| Zeile 5: |
Zeile 5: |
| | | | |
| | == Lage des Pumpspeicherkraftwerks == | | == Lage des Pumpspeicherkraftwerks == |
| − | Das Pumpspeicherkraftwerk befindet sich im Felsen des [[Vorderer Schafbichl|Vorderen Schafbichls]] zwischen den Stauseen [[Weißsee]] (2 250 [[m ü. A.]] und dem [[Stausee Tauernmoossee|Tauernmoossee]] (2 023 m ü. A.). | + | Das Pumpspeicherkraftwerk befindet sich im Felsen des [[Vorderer Schafbichl|Vorderen Schafbichls]] zwischen den Stauseen [[Weißsee]] (2 250 [[m ü. A.]] und dem [[Stausee Tauernmoossee|Tauernmoossee]] (2 023 m ü. A.). |
| | | | |
| | == Geschichte == | | == Geschichte == |
| Zeile 14: |
Zeile 14: |
| | Bereits im Frühjahr [[2012]] starteten die Vermessungs- und Bodenerkundungsarbeiten. Nach einer europaweiten Ausschreibung rechneten die ÖBB dann mit dem Start der Bauarbeiten für den Frequenzumrichter und das Umspannwerk im Frühjahr [[2013]]. Die Bauarbeiten für das Kraftwerk selbst könnten nach Vorliegen aller ÖBB-internen Beschlüsse ab Herbst 2013 anlaufen. Die Inbetriebnahme war für [[2018]] vorgesehen, sagte ÖBB-Sprecher Rene Zumtobel. Allerdings fand dann der tatsächliche Baubeginn erst [[2020]] statt. | | Bereits im Frühjahr [[2012]] starteten die Vermessungs- und Bodenerkundungsarbeiten. Nach einer europaweiten Ausschreibung rechneten die ÖBB dann mit dem Start der Bauarbeiten für den Frequenzumrichter und das Umspannwerk im Frühjahr [[2013]]. Die Bauarbeiten für das Kraftwerk selbst könnten nach Vorliegen aller ÖBB-internen Beschlüsse ab Herbst 2013 anlaufen. Die Inbetriebnahme war für [[2018]] vorgesehen, sagte ÖBB-Sprecher Rene Zumtobel. Allerdings fand dann der tatsächliche Baubeginn erst [[2020]] statt. |
| | | | |
| − | Das geplante ÖBB-Pumpspeicherkraftwerk Tauernmoos war schon im April [[2012]] von der UVP-Behörde genehmigt worden. Die ÖBB hattben für ihr geplantes Pumpspeicherkraftwerk Tauernmoos ([[Pinzgau]]) seit [[30. April]] 2012 alle Bewilligungen auf dem Tisch. Nach der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) lag nun ein positiver Bescheid des [[Land Salzburg (Gebietskörperschaft)|Landes Salzburg]] vor. Der UVP-Bescheid beinhaltete laut Aussendung neben Wasserrecht und [[Naturschutz]] alle erforderlichen Genehmigungen, speziell die des Eisenbahngesetzes. | + | Das geplante ÖBB-Pumpspeicherkraftwerk Tauernmoos war schon im April [[2012]] von der UVP-Behörde genehmigt worden. Die ÖBB hatten für ihr geplantes Pumpspeicherkraftwerk Tauernmoos ([[Pinzgau]]) seit [[30. April]] 2012 alle Bewilligungen auf dem Tisch. Nach der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) lag nun ein positiver Bescheid des [[Land Salzburg (Gebietskörperschaft)|Landes Salzburg]] vor. Der UVP-Bescheid beinhaltete laut Aussendung neben Wasserrecht und [[Naturschutz]] alle erforderlichen Genehmigungen, speziell die des Eisenbahngesetzes. |
| | | | |
| − | Im Herbst wollten die ÖBB aber eine Änderungsbewilligung beantragen. Denn das Unternehmen hatte groß umgeplant. Die ÖBB wollten jetzt alle Anlagen des Kraftwerks mit einem Tunnelsystem erschließen. Der Haupttunnel soll vom [[Enzingerboden]], wo die Landesstraße endet, über den [[Grünsee]] und den Tauernmoossee zur Kraftwerkskaverne und weiter zum Weißsee auf 2 250 [[m ü. A.]] Höhe führen. ÖBB-Projektleiter Walter Kühner sagte, die Stollen seien etwa acht Kilometer lang. "Die Kosten betragen rund 25 Mill. Euro." | + | Im Herbst wollten die ÖBB aber eine Änderungsbewilligung beantragen. Denn das Unternehmen hatte groß umgeplant. Die ÖBB wollten jetzt alle Anlagen des Kraftwerks mit einem Tunnelsystem erschließen. Der Haupttunnel soll vom [[Enzingerboden]], wo die Landesstraße endet, über den [[Grünsee]] und den Tauernmoossee zur Kraftwerkskaverne und weiter zum Weißsee auf 2 250 [[m ü. A.]] Höhe führen. ÖBB-Projektleiter Walter Kühner sagte, die Stollen seien etwa acht Kilometer lang. "Die Kosten betragen rund 25 Mill. Euro." |
| | | | |
| | Laut Kühner hat der Tunnel mehrere Vorteile. "Ohne den Tunnel müssten wir für die Errichtung des Kraftwerks einen oberirdischen Weg ausbauen, der nicht wintersicher wäre. Der Tunnel ist auch aus Naturschutzgründen besser. In ihn würden auch die Stromleitungen verlegt. Und wir können zur Wartung die Anlagen das ganze Jahr unabhängig von der Witterung bequem erreichen. Bisher mussten die Leute teilweise mit Tourenski hinauf, wenn die Seilbahn bei einem Sturm nicht fahren konnte." Durch den Tunnel wird die Seilbahn überflüssig. Kühner: "Wir gehen davon aus, dass wir sie abtragen und die Trasse renaturieren. Die Bahn würde nur Kosten verursachen." | | Laut Kühner hat der Tunnel mehrere Vorteile. "Ohne den Tunnel müssten wir für die Errichtung des Kraftwerks einen oberirdischen Weg ausbauen, der nicht wintersicher wäre. Der Tunnel ist auch aus Naturschutzgründen besser. In ihn würden auch die Stromleitungen verlegt. Und wir können zur Wartung die Anlagen das ganze Jahr unabhängig von der Witterung bequem erreichen. Bisher mussten die Leute teilweise mit Tourenski hinauf, wenn die Seilbahn bei einem Sturm nicht fahren konnte." Durch den Tunnel wird die Seilbahn überflüssig. Kühner: "Wir gehen davon aus, dass wir sie abtragen und die Trasse renaturieren. Die Bahn würde nur Kosten verursachen." |
| Zeile 27: |
Zeile 27: |
| | | | |
| | == Zwischenfall == | | == Zwischenfall == |
| − | Der Brand eines Muldenfahrzeugs in der ÖBB-Tunnelbaustelle auf dem Enzingerboden in Uttendorf hatte am Donnerstagabend, den [[10. Juni]] [[2021]] einen Großeinsatz der [[Feuerwehr]] ausgelöst. Gegen 18:45 Uhr war das Baustellenfahrzeug in Brand geraten, wie Florian Schett, der stellvertretende Einsatzleiter der [[Freiwillige Feuerwehr Uttendorf|Feuerwehr Uttendorf]], berichtete. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich sechs Arbeiter sowie der Fahrer des Fahrzeugs in dem Tunnel, der für das Großprojekt des Pumpspeicherkraftwerks Tauernmoos vorangetrieben wird. Entgegen ersten Meldungen mussten jedoch keine Personen länger in einer Rettungskapsel der Tunnelbaustelle Schutz suchen: "Sie konnten sich selbst aus dem Tunnelbereich in Sicherheit bringen", berichtete der Einsatzleiter. Verletzt wurde niemand. Für die Feuerwehrmannschaften aus Uttendorf, [[Mittersill]] und [[Stuhlfelden]] war der Einsatz dennoch schwierig: Die Brandstelle lag rund 1,6 Kilometer im Inneren des Tunnels, eine Steigung von zwölf Prozent erschwerte den Zugang. Zum Einsatz sei ein spezielles Tunnellöschfahrzeug gekommen, berichtete Schett. Weil das brennende Fahrzeug auch große Mengen an Betriebsflüssigkeiten verlor, stand am Abend noch die Überprüfung an, ob Diesel und Öl in die Umgebung gelangt sind. Unklar sei vorerst die Ursache für den Brand, der im Zuge der Vortriebsarbeiten ausgebrochen sei, sagte ÖBB-Sprecher Robert Mosser. | + | Der Brand eines Muldenfahrzeugs in der ÖBB-Tunnelbaustelle auf dem Enzingerboden in Uttendorf hatte am Donnerstagabend, den [[10. Juni]] [[2021]] einen Großeinsatz der [[Feuerwehr]] ausgelöst. Gegen 18:45 Uhr war das Baustellenfahrzeug in Brand geraten, wie Florian Schett, der stellvertretende Einsatzleiter der [[Freiwillige Feuerwehr Uttendorf|Feuerwehr Uttendorf]], berichtete. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich sechs Arbeiter sowie der Fahrer des Fahrzeugs in dem Tunnel, der für das Großprojekt des Pumpspeicherkraftwerks Tauernmoos vorangetrieben wird. Entgegen ersten Meldungen mussten jedoch keine Personen länger in einer Rettungskapsel der Tunnelbaustelle Schutz suchen: "Sie konnten sich selbst aus dem Tunnelbereich in Sicherheit bringen", berichtete der Einsatzleiter. Verletzt wurde niemand. Für die Feuerwehrmannschaften aus Uttendorf, [[Mittersill]] und [[Stuhlfelden]] war der Einsatz dennoch schwierig: Die Brandstelle lag rund 1,6 Kilometer im Inneren des Tunnels, eine Steigung von zwölf Prozent erschwerte den Zugang. Zum Einsatz sei ein spezielles Tunnellöschfahrzeug gekommen, berichtete Schett. Weil das brennende Fahrzeug auch große Mengen an Betriebsflüssigkeiten verlor, stand am Abend noch die Überprüfung an, ob Diesel und Öl in die Umgebung gelangt sind. Unklar sei vorerst die Ursache für den Brand, der im Zuge der Vortriebsarbeiten ausgebrochen sei, sagte ÖBB-Sprecher [[Robert Mosser]]. |
| | | | |
| | == Daten == | | == Daten == |