Änderungen

Zur Navigation springen Zur Suche springen
25 Bytes hinzugefügt ,  00:41, 14. Mär. 2012
K
keine Bearbeitungszusammenfassung
Zeile 7: Zeile 7:     
===1800 bis 1803===
 
===1800 bis 1803===
Während des Zweiten Koalitonskrieges hatte sich der erfolgreiche General Napoleon Bonaparte an die Spitze der Französischen Republik geputscht und wurde nach der daraufhin geschaffenen Verfassung von [[1799]], erst 30-jährig, als Erster Konsul praktisch Alleinherrscher Frankreichs.  
+
Während des Zweiten Koalitionskrieges hatte sich der erfolgreiche General Napoleon Bonaparte an die Spitze der Französischen Republik geputscht und wurde nach der daraufhin geschaffenen Verfassung von [[1799]], erst 30-jährig, als Erster Konsul praktisch Alleinherrscher Frankreichs.  
   −
Den Krieg entschieden Napoleon Bonaparte (in [[Italien]]) und vor allem General [[Jean Victor Moreau]] (in [[Deutschland]]) im Herbst [[1800]] durch Siege über den Hauptgegner [[Österreich]]. Nach der [[Schlacht am Walserfeld]] ([[12. Dezember|12.]] und [[14. Dezember]] 1800) folgte die erste Besetzung Salzburgs durch die Franzosen. Österreich musste am 25. Dezember 1800 den Waffenstillstand von Steyr eingehen. Der am [[3. Dezember]] [[1801]] geschlossene Friede von Lunéville besiegelte die von Napoleon betriebene [[Säkularisierung]] aller geistlichen Fürstentümer, also auch des [[Erzstift Salzburg|Erzstiftes Salzburg]]. Eines der wenigen für Österreich günstigen Ergebnisse war, dass das Salzburg als ([[1803]]) neu geschaffenes [[Kurfürstentum Salzburg|Kurfürstentum]] an einen [[Habsburger]] fiel.
+
Den Krieg entschieden Napoleon Bonaparte (in [[Italien]]) und vor allem General [[Jean Victor Moreau]] (in [[Deutschland]]) im Herbst [[1800]] durch Siege über den Hauptgegner [[Österreich]]. Nach der [[Schlacht am Walserfeld]] ([[12. Dezember|12.]] und [[14. Dezember]] 1800) folgte die erste Besetzung Salzburgs durch die Franzosen. Österreich musste am 25. Dezember 1800 den Waffenstillstand von Steyr eingehen. Der am [[3. Dezember]] [[1801]] geschlossene Friede von Lunéville besiegelte die von Napoleon betriebene [[Säkularisierung]] aller geistlichen Fürstentümer, also auch des [[Erzstift Salzburg|Erzstiftes Salzburg]]. Eines der wenigen für Österreich günstigen Ergebnisse war, dass das bisherige geistliche Fürstentum als ([[1803]]) neu geschaffenes [[Kurfürstentum Salzburg|Kurfürstentum]] an einen [[Habsburger]] fiel.
    
===1805/1806===
 
===1805/1806===
Zeile 19: Zeile 19:  
Nun ließ Napoleon proklamieren, dass das Land Salzburg in seinem Namen zu verwalten sei. Eine aus fünf erfahrenen Salzburger Funktionären bestehende [[General-Landesadministration]] (administration générale du pays de Salzbourg) wurde als neue Landes-Oberbehörde gebildet, die allerdings einer französische Leitung – bestehend u.a. aus einem Militärgouverneur (Brigadegeneral Baron Kisler), einem Kontributionseinheber und einem [[Camille Périer|Intendanten]] – unterstand.
 
Nun ließ Napoleon proklamieren, dass das Land Salzburg in seinem Namen zu verwalten sei. Eine aus fünf erfahrenen Salzburger Funktionären bestehende [[General-Landesadministration]] (administration générale du pays de Salzbourg) wurde als neue Landes-Oberbehörde gebildet, die allerdings einer französische Leitung – bestehend u.a. aus einem Militärgouverneur (Brigadegeneral Baron Kisler), einem Kontributionseinheber und einem [[Camille Périer|Intendanten]] – unterstand.
   −
Zu den Mitgliedern der General-Landesadministration gehörten ua. [[Sigmund Christoph von Zeil und Trauchburg]] ([[Bistum Chiemsee|Fürstbischof von Chiemsee]]) und Regierungsrat [[Josef Felner]]. Als Napoleon am [[15. Mai]] [[1809]] informiert wurde, dass Zeil-Trauchburg und Felner die Hauptagenten Österreichs seien, ordnete er an, dass diese auf der Stelle abzuberufen und zu inhaftieren seien<ref> „Schönbrunn 15 mai. L’Empéreur sait que le conseiller De FELLNER et le comte De ZEIL, « tous deux reconnus comme agents principaux de l’Autriche, font partie de l’administration générale du pays de Salzbourg » ; ces deux individus seront remplacés sur le champ, et arêtes.” Schreiben von Generalmajor Louis-Alexandre Berthier an Marschall Lefebvre vom 15. Mai 1809. </ref>. Hiezu kam es allerdings offenbar nicht – im Juli bewogen Zeil und Felner, von Lefebvre als Vermittler entsandt, noch kämpfende [[Salzburger Schützen]] zur Niederlegung der Waffen<ref>[http://www.wehrgeschichte-salzburg.at/1809Mitterer/redolf.htm Felix Redolf: Das Gefecht an der Halbstundenbrücke bei Taxenbach 1809.]</ref>.
+
Zu den Mitgliedern der General-Landesadministration gehörten ua. [[Sigmund Christoph von Zeil und Trauchburg]] ([[Bistum Chiemsee|Fürstbischof von Chiemsee]]) und Regierungsrat [[Josef Felner]]. Als Napoleon am [[15. Mai]] [[1809]] informiert wurde, dass Zeil-Trauchburg und Felner die Hauptagenten Österreichs seien, ordnete er an, dass diese auf der Stelle abzuberufen und zu inhaftieren seien<ref>„Schönbrunn 15 mai. L’Empéreur sait que le conseiller De FELLNER et le comte De ZEIL, « tous deux reconnus comme agents principaux de l’Autriche, font partie de l’administration générale du pays de Salzbourg » ; ces deux individus seront remplacés sur le champ, et arêtes.” Schreiben von Generalmajor Louis-Alexandre Berthier an Marschall Lefebvre vom 15. Mai 1809.</ref>. Hiezu kam es allerdings offenbar nicht – im Juli bewogen Zeil und Felner, von Lefebvre als Vermittler entsandt, noch kämpfende [[Salzburger Schützen]] zur Niederlegung der Waffen<ref>[http://www.wehrgeschichte-salzburg.at/1809Mitterer/redolf.htm Felix Redolf: Das Gefecht an der Halbstundenbrücke bei Taxenbach 1809.]</ref>.
   −
Auf Napoleons ausdrücklichen Befehl durfte die Grundverfassung des Landes nicht abgeändert werden. Er versprach zwar dem Lande eine „väterliche Regierung“. Die Praxis sah aber wesentlich anders aus – denn die französische Verwaltung war in erster Linie darauf aus, das Land auszubeuten. Von der Salzburger Bevölkerung wurden große Natural- und Dienstleistungen gefordert, ebenso wie Einquartierungen, Verproviantierung der Besatzung und zudem noch Naturalien für französische Truppen, die außerhalb des Landes operierten. Napoleon ließ die Stadt Salzburg befestigen, um sie als Stützpunkt gegen die Tiroler und Österreicher benützen zu können. Vom Land Salzburg wurde eine enorme Kriegskontribution von nicht weniger als 5,300.000 [[Gulden]] gefordert. Im August 1809 reisten drei Mitglieder der General-Landesadministration – Zeil-Trauchburg, Felner und [[Josef Metzger]] – in Napoléons Hauptquartier nach Schönbrunn, um eine Minderung der Forderung zu erbitten – allerdings erfolglos (wobei das Land letztlich ohnedies nur einen Bruchteil der Summe aufbringen konnte).
+
Auf Napoleons ausdrücklichen Befehl durfte die Grundverfassung des Landes nicht abgeändert werden. Er versprach zwar dem Lande eine „väterliche Regierung“. Die Praxis sah aber wesentlich anders aus – denn die französische Verwaltung war in erster Linie darauf aus, das Land auszubeuten. Von der Salzburger Bevölkerung wurden große Natural- und Dienstleistungen gefordert, ebenso wie Einquartierungen, Verproviantierung der Besatzung und zudem noch Naturalien für französische Truppen, die außerhalb des Landes operierten. Napoleon ließ die Stadt Salzburg befestigen, um sie als Stützpunkt gegen die Tiroler und Österreicher benützen zu können. Vom Land Salzburg wurde eine enorme Kriegskontribution von nicht weniger als 5,300.000 [[Gulden]] gefordert. Im August 1809 reisten drei Mitglieder der General-Landesadministration – Zeil-Trauchburg, Felner und [[Josef Metzger]] – in Napoleons Hauptquartier nach Schönbrunn, um eine Minderung der Forderung zu erbitten – allerdings erfolglos (wobei das Land letztlich ohnedies nur einen Bruchteil der Summe aufbringen konnte).
    
Den Krieg hatte Napoleon nach der Niederlage von Aspern (21./22. Mai 1809) mit dem Sieg bei Deutsch-Wagram (5. und 6. Juli 1809) für Frankreich entschieden. Österreich musste am 14. Oktober 1809 den Frieden von Schönbrunn schließen, in dem u.a. das [[Herzogtum Salzburg]] (samt dem [[Berchtesgadener Land]]) an Napoleon abgetreten wurde, der darüber zugunsten eines seiner deutschen Verbündeten disponieren würde. Napoleon trat das Land Salzburg schließlich – im Zuge eines umfassenderen Gebietstausches – an das Königreich [[Bayern]] ab (Pariser Vertrag vom 28. Februar 1810 und Frankfurter Konvention vom 12. September 1810). Diese Regelung wurde erst Ende September 1810 wirksam. Somit stand das Land Salzburg insgesamt 17 Monate lang unter französischer Herrschaft – zuerst als besetztes österreichisches, dann als provisorisch französisches Territorium.
 
Den Krieg hatte Napoleon nach der Niederlage von Aspern (21./22. Mai 1809) mit dem Sieg bei Deutsch-Wagram (5. und 6. Juli 1809) für Frankreich entschieden. Österreich musste am 14. Oktober 1809 den Frieden von Schönbrunn schließen, in dem u.a. das [[Herzogtum Salzburg]] (samt dem [[Berchtesgadener Land]]) an Napoleon abgetreten wurde, der darüber zugunsten eines seiner deutschen Verbündeten disponieren würde. Napoleon trat das Land Salzburg schließlich – im Zuge eines umfassenderen Gebietstausches – an das Königreich [[Bayern]] ab (Pariser Vertrag vom 28. Februar 1810 und Frankfurter Konvention vom 12. September 1810). Diese Regelung wurde erst Ende September 1810 wirksam. Somit stand das Land Salzburg insgesamt 17 Monate lang unter französischer Herrschaft – zuerst als besetztes österreichisches, dann als provisorisch französisches Territorium.
Zeile 31: Zeile 31:     
==Quellen==
 
==Quellen==
* Wikipedia-Artikel [http://de.wikipedia.org/wiki/Napoleon_Bonaparte ''„Napoleon Bonaparte“'',] [http://de.wikipedia.org/wiki/Koalitionskriege ''„Koalitionskriege“'']ua.
+
* [[Wikipedia]]-Artikel [http://de.wikipedia.org/wiki/Napoleon_Bonaparte ''„Napoleon Bonaparte“'',] [http://de.wikipedia.org/wiki/Koalitionskriege ''„Koalitionskriege“'']ua.
 
* [[Franz Ortner]]: ''Zwischen Habsburg und [[Wittelsbacher|Wittelsbach]] - Säkularisation und Franzosenkriege'', in: [[Heinz Dopsch|Dopsch, Heinz]]/[[Hans Spatzenegger|Spatzenegger, Hans]] (Hrsg.): ''Geschichte Salzburgs, Stadt und Land'', Band&nbsp;II, 2.&nbsp;Teil. [[Verlag Anton Pustet]] Salzburg 1988; ISBN 3-7025-0243-2. S. 593&nbsp;f., 602&nbsp;f.
 
* [[Franz Ortner]]: ''Zwischen Habsburg und [[Wittelsbacher|Wittelsbach]] - Säkularisation und Franzosenkriege'', in: [[Heinz Dopsch|Dopsch, Heinz]]/[[Hans Spatzenegger|Spatzenegger, Hans]] (Hrsg.): ''Geschichte Salzburgs, Stadt und Land'', Band&nbsp;II, 2.&nbsp;Teil. [[Verlag Anton Pustet]] Salzburg 1988; ISBN 3-7025-0243-2. S. 593&nbsp;f., 602&nbsp;f.
 
* [[Hanna Hintner]]: ''Joseph Philipp Felner (1769-1850) als Staatsmann, Historiker und Mensch'', Phil. Diss., Wien 1967. insb. S.&nbsp;277.
 
* [[Hanna Hintner]]: ''Joseph Philipp Felner (1769-1850) als Staatsmann, Historiker und Mensch'', Phil. Diss., Wien 1967. insb. S.&nbsp;277.

Navigationsmenü