinen Ausdruck; einen ähnlichen Aufbau erkennen wir z. B. auch am [[Untersbergstock]], beim [[Tennengebirge]], am [[Hochkönig]], bei der [[Reiter Alm (Gebirge)|Reiter Alm]] und dem flächenmäßig größten jener Plateaugebirge, dem [[Steinernen Meer]]. Im Hagengebirge befinden sich ferner einige der größten, bekannten Höhlensysteme überhaupt, so etwa die berühmte [[Tantalhöhle]] oberhalb des [[Schloss Blühnbach|Jagdschlosses Blühnbach]] oder die Eishöhle am Jägerbrunntrog. | | Wie alle Kalkberge ist das Hagengebirge aus abgelagerten Sedimentschichten, abgestorbenen Muschelkalken und mächtigen Korallenriffen ursprünglich im Meer entstanden. Ungeheuren Auffaltungsprozessen während des Erdmittelalters vor etwa 165 Mio. Jahren sowie den Vorgängen während der Glazialzeiten verdankt es seine heutige Gestalt. Das Gebirge besteht in seinem Kern aus zwar harten, gleichwohl oftmals fragilen [[Dolomit]]gesteinen (Ramsaudolomit) und wird von stark gebankten Dachsteinkalken überlagert. Ein häufiges Charakteristikum der berchtesgadnischen Plateaugebirge findet in den steilen Südabstürzen, wo der erosions- und korrosionsfähige Dachsteinriffkalk jenen kühnen und schroffen Formenreichtum ausbildet, der uns an den Kalkalpen vorzüglich charakteristisch erscheint, seinen Ausdruck; einen ähnlichen Aufbau erkennen wir z. B. auch am [[Untersbergstock]], beim [[Tennengebirge]], am [[Hochkönig]], bei der [[Reiter Alm (Gebirge)|Reiter Alm]] und dem flächenmäßig größten jener Plateaugebirge, dem [[Steinernen Meer]]. Im Hagengebirge befinden sich ferner einige der größten, bekannten Höhlensysteme überhaupt, so etwa die berühmte [[Tantalhöhle]] oberhalb des [[Schloss Blühnbach|Jagdschlosses Blühnbach]] oder die Eishöhle am Jägerbrunntrog. |
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| | + | [[Datei:Hagengebirge, davor die Burg Hohenwerfen.JPG|thumb|Hagengebirge, davor die [[Burg Hohenwerfen]].]] |
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| | === Höhlen === | | === Höhlen === |
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| | == Tier- und Pflanzenwelt == | | == Tier- und Pflanzenwelt == |
| | Das Hagengebirge gilt als eines der am wenigsten erforschten Gebirge der gesamten Region und verfügt über keinen festen Stützpunkt. Dieser Umstand, zusammen mit einer ausgeprägten Humusdecke im nördlichen, niedriger gelegenen Teil des Gebirges hat bewirkt, dass sich hier noch seltene Vertreter unserer heimischen Tier- und Pflanzenwelt zu erhalten vermochten. Darüber hinaus kommen im Hagengebirge so gut wie alle bekannten Tier- und Pflanzenarten des nördlichen Alpenraumes in ungewohnter Fülle vor. In dem kleinen Vorderschlumsee etwa besitzt das Hagengebirge eine biotopische Rarität. Das Hagengebirge verfügt überdies über die größte Population von [[Steinbock|Steinböcken]] in diesem Teil des Alpenraumes. In gewissen Teilen des Gebirges existieren noch mehr oder weniger geschlossene [[Zirbe]]<nowiki>nbestände</nowiki>. Ein Großteil der einstigen, extensiven [[Almwirtschaft]] wurde eingestellt, wovon die zahlreichen, aufgelassenen Almböden und verfallenen [[Senner]]eien ein beredtes Zeugnis geben; die Rennangeralm im nordöstlichen Teil nahe der Grazspitze gilt denn auch als die einzige, noch intakte Almwirtschaft des gesamten Gebirges. | | Das Hagengebirge gilt als eines der am wenigsten erforschten Gebirge der gesamten Region und verfügt über keinen festen Stützpunkt. Dieser Umstand, zusammen mit einer ausgeprägten Humusdecke im nördlichen, niedriger gelegenen Teil des Gebirges hat bewirkt, dass sich hier noch seltene Vertreter unserer heimischen Tier- und Pflanzenwelt zu erhalten vermochten. Darüber hinaus kommen im Hagengebirge so gut wie alle bekannten Tier- und Pflanzenarten des nördlichen Alpenraumes in ungewohnter Fülle vor. In dem kleinen Vorderschlumsee etwa besitzt das Hagengebirge eine biotopische Rarität. Das Hagengebirge verfügt überdies über die größte Population von [[Steinbock|Steinböcken]] in diesem Teil des Alpenraumes. In gewissen Teilen des Gebirges existieren noch mehr oder weniger geschlossene [[Zirbe]]<nowiki>nbestände</nowiki>. Ein Großteil der einstigen, extensiven [[Almwirtschaft]] wurde eingestellt, wovon die zahlreichen, aufgelassenen Almböden und verfallenen [[Senner]]eien ein beredtes Zeugnis geben; die Rennangeralm im nordöstlichen Teil nahe der Grazspitze gilt denn auch als die einzige, noch intakte Almwirtschaft des gesamten Gebirges. |
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| | + | [[Datei:Hagengebirge, Ansicht von Pfarrwerfen aus.jpg|thumb|Hagengebirge, Ansicht von Pfarrwerfen.]] |
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| | == Geschichte == | | == Geschichte == |
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| | Heute wird das Hagengebirge, die Interessen von Jagd- und Forstwirtschaft ausgenommen, vorzugsweise von Wanderern aufgesucht, die mit den vorzufindenden topographischen Gegebenheiten vertraut sind und auf seltene Erscheinungen unserer alpinen Fauna und Flora zu treffen hoffen. Der markierten Wanderwege im Hagengebirge sind wenige, und selbst diese befinden sich im Gegensatz zu jenen vieler anderer, benachbarter Gebiete in einem nur sehr mäßigen Zustande. Das Hagengebirge wird übrigens auch von der Hochspannungsleitung überquert, welche den Strom von den [[Tauernkraftwerke Kaprun|Tauernkraftwerken Kaprun]] in den Norden des Landes transportiert. | | Heute wird das Hagengebirge, die Interessen von Jagd- und Forstwirtschaft ausgenommen, vorzugsweise von Wanderern aufgesucht, die mit den vorzufindenden topographischen Gegebenheiten vertraut sind und auf seltene Erscheinungen unserer alpinen Fauna und Flora zu treffen hoffen. Der markierten Wanderwege im Hagengebirge sind wenige, und selbst diese befinden sich im Gegensatz zu jenen vieler anderer, benachbarter Gebiete in einem nur sehr mäßigen Zustande. Das Hagengebirge wird übrigens auch von der Hochspannungsleitung überquert, welche den Strom von den [[Tauernkraftwerke Kaprun|Tauernkraftwerken Kaprun]] in den Norden des Landes transportiert. |
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| | + | [[Datei:Blühnbachtal mit Steinernem Meer und Hagengebirge.jpg|thumb|Blick nach Westen ins [[Blühnbachtal]] in [[Werfen]]. Links im Hintergrund das [[Steinerne Meer]], rechts das Hagengebirge. Eine Luftbildaufnahme aus den [[1930er]]-Jahren]]. |
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| | == Gewässer == | | == Gewässer == |
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| | == Literatur == | | == Literatur == |
| − | * Von Barth, Hermann: "Aus den nördlichen Kalkalpen", Alpine Verlagsanstalt München, 1926 | + | * Von Barth, Hermann: "Aus den nördlichen Kalkalpen", Alpine Verlagsanstalt München, 1926, [https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb11183883?page=1 digitalisiert] von der Bayerische Staatsbibliothek |
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| | + | == Bilder == |
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| | == Weblinks == | | == Weblinks == |
| | * [https://alpinhistorie.bergruf.de/barth/kalkalpen/berchtesgadener_hagengebirge.html Aus den nördlichen Kalkalpen] | | * [https://alpinhistorie.bergruf.de/barth/kalkalpen/berchtesgadener_hagengebirge.html Aus den nördlichen Kalkalpen] |