Änderungen

Zur Navigation springen Zur Suche springen
305 Bytes hinzugefügt ,  19:57, 27. Feb. 2012
Zeile 16: Zeile 16:  
In Salzburg ereignete sich nun vieles: zunächst wurde der alten "Anstalt" Spitalsstatus zuerkannt. Der neue Name "Landes-Nervenklinik" trug zur Entschärfung des Images der Irrenanstalt bei. Die Türen wurden weitgehend geöffnet. Die Patienten bekamen Gabel und Messer in die Hand. (Bis dahin war die Angst zu groß: "Irre" können doch nicht mit einem Messer bewaffnet werden!) Der Patient wurde als Mensch angesehen. Kreative Aktivitäten gehörten bald zum Klinik-Alltag: Musik-, Mal-, Bastel-, Psychodramatherapie. Die Zahl der Zwangsaufnahmen konnte in kurzer Zeit drastisch gesenkt werden. Die Dauer der stationären Aufenthalte wurde kürzer. Dies vor allem deswegen, weil es nicht mehr ausschließlich eine Entlassung mit "Revers" gab. Dieser überforderte häufig die Angehörigen, da mit ihm die Verantwortung für den Patienten in ihre Hände gelegt wurde. Dadurch kam es oft unnötig zu jahrelangen stationären Aufenthalten.
 
In Salzburg ereignete sich nun vieles: zunächst wurde der alten "Anstalt" Spitalsstatus zuerkannt. Der neue Name "Landes-Nervenklinik" trug zur Entschärfung des Images der Irrenanstalt bei. Die Türen wurden weitgehend geöffnet. Die Patienten bekamen Gabel und Messer in die Hand. (Bis dahin war die Angst zu groß: "Irre" können doch nicht mit einem Messer bewaffnet werden!) Der Patient wurde als Mensch angesehen. Kreative Aktivitäten gehörten bald zum Klinik-Alltag: Musik-, Mal-, Bastel-, Psychodramatherapie. Die Zahl der Zwangsaufnahmen konnte in kurzer Zeit drastisch gesenkt werden. Die Dauer der stationären Aufenthalte wurde kürzer. Dies vor allem deswegen, weil es nicht mehr ausschließlich eine Entlassung mit "Revers" gab. Dieser überforderte häufig die Angehörigen, da mit ihm die Verantwortung für den Patienten in ihre Hände gelegt wurde. Dadurch kam es oft unnötig zu jahrelangen stationären Aufenthalten.
   −
Diese Maßnahme zur Verkürzung der stationären Aufenthalte war aber nur möglich, weil er zugleich die "Psychiatrische Außenfürsorge" ins Leben rief. Dazu gewann er erfahrene Diplompfleger von den psychiatrischen Krankenabteilungen, welche die Patienten nach der Entlassung durch regelmäßige Besuche zu Hause weiterbetreuten, was zugleich auch eine Stützung der Angehörigen bedeutete.
+
Diese Maßnahme zur Verkürzung der stationären Aufenthalte war aber nur möglich, weil Heimo Gastager zugleich die "Psychiatrische Außenfürsorge" ins Leben rief. Eine für die damalige Zeit geradezu bahnbrechende Entscheidung. Dazu gewann er erfahrene Diplompfleger von seinen psychiatrischen Krankenabteilungen, welche die Patienten nach der Entlassung durch regelmäßige Besuche zu Hause weiterbetreuten, was zugleich auch eine Stützung der Angehörigen bedeutete. Anfangs fuhr er dazu auch selber zu den Patienten bis in die entlegensten Höfe in den Gebirgsgauen umher. Er besuchte dabei auch die lokalen Behörden und die Gemeindeämter, um ihnen das neue Betreuungkonzept vorzustellen.
    
=====Dynamische Psychiatrie=====
 
=====Dynamische Psychiatrie=====

Navigationsmenü