| Zeile 444: |
Zeile 444: |
| | * [[17. Juni]], Mittwoch: ''Neue bestätigte Corona-Erkrankungsfälle''. Seit 9. Mai war die Stadt Salzburg coronafrei. Nach fünfeinhalb Wochen gab es heute einen neuen Covid-19-Erkrankungsfall. Auch im Flachgau und im Tennengau gab es jeweils einen neuen Erkrankungsfall. | | * [[17. Juni]], Mittwoch: ''Neue bestätigte Corona-Erkrankungsfälle''. Seit 9. Mai war die Stadt Salzburg coronafrei. Nach fünfeinhalb Wochen gab es heute einen neuen Covid-19-Erkrankungsfall. Auch im Flachgau und im Tennengau gab es jeweils einen neuen Erkrankungsfall. |
| | | | |
| − | * [[19. Juni]], Freitag: ''Möglicherweise ist die Salzburger Landesregierung von Corona betroffen'' meldeten die [[Salzburger Nachrichten]] am Nachmittag. Ein Büromitarbeiter von [[ÖVP]]-[[Landesrätin]] [[Maria Hutter]] wurde am Donnerstag positiv auf das Virus getestet. Der Mann war nach einem neu aufgetretenen Fall in der Stadt Salzburg Anfang der Woche von der Gesundheitsbehörde kontaktiert und vorsorglich abgesondert worden. Wenig später, am Mittwoch, hatte er bereits typische Symptome einer Corona-Erkrankung gezeigt. Das Cluster war daraufhin schnell identifiziert. Der Büromitarbeiter war am Montagabend bei einem Rotary Club-Treffen in der Salzburger Innenstadt als Redner zum Thema Bildungspolitik eingeladen und wurde offenbar dort von einer anderen Person infiziert. Es handelte sich um das erste reguläre Treffen des Rotary-Clubs nach der Corona-Pause, wie Clubmitglieder schildern. Im Publikum anwesend waren namhafte Mitglieder - darunter Ärzte, Architekten, ein Polizeikommandant, und einer der ranghöchsten Beamten des Landes. Auch dieser [[Hofrat]] entwickelte wenig später typische Symptome einer Corona-Erkrankung. | + | * [[19. Juni]], Freitag: ''Möglicherweise ist die Salzburger Landesregierung von Corona betroffen'' meldeten die [[Salzburger Nachrichten]] am Nachmittag. Ein Büromitarbeiter von [[ÖVP]]-[[Landesrätin]] [[Maria Hutter]] wurde am Donnerstag positiv auf das Virus getestet. Der Mann war nach einem neu aufgetretenen Fall in der Stadt Salzburg Anfang der Woche von der Gesundheitsbehörde kontaktiert und vorsorglich abgesondert worden. Wenig später, am Mittwoch, hatte er bereits typische Symptome einer Corona-Erkrankung gezeigt. Das Cluster war daraufhin schnell identifiziert. Der Büromitarbeiter war am Montagabend bei einem Rotary Club-Treffen in der Salzburger [[Innenstadt]] als Redner zum Thema Bildungspolitik eingeladen und wurde offenbar dort von einer anderen Person infiziert. Es handelte sich um das erste reguläre Treffen des Rotary-Clubs nach der Corona-Pause, wie Clubmitglieder schildern. Im Publikum anwesend waren namhafte Mitglieder - darunter Ärzte, Architekten, ein Polizeikommandant, und einer der ranghöchsten Beamten des Landes. Auch dieser [[Hofrat]] entwickelte wenig später typische Symptome einer Corona-Erkrankung. |
| | | | |
| | :Damit war das Virus nun in das direkte Umfeld der Landesregierung vorgedrungen. Noch am Freitag wurden sämtliche Kontaktpersonen der Stufe 1 - also jene, die in irgendeiner Weise direkten Kontakt mit den beiden Beamten hatten - zum Coronatest in den Drive-In Salzburg-Süd geschickt. Den von der Sanitätsbehörde angeordneten Screeningtest betraf am Freitag etliche Abteilungsleiter. Etliche Mitarbeiter wurden bereits am Donnerstag vorsorglich in Quarantäne geschickt und isoliert - angefangen von Chauffeuren bis hin zum Büroleiter des Landeshauptmannes. | | :Damit war das Virus nun in das direkte Umfeld der Landesregierung vorgedrungen. Noch am Freitag wurden sämtliche Kontaktpersonen der Stufe 1 - also jene, die in irgendeiner Weise direkten Kontakt mit den beiden Beamten hatten - zum Coronatest in den Drive-In Salzburg-Süd geschickt. Den von der Sanitätsbehörde angeordneten Screeningtest betraf am Freitag etliche Abteilungsleiter. Etliche Mitarbeiter wurden bereits am Donnerstag vorsorglich in Quarantäne geschickt und isoliert - angefangen von Chauffeuren bis hin zum Büroleiter des Landeshauptmannes. |
| Zeile 478: |
Zeile 478: |
| | * [[8. Juli]], Mittwoch: Eine Mitarbeiterin der [[Salzburger Festspiele]] erkrankte an Covid. Sie sei am 18. Juni zu Dienstbeginn bereits getestet worden, dieser Test sei negativ verlaufen. Nun habe ein weiterer Test ein positives Ergebnis gebracht. Fünf Kontakte der Frau wurden behördlich unter Quarantäne gestellt. Am späten Abend gaben die Festspiele bekannt, dass alle fünf Person negativ getestet worden seien. Man lasse noch eine sechste Person testen, die nur flüchtigen Kontakt mit der erkrankten Frau gehabt habe. Die Vorbereitungen der Festspiele seien durch den Vorfall nicht gefährdet, wurde betont. Nach Auftreten eines weiteren Covid-Clusters steht zudem das Seniorenwohnheim des Roten Kreuzes in Salzburg-[[Morzg]] unter Quarantäne. | | * [[8. Juli]], Mittwoch: Eine Mitarbeiterin der [[Salzburger Festspiele]] erkrankte an Covid. Sie sei am 18. Juni zu Dienstbeginn bereits getestet worden, dieser Test sei negativ verlaufen. Nun habe ein weiterer Test ein positives Ergebnis gebracht. Fünf Kontakte der Frau wurden behördlich unter Quarantäne gestellt. Am späten Abend gaben die Festspiele bekannt, dass alle fünf Person negativ getestet worden seien. Man lasse noch eine sechste Person testen, die nur flüchtigen Kontakt mit der erkrankten Frau gehabt habe. Die Vorbereitungen der Festspiele seien durch den Vorfall nicht gefährdet, wurde betont. Nach Auftreten eines weiteren Covid-Clusters steht zudem das Seniorenwohnheim des Roten Kreuzes in Salzburg-[[Morzg]] unter Quarantäne. |
| | | | |
| − | * [[12. Juli]], Sonntag: Eine Studentin der [[Fachhochschule Salzburg|Fachhochschule]] in [[Puch bei Hallein|Puch]]-[[Urstein]] wurde am [[10. Juli]] positiv auf den Coronavirus getestet. Am Mittwoch war sie in einem Hörsaal, um eine Prüfung zu absolvieren. Die Studentin hatte insgesamt 26 Kontaktpersonen, verteilt auf mehrere Bezirke auch außerhalb Salzburgs. Bei einer Kontrolle des Salzburger Ordnungsamts wurden Samstagabend in einem kleinen Salzburger Innenstadtlokal 50 Personen auf engstem Raum angetroffen. Der Kellner sagte den Kontrolloren, dass es keinen Türsteher gebe und er die Kontrolle über das Geschehen verloren habe. Den Betreiber erwartet eine Anzeige. Sorge bereiteten den Ordnungshütern allerdings die Zustände am [[Rudolfskai]] und auf dem [[Anton-Neumayr-Platz (Stadt Salzburg)|Anton-Neumayr-Platz]]: Hier hätten sich große Menschenansammlungen gebildet. Am Rudolfskai würde die Situation zusätzlich durch eine Baustelle verschärft. Ein Auflösen der Ansammlung erschien den Kontrolloren des Ordnungsamts angesichts der derzeitigen Rechtslage als nicht verhältnismäßig. | + | * [[12. Juli]], Sonntag: Eine Studentin der [[Fachhochschule Salzburg|Fachhochschule]] in [[Puch bei Hallein|Puch]]-[[Urstein]] wurde am [[10. Juli]] positiv auf den Coronavirus getestet. Am Mittwoch war sie in einem Hörsaal, um eine Prüfung zu absolvieren. Die Studentin hatte insgesamt 26 Kontaktpersonen, verteilt auf mehrere Bezirke auch außerhalb Salzburgs. Bei einer Kontrolle des Salzburger Ordnungsamts wurden Samstagabend in einem kleinen Salzburger [[Innenstadt]]lokal 50 Personen auf engstem Raum angetroffen. Der Kellner sagte den Kontrolloren, dass es keinen Türsteher gebe und er die Kontrolle über das Geschehen verloren habe. Den Betreiber erwartet eine Anzeige. Sorge bereiteten den Ordnungshütern allerdings die Zustände am [[Rudolfskai]] und auf dem [[Anton-Neumayr-Platz (Stadt Salzburg)|Anton-Neumayr-Platz]]: Hier hätten sich große Menschenansammlungen gebildet. Am Rudolfskai würde die Situation zusätzlich durch eine Baustelle verschärft. Ein Auflösen der Ansammlung erschien den Kontrolloren des Ordnungsamts angesichts der derzeitigen Rechtslage als nicht verhältnismäßig. |
| | | | |
| | * [[13. Juli]], Montag: Während in [[Oberösterreich]] aufgrund von steigenden Infektionszahlen seit einigen Tagen wieder Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen, Geschäften und Gebäuden galt, wurde in Salzburg lediglich Maskenpflicht in Amtsgebäuden angeordnet. In der heutigen Montagausgabe der [[Salzburger Nachrichten]] berichteten zwei Personen von Erfahrungen in Salzburg am Samstag, den 12. Juli. Der emeritierte Umwelt- und Sozialpsychologe der [[Universität Salzburg]] Alexander Keul besuchte einen Elektronikmarkt, aus dem er bereits nach wenigen Minuten wieder ''floh'': "''Nach einer Viertelstunde bin ich geflüchtet, so viele Leute waren da schon wieder. Und bei der Kasse, da sind sie mir so nahe hinzugekrochen, ich habe gleich wieder die Maske aufgesetzt. Da war ich aber so ziemlich der Einzige.''" Die Psychotherapeutin und Verkehrspsychologin Maria Ruby berichtete von einem beliebten Gastgarten in der Salzburger Altstadt, in dem Volksfeststimmung herrschte. "''Es wurde getanzt und sogar geschuhplattelt, die Musik hat gespielt. Die Leute auf engstem Raum, keine Spur von Vorsicht. Aber, andererseits, auch ein Gefühl von Befreiung, als ob die Menschen aufblühen.''" | | * [[13. Juli]], Montag: Während in [[Oberösterreich]] aufgrund von steigenden Infektionszahlen seit einigen Tagen wieder Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen, Geschäften und Gebäuden galt, wurde in Salzburg lediglich Maskenpflicht in Amtsgebäuden angeordnet. In der heutigen Montagausgabe der [[Salzburger Nachrichten]] berichteten zwei Personen von Erfahrungen in Salzburg am Samstag, den 12. Juli. Der emeritierte Umwelt- und Sozialpsychologe der [[Universität Salzburg]] Alexander Keul besuchte einen Elektronikmarkt, aus dem er bereits nach wenigen Minuten wieder ''floh'': "''Nach einer Viertelstunde bin ich geflüchtet, so viele Leute waren da schon wieder. Und bei der Kasse, da sind sie mir so nahe hinzugekrochen, ich habe gleich wieder die Maske aufgesetzt. Da war ich aber so ziemlich der Einzige.''" Die Psychotherapeutin und Verkehrspsychologin Maria Ruby berichtete von einem beliebten Gastgarten in der Salzburger Altstadt, in dem Volksfeststimmung herrschte. "''Es wurde getanzt und sogar geschuhplattelt, die Musik hat gespielt. Die Leute auf engstem Raum, keine Spur von Vorsicht. Aber, andererseits, auch ein Gefühl von Befreiung, als ob die Menschen aufblühen.''" |