| − | Das Ministerium war mit der Leitung des Hofstaates, aber nicht mit der Regierung des Erzstiftes befasst. Zu dieser bediente sich der Fürsterzbischof der [[SalzburgerHofkanzler|Hofkanzlei]] und sogenannter Dikasterien (die dem heutigen Begriff der Ministerien nahekämen), nämlich des [[Hofrat]]es, der [[Hofkammer]], der [[Ausl%C3%A4ndische_Herrschaften#Die_hochf.C3.BCrstliche_ausl.C3.A4ndische_Deputation|Deputation der auswärtigen Geschäfte]] und dem [[Hofkriegsrat]]. Protokollarischer Natur waren die [[Erbämter|Salzburger Erbämter]], deren Inhaber nicht dem Hofstaat angehörten. | + | Das Ministerium war mit der Leitung des Hofstaates, aber nicht mit der Regierung des Erzstiftes befasst. Zu dieser bediente sich der Fürsterzbischof der [[SalzburgerHofkanzler|Hofkanzlei]] und sogenannter Dikasterien (die dem heutigen Begriff der Ministerien nahekämen), nämlich des [[Hofrat]]es, der [[Hofkammer]], der [[Ausl%C3%A4ndische_Herrschaften#Die_hochf.C3.BCrstliche_ausl.C3.A4ndische_Deputation|Deputation der auswärtigen Geschäfte]] und dem [[Hofkriegsrat]]. Protokollarischer Natur waren die [[Salzburger Erbämter|Erbämter]], deren Inhaber nicht dem Hofstaat angehörten. |
| − | Erst in jüngster Zeit fanden der Salzburger Historiker [[Gerhard Ammerer]] und die Projektgruppe zur Erforschung der [[Alte Residenz|Salzburger Residenz]] heraus, dass [[Wolf Dietrich von Raitenau]] ein prunkvolles Hofleben führte, die Verwaltung vergrößerte, aber sie zu ökonomisieren versuchte, und als absoluter Herrscher regierte. Er rechercherierte in Besoldungslisten, die auf einen großen Hofstaat schließen lassen, wie er zu dieser Zeit im europäischen Bereich üblich war. Tanz- und Fechtmeister kamen aus [[Frankreich]], Musiker und Sänger aus [[Italien}}. Die Livreen der Bediensteten entsprachen der neuesten Mode und wurde von Frankreich beeinflusst. Auch das Hofzeremoniell war streng geregelt. So war etwa festgelegt, wer wohin gehen durfte, wer sitzen durfte und auf welchem Polstermöbel. | + | Erst in jüngster Zeit fanden der Salzburger Historiker [[Gerhard Ammerer]] und die Projektgruppe zur Erforschung der [[Alte Residenz|Salzburger Residenz]] heraus, dass [[Wolf Dietrich von Raitenau]] ein prunkvolles Hofleben führte, die Verwaltung vergrößerte, aber sie zu ökonomisieren versuchte, und als absoluter Herrscher regierte. Er rechercherierte in Besoldungslisten, die auf einen großen Hofstaat schließen lassen, wie er zu dieser Zeit im europäischen Bereich üblich war. Tanz- und Fechtmeister kamen aus [[Frankreich]], Musiker und Sänger aus [[Italien]]. Die Livreen der Bediensteten entsprachen der neuesten Mode und wurde von Frankreich beeinflusst. Auch das Hofzeremoniell war streng geregelt. So war etwa festgelegt, wer wohin gehen durfte, wer sitzen durfte und auf welchem Polstermöbel. |
| | Neuere Forschungen (2009) haben aber ergeben, dass er nicht mehr oder weniger Geld für Repräsentationen ausgab, als andere Fürsten der 89 geistlich-weltlichen Fürstentümer seinerzeit. Auch seine Umbaupläne für die Stadt Salzburg, der Abriss (mittelalterlicher) Häuser im Stadtkern (für den Domneubau) fielen nicht aus der Rolle im Vergleich zu den Vorgangsweisen anderen Fürst(erz)bischöfe von damals.<ref>Quelle Beitrag Salzburg heute am 21. Februar 2009</ref> | | Neuere Forschungen (2009) haben aber ergeben, dass er nicht mehr oder weniger Geld für Repräsentationen ausgab, als andere Fürsten der 89 geistlich-weltlichen Fürstentümer seinerzeit. Auch seine Umbaupläne für die Stadt Salzburg, der Abriss (mittelalterlicher) Häuser im Stadtkern (für den Domneubau) fielen nicht aus der Rolle im Vergleich zu den Vorgangsweisen anderen Fürst(erz)bischöfe von damals.<ref>Quelle Beitrag Salzburg heute am 21. Februar 2009</ref> |