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| | [[Datei:Pestmarterl beim Lenzengut in Lofer.jpg|thumb|Marterl zur Erinnerung an die Pestepidemie im Jahr 1948, Lenzengut, [[Lofer]]]] | | [[Datei:Pestmarterl beim Lenzengut in Lofer.jpg|thumb|Marterl zur Erinnerung an die Pestepidemie im Jahr 1948, Lenzengut, [[Lofer]]]] |
| | [[Datei:Pestmarterl beim Lenzengut, Lofer.jpg|thumb|Pestmarterl beim Lenzengut]] | | [[Datei:Pestmarterl beim Lenzengut, Lofer.jpg|thumb|Pestmarterl beim Lenzengut]] |
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| | '''Marterl''' sind Gedenksäulen, Gedenkkreuze oder Gedenktafeln, die am Ort von Unfällen u. ä. aufgestellt oder angebracht werden. | | '''Marterl''' sind Gedenksäulen, Gedenkkreuze oder Gedenktafeln, die am Ort von Unfällen u. ä. aufgestellt oder angebracht werden. |
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| | ==Die freie Landschaft als Andachtsraum== | | ==Die freie Landschaft als Andachtsraum== |
| − | Nicht nur in [[Feldkapelle]]n und [[Kirchen]] befanden und befinden sich Bilder und Zeichen, die an ''unvollendet Verstorbene'' erinnern, wie es plötzlich Verstorbene aus Sicht des Volksglaubens sind, sondern auch in der freien Natur wurden Erinnerungsmale errichtet. Bilder des Fegefeuers fanden sich auf den meisten Feld- und Wegkreuzen und an Bildbäumen, die meist mit der Bitte um ein ''Vater unser'' und ein ''Gegrüßt seist Du Maria'' zum Seelendienst aufforderten. Totenleuchten an Friedhöfen oder an aufgelassenen Friedhöfen waren besonders eindrucksvoll. Sie hatten die Form einer Steinsäule, die am oberen Ende als Laterne ausgebildet war. Darin wurden Öllichter oder Kerzen als Dienst an den Armen Seelen angezündet und abgebrannt. Eine Konkretisierung der Heilsbitte: ''Das Ewige Licht leuchte ihnen''. Auch Leichläden oder [[Leichenbrett]]er zählen zu den Erinnerungsmalen in freier Natur. | + | Nicht nur in [[Feldkapelle]]n und [[Kirche|Kirchen]] befanden und befinden sich Bilder und Zeichen, die an ''unvollendet Verstorbene'' erinnern, wie es plötzlich Verstorbene aus Sicht des Volksglaubens sind, sondern auch in der freien Natur wurden Erinnerungsmale errichtet. Bilder des Fegefeuers fanden sich auf den meisten Feld- und Wegkreuzen und an Bildbäumen, die meist mit der Bitte um ein ''Vater unser'' und ein ''Gegrüßt seist Du Maria'' zum Seelendienst aufforderten. Totenleuchten an Friedhöfen oder an aufgelassenen Friedhöfen waren besonders eindrucksvoll. Sie hatten die Form einer Steinsäule, die am oberen Ende als Laterne ausgebildet war. Darin wurden Öllichter oder Kerzen als Dienst an den Armen Seelen angezündet und abgebrannt. Eine Konkretisierung der Heilsbitte: ''Das Ewige Licht leuchte ihnen''. Auch Leichläden oder [[Leichenbrett]]er zählen zu den Erinnerungsmalen in freier Natur. |
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| | ==Marterl als Erinnerungsmale== | | ==Marterl als Erinnerungsmale== |
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| | * Friedrich Kluge, Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache, de Gruyter, 22., völlig neu bearbeitete Auflage, Berlin – New York, 1989 | | * Friedrich Kluge, Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache, de Gruyter, 22., völlig neu bearbeitete Auflage, Berlin – New York, 1989 |
| | * Lenz Kriss-Rettenbeck, Bilder und Zeichen religiösen Volksglaubens, Verlag Georg D. W. Callwey, München, 1971 | | * Lenz Kriss-Rettenbeck, Bilder und Zeichen religiösen Volksglaubens, Verlag Georg D. W. Callwey, München, 1971 |
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| | [[Kategorie:Geschichte]] | | [[Kategorie:Geschichte]] |
| | [[Kategorie:Brauchtum]] | | [[Kategorie:Brauchtum]] |
| | + | [[Kategorie:Weltanschauung]] |
| | [[Kategorie:Religion]] | | [[Kategorie:Religion]] |