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| | [[Bild:Purtscheller.jpg|thumb|Ludwig Purtscheller]] | | [[Bild:Purtscheller.jpg|thumb|Ludwig Purtscheller]] |
| − | [[Datei:Lehrkräfte und Schüler des Bergführer-Kurses im Sommer 1899.jpg|thumb|[[Über die Bergführertätigkeit im Land Salzburg um 1900|Die Lehrkräfte und Schüler des Bergführer-Kurses im Sommer 1899 in der Stadt Salzburg]]. Die Namen der Personen in der Bildmitte, zweite Reihe von links: Major [[Gustav Edler von Pelikan]], Prof. [[Karl Kastner]], Prof. J. Mark, Prof. M. Haupolter, Prof. [[Ludwig Purtscheller]]; erste Reihe (unten) von links: Stadtarzt Dr. Würtenberger, Prof. Dr. H. Widmann, Dr.[[Moriz Zeppezauer]], S-Vorstand [[Carl Hinterhuber]], C-A. Mitglied Steinitzer und Prof. [[Eberhard Fugger]];]]
| + | '''Ludwig Purtscheller''' (* [[6. Oktober]] [[1849]] in Innsbruck-Wilten, [[Nordtirol]]; † [[3. März]] [[1900]] in Bern, [[Schweiz]]) war ein Alpinist und Lehrer. |
| − | '''Ludwig Purtscheller''' (* [[6. Oktober]] [[1849]] in Innsbruck-Wilten, [[Nordtirol]]; † [[3. März]] [[1900]] in Bern, [[Schweiz]]) war ein Alpinist und Lehrer. Ihm gelang am [[6. Oktober]] [[1889]], an seinem 40. Geburtstag, zusammen mit Hans Meyer die Erstbesteigung des höchsten Berges Afrikas, des Kilimandscharo. | |
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| | ==Leben== | | ==Leben== |
| | Ludwig Purtscheller war der Sohn des Innsbrucker Finanzbeamten Franz Purtscheller und seiner Frau Maria, geborene Gruber. Er arbeitete im Bleiberger Bergwerksbetrieb ([[Kärnten]]) als Angestellter und erwarb dort mineralogische Kenntnisse, war jedoch mit seiner kaufmännischen Tätigkeit nicht zufrieden. Nach der Turnlehrerprüfung in Graz arbeitete er in Klagenfurt. Er kam [[1877]] nach Salzburg und arbeitete als Turnlehrer an der [[Salzburger Lehrerbildungsanstalt|Lehrerbildungsanstalt]] und am [[Akademisches Gymnasium|k.k. Staatsgymnasium]]. Er erwarb sich gute Kenntnisse in Geografie, Geologie, Mineralogie, Botanik, Zoologie, Volkskunde und Geschichte. Er war sprachgewandt und beherrschte Italienisch und Französich in Wort und Schrift. Bis zu seinem Tod nach seinem Absturz am [[25. August]] [[1899]] an der ''Aiguille du Dru'' im Mont-Blanc-Gebiet ([[Frankreich]]), von dem er nicht mehr genas, wirkte er an diesen Schulen. | | Ludwig Purtscheller war der Sohn des Innsbrucker Finanzbeamten Franz Purtscheller und seiner Frau Maria, geborene Gruber. Er arbeitete im Bleiberger Bergwerksbetrieb ([[Kärnten]]) als Angestellter und erwarb dort mineralogische Kenntnisse, war jedoch mit seiner kaufmännischen Tätigkeit nicht zufrieden. Nach der Turnlehrerprüfung in Graz arbeitete er in Klagenfurt. Er kam [[1877]] nach Salzburg und arbeitete als Turnlehrer an der [[Salzburger Lehrerbildungsanstalt|Lehrerbildungsanstalt]] und am [[Akademisches Gymnasium|k.k. Staatsgymnasium]]. Er erwarb sich gute Kenntnisse in Geografie, Geologie, Mineralogie, Botanik, Zoologie, Volkskunde und Geschichte. Er war sprachgewandt und beherrschte Italienisch und Französich in Wort und Schrift. Bis zu seinem Tod nach seinem Absturz am [[25. August]] [[1899]] an der ''Aiguille du Dru'' im Mont-Blanc-Gebiet ([[Frankreich]]), von dem er nicht mehr genas, wirkte er an diesen Schulen. |
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| − | In seiner Freizeit war der Alpinist jährlich auf bis zu 100 Gipfeln. Er gilt als einer der Pioniere der Erschließung der [[Alpen]]. Er stand auf dem [[Großglockner (Berg)|Großglockner]], dem [[Hoher Sonnblick|Sonnblick]], dem Piz Bernina (Schweiz), dem Ätna und dem Vesuv (beide Italien), dem Elbrus im Kaukasus oder dem Montblanc (Frankreich). Er hatte Kraft und Ausdauer, eine Bescheidenheit und führte ein spartanisches Leben. | + | In seiner Freizeit war der Alpinist jährlich auf bis zu 100 Gipfeln. Er gilt als einer der Pioniere der Erschließung der [[Alpen]]. Er stand auf dem [[Großglockner (Berg)|Großglockner]], dem [[Hoher Sonnblick|Sonnblick]], dem Piz Bernina (Schweiz), dem Ätna und dem Vesuv (beide [[Italien]]), dem Elbrus im Kaukasus oder dem Montblanc (Frankreich). Er hatte Kraft und Ausdauer, eine Bescheidenheit und führte ein spartanisches Leben. |
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| − | Ab [[1883]] war er regelmäßig in den Westalpen unterwegs. Gemeinsam mit dem deutschen Geografen Dr. Hans Meyer gelang ihm an seinem 40. Geburtstag (6. Oktober) [[1889]] die Erstbesteigung des Kilimandscharo (Kibo) 5 859 [[m ü. A.]], des höchsten Berges Afrikas. | + | Ab [[1883]] war er regelmäßig in den Westalpen unterwegs. Gemeinsam mit dem deutschen Geografen Dr. Hans Meyer gelang ihm an seinem 40. Geburtstag (6. Oktober) [[1889]] die Erstbesteigung des Kilimandscharo (Kibo) 5 859 [[m ü. A.]], des höchsten Berges Afrikas. |
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| − | [[Datei:Ludwig Purtscheller Gedenktafel.JPG|thumb|Gedenktafel für Ludwig Purtscheller an der [[Alte Universität|Alten Universität]].]] | + | [[Datei:Lehrkräfte und Schüler des Bergführer-Kurses im Sommer 1899.jpg|thumb|[[Über die Bergführertätigkeit im Land Salzburg um 1900|Die Lehrkräfte und Schüler des Bergführer-Kurses im Sommer 1899 in der Stadt Salzburg]]. Die Namen der Personen in der Bildmitte, zweite Reihe von links: Major [[Gustav Edler von Pelikan]], Prof. [[Karl Kastner]], Prof. J. Mark, Prof. M. Haupolter, Prof. [[Ludwig Purtscheller]]; erste Reihe (unten) von links: Stadtarzt Dr. Würtenberger, Prof. Dr. H. Widmann, Dr.[[Moriz Zeppezauer]], S-Vorstand [[Carl Hinterhuber]], C-A. Mitglied Steinitzer und Prof. [[Eberhard Fugger]];]] |
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| | [[1891]] erstieg er mit Gottfried Merzbacher mehrere Hochgipfel im Kaukasus. | | [[1891]] erstieg er mit Gottfried Merzbacher mehrere Hochgipfel im Kaukasus. |
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| | == Ehrungen == | | == Ehrungen == |
| | Ludwig Purtscheller wurde in einem Ehrengrab auf dem [[Salzburger Kommunalfriedhof]] begraben. An seine bergsteigerischen Erfolge erinnern das [[Purtschellerhaus]] am [[Göllstock]], das kurz nach seinem Tod fertiggestellt und zu seinen Ehren umbenannt wurde, die [[Purtschellergasse]] in der [[Stadt Salzburg]] und die Purtschellerspitze im Mawensigebirge in Ostafrika. Seit [[1960]] erinnert eine Gedenktafel an der Schule (Universitätsplatz), an der er von 1877 bis 1899 wirkte, seiner. | | Ludwig Purtscheller wurde in einem Ehrengrab auf dem [[Salzburger Kommunalfriedhof]] begraben. An seine bergsteigerischen Erfolge erinnern das [[Purtschellerhaus]] am [[Göllstock]], das kurz nach seinem Tod fertiggestellt und zu seinen Ehren umbenannt wurde, die [[Purtschellergasse]] in der [[Stadt Salzburg]] und die Purtschellerspitze im Mawensigebirge in Ostafrika. Seit [[1960]] erinnert eine Gedenktafel an der Schule (Universitätsplatz), an der er von 1877 bis 1899 wirkte, seiner. |
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| | + | [[Datei:Ludwig Purtscheller Gedenktafel.JPG|thumb|Gedenktafel für Ludwig Purtscheller an der [[Alte Universität|Alten Universität]].]] |
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| | ==Werke== | | ==Werke== |
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| | [[Kategorie:Person (Bildung)]] | | [[Kategorie:Person (Bildung)]] |
| | [[Kategorie:Geschichte]] | | [[Kategorie:Geschichte]] |
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| | [[Kategorie:Kultur und Bildung]] | | [[Kategorie:Kultur und Bildung]] |
| | [[Kategorie:Bildung]] | | [[Kategorie:Bildung]] |