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Das Badeschloss liegt nahe dem zur Gewinnung von Strom genutzten [[Gasteiner Wasserfall]] und unmittelbar bei den Thermalquellen. Mit der Einverleibung des [[Fürsterzbistum Salzburg|Fürsterzbistums Salzburg]] an das [[Kaisertum Österreich]] im Jahr [[1816]] gingen auch die Thermalquellen, sowie die einst bischöflichen Gebäude, das Badeschloss und das soge­nannte Kurhaus in [[Böckstein]], in den Besitz des österreichischen Staates über. Das Finanzärar verkaufte diesen Besitz [[1870]] an das [[Herzogtum Salzburg]] und als sich dieses in Geldnöten befand, kaufte Kaiser Franz Joseph [[1885]] die Quellen sowie die beiden Gebäude um fünfhunderttausend [[Gulden]] für den Familienfondsbesitz. Im Jahre [[1912]] erstand die Gemeinde Badgastein die Quellen, soweit sie nicht Privatbesitz waren, das Kurhaus in Böckstein, vom kaiserlichen Familienfondsbesitz um 2,5 Millionen [[Krone]]n, wobei die Ge­meinde Hofgastein im Verhältnis ihres Thermalwasserbezugsrechtes teil hatte. Die Gemeinde Badgastein hatte als Quellenbesitzerin dem Badeschloss unentgeltlich aus der Franz-Josefs-Quelle Servitutswasser abzugeben.
 
Das Badeschloss liegt nahe dem zur Gewinnung von Strom genutzten [[Gasteiner Wasserfall]] und unmittelbar bei den Thermalquellen. Mit der Einverleibung des [[Fürsterzbistum Salzburg|Fürsterzbistums Salzburg]] an das [[Kaisertum Österreich]] im Jahr [[1816]] gingen auch die Thermalquellen, sowie die einst bischöflichen Gebäude, das Badeschloss und das soge­nannte Kurhaus in [[Böckstein]], in den Besitz des österreichischen Staates über. Das Finanzärar verkaufte diesen Besitz [[1870]] an das [[Herzogtum Salzburg]] und als sich dieses in Geldnöten befand, kaufte Kaiser Franz Joseph [[1885]] die Quellen sowie die beiden Gebäude um fünfhunderttausend [[Gulden]] für den Familienfondsbesitz. Im Jahre [[1912]] erstand die Gemeinde Badgastein die Quellen, soweit sie nicht Privatbesitz waren, das Kurhaus in Böckstein, vom kaiserlichen Familienfondsbesitz um 2,5 Millionen [[Krone]]n, wobei die Ge­meinde Hofgastein im Verhältnis ihres Thermalwasserbezugsrechtes teil hatte. Die Gemeinde Badgastein hatte als Quellenbesitzerin dem Badeschloss unentgeltlich aus der Franz-Josefs-Quelle Servitutswasser abzugeben.
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Bis [[1856]] waren nur sieben Heilquellen benützt. Unter allen war die Fürstenquelle (später Rudolfsstollen) die höchstgelegene, die jedoch noch immer zu tief ihren Quellaustritt hatte, um im freien Ablauf dem Badeschloss das Heilwasser zuzuführen. Deshalb musste eine Hebemaschine verwendet werden, die aus der Doktorquelle (sp#ter Elisabethquelle) das Thermalwasser hinauf pumpte. Um die Hebemaschinen entbehrlich zu machen und um den im Jahre [[1854]] zum Neubau bestimmten Schlossbädern den freien
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Bis [[1856]] waren nur sieben Heilquellen benützt. Unter allen war die Fürstenquelle (später Rudolfsstollen) die höchstgelegene, die jedoch noch immer zu tief ihren Quellaustritt hatte, um im freien Ablauf dem Badeschloss das Heilwasser zuzuführen. Deshalb musste eine Hebemaschine verwendet werden, die aus der Doktorquelle (sp#ter Elisabethquelle) das Thermalwasser hinauf pumpte. Um die Hebemaschinen entbehrlich zu machen und um den im Jahre [[1854]] zum Neubau bestimmten Schlossbädern den freien Zulauf bei natürlichem Gefälle zu bieten, wurde in den Jahren [[1855]] bis [[1857]] der Franz-Josef-Thermal-Wasserstollen durch den Bergverwalter Reissacher im Aufträge des k. k. Finanz­ministeriums erbaut. Er ist der höchstgelegene und hat eine Länge von 67 Meter. Beim Bau dieses Stollens erreichte seine Innentemperatur bis zu 34 Grad Reaumur (42,5 °C). Im Winter [[1929]]/[[1930]] wurde mit äußerster Vorsicht der Stollen in einer Länge von etwa 26 Meter vorgetrieben. Die Warmwässer traten dann aus einer Bankung mit einer durchschnittlichen Schüttung von zweihundert Kubikmeter innerhalb 24 Stunden aus und wurden am Stolleneingang gemessen und verteilt.
Zulauf bei natürlichem Gefälle zu bieten, wurde in den Jahren [[1855]] bis [[1857]] der Franz-Josef-Thermal-Wasserstollen durch den Bergverwalter Reissacher im Aufträge des k. k. Finanz­ministeriums erbaut. Er ist der höchstgelegene und hat eine Länge von 67 Meter. Beim Bau dieses Stollens erreichte seine Innentemperatur bis zu 34 Grad Reaumur (42,5 °C). Im Winter [[1929]]/[[1930]] wurde mit äußerster Vorsicht der Stollen in einer Länge von etwa 26 Meter vorgetrieben. Die Warmwässer traten dann aus einer Bankung mit einer durchschnittlichen Schüttung von zweihundert Kubikmeter innerhalb 24 Stunden aus und wurden am Stolleneingang gemessen und verteilt.
      
Das Badeschloss schenkte Kaiser Franz Joseph [[1912]] der Militärverwaltung mit der Bestimmung, dass dieses Gebäude für­derhin als Offiziers-Kurhaus zu verwenden sei. In der [[Zwischenkriegszeit]] ging das Badeschloss in staatlichen Besitz über und diente unter der Verwaltung des Bundesministeriums für soziale Verwaltung zur Aufnahme kurbedürftiger Kriegs­beschädigter. [[1924]] erfolgte der Abbruch der historischen Freitreppe des Badeschlosses; an ihrer Stelle wurden Geschäftslokale errichtet. [[1936]] übernahm das Bundesministerium für Lan­desverteidigung die Verwaltung des Badeschlosses. Für dieser wurden nun keine Bundesmittel zur Verfügung gestellt, es musste sich selbst erhalten. Nebst den Offizieren wurden jetzt auch Bundesbeamte des Dienst- und Ruhestandes in sechs Kurperioden von je vierundzwanzig Tagen ausgenommen.
 
Das Badeschloss schenkte Kaiser Franz Joseph [[1912]] der Militärverwaltung mit der Bestimmung, dass dieses Gebäude für­derhin als Offiziers-Kurhaus zu verwenden sei. In der [[Zwischenkriegszeit]] ging das Badeschloss in staatlichen Besitz über und diente unter der Verwaltung des Bundesministeriums für soziale Verwaltung zur Aufnahme kurbedürftiger Kriegs­beschädigter. [[1924]] erfolgte der Abbruch der historischen Freitreppe des Badeschlosses; an ihrer Stelle wurden Geschäftslokale errichtet. [[1936]] übernahm das Bundesministerium für Lan­desverteidigung die Verwaltung des Badeschlosses. Für dieser wurden nun keine Bundesmittel zur Verfügung gestellt, es musste sich selbst erhalten. Nebst den Offizieren wurden jetzt auch Bundesbeamte des Dienst- und Ruhestandes in sechs Kurperioden von je vierundzwanzig Tagen ausgenommen.
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[[Datei:Badeschloss mit Hotelturm in Bad Gastein.jpg|thumb|In der Bildmitte das historische Badeschloss in Bad Gastein, das bei seiner Revitalisierung 2023 den neuen grauen Hotelturm angebaut erhielt.]]
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[[Datei:Das Wetter im Sommer 2023 Hochwasser Gasteiner Wasserfall 4.jpg|thumb|Im oberen Bildteil das historische Badeschloss in Bad Gastein, das bei seiner Revitalisierung 2023 den neuen grauen Hotelturm angebaut erhielt.]]
    
Nach mehreren Umbauten blieb das klassizistische Serpentinportal aus dem Jahre 1794 erhalten. Das prachtvolle Gebäudeensemble im Zentrum Gasteins wurde unter [[Denkmalschutz]] gestellt und gehört seit [[1999]] dem Wiener Immobilieneigentümer [[Franz Duval]] und dessen Hälftepartner Architekt Franz Wojnarowski. Die beiden hatten im Zentrum des ehemals mondänen, kaiserlichen Kurortes mehrere historischen Gebäude gekauft und lassen sie verfallen.
 
Nach mehreren Umbauten blieb das klassizistische Serpentinportal aus dem Jahre 1794 erhalten. Das prachtvolle Gebäudeensemble im Zentrum Gasteins wurde unter [[Denkmalschutz]] gestellt und gehört seit [[1999]] dem Wiener Immobilieneigentümer [[Franz Duval]] und dessen Hälftepartner Architekt Franz Wojnarowski. Die beiden hatten im Zentrum des ehemals mondänen, kaiserlichen Kurortes mehrere historischen Gebäude gekauft und lassen sie verfallen.

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