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| | == Geschichte == | | == Geschichte == |
| − | Die Herren von Graben entstammten der Dynastie der [[Meinhardiner]]<ref>Rudolf Granichstaedten-Czerva (1948): "[[Brixen]] - Reichsfürstentum und Hofstaat". digitalisiert in: [http://www.coresno.com/adelslexikon/61-kategorie-beitraege/3260-lex-orsini-rosenberg.html Collegium Res Nobilis Austriae: Graben von Stein]</ref> und waren ursprünglich in Krain (heute [[Slowenien]]) begütert. Die früheste Nennung datiert aus dem Jahre [[1170]].<ref>Johann Weichard Freiherr von Valvasor: ''Die Ehre dess Hertzogthums Crain: das ist, Wahre, gründliche, und recht eigendliche Belegen- und Beschaffenheit dieses Römisch-Keyserlichen herrlichen Erblandes''; Laybach (Ljubljana) 1689</ref> Von Krain gelangte die Familie ab dem [[13. Jahrhundert]] in die [[Steiermark]], nach [[Niederösterreich]], [[Kärnten]] und [[Tirol]].<ref>Adalbert Sikora: ''Die Herren vom Graben'', in: Zeitschrift des historischen Vereines für Steiermark. 51. Jahrgang, Graz 1960</ref> Aus einem der steirischen Familienzweige, der auf dem zwischen dem Grazer Reinerkogel und dem Rosenberg gelegenen Schloss Alt-Grabenhofen residierte, entstammte Anfang des 14. Jahrhunderts das hochadelige Geschlecht [[Orsini-Rosenberg]].<ref>[http://www.coresno.com/adelslexikon/61-kategorie-beitraege/3260-lex-orsini-rosenberg.html Collegium Res Nobilis Austriae: Orsini und Rosenberg]</ref> Dem zweiten steirischen Familienzweig auf Schloss Kornberg entstammte laut älteren Quellen zum Ende des 15. Jahrhundert das holländische Geschlecht De Graeff.<ref>[http://www.dbnl.org/tekst/molh003nieu02_01/molh003nieu02_01_1035.htm Artikel über das Geschlecht De Graeff in dem Nieuw Nederlandsch biografisch woordenboek, Deel 2]</ref> Im Laufe des 15. und [[16. Jahrhundert]]s hatten die Herren von Graben viele hohe Ämter als Landeshauptleute, kaiserliche Burggrafen, Ratsherren und Hauptmänner inne. Im 15. und 16. Jahrhundert verwalteten Familienmitglieder Salzburger Lehen in Kärnten. In der Stadt [[Lienz]] konnte die Familie von Graben größere Bedeutung erlangen, da sie als Nachfolger der meinhardinischen Grafen von Görz Lienz und [[Osttirol]] als Statthalter und Burggrafen für die [[Habsburger]] verwalteten.<ref>Rudolf Granichstaedten-Czerva (1948): "Brixen - Reichsfürstentum und Hofstaat".</ref> Das Geschlecht ist 1776 mit Felix Jakob von Graben zum Stein ausgestorben. | + | Die Herren von Graben entstammten der Dynastie der [[Meinhardiner]]<ref>Rudolf Granichstaedten-Czerva (1948): "[[Brixen]] - Reichsfürstentum und Hofstaat". digitalisiert in: [http://www.coresno.com/adelslexikon/61-kategorie-beitraege/3260-lex-orsini-rosenberg.html Collegium Res Nobilis Austriae: Graben von Stein]</ref> und waren ursprünglich in Krain (heute [[Slowenien]]) begütert. Die früheste Nennung datiert aus dem Jahre [[1170]].<ref>Johann Weichard Freiherr von Valvasor: ''Die Ehre dess Hertzogthums Crain: das ist, Wahre, gründliche, und recht eigendliche Belegen- und Beschaffenheit dieses Römisch-Keyserlichen herrlichen Erblandes''; Laybach (Ljubljana) 1689</ref> Von Krain gelangte die Familie ab dem [[13. Jahrhundert]] in die [[Steiermark]], nach [[Niederösterreich]], [[Kärnten]] und [[Tirol]].<ref>Adalbert Sikora: ''Die Herren vom Graben'', in: Zeitschrift des historischen Vereines für Steiermark. 51. Jahrgang, Graz 1960</ref> Aus einem der steirischen Familienzweige, der auf dem zwischen dem Grazer Reinerkogel und dem Rosenberg gelegenen Schloss Alt-Grabenhofen residierte, entstammte Anfang des 14. Jahrhunderts das hochadelige Geschlecht [[Orsini-Rosenberg]].<ref>[http://www.coresno.com/adelslexikon/61-kategorie-beitraege/3260-lex-orsini-rosenberg.html Collegium Res Nobilis Austriae: Orsini und Rosenberg]</ref> Dem zweiten steirischen Familienzweig auf Schloss Kornberg entstammte laut älteren Quellen zum Ende des 15. Jahrhundert das holländische Geschlecht De Graeff.<ref>[http://www.dbnl.org/tekst/molh003nieu02_01/molh003nieu02_01_1035.htm Artikel über das Geschlecht De Graeff in dem Nieuw Nederlandsch biografisch woordenboek, Deel 2]</ref><ref>[https://books.google.at/books?id=QAtTAAAAcAAJ&pg=PA91&dq=wolfgang+von+graben+graeff&hl=de&sa=X&ei=DFohVafCJMfbaq6fgdAD&ved=0CB4Q6AEwAA#v=onepage&q=wolfgang%20von%20graben%20graeff&f=false Der deutsche Herold: Zeitschrift für Wappen-, Siegel- u. Familienkunde, Band 3, Nachrichten über die Familie de Graeff]</ref> Im Laufe des 15. und [[16. Jahrhundert]]s hatten die Herren von Graben viele hohe Ämter als Landeshauptleute, kaiserliche Burggrafen, Ratsherren und Hauptmänner inne. Die Linie der Grabner zu Rosenburg in Niederösterreich zählten im Laufe des 16. und beginnenden 17. Jahrhunderts zu den reichsten und angesehensten Familien Österreichs.<ref>''Allgemeine Encyclopädie der Wissenschaften und Künste.'' Band 77, Leipzig 1864, S. 220–222 ([https://books.google.at/books?id=C_YRL9JvEnYC&pg=PA220&dq=sebastian+grabner+rosenburg books.google.at]).</ref> Ihre Residenz Schloss Rosenburg wurde durch fie [[Protestanten|protestantischen]] Grabner zu einem Zentrum der Österreichischen [[Reformation]]sgeschichte.<ref>Friedrich Umlauft (Hrsg.): ''Wanderungen durch die Oesterreichisch-Ungarische Monarchie.'' 1879, S. 333 ([https://books.google.at/books?id=0Y8imH5JdGcC&pg=PA333&dq=leopold+grabner+rosenburg books.google.at]).</ref> |
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| | + | In der Stadt [[Lienz]] konnte die Familie von Graben aus der Sommeregger Linie größere Bedeutung erlangen, da sie als Nachfolger der meinhardinischen Grafen von Görz Lienz und [[Osttirol]] als Statthalter und Burggrafen für die [[Habsburger]] verwalteten.<ref>Rudolf Granichstaedten-Czerva (1948): "Brixen - Reichsfürstentum und Hofstaat".</ref> Im 15. und 16. Jahrhundert verwalteten Familienmitglieder aus der Sommeregger Linie auch Salzburger Lehen in Kärnten. Das Geschlecht der Herren von Graben ist 1776 (1780) mit Felix Jakob von Graben zum Stein in Innsbruck ausgestorben. |
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| | === Geschlechterlinien === | | === Geschlechterlinien === |
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| | === Familienmitglieder === | | === Familienmitglieder === |
| | + | '''Grabner zu Rosenburg''': |
| | + | * '''Sebastian I. Grabner zu Rosenburg''' † 1535), Herr von Rosenburg, Pottenbrunn, Siebenbrunn, Judenau, Schlickendorf in Niederösterreich sowie von Joslowitz in Mähren, Verordneter auf dem Reichstag zu Augsburg, war einer der ersten protestantischen Edelleute in Österreich. |
| | + | * '''Leopold Grabner zu Rosenburg, Pottenbrunn und Siebenbrunn''' (* 1528; † 1583), sein Sohn; Herr von Rosenburg, Pottenbrunn, Siebenbrunn, Judenau, Schlickendorf und Joslowitz, war während der [[Reformation]] als einer der führenden [[Protestantismus|Protestanten]] des Landes, Deputierter der Stände und [[Kammerherr|Hofkammerrat]]. |
| | + | * '''Sebastian II. Grabner zu Rosenburg und Pottenbrunn''' († 1610), Herr von Rosenburg, Pottenbrunn, Siebenbrunn, Judenau, Schlickendorf und Joslowitz, galt wie sein Vater Leopold als einer der führenden Protestanten des Landes; er war Deputierter der Stände sowie Unterzeichner des Horner Bundes. Zwischen den Jahren 1593 und 1597 baute er die Rosenburgnzum prächtigen [[Renaissance]]schloss um. |
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| | + | '''Linie zu Kornberg:''' |
| | * '''Friedrich II. von Graben''' († vor 1463), Burggraf von Riegersburg, Herr von Kornberg, Obermarburg und Schloss Marburg, Ratsherr, Beisitzer des Reichskammergerichts und Kommissar Kaiser [[Friedrich III.|Friedrichs III.]], unterzeichnete 1461 die Urkunde, in welcher Laibach zum [[Bistum Lavant|Bistum]] erhoben wurde. | | * '''Friedrich II. von Graben''' († vor 1463), Burggraf von Riegersburg, Herr von Kornberg, Obermarburg und Schloss Marburg, Ratsherr, Beisitzer des Reichskammergerichts und Kommissar Kaiser [[Friedrich III.|Friedrichs III.]], unterzeichnete 1461 die Urkunde, in welcher Laibach zum [[Bistum Lavant|Bistum]] erhoben wurde. |
| − | * '''Andreas von Graben zu Sommeregg''' († 1463), sein Bruder; Burggraf und Herr von Sommeregg, in Diensten der Grafen von Cilli Hauptmann der Grafschaft Ortenburg sowie Burggraf auf Ortenburg. | + | * '''Ulrich III. von Graben''' († 1486), sein Sohn; Herr von Graben, (Ober)Marburg und Kornberg, kaiserlicher Burggraf von Marburg und Graz, Landeshauptmann der Steiermark, kaiserlicher [[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#T|Truchsess]] und Ratsherr. |
| − | * '''Ulrich III. von Graben''' († 1486), sein Neffe; Herr von Graben und Kornberg, kaiserlicher Burggraf von Marburg und Graz, Landeshauptmann der Steiermark, kaiserlicher [[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#T|Truchsess]] und Ratsherr. | + | * '''Wolfgang von Graben''' († 11. Dezember 1521), sein Sohn; Herr von Graben, Kornberg, Marburg, Radkersburg, Neudenstein, Weinberg, Burggraf auf Saldenhofen, kaiserlicher Amtsmann und Burggraf, militärischer Hauptmann von Kaiser Friedrich III. und Berater von Kaiser Maximilian I. Wolfganggilt auch als Stammherr der niederländischen (De) Graeff.<ref>[https://books.google.com/books/about/Genealogisches_Taschenbuch_der_Ritter_u.html?hl=de&id=jXBSsVwyu_wC#v=onepage&q=de%20graeff%20von%20graben&f=false ''Genealogisches Taschenbuch der Ritter- u. Adels-Geschlechter,'' Band 3, S. 229 (1870)]</ref><ref>[https://www.dbnl.org/tekst/molh003nieu02_01/molh003nieu02_01_1035.php De Graeff (Pieter Graeff) und Von Graben in der niederländischen "DBNL"]</ref> |
| − | * '''[[Virgil von Graben]]''' († 1507), Sohn von Andreas; war im Dienste der [[Salzburger Erzbischöfe|Salzburger Fürsterzbischöfe]] als Burggraf und [[Pfleger]] auf [[Schloss Lengberg]]; Burggraf und Herr von Sommeregg, Herr von Graben; mit ihm erlangte das Geschlecht seinen größten Einfluss; Virgil war Reichsverweser der ''fürstlich görzischen Grafschaft'', auf venezianischer Seite der Nachfolgekandidat als Graf von Görz,<ref>[http://www.google.at/search?hl=de&tbo=1&tbs=bks%3A1&q=virgil+von+graben+g%C3%B6rzischer+bastard&aq=f&aqi=&aql=&oq=&gs_rfai= Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung, Band 56 (andere Version)]</ref> hernach aber die Schlüsselperson für den Eintritt des Landes in das Habsburgerreich<ref>Hermann Wiesflecker, ''Österreich im Zeitalter Maximilians I. Die Vereinigung der Länder zum frühmodernen Staat. Der Aufstieg zur Weltmacht'' (Wien und München 1999), | + | |
| − | [http://books.google.at/books?id=PwgDdyzTLVoC&pg=PA163&lpg=PA163&dq=meinhardiner&q=%22virgil%20von%20graben%22 S. 163]</ref> und kaiserlicher Statthalter von Maximilian I. Virgil war mit Apollonia von [[Kuenburg (Adelsgeschlecht)|Khüenburg]], Tochter des Balthasar von Khüenburg und der Katharina von Lindt, verheiratet. | + | '''Linie zu Sommeregg:''' |
| | + | * '''Andreas von Graben zu Sommeregg''' († 1463), aus der Linie zu Kornberg; Burggraf und Herr von Sommeregg, Burggraf von Sternberg in Diensten der Grafen von Cilli Hauptmann der Grafschaft Ortenburg sowie Burggraf auf Ortenburg und Militärführer. |
| | + | * '''[[Virgil von Graben]]''' († 1507), seinnSohn; war im Dienste der [[Salzburger Erzbischöfe|Salzburger Fürsterzbischöfe]] als Burggraf und [[Pfleger]] auf [[Schloss Lengberg]]; Burggraf und Herr von Sommeregg, Herr von Graben; mit ihm erlangte das Geschlecht seinen größten Einfluss; Virgil war Reichsverweser der ''fürstlich görzischen Grafschaft'', auf venezianischer Seite der Nachfolgekandidat als Graf von Görz,<ref>[http://www.google.at/search?hl=de&tbo=1&tbs=bks%3A1&q=virgil+von+graben+g%C3%B6rzischer+bastard&aq=f&aqi=&aql=&oq=&gs_rfai= Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung, Band 56 (andere Version)]</ref> hernach aber die Schlüsselperson für den Eintritt des Landes in das Habsburgerreich<ref>Hermann Wiesflecker, ''Österreich im Zeitalter Maximilians I. Die Vereinigung der Länder zum frühmodernen Staat. Der Aufstieg zur Weltmacht'' (Wien und München 1999), |
| | + | [http://books.google.at/books?id=PwgDdyzTLVoC&pg=PA163&lpg=PA163&dq=meinhardiner&q=%22virgil%20von%20graben%22 S. 163]</ref> und kaiserlicher Statthalter von Maximilian I. |
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| | + | '''Linie Am Stein:''' |
| | + | * '''Lukas von Graben zum Stein''' (bis 1500 von Graben) († 1550), Herr von Stein, Schwarzenegg und Weidenburg, Pfandherr von Heinfels, war einnhoher Militär der Görzer Grafen und der Habsburger. Im Erbfolgestreit um die fürstliche Grafschaft Görz am Ende des 15. Jahrhunderts fungierte ee während der Abwesenheit seines Vaters, des Reichsverwesers Virgil von Graben, in der Stadt Görz (Gorizia) als dessen Stellvertreter und Verfechter der Rechte der Habsburger gegenüber den Bestrebungen der Republik Venedig.<ref>La signora di Schwarzenegg |
| | + | un feudo goriziano sul Carso alle porte di Trieste, XIV-XIX secolo, S. 38, von Ugo Cova (2009)</ref> 1518 war einer von 70 Deputierten zum ersten Österreichischen Generallandtag von Kaiser Maximilian I. in Innsbruck. |
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| | + | '''Zweite Tiroler Linie:''' |
| | * '''Otto von Graben zum Stein''' ("Graf zum Stein") (* 1690; † 1756), war ein Schriftsteller und Sagenforscher des 18. Jahrhunderts sowie Vizepräsident der Preußischen Akademie der Wissenschaften. | | * '''Otto von Graben zum Stein''' ("Graf zum Stein") (* 1690; † 1756), war ein Schriftsteller und Sagenforscher des 18. Jahrhunderts sowie Vizepräsident der Preußischen Akademie der Wissenschaften. |
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