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| | [[File:bE-MK-7559a.jpg|thumb|Minen von ''[[Bucculatrix frangutella]]'' an ''[[Frangula alnus]]'': Salzburg, Flachgau, Salzachtal, Königsseeache, 2005.10.06]] | | [[File:bE-MK-7559a.jpg|thumb|Minen von ''[[Bucculatrix frangutella]]'' an ''[[Frangula alnus]]'': Salzburg, Flachgau, Salzachtal, Königsseeache, 2005.10.06]] |
| | [[File:bE-MK-6909a.jpg|thumb|Kokon der Puppe von ''[[Bucculatrix ulmella]]'': Oberösterreich, Mattsee, Lochen, Hüttendorf Stein, 2005.03.27]] | | [[File:bE-MK-6909a.jpg|thumb|Kokon der Puppe von ''[[Bucculatrix ulmella]]'': Oberösterreich, Mattsee, Lochen, Hüttendorf Stein, 2005.03.27]] |
| | [[File:bE-MK-8977a.jpg|thumb|''[[Bucculatrix noltei]]'': Salzburg, Flachgau, Hallwang, Zilling, Talübergang, e.l. 2006]] | | [[File:bE-MK-8977a.jpg|thumb|''[[Bucculatrix noltei]]'': Salzburg, Flachgau, Hallwang, Zilling, Talübergang, e.l. 2006]] |
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| | ==Allgemeines== | | ==Allgemeines== |
| − | '''Bucculatricidae''' sind eine Familie der [[Schmetterling]]e ([[Lepidoptera]]). Die Tiere sind sehr klein (Spannweite unter 10 mm). Charakteristisch sind die verbreiterten Antennenbasen ("Augendeckel") in Verbindung mit einem abstehenden Busch haarförmiger Schuppen auf der Stirn. Viele Arten sind in der Grundfarbe weißlich mit nur undeutlichen Zeichnungen, was die Bestimmung oft recht erschwert. | + | '''Bucculatricidae''' sind sehr klein (Spannweite unter 10 mm). Charakteristisch sind die verbreiterten Antennenbasen ("Augendeckel") in Verbindung mit einem abstehenden Busch haarförmiger Schuppen auf der Stirn. Viele Arten sind in der Grundfarbe weißlich mit nur undeutlichen Zeichnungen, was die Bestimmung oft recht erschwert. |
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| − | Die Raupen minieren jung in den Blättern verschiedenster Pflanzenfamilien, jede Art weist aber nur eine oder wenige verwandte Pflanzenarten als Futterpflanze auf. Deshalb ist der faunistische Nachweis über die Fraßspuren oft einfacher als über die [[Glossar_Biologie#I|''Imagines'']], die wegen ihrer Kleinheit ohnedies nur selten gefunden werden. Nach Verlassen der Minen leben die Raupen frei an Blättern, wobei sie sich durch Schabefraß und das Ausfressen von Löchern in den Blättern ernähren. Sehr charakteristisch sind die Kokons, die die Raupen für jede Häutung herstellen, und an denen sich die Zugehörigkeit zur Familie der Bucculatricidae leicht erkennen lässt. Es handelt sich dabei um feine, silberweiße Seidenhäutchen, unter denen die Raupe und später die leere Raupenhaut in gekrümmter Stellung zu erkennen sind. | + | Die Raupen minieren jung in den Blättern verschiedenster Pflanzenfamilien, jede Art weist aber nur eine oder wenige verwandte Pflanzenarten als Futterpflanze auf. Deshalb ist der faunistische Nachweis über die Fraßspuren oft einfacher als über die Imagines, die wegen ihrer Kleinheit ohnedies nur selten gefunden werden. Nach Verlassen der Minen leben die Raupen frei an Blättern, wobei sie sich durch Schabefraß und das Ausfressen von Löchern in den Blättern ernähren. Sehr charakteristisch sind die Kokons, die die Raupen für jede Häutung herstellen, und an denen sich die Zugehörigkeit zur Familie der Bucculatricidae leicht erkennen lässt. Es handelt sich dabei um feine, silberweiße Seidenhäutchen, unter denen die Raupe und später die leere Raupenhaut in gekrümmter Stellung zu erkennen sind. Ebenfalls sehr charakteristisch sind die Kokons, in denen die Verpuppung erfolgt. Sie sind spindelförmig, mit auffallenden Längsrippen. |
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| | + | ==Geschichte der Erforschung im Land== |
| | + | Bereits Storch (1868) meldet mit „''Bucculatrix frangulella''“ (= ''B. franguttella'') eine Art der Familie für Salzburg, die auch heute noch zum Faunenbestandteil des Landes gezählt wird. Bei Mitterberger (1909) wird bereits über fünf ''Bucculatrix''-Arten berichtet. Mairhuber (1965) steuert zwei weitere Arten bei, von denen mit ''[[Bucculatrix ulmifoliae]]'' eine Art aber wieder aus der Liste der Schmetterlinge Salzburgs mangels Beleges eliminiert werden musste. Huemer & Tarmann (1993) listen bereits neun Arten auf, allerdings wird die Angabe zu ''B. ulmifoliae'' wiederholt. Der Fehler wird bei Embacher et al. (2011), sowie Kurz & Embacher (2013) korrigiert und mit ''[[Bucculatrix noltei]]'' eine neue Art hinzugefügt. Letztere ist auf Grund des einzigen bekannten Fundortes unterhalb einer Autobahnbrücke allerdings nur als Adventivart anzusehen (Kurz & Embacher 2013). Ebenfalls 2011 berichtet Kurz über zwei Wiederfunde aus der Familie (Kurz 2011f). 2016 folgt schließlich der Erstfund von ''[[Bucculatrix chrysanthemalla]]'' für Österreich (Kurz 2016), eine Art, die allerdings nicht bodenständig ist und nur als Irrgast aufgefasst wird. Die nun zehn bekannten Arten werden schließlich auch bei Embacher et al. (2024) aufgelistet, wobei ''[[Bucculatrix cristatella]]'' nach Untersuchung des stark beschädigten Beleges im Biologiezentrum in Linz auch für die Landesfauna akzeptiert wird, wenn auch fraglich. Nach Klimesch (1961) könnte es sich auch um ''Buccultrix argentisignella'' handeln. |
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| − | Ebenfalls sehr charakteristisch sind die Kokons, in denen die Verpuppung erfolgt. Sie sind spindelförmig, mit auffallenden Längsrippen.
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| | ==Kenntnisstand der Gruppe in Salzburg== | | ==Kenntnisstand der Gruppe in Salzburg== |
| − | In Europa sind nur etwas über 50 Arten bekannt, von denen 10 auch aus Salzburg gemeldet wurden. | + | In Europa sind nur etwas über 50 Arten bekannt, von denen 10 auch aus Salzburg gemeldet wurden. Zwei Arten (''[[Bucculatrix noltei]]'' und ''[[Bucculatrix chrysanthemella]]'') wurden erst vor kurzem in Salzburg entdeckt, eine dritte Art (''[[Bucculatrix cristatella]]'') gilt seit über 100 Jahren als verschollen und ist zudem in der Bestimmung nicht gesichert (Embacher et al. 2024, Kurz & Kurz 2025). Eine erste Übersicht über die Bucculatricidae Salzburgs erfolgte bei Kurz & Embacher (2013). Weitere faunistische Aufsammlungen, meist über die Minen, wurden nur sporadisch durchgeführt. Aus diesem Grund könnten noch einige weitere Arten im Bundesland aufgefunden werden. Folgende Arten werden von Embacher et al. (2024), bzw. Kurz & Kurz (2025) für Salzburg gemeldet: |
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| − | Eine Art (''[[Bucculatrix noltei]]'') wurde erst vor kurzem in Salzburg entdeckt, eine zweite Art (''[[Bucculatrix cristatella]]'') gilt seit über 100 Jahren als verschollen und ist zudem in der Bestimmung nicht gesichert (Embacher et al. 2011, [[Michael Kurz (Wissenschafter)|Kurz]] & [[Marion Kurz|Kurz]] 2011).
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| − | ''[[Bucculatrix ulmifoliae]]'' wird darüber hinaus von [[Friedrich Mairhuber|Mairhuber]] (1965) aus [[Kasern]] gemeldet, doch findet sich kein entsprechender Beleg in der Landessammlung am [[Haus der Natur]]. Ein Vorkommen in Salzburg ist allerdings durchaus möglich, doch muss diese Art bis zu einem neuerlichen Nachweis in der Liste der Salzburger Schmetterlinge ebenfalls als fraglich angesehen werden.
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| − | Bisher ist keine systematische Bearbeitung der Bucculatricidae Salzburgs erfolgt, auch der faunistische Nachweis, meist über die Minen, erfolgte nur sporadisch. Aus diesem Grund könnten noch einige weitere Arten im Bundesland aufgefunden werden.
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| | |''[[Bucculatrix cidarella]]'' | | |''[[Bucculatrix cidarella]]'' |
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| − | |''[[Bucculatrix ulmifoliae]]'' ?
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| | |''[[Bucculatrix nigricomella]]'' | | |''[[Bucculatrix nigricomella]]'' |
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| | |''[[Bucculatrix cristatella]]'' ? | | |''[[Bucculatrix cristatella]]'' ? |
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| − | |''[[Bucculatrix chrysanthemella]]'': Neufund 2016 | + | |''[[Bucculatrix chrysanthemella]]'' |
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| | + | Für Salzburg publizierte Arten, die mangels an Belegen oder wegen Bestimmungs-fehlern, etc. aus früheren Faunenlisten gelöscht werden mussten: |
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| | + | {| class="prettytable" |
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| | + | !bgcolor="silver"|lateinischer Name |
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| | + | |''[[Bucculatrix ulmifoliae]]'' |
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| | + | |''[[Bucculatrix argentisignella]]'' |
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| | |- | | |- |
| | |} | | |} |
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| | ==Weiterführende Informationen== | | ==Weiterführende Informationen== |
| | {{Naturfuehrer | taxonid=Bucculatricidae}} | | {{Naturfuehrer | taxonid=Bucculatricidae}} |
| − | {{Fauna und Flora Projekt}}==Quellen== | + | {{Fauna und Flora Projekt}} |
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| | + | ==Quellen== |
| | {{Quelle Embacher et al.}} | | {{Quelle Embacher et al.}} |
| | *Kurz, M. A. & M. E. Kurz 2000–2011. Naturkundliches Informationssystem. – URL: http://www.nkis.info [online 29 August 2011]. | | *Kurz, M. A. & M. E. Kurz 2000–2011. Naturkundliches Informationssystem. – URL: http://www.nkis.info [online 29 August 2011]. |