| | 1815 las er zu seinner "größten Überraschung" (siehe Bild und Zitat), dass er wieder als Landgerichtsarzt in den Lungau versetzt werden sollte. Um dies zu verhindern zog er alle Register. Aus diesem von ihm am 8. Oktober 1815 verfassten Brief stammt auch das Zitat: "ich bin sehr groß und sehr korpulent;" Vor allem bringt er vor, dass er der ihm zugedachte Aufgabe wegen seines Alters von 49 Jahren und seiner Korpulenz, nicht erfüllen könnte. "Wie soll ich also meinen Pflichten gehörig nachkommen? Wie der leidenden Menschheit Hilfe bringen können, die oft nur durch die Schnelligkeit womit sie gebracht wird, wirksam und andauernd wird? Wie redlich in Fällen von Epidemien und Epizotien, wenn ihre Verheerungen mich des Tages zwey – dreymal verschiedentliche Berge zu erklimmen, aufforderten, mich, den ich aller Anstrengung vielleicht nur einen derselben zu ersteigen vermöchte? Mögen jüngere Schultern überbürdet bleiben, was ich für meinen Teil schon endlich getragen habe, und möchten euer Königlichen Majestät geruhen, mich in meinem Posten zu Laufen allergnädigst zu belassen, dem ich vollkommen gewachsen bin, und wo ich allgemeine Liebe und Vertrauen zu genießen mir ebenso schmeichle, als die vorliegenden Zeugnisse die Satisfaktion meiner vorgesetzten Kreisstelle und der betreffenden Landgerichte erweisen."<ref>StAM RA Nr 15038.</ref> | | 1815 las er zu seinner "größten Überraschung" (siehe Bild und Zitat), dass er wieder als Landgerichtsarzt in den Lungau versetzt werden sollte. Um dies zu verhindern zog er alle Register. Aus diesem von ihm am 8. Oktober 1815 verfassten Brief stammt auch das Zitat: "ich bin sehr groß und sehr korpulent;" Vor allem bringt er vor, dass er der ihm zugedachte Aufgabe wegen seines Alters von 49 Jahren und seiner Korpulenz, nicht erfüllen könnte. "Wie soll ich also meinen Pflichten gehörig nachkommen? Wie der leidenden Menschheit Hilfe bringen können, die oft nur durch die Schnelligkeit womit sie gebracht wird, wirksam und andauernd wird? Wie redlich in Fällen von Epidemien und Epizotien, wenn ihre Verheerungen mich des Tages zwey – dreymal verschiedentliche Berge zu erklimmen, aufforderten, mich, den ich aller Anstrengung vielleicht nur einen derselben zu ersteigen vermöchte? Mögen jüngere Schultern überbürdet bleiben, was ich für meinen Teil schon endlich getragen habe, und möchten euer Königlichen Majestät geruhen, mich in meinem Posten zu Laufen allergnädigst zu belassen, dem ich vollkommen gewachsen bin, und wo ich allgemeine Liebe und Vertrauen zu genießen mir ebenso schmeichle, als die vorliegenden Zeugnisse die Satisfaktion meiner vorgesetzten Kreisstelle und der betreffenden Landgerichte erweisen."<ref>StAM RA Nr 15038.</ref> |
| − | Aloys Bacher musste den Dienstort Laufen verlassen, da sein Nachfolger in Tamsweg Rupert Weibhauser nach Laufen versetzt wurde.<ref>Georg Hunklinger, Dr. Rupert Weibhauser von Aufham, in: Heimatblätter Bad Reichenhall, 42,1 (1974).</ref> An welchem Ort Aloys Bacher die folgenden Jahre verbrachte ist unklar. 1816 sollte er nach einem Schreiben des Kollegen [[Joseph von Lasser zu Zollheim]] erneut nach Tamsweg versetzt werden. Lasser wurde "im Jahre 1816 nach Tamsweg im Lungau versetzt [...], weil der dahin geordnete Arzt, Herr Doktor Bacher wegen vorgerücktem Alter und Kränklichkeit sich diese Stelle verbeten, und das Physikat Frankenmarkt zu erhalten sich bestrebt hatte." <ref>OÖLA Landesregierungsarchiv 1787-1849 / Allgemeine Reihe Schachtel 152, 1827.</ref> Möglicherweise erhielt Bacher also 1816 eine Stelle als Bezirksarzt in Frankenmarkt im Hausruckviertel. In den medizinischen Jahrbüchern ist für 1818 neuerlich eine Berufung zum Bezirksarzt nach Tamsweg vermerkt.<ref>Medizinische Jahrbücher 1819, 29-30.</ref> Es gelang ihm, diesen weiteren Versuch in nach Tamsweg zu versetzen abzuwehren. Für Mai 1819 ist ein nicht näher ausgeführter "Hof Recours des Dr. Bacher" in den Akten vermerkt.<ref>OÖLA Landesregierungsarchiv 1787-1849 / Allgemeine Reihe Schachtel 150, 1819.</ref> | + | Aloys Bacher musste den Dienstort Laufen verlassen, da sein Nachfolger in Tamsweg Rupert Weibhauser nach Laufen versetzt wurde.<ref>Georg Hunklinger, Dr. Rupert Weibhauser von Aufham, in: Heimatblätter Bad Reichenhall, 42,1 (1974).</ref> An welchem Ort Aloys Bacher die folgenden Jahre verbrachte ist unklar. 1816 sollte er nach einem Schreiben des Kollegen [[Joseph von Lasser zu Zollheim]] erneut nach Tamsweg versetzt werden. Lasser wurde "im Jahre 1816 nach Tamsweg im Lungau versetzt [...], weil der dahin geordnete Arzt, Herr Doktor Bacher wegen vorgerücktem Alter und Kränklichkeit sich diese Stelle verbeten, und das Physikat Frankenmarkt zu erhalten sich bestrebt hatte." <ref>OÖLA Landesregierungsarchiv 1787-1849 / Allgemeine Reihe Schachtel 152, 1827.</ref> Möglicherweise erhielt Bacher also 1816 eine Stelle als Bezirksarzt in Frankenmarkt im Hausruckviertel. In den medizinischen Jahrbüchern ist für 1818 neuerlich eine Berufung zum Bezirksarzt nach Tamsweg vermerkt.<ref>Medizinische Jahrbücher 1819, 29-30.</ref> Es gelang ihm auch diesen dritten Versuch ihn nach Tamsweg zu versetzen abzuwehren. Für Mai 1819 ist ein nicht näher ausgeführter "Hof Recours des Dr. Bacher" in den Akten vermerkt.<ref>OÖLA Landesregierungsarchiv 1787-1849 / Allgemeine Reihe Schachtel 150, 1819.</ref> Vermutlich hatte er in Wien gegen seine Versetzung in den Lungau geklagt. In den Jahren seit seinem ersten Widerstand 1814 war er nicht jünger und wahrscheinlich auch nicht schlanker geworden. |
| | 1819 wird die Bezirksarztstelle in Tamsweg, gegen die er sich mehrmals so heftig verwehrt hatte, seinem jungen Kollegen [[Karl Maffei]] verliehen. | | 1819 wird die Bezirksarztstelle in Tamsweg, gegen die er sich mehrmals so heftig verwehrt hatte, seinem jungen Kollegen [[Karl Maffei]] verliehen. |